Freitagsfüller

26. Februar 2016

Da heute ausnahmsweise der Freitag mal entspannter ist, kann ich endlich mal wieder beim Freitagsfüller mitmachen, was mich sehr freut🙂.

1. Unser Lied für Stockholm kenne ich leider nicht.

2. Meine Oma hatte ein Herz aus Gold.

3. Langsam könnte mein Leben mal etwas weniger turbulent verlaufen.

4. Mit soviel Schnee am Ende vom offiziellen Winter habe ich nicht gerechnet.

5. Der Druck von seiten der Klinikleitung ist manchmal fast zuviel.

6. Die Zeugnisse meiner Kinder waren absolut super.

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf Füße hochlegen, morgen habe ich Skypen mit dem neuen Aupair geplant und Sonntag möchte ich einfach einen gemütlichen Tag mit meinen Kindern verbringen.

Neuer Header, kaputte Schulter

23. Februar 2016

Der Wunsch zu bloggen ist immer wieder da. Entweder scheitert es aber an der Zeit oder an meiner Energie. Was ich nun endlich geschafft habe ist, ein neues Headerbild zu installieren. Meine Kinder haben sich schon länger darüber beschwert, daß es nicht mehr passt und viel zu alt ist. Als wir nun vorletzte Woche am See waren und ich ein paar schöne Fotos schiessen konnte, war es endlich so weit und ich habe ein hübsches herausgesucht.
Fünf Jahre älter sind die Kinder immerhin, ein ganzes Stück größer und die Älteste schon beinahe kein Mädchen mehr, sondern eine hübsche energische junge Frau🙂.
Was mich betrifft, so fühle ich mich zur Zeit steinalt. Anfang November schon bin ich gestürzt, mit meinem ganzen Gewicht auf den rechten Ellenbogen. Lange habe ich die Schmerzen ignoriert, bis ich kurz vor Weihnachten dann doch zum Orthopäden gegangen bin. Der meinte, es handle sich um eine Bizepssehnenquetschung und schickte mich weiter zur Physiotherapeutin. Da war ich nun bereits sieben Mal und es wurde leider schlimmer statt besser. Mittlerweile ist es sogar so weit, daß ich den Arm nicht mehr richtig anheben und z.B. nichts vom Regal angeln kann. Außerdem schiessen bei jeder blöden Bewegung übelste Schmerzen ein, die mich nach Luft schnappen lassen.
Heute also nochmal Orthopäde. Er hat mich ganze zwei Minuten untersucht, meinte nur, daß sich der Befund ja drastisch verschlechtert hätte und ich ein MRT machen lassen soll …
Den Termin habe ich nun erst in fünf Wochen, keine Ahnung wie ich das überleben soll. Vielleicht rufe ich morgen nochmal an und schildere meine Beschwerden etwas dramatischer.
Die Arbeit macht mir immer noch sehr viel Spaß, ich habe nun auch die Aussicht darauf, bald ein wenig die Stundenzahl zu reduzieren, von 32 auf 28 Stunden, und ich bin mir sicher, daß dieser Schritt einige Dinge positiv verändern wird. Bis auf mein Gehalt natürlich.
Die Frage ist jedoch, was wichtiger ist. Mehr Lebensqualität und Gesundheit für mich, damit auch glücklichere Kinder. Oder 10% mehr Gehalt, die mich aber den letzten Nerv und jegliche Energie kosten.
Vielleicht kommt aber auch alles anders und die neue Station auf die ich im Juni rotieren werde hat so eine entspannte Atmosphäre, daß mir die Stundenzahl nicht mehr soviel ausmacht. Wir werden sehen …
Ansonsten gibt es nicht viel Neues, die großen Kinder haben hervorragende Zeugnisse nach Hause gebracht, ausschließlich Einser und Zweier, was für mich nicht im Mittelpunkt steht, aber mich natürlich stolz macht und beruhigt. Denn trotz aller Unruhe in den letzten zwei Jahren sind die Kinder entspannt und größtenteils glücklich, was das Lernen erheblich erleichtert, da sie den Kopf frei haben.

Turbulenzen

13. Dezember 2015

Fast schon wieder ein Jahr vorbei, die Zeit fliegt …
Dieses Jahr hatte es wirklich in sich. Der Jobwechsel, plötzlich ein chronisches krankes Kind, im Sommer kam dann noch ein Umzug dazu.
Ein Umzug ? Ja, wir sind im August meiner Arbeit hinterhergezogen. Nach wochenlangem Pendeln, immerhin 80 km pro Tag, hatte ich entschieden, daß das eindeutig zuviel Stress sei. Vor allem war ich gerade zu Beginn der Diabeteseinstellung immer sehr besorgt und für meinen Geschmack einfach zu weit weg vom Kind.
Also machte ich mich nach Ostern auf die Suche nach einer passenden Bleibe vor Ort. Nach einigem Hin und Her entschied ich mich für ein älteres Reihenmittelhaus, von der Lage nicht besonders schön, aber überaus praktisch. Der regionale Supermarkt ist nur 500 m entfernt, die Kinder können selbstständig mit dem Bus in die Stadt fahren und zur Arbeit sind es nur noch 4 km.
Ich hatte einige Einbrüche dieses Jahr, oft dachte ich, ich schaffe es nicht mehr, aber es geht doch irgendwie immer weiter. Vorläufiger Höhepunkt war der Umzug, wir mussten uns von 180 auf 150 qm verkleinern und das war und ist eine echte Herausforderung.
Die Kinder haben sich mittlerweile gut eingelebt, mein Jüngster meinte kürzlich, es fühle sich nun an wie zu Hause.
Mir fällt es oft noch schwer, ich vermisse das Landleben, obwohl die Stadt auch viele Vorteile bietet.
Der Job passt, nach manchen Stolperern am Anfang werde ich nun immer routinierter und bekomme auch viel positives Feedback von meinen Patienten.
Das Leben als Alleinerziehende ist oft anstrengend, aber machbar. Der Tag geht von sechs Uhr morgens bis 21 Uhr abends ohne Pause, danach bleibt noch ein wenig Zeit für mich, aber lange nicht genug. Da die Kinder aber immer größer werden, werden über kurz oder lang auch wieder ruhigere Zeiten anbrechen. Die vier kinderfreien Tage im Monate nutze ich sehr intensiv in Sachen Entspannung. Meist lasse ich mich durch den Tag treiben und grenze alles aus, was nach Anstrengung riecht oder mich belastet. Eine Überlebensstrategie, die bis jetzt ganz gut aufgeht🙂.
Mit dem Diabetes kommen wir mittlerweile alle viel besser klar. Schon lange wird hier nicht mehr abgewogen und gerechnet, sondern nur geschätzt. Die Werte sind sehr gut, also kann es nicht so falsch sein. Die anfängliche Verzweiflung meines Sohnes ist einem „niemand kennt sich so gut mit dem Körper aus wie ich !“ gewichen, wobei es auch Tage gibt, an denen er seine Krankheit verflucht oder sie versucht zu ignorieren. Er macht es aber im Großen und Ganzen sehr gut und ich bin froh, daß in diesem Bereich wieder ein Stück Normalität da ist.
Die Tochter ist nun auf dem Gymnasium. Das Tempo dort hat gerade am Anfang immer wieder Spuren hinterlassen, mein armes Kind klagte oft über Übelkeit, Kopfschmerzen oder große Müdigkeit. Mittlerweile ist auch das besser geworden, ich spüre aber, daß sie viel Kraft für die Schule braucht und sehr oft das Bedürfnis hat, sich zurückzuziehen und ihre Ruhe haben möchte. Unglaublich, was heutzutage alles abverlangt wird in dem Alter …
Der Jüngste ist entgegen meiner Befürchtungen von Anfang an gerne in den neuen Kindergarten gegangen, er hat dort jetzt schon 3 gute Freunde und wirkt zufrieden. Nach wie vor ist er ein sehr eigenes Kind, mit unserem neuen Aupair rasselt er regelmässig zusammen, aber ich bin mir sicher, daß er im Leben gut zurechtkommen wird, gerade wegen seiner geradlinigen und selbstbewußten Art. Er weiß genau was er will und was er nicht will, und äußert dies auch lautstark🙂.
Partner gibt es keinen neuen in meinem Leben, ich halte aber die Augen offen. Wobei ich nicht wüsste, wie ich auch noch einen Mann unterbringen sollte in dem ganzen Chaos. Wie machen das andere Alleinerziehende ?
Ich hoffe, ich komme in nächster Zeit wieder öfter zum Bloggen. Ich war ganz überrascht, daß es doch tatsächlich noch Menschen gibt, die hier vorbeischauen🙂.
An diese und an alle anderen sende ich schon einmal liebe Weihnachtsgrüsse …

Viel passiert

18. Februar 2015

Sehr lange war dieser Blog verwaist. Heute raffe ich mich auf und werde wieder ein paar Zeilen schreiben.
Die letzten Monate ist einiges passiert. Ich kam kaum zum Luftholen, das Leben drehte sich wie ein Karussell und hat auch noch nicht damit aufgehört.
Alles fing Ende November an. Ich hatte mich richtig gut eingearbeitet, war zwar immer noch auf Suche nach Jobalternativen wegen zu schlechter Arbeitsbedingungen, aber das wollte ich auf kommenden Sommer verschieben, um ein wenig Ruhe in unser Leben zu bringen. An bewußtem Tag rief mich dann mein Chef zu sich. Er eröffnete mir, daß er nur noch Mitarbeiter behalten wolle, die mindestens zwei Jahre Berufserfahrung hätten und daß ich mir einen anderen Job suchen solle. Vier Wochen vor Weihnachten und einen Monat vor Ablauf der Probezeit ist das nicht gerade das, was man gerne hören möchte …
Ich hatte also vier Wochen Zeit, mir eine neue Arbeitsstelle zu suchen und alles zu organisieren, die Adventszeit war somit von vornherein auf Unruhe programmiert.
Glücklicherweise schaffte ich es, in der ersten Dezemberwoche ein Vorstellungsgespräch zu ergattern und bekam zwei Wochen später den Vertrag. Nach einigem Hickhack mit meinem Chef durfte ich dann auch die letzten 10 Dezembertage überstundenfrei nehmen und es gab zumindest eine kleine Pause in dem ganzen Chaos.
Auch Silvester verlief noch ruhig. Am 2.1. trat ich meine neue Stelle an, nicht nur ein Klinikwechsel, sondern auch ein Fachwechsel, von der inneren Medizin in die Psychiatrie.
Der Januar war zwar anstrengend, aber ich fühlte mich dort gleich wohl und spürte, daß mir dieser Bereich gut liegt. Die Patienten waren interessant, ich durfte von Anfang an Gesprächstherapien führen und mit den Kollegen kam ich gut aus.
Dann kam der 7. Februar, der Tag, seit dem alles Achterbahn fährt. Die ganze Woche hatte ich schon ein komisches Gefühl gehabt. Mein großer Sohn ging nachts immer öfter auf die Toilette, hatte ständig Durst und fing ein paar Tage vorher an, extrem nach Aceton zu riechen. Ich beriet mich mit meinen Kollegen und sie meinten, sie wollten mir keine Angst machen, aber ob ich schon mal an einen Diabetes gedacht hätte. In diesem Moment setzte sich alles wie ein Puzzle zusammen. Am besagten Samstag ging ich zur Apotheke, kaufte einen Urintest zur Zuckerbestimmung und testete dann meinen Sohn. Der Test fiel so deutlich positiv aus, daß kein Zweifel mehr bestand.
Noch am gleichen Tag fuhr ich mit ihm zur Bereitschaftspraxis vor Ort, dort sind auch Kinderärzte anwesend am Wochenende. Nach der Blutzuckerbestimmung bekam ich sofort eine Krankenhauseinweisung in die Hand gedrückt, der Wert lag bei fast 500, was bereits im lebensbedrohlichen Bereich liegt …
Anschließend verbrachte ich mit meinem Kind eine Woche in der Fachklinik, es wurde rund um die Uhr Blutzucker gemessen, Insulin gespritzt und geschult. Am Sonntag löste mich dann sein Papa ab und ich wollte eigentlich wieder arbeiten gehen. Nachdem ich aber bereits beim Computer hochfahren anfing zu Weinen und nicht mehr aufhören konnte, wurde ich wieder nach Hause geschickt und bin nun für zwei Wochen krankgeschrieben. Im Krankenhaus hatte ich gut funktioniert, es handelt sich ja schließlich um mein Fachgebiet, zu Hause brach dann die ganze Sorge und Verzweiflung heraus, mir wurde dort erst das Ausmaß der Veränderungen richtig bewußt.
Die nächsten Tage wird mein Sohn hoffentlich entlassen, ich habe dann noch über eine Woche Gelegenheit, den Alltag zu organisieren, das Messen, Spritzen und BEs ausrechnen mit meinem Aupair zu üben und zu beobachten, wie sich die Zuckerwerte zu Hause verändern, denn der Tagesablauf ist ein komplett anderer als im Krankenhaus.
Er wird nun bis an sein Lebensende darauf achten müssen, wie die Blutzuckerwerte sind, vor jeder Mahlzeit ausrechnen müssen, wieviel Insulin er spritzen muß und vor allem auf die Zusammensetzung der Ernährung viel mehr achten müssen. Das muß man erstmal verdauen, sowohl er als auch die direkte Umgebung.
Vielleicht werde ich noch einen Zweitblog zum Thema eröffnen, noch fehlt mir aber Zeit und Lust. Eventuell gibt es unter meinen Lesern auch Betroffene, ich würde mich über jede Art von Austausch freuen …

Tagebuchbloggen am 5.11.2014

5. November 2014

Ewig habe ich nichts mehr von mir hören lassen. Gerade habe ich auf den Kalender geschaut und gesehen, daß heute der 5.11. ist. Ein Grund zum Bloggen, denn beim Tagebuchbloggen habe ich immer gerne mitgemacht🙂.
Hier ein Einblick in meinen Arbeits- und Kinderalltag …

4 Uhr: Ich wache auf und fange an zu Grübeln.

5-6 Uhr: Ich bin immer noch wach und ärgere mich so darüber, daß ich aufstehe, meine Laufsachen anziehe und eine Runde in der kühlen Novemberluft Joggen gehe. Anschließend geht es unter die Dusche und die letzten Minuten bevor die Kinder aufwachen nutze ich, um Brotzeit und Frühstück herzurichten.

6-7:15 Uhr: Nach und nach treffen die Kinder am Frühstückstisch ein, wir essen gemeinsam, ich ziehe den Jüngsten an, schminke mich kurz, verabschiede die großen Kinder in die Schule, stürze meinen letzten
Schluck Tee hinunter und starte ebenfalls los zur Arbeit.

7:15-15 Uhr: Kurz vor halb acht komme ich beim Krankenhaus an, ziehe meinen Chip über den Arbeitszeiterfasser und ziehe mich um. Nach einem kurzen Rundgang über die Intensivstation, die ich momentan betreue, laufe ich schnell hinunter zur Morgenbesprechung, die um 7:45 Uhr startet.
Dort werden die Neuzugänge von der Nacht besprochen, insgesamt sind drei für mich dabei. Außerdem schauen wir gemeinsam Röntgen- und CT-Bilder an und besprechen diese. Anschließend gibt es noch einen kurzen Vortrag vom Chefarzt über das Vorgehen bei Problempatienten und Zeitmanagement, anschließend geht das gesamte Ärzteteam um 8:30 Uhr hoch zur Intensivstation.
Nun beginnt mein Job, ich muß dem Chefarzt und den Kollegen zeigen, wo welcher Patient liegt, wie es ihm geht, was bereits organisiert ist und was noch geplant ist. Gegen 9 Uhr verabschieden sich alle und ich bin endlich alleine auf meiner Station🙂.
Erstmal setze ich mich hin und telefoniere hin und her, ob nun meine beatmete Dialysepatientin zur geplanten Dialyse abgeholt werden wird und ob die Praxis auch daran gedacht hat, daß die Patientin isoliert werden muß. Als das geklärt ist, atme ich erstmal auf (alle zwei Tage muß sie zur Dialyse, muß dauerbeatmet werden und hat auch noch einen infektiösen Durchfall).
Anschließend gehe ich von Zimmer zu Zimmer, schaue nach, ob die Patienten orientiert sind, der Kreislauf stabil ist, die Atmung gut funktioniert, u.s.w.. Dann schließt sich ein erstes Durchlesen der Laborergebnisse an, einige sind noch nicht fertig, also mache ich mich an das Schreiben der Intensivprotokolle, die täglich aktualisiert werden müssen für jeden Patient. Außerdem schreibe ich an den bald fälligen Verlegungsberichten.
Zwischendurch kommen immer wieder Fragen von der Pflege bezüglich Medikamentengabe, Infusionen oder Auffälligkeiten bei den Patienten.
Ich führe nochmals ein Telefonat mit dem auswärtigen Labor wegen ausstehender Befunde und bekomme glücklicherweise zumindest einen Teil davon übermittelt.
Als alles so weit erledigt ist, verkrümele ich mich in die Stationsküche und setze mich mit einem der Pfleger zum Essen hin. Mittlerweile ist es 11 Uhr.
Ich esse mein mitgebrachtes Sushi, trinke eine Flasche Wasser und gehe dann wieder an die Arbeit. Da wir um 12 Uhr täglich Mittagsbesprechung haben, bleibt nicht mehr viel Zeit.
Ich ordne Röntgenuntersuchungen an, schreibe die Intensivpflegekurven für jeden Patienten im PC für den nächsten Tag, ändere dort teils Medikamente, Laboranforderungen und das jeweilige Datum. Schwups ist es 11:55 Uhr und ich laufe wieder ein Stockwerk tiefer zur Mittagsbesprechung. Es werden die am Vormittag aufgenommenen Patienten besprochen, wieder ist eine für mich dabei, die ich nach der Besprechung aufnehmen soll, da in der Aufnahme viel los ist.
Zurück auf der Intensivstation vervollständige ich noch die Kurven, bis gegen 12:40 Uhr ein Telefonat von einer Kollegin kommt, die mich auf ihre Station einlädt, um gemeinsam Mittag zu essen. Meines ist zwar schon verspeist, aber ich habe noch frisches Obst dabei und ich setze mich für eine Viertelstunde mit den Kolleginnen zusammen, zum essen und ein wenig ratschen.
Kurz vor 13 Uhr bin ich zurück und nehme die angekündigte Patientin auf. D.h. ich erhebe die Anamnese, indem ich ihr einige Fragen zu ihren Beschwerden und dem bisherigen Verlauf stelle, danach untersuche ich sie komplett durch, höre Herz und Lunge ab und diktiere anschließend die Befunde in den neu angelegten Entlassungsbrief. Außerdem setze ich Medikamente an und gebe dem Pflegepersonal Anweisungen, was noch gemacht werden soll.
Danach erhalte ich einen Anruf vom Sohn der Dialysepatientin, er möchte wie jeden Tag auf den neuesten Stand gebracht werden, fragt nach Untersuchungsergebnissen und dem Zustand seiner Mutter. Ich berichte, anschließend gehe ich nochmals die Laborbefunde aller Patienten durch, kontrolliere die Kurven für morgen, schreibe nochmals am Verlaufsprotokoll.
Gegen 14:45 Uhr mache ich mich endlich auf den Weg nach Hause, bis ich am Auto bin ist es bereits 14:55 Uhr …

15-19 Uhr: Zuhause angekommen herrscht Totenstille und erst weiß ich nicht, wo alle hinverschwunden sind, bis mir einfällt, daß heute Kinderturnen ist und der Jüngste bestimmt auf dem Weg dorthin ist mit seinen Geschwistern und Aupair. Keine fünf Minuten später trudelt eine Nachricht auf meinem Handy ein, die diese Vermutung bestätigt.
Ich setze mich in Ruhe an den Küchentisch, trinke erstmal zwei Gläser Saft, blättere die Zeitung durch und fahre herunter, bis mein Aupair kommt. Die großen Kinder sind gleich mit beim Turnen geblieben.
Gegen 16 Uhr brechen wir erneut auf, da mein Aupair noch Geld nach Indonesien schicken möchte. Wir holen den Jüngsten ab und fahren danach mit den beiden Söhnen zusammen in die Stadt. Nach ein wenig Hin und Her ist das Geld unterwegs, ich mache noch einen Abstecher zum Lieblingssupermarkt und kaufe ein paar Dinge ein. Mittlerweile ist es schon nach 17 Uhr, höchste Zeit, nach Hause zu fahren.
Gegen 17:30 Uhr treffen wir zu Hause ein, die Tochter und mein Mann sind schon da, er kommt alle zwei Tage, um die Kinder ins Bett zu bringen. Mein Aupair düst zu ihrem privaten Deutschunterricht, wir richten alle zusammen Abendessen her und essen gemeinsam.
Bereits um kurz vor halb sieben sind alle Kinder bettfertig hergerichtet und sehen von 18:40 Uhr bis 19 Uhr Kika. Währenddessen räumen wir Eltern die Küche auf.

19-19:30 Uhr: Ich setze mich mit einer großen Tasse „Ruhige Seele“-Tee auf das Sofa und schreibe an diesem Blogartikel🙂.

Wie ist das nun eigentlich so ?

16. Juli 2014

Falls hier noch regelmässig Leser vorbeischauen, werden diese sich bestimmt fragen, wie es nun so ist als berufstätige Mutter mit drei Kindern.
Zuallererst muß ich sagen, es ist anstrengend. Sehr anstrengend.
Ich weiß nicht, wann diese erste Phase vorbeigeht, in der man ständig das Gefühl hat, auf dem Zahnfleisch zu gehen und keinen Rhythmus zu haben. So geht es mir momentan, es pendelt sich aber ganz langsam, schneckenlangsam, ein.
Morgens verlasse ich das Haus gegen 7:15 Uhr, nachdem ich Brotzeit und Frühstück für vier Leute hergerichtet habe (unser Aupair fastet noch wegen Ramadan). Unser Jüngster rennt mir bei der Gelegenheit fast jeden Morgen hinterher, laut weinend und schreiend, denn er versteht noch nicht so wirklich, warum ich wegfahre und bis zum späten Nachmittag nicht zurückkomme, trotz mehrerer Erklärungsversuche …
Meist schaffe ich es nur aus dem Haus zu kommen, indem ich die Tür von Außen absperre und dann ein kreischendes Kind hinter der Scheibe zurücklasse. Die erste Woche bin ich dann auch dauerheulend zur Arbeit gefahren, denn mir geht die Situation ziemlich nahe.
Gegen 7:30 Uhr stemple ich dann bei der Arbeit ein, ziehe mich fix um, denn eine Viertelstunde später beginnt die tägliche ärztliche Morgenbesprechung. Dort erfahre ich alles über neue Patientenzugänge, aktuelle Röntgenbilder und andere wichtige Dinge, bevor es auf die Station geht.
Die erste Woche pendelte ich noch ein wenig ziellos herum, da keiner wusste, wo ich nun hin soll und was ich machen soll, in der zweiten Woche hatte ich dann bereits eine ganze Station für mich alleine, bumm.
In der dritten Woche spüre ich nun schon ein ganz klein wenig Routine, schwimme aber trotzdem noch ordentlich. Patienten wollen visitiert werden, Blut muß abgenommen werden, Nadeln gelegt werden, Entlassbriefe diktiert werden, Aufklärungen gemacht werden, Untersuchungen angeordnet werden, Laborergebnisse gelesen werden, Medikamente überprüft werden, u.s.w. …
Zwischendurch esse ich schnell etwas, meist Brot mit Käse, Gemüse und etwas Obst ( warmes Essen gibt es in diesem Krankenhaus nur für die Patienten oder auf extra Anfrage aus der 30 km entfernten Zentralküche …), um 12 Uhr findet die Mittagsbesprechung statt.
Die Kollegen sind sehr nett, aber alle sehr überarbeitet, jeder macht zwischen 1 und 3 Überstunden pro Tag, die weder mit Freizeit noch mit Geld ausgeglichen werden. Da habe ich es noch richtig gut mit meiner 40 Stunden Stelle, denn nur so stimmt auch die Bezahlung (meine Kollegin hat einen Vertrag über 20 Stunden, arbeitet aber im Schnitt ca. 35 Stunden pro Woche …).
Wenn ich bei der Arbeit bin, denke ich kaum an die Kinder bzw. versuche sie auszublenden, denn nur so bin ich bei der Sache und kann mich konzentrieren. Das funktioniert mittlerweile ganz gut.
Meist komme ich gegen 17 Uhr nach Hause. Dann stehen meist noch private Dinge auf dem Plan, Einkaufen, heute ein Gespräch mit der Lehrerin meiner Tochter, Arztbesuche, die Fahrt zum Klarinettenunterricht meiner Tochter, Gartenarbeit, u.s.w. ….
Wenn endlich Ruhe einkehrt, alles aufgeräumt ist und die Kinder schlafen, ist es oft schon 21 Uhr. Meist bin ich die letzten zweieinhalb Wochen gleich ins Bett gefallen, mittlerweile gönne ich mir noch eine Stunde um einen Film anzusehen, im Internet zu surfen oder seit heute auch wieder zu bloggen.
Ich bin sehr froh, daß mein Mann drei Abende in der Woche hier ist und die Kinder bettfertig macht, das entlastet ungemein. Unterstützung bekomme ich auch von meiner Mutter, die es diesen Monat ermöglicht, daß unser Aupair drei Tage in der Woche einen Nachmittagssprachkurs machen kann. Ohne dieses Netzwerk wäre es zwar auch irgendwie machbar, aber bei weitem nicht so optimal.
Die Arbeit macht mir Spaß bis auf die Tatsache, daß es einfach zuviel ist und zeitlich kaum zu schaffen, ich bekomme aber viel positives Feedback von Kollegen und Patienten, und das baut mich wieder auf. Die großen Kinder kommen sehr gut damit zurecht, daß ich erst am späten Nachmittag komme, sie sind sowieso den ganzen Tag unterwegs, nur der Jüngste knabbert noch etwas daran. Ich denke aber, daß er es mit zunehmendem Alter besser verstehen wird, jetzt mit drei Jahren fühlt er einfach nur und kann meinen Erklärungen nicht rational folgen.
Das Aupair muß auch noch ein wenig hineinwachsen, sie macht ihre Arbeit gut, aber drei Kinder zu betreuen und in Schach zu halten ist für eine 19jährige manchmal einfach schwierig. Ich bin aber optimistisch, daß auch das immer besser funktionieren wird und dann vieles noch runder laufen wird.
Falls hier vollzeitberufstätige Mütter mitlesen bin ich sehr dankbar für Optimierungstipps und Erfahrungsberichte, vielleicht hilft es mir ja, mich noch schneller zurechtzufinden ….

Freitagsfüller am 4.7.14

4. Juli 2014

Wieder einmal nur der Freitagsfüller. Und morgen eventuell das Tagebuchbloggen, obwohl ich noch nicht weiß, ob der Tag wirklich spannend genug werden wird.

1. Heute abend werden wir Lemminge sein und das Spiel Frankreich-Deutschland anschauen🙂.

2. Zum Glück ist die erste Arbeitswoche endlich vorbei und ich kann mich ausruhen

3. Ob man besser Bio kauft oder nicht bleibt jedem selbst überlassen.

4. Bei uns liegt aus Zeitmangel momentan nichts auf dem Grill.

5. Wenn es stimmt, daß heute Nacht ein großes Unwetter kommt, dann bitte ohne Hagel !

6. Wenig Leute einstellen und trotzdem das Arbeitspensum beibehalten geht ja gar nicht.

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf mein kuschliges Bett morgen habe ich die Erledigung liegengebliebener Vorhaben geplant und Sonntag möchte ich Energie sammeln für die kommende Woche !

Freitagsfüller am 27.6.14

27. Juni 2014

Auch heute wieder, wenn auch etwas spät. Ich hatte einen turbulenten Tag, der noch ein Elternbeiratstreffen am Abend beinhaltete, deswegen jetzt erst …

1. Meine Füße fand ich mit Grösse 41 früher immer zu groß, mittlerweile habe ich damit aber Frieden geschlossen.

2. ich habe leider gerade vorhin beim Elternbeiratstreffen eine ganze Tüte Kartoffelchips alleine gegessen.

3. Ich lernte als Jugendliche einige Sprachen und bin heute froh darüber.

4. Der Abrechnungschip für meinen Job ab nächster Woche ist bereits angekommen und aktiviert.

5. Es ist wirklich traurig, wie verkorkst die Kindheit vieler Menschen ist.

6. Das Münchner Tollwood möchte ich unbedingt in diesem Jahr noch besuchen.

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf ungestörten Nachtschlaf, morgen habe ich einen Besuch beim Fußballturnier des großen Sohnes und Ausspannen geplant und Sonntag möchte ich zum letzten Mal Kräfte sammeln für den Arbeitsstart am Dienstag.

Ein Aupair, ein Aupair !

21. Juni 2014

Nun hat die Blogpause doch länger gedauert als geplant. Das lag vor allem daran, daß unser Alltag erstmal durch die Ankunft unseres Aupairs etwas durcheinandergewürfelt wurde, anschließend kam noch ein spontaner Italienurlaub dazwischen, von dem wir letzte Nacht zurückgekehrt sind.
Aber der Reihe nach.
Am 4.Juni machte ich mich nach dem Frühstück auf den Weg nach Frankfurt zum Flughafen. Gegen 13:40 Uhr sollte unser Aupair dort landen und ich wollte auf jeden Fall rechtzeitig da sein. Vorher hängte ich aber noch schnell mit meiner Mutter zusammen die Willkommensgirlande auf🙂.

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Gegen Mittag kam ich am Flughafen an, stellte das Auto ab und vertrieb mir die Zeit mit Flugzeuge gucken und Herumspazieren. Irgendwann hielt ich die Spannung nicht mehr aus und sprach ein ebenfalls wartendes älteres Ehepaar an, dem ich in der nächsten halben Stunde mein Herz ausschüttete. Ich war so aufgeregt, ich wäre sonst geplatzt …
Als dann endlich das Flugzeug gelandet war und die ersten Fluggäste vom Gepäckband kamen, wurde ich noch nervöser, erst recht, als ich das Aupair auch nach ein paar Minuten nicht sichten konnte.
Irgendwann ganz am Schluß kam sie dann durch die Schranken. Etwas verängstigt und ziemlich verloren aussehend.
Nachdem ich sie begrüsst hatte, stellte ich ziemlich dämliche Fragen (die Aufregung !) wie zum Beispiel „bist du sehr müde ?“ (Nach fast 24 Stunden Reise :-)) oder „war deine Schwester sehr traurig, als du abgeflogen bist ?“ ( die kleine Schwester ist erst knapp 12 Jahre alt).
Die Rückfahrt verlief eher schweigend, da sie die meiste Zeit schlief, während ich versuchte, den zwei Millionen Staus aufgrund der beginnenden Rushhour auszuweichen.
Zuhause gab es dann noch ein schnelles Abendessen und im Anschluß entliess ich sie sofort ins Bett.
Am nächsten Morgen holten wir dann das eigentlich für den Vortag geplante Ankunftsfoto nach.

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Diesen Tag verbrachte „Nessie“ (so wird sie von den Kindern genannt :-)) weitestgehend in ihrem Zimmer, nur zum Essen und Einkaufen gehen verließ sie es. Gegen Abend als die Kinder im Bett waren erzählte ich ihr dann, daß mein Mann und ich getrennt leben und stürzte sie damit erstmal in tiefe Verzweiflung und einen Heimwehanfall.
Der nächste Tag glättete die Wogen aber wieder, ich gab alles, zeigte ihr die Stadt, wir gingen Eisessen, redeten sehr viel und am Abend ging es ihr wieder besser.

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Samstag vor zwei Wochen dann das erste Highlight, ein Ausflug nach München. Ihre Traumstadt und ihr Wunschort für ein Studium nächstes Jahr. Ohne Kinder machten wir uns auf den Weg, ich zeigte ihr die Universität, den englischen Garten, den Marienplatz und zum Abschluß besuchten wir noch das einzige indonesische Restaurant der Stadt, das „Ganesha“, das ich wärmstens empfehlen kann, mir hat es zumindest sehr gut geschmeckt🙂.

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Am darauffolgenden Tag ging ich mit den Kindern ins Freibad und Nessie ruhte sich aus, am Nachmittag besuchten wir die einzige Moschee der Stadt Landsberg und feierten dort den Tag der offenen Tür mit.
Die zweite Woche verlief schon wesentlich harmonischer und organisierter, wir redeten viel mehr miteinander und Nessie begann unaufgefordert im Haushalt mitzuhelfen und mit den Kindern mehr und mehr Kontakt auszunehmen, vor allem mit unserem Jüngsten.
Gegen Ende der letzten Woche reifte dann die Idee, noch einmal vor Arbeitsbeginn zu verreisen. Die Kinder hatten noch eine Woche Ferien und so beschloß ich Freitag vor einer Woche, am nächsten Tag mit Kind und Kegel nach Italien zu fahren. Gesagt getan, nach einem Anruf bei der dortigen Agentur hatte ich die Ferienwohnung, organisierte noch eine Vignette und Videomaut für den Tauerntunnel und keine 10 Stunden später saßen wir im vollgepackten Auto und brachen auf in den Süden !
Ich habe schon spontan Urlaub gemacht, aber so spontan, vor allem mit frisch angereistem Aupair und Kindern, das gab es noch nie !
Wir hatten eine schöne Woche, haben uns mehr und mehr aneinander angenähert und ich denke, das wird alles auch gut laufen, wenn ich in 10 Tagen anfange zu arbeiten.
Den Job habe ich ebenfalls sehr kurzfristig bekommen und bin ziemlich nervös. Vorerst 40 Stunden pro Woche, ab Oktober dann 30 Stunden pro Woche. Das wird sehr anstrengend die nächsten Wochen, aber ich werde es hoffentlich überleben – und die Kinder samt Nessie ebenfalls …

Countdown

27. Mai 2014

Nur noch wenige Tage, dann kommt unser Aupair hier an. Nächsten Dienstag werde ich abends Richtung Frankfurt fahren. Und am nächsten Morgen, voraussichtlich um 5:30 Uhr, wird der Flieger aus Indonesien landen.
Wir sind alle schon sehr aufgeregt und gespannt, kennen wir uns doch nur übers Internet, ein paar Mails und ein Skypegespräch.
Das Zimmer ist fertig hergerichtet (bis auf ein paar wenige Überbleibsel, die noch weggeräumt werden bis nächste Woche), ein wenig Deko fehlt vielleicht noch, ich finde es noch etwas kahl.

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Heute habe ich gemeinsam mit den Kindern eine Willkommensgirlande gebastelt.

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Wie wird es wohl sein ? Dieses Zusammentreffen von völlig verschiedenen Kulturen ? Einen Menschen im Haus begrüssen, den man kaum kennt ? Andere Vorlieben, Gewohnheiten, Bedürfnisse ?
Der Countdown läuft und das Tagebuchbloggen nächste Woche wird bestimmt spannend🙂.


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