Archive for März 2011

Oh, was ist das ?

31. März 2011

Unser Sohn sieht seit ein paar Tagen regelmässig so aus, als würde er sich diese Frage stellen. Und zwar in Bezug auf seine Hände 🙂

Endlich hat er sie richtig entdeckt (vorher hatte er sie höchstens mal im Vorbeifliegen kurz gesehen …) und seitdem lassen sie ihn nicht mehr los. Er starrt sie von allen Seiten an. Er steckt sie in den Mund und belutscht jeden Finger einzeln. Er versucht, mit beiden Händen Dinge zu greifen und hochzuheben (heute war es ein Spucktuch das auf seinem Oberkörper lag, das funktionierte richtig gut). Und er fängt an, an meinen Haaren zu ziehen (vielleicht sollte ich mir doch wieder eine Kurzhaarfrisur zulegen) 🙂

Ab diesem Alter wird es finde ich erst so richtig spannend. Nach und nach wird der gesamte Körper erforscht, alle möglichen Verrenkungen ausprobiert, bis dann die Gesamtkoordination immer besser wird. Ich liebe es, ihn dabei zu beobachten und freue mich mit, wenn er über beide Backen strahlt, weil er es geschafft hat, die Hände zusammenzubringen. Es braucht schon erstaunlich wenig, um eine Mutter glücklich zu machen 😉

Allerdings hat dieser Entwicklungsschub auch seine bösen Seiten. Heute in der Rückbildung schrie das kleine Kerlchen fast die gesamten 75 Minuten durch (bis auf ca. 20 Minuten, die er in der dort aufgehängten Babyschaukel verbrachte) und ließ sich durch nichts beruhigen. Das passiert momentan häufiger im Lauf des Tages und wenn ich nicht schon so schreierprobt wäre, würde ich verzweifeln. Stattdessen nehme ich es mit stoischer Gelassenheit hin, sage mir immer wieder das altbekannte Müttermantra „Es ist nur eine Phase, ist nur eine Phase, ist nur eine Phase …“ vor und freue mich wie oben bereits geschrieben über die Lernfortschritte, die diese Phase und damit auch das Geschreie mit sich bringen …

Ansonsten ist der Knutschelch einfach nur süß, ich könnte dieses Kind auffressen und bin immer noch verliebter. Vor der Geburt kann man sich das immer überhaupt nicht vorstellen, daß man ein weiteres Kind wirklich mit der gleichen Intensität lieben könnte wie die bereits vorhandenen. Aber es ist so und obwohl ich es schon vorher wusste, bin ich trotzdem wieder total fasziniert von diesem Mutterliebe-Ding …

Hach ja, es ist einfach schön, Kinder zu haben, selbst wenn es zwischendurch ziemlich anstrengend werden kann …

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Ein wirklich großes Kind …

31. März 2011

Heute beim Orthopäden, ich sitze mit Kind im Tragetuch vor ihm, er schaut hoch und runter und meint dann „Etwa 9 Monate alt, oder ?“. Als ich antworte „Nein, noch nicht mal 3 Monate !“ fallen ihm fast die Augen aus dem Kopf und er meinte nur „Der ist ja wirklich sehr groß !“  😉

Aber mit der Schätzung lag er gar nicht so falsch, Größe 74 trägt ein Baby ja normalerweise auch in diesem Alter …

Natürlich war ich aber wegen meines Fußes dort und nicht um mein Kind auf das richtige Alter schätzen zu lassen, und bin seitdem stolze Besitzerin einer Aircast-Schiene am linken Fuß. Den Schmerz mindert sie nur bedingt, aber wenigstens fühlt sich der Fuß nicht mehr so wackelig an …

Freiluftpieseln

30. März 2011

Als ich das erste Mal von „Windelfrei“ hörte, war ich einerseits skeptisch, andererseits ziemlich neugierig. Was in anderen Ländern Gang und Gebe ist, weil es sowieso keine Windeln gibt und die Kinder den ganzen Tag am Körper getragen werden, ist hier in der westlichen Welt doch weitgehend unbekannt bzw. fast schon verpönt. Ein Kind ohne Windeln ? Wie soll das denn gehen ? Sind diese Eltern völlig übergeschnappt ? Das arme Kind !

So oder so ähnlich sind die Meinungen und Kommentare bzw. Reaktionen.

Vor der Geburt unseres ersten Kindes hatte ich mir ein Buch gekauft und zwar „Es geht auch ohne Windeln“. Nachdem ich dieses Buch gelesen hatte, war ich absolut überzeugt von der Idee und plante, diese bei unserer Tochter auch umzusetzen. Soweit der Plan, allerdings machte sie mir als Schreibaby einen Strich durch die Rechnung. Ich war viel zu gestresst, konnte aus der ganzen Schreierei keinerlei Signale herauslesen und irgendwann wickelte ich sie nur noch. Außerdem wurde ich von Außen nur belächelt und als übereifrige Erstlingsmutter hingestellt, die keine Ahnung von Tuten und Blasen hat.

Beim zweiten Kind fehlte mir der Elan dann auch, denn der Schlafmangel und die Anstrengung waren einfach zuviel.

Jetzt beim dritten Kind habe ich es wieder ausprobiert – wie so viele andere Dinge, die ich bei den anderen Beiden schon machen wollte. Und es funktioniert ! Sinn ist nicht, daß das Kind früher trocken wird und aufs Klo geht, sondern daß es nicht ständig die nasse Windel um hat und lernt, daß es auch noch etwas anderes gibt als die Windel.

Unserem Sohn macht es richtig Spaß – und natürlich mache ich das auch nur, so lange es ihm Spaß macht und für uns Beide nicht in Stress ausartet. Dieses Mal habe ich auch endlich eine Mutter kennengelernt, deren Tochter mit 7 Monaten komplett windelfrei war und bei ihr funktioniert das richtig gut. Sie kennt die Signale ihres Kindes mittlerweile sehr gut und reagiert dementsprechend, der Rest der Familie sei zu langsam, erklärte sie mir. Sie hat erst beim vierten Kind damit begonnen, vorher kannte sie das Abhalten gar nicht.

Am Dienstag in der Babymassage habe ich mich dann getraut, eine kleine Schüssel mitzunehmen und habe meinen Sohn vor der Massage, während der die Kinder komplett nackt sind, darüber gehalten. Als er dann prompt hineinpieselte nachdem ich leise „Pspsps“ gesagt hatte, erntete ich erstaunte Blicke, aber lediglich eine Mutter sprach mich darauf an, zum Glück sehr positiv.

Ich bin sehr gespannt, wie sich das weiterentwickelt, im Sommer lässt es sich bestimmt wesentlich einfacher durchführen, da ich das Kind sowieso nackig lassen kann und es hat den Vorteil, daß er nicht schwitzend in der Windel liegen muß. Und ich bin neugierig, ob es tatsächlich möglich ist, wie im Buch beschrieben, daß das Kind eigene Laute dafür entwickelt, wenn es merkt, daß es muß (natürlich kann es noch nicht anhalten und man muß schnell reagieren, aber merken können die Kinder es schon früh – unser Sohn z.B. wird immer absolut ruhig, bewegt sich kaum mehr, wenige Sekunden später pieselt er in hohem Bogen :-)).

Knack

30. März 2011

Ich weiß nicht, ob es wirklich „Knack“ gemacht hat als es passierte, da alles so schnell ging, aber es tut weh als ob es „Knack“ gemacht hätte 😦

Die Rede ist von meinem linken Fuß. Ich wollte nur mal eben mit Baby auf dem Arm Einkäufe aus dem Kinderwagen holen, der noch draußen vor der Tür stand. Als ich hinunterstieg aus der Diele (man muß dazusagen, daß sich zwischen Diele und Gartenplatten ca. 30 cm Höhenunterschied befinden, da es sich um einen nachträglich hingeklebten Anbau handelt und keine Treppenstufe hingebaut wurde …), blieb ich irgendwie an einem auf dem Boden liegenden Kinderbesen hängen mit meinem Schuh, woraufhin ich mit meinen ganzen 64 kg umknickte und auf dem Außenknöchel des linken Fußes landete – AUA !!!!!!!!!!!!

Zum Glück ist dem Babysohn nichts passiert, den hielt ich reflexartig ganz fest, dafür konnte ich aber das Umknicken nicht abbremsen bzw. mich irgendwo festhalten …

Das Ganze passierte dummerweise um 12:15 Uhr, um 12:30 Uhr muß ich normalerweise unsere Kinder vom Kindergarten abholen. Zusätzlich wollte just in diesem Moment der kleine Sohn gestillt werden, also stakste und humpelte ich mit Telefon in der Hand zum Sofa, stille den Sohn und ging die Adressenliste des Kindergartens durch, auf der Suche nach einer Mutter, die die Kinder abholen könnte. Glücklicherweise war die erste die ich anrief zu Hause (normalerweise arbeitet sie mittwochs, heute ausnahmsweise nicht), glücklicherweise hatte sie zwei Kindersitze im Auto (obwohl sie nur ein Kind hat – sie wollte aber eine Freundin ihrer Tochter mit vom Kindergarten abholen) und außerdem blieb ihre Tochter heute bis 15 Uhr im Kindergarten.

Das Essen hatte ich vor dem Unfall in den Herd gestellt (Leberkäse zum Selberaufbacken), somit erledigte sich auch das von alleine.

So saß ich also da, den Fuß mit Eis zum Kühlen auf dem Stuhl platziert, und überlegte, was ich nun als nächstes tun sollte. Erst rief ich meinen Mann an, der sich zum Glück den Rest des Tages freinehmen konnte. Danach bei der Hausärztin, während ich das Band abhörte fiel mir dann ein, daß der Mittwoch Nachmittag wirklich ein schlechter Zeitpunkt für einen Unfall ist, da fast alle Arztpraxen an diesem Tag geschlossen haben.

Zum Glück hatte ich die Babysitterin für heute Nachmittag bestellt (als ob ich es geahnt hätte …), diese kam gegen 14 Uhr und mein Mann, der Kleinste und ich brachen in das nächstgelegene Krankenhaus auf, um abklären zu lassen, ob der Fuß noch zu retten sei 😉
Dort wurde ich gleich zwei Mal geröntgt (dummerweise hatte die Ärztin nicht genau beschrieben, was sie geröntgt haben wollte und es war nicht alles zu sehen, was sie sehen wollte) mit dem Ergebnis, daß alle Knochen heil, aber ein Band eventuell gerissen sei (genau kann man das ja nicht sagen, da auf dem Röntgenbild die Bänder selbst nicht zu sehen sind). Da dies keine Konsequenzen für die Behandlung hat, entließ sie mich mit einer halben Tube Voltarengel und einer elastischen Binde am Fuß, mit der Anweisung, diesen hochzulagern und zu kühlen – also wie gehabt. Außerdem soll ich mir von der Hausärztin eine Orthese verschreiben lassen, um den Fuß zu stabilisieren …

Nun sitze ich hier, der Fuß schmerzt nach wie vor ein wenig, und ich hoffe sehr, daß ich morgen in der Lage sein werde, Auto zu fahren und einigermaßen normal zu laufen. Heute habe ich mit Entsetzen bemerkt, wie hilflos einen eine eigentlich doch kleine Sache machen kann, außerdem war ich heilfroh, daß dem Jüngsten nichts passiert ist. Für „mal schnell“ werde ich ihn in Zukunft im Haus auf dem Boden liegen lassen …

Verrückte Welt

30. März 2011

Beim ersten Kind versuchte ich den ganzen Tag verzweifelt, dieses zum Schlafen zu bringen oder zu bewegen, seine Nickerchen auf über eine halbe Stunde auszudehnen. Beim zweiten Kind war mir das Schlafen tagsüber dann herzlich egal, denn ich hatte sowieso soviel zu tun, daß ich nie auf die Uhr schaute und außerdem war unser erster Sohn ein miserabler Nachtschläfer jahrelang.

Jetzt beim dritten Kind ist es umgekehrt. Zur Zeit wünschte ich, er würde weniger schlafen tagsüber. Nachts schläft er sowieso gut, bis zu 13 Stunden mit 2-3 Stillunterbrechungen, aber tagsüber ist er mir nach wie vor einfach zu oft müde. Längstens eine Stunde hält er durch, oft sogar weniger, dann fängt er schon wieder an zu Quengeln und gähnt. Eigentlich kein Problem, wenn man den ganzen Tag zu Hause herumsitzt und seine Zeit nach Belieben einteilen kann. Und auch kein Problem, wenn das Kind unterwegs genauso gut schlafen würde wie in seinem Bett. Tut es nur leider nicht.

Meist komme ich morgens noch ganz gut zum Kindergarten, wenn ich unseren Jüngsten kurz vor der Abfahrt in selbigen wecke. Zurück wird dann schon problematisch, oft kreischt er dann wie besessen und möchte wieder schlafen, schafft es nur leider im Auto nicht. Einkaufen geht natürlich so auch nicht, denn da würde er komplett ausrasten. Zu Hause angekommen, fällt das Kind in einen komatösen Tiefschlaf, den es bevorzugt in seinem Bett abhält (darüber bin ich wirklich froh, denn wenn dieses Kind nur an oder auf mir schlafen würde, wäre ich mit nichts anderem mehr beschäftigt, als ein wandelndes Bett zu sein ;-)).

Beim Abholen dasselbe Spiel, anschließend finden oft Unternehmungen mit den Großen statt (die wollen ja auch mal das Haus verlassen) und unser Babysohn schläft zwar im Kinderwagen ein, aber nicht besonders tief und entspannt. Im Tragetuch fühlt er sich pudelwohl und schläft auch gut, allerdings ist er mir mit knapp 7 kg langsam zu schwer, um vor der Brust getragen zu werden, für die Rückentrage ist er aber noch viel zu klein und instabil …

Wenn er denn mal wach ist, saugt er alles äußerst intensiv in sich auf, hat einen fast schon erwachsenen Blick (gestern sagte mir erneut eine andere Mutter, daß er überhaupt nicht wie ein Baby aussehen würde, wenn er die Augen aufmacht), aber anscheinend kostet das soviel Energie, daß kurz darauf schon wieder Schluß ist …

Ich kann mich gar nicht mehr erinnern, wann diese Vielschlafzeit aufhört (vom ersten Kind kenne ich das sowieso überhaupt nicht, vom zweiten nur begrenzt), hat da jemand Erfahrung ? Mir würde es schon völlig reichen, wenn er 2-3 Stunden tagsüber schlafen würde, mehr muß es nicht sein …

Ich weiß, ein Luxusproblem, andere würden sich dieses Kind sehnlichst wünschen (vor allem Mütter mit nur einem Kind), aber mir tut unser Sohn einfach jedes Mal leid, wenn er wieder nicht schlafen kann/darf und für meine Nerven sind die damit verbundenen Heul- und Schreiarien auch nicht optimal 🙂

Voll akzeptiert

29. März 2011

Der kleine Bruder wird mittlerweile als vollwertiges Familienmitglied anerkannt und hat seinen Platz in der Geschwisterhierarchie bekommen. Täglich stürmen die großen Geschwister morgens das Schlafzimmer, toben um den Kleinsten herum, erzählen ihm Geschichten, singen ihm vor und fliegen im „Raumschiff“ zum Mond 🙂

Im Vorbeigehen wird ihm über den Kopf gestreichelt und laut verkündet, daß dieser Bruder der süßeste und tollste von der ganzen Welt sei.

Der Mittlere schmiedet Pläne, was er alles mit dem Bruder machen wird, sobald dieser endlich laufen und sprechen kann. Die Große freut sich bereits darauf, dem Kleinen Gutenachtgeschichten vorlesen zu können, wenn er dann soweit ist.

Beiden Kindern sieht man an, wie sehr sie das jüngste Familienmitglied in ihr Herz geschlossen haben und es überall mit einbeziehen.

Mich macht das sehr, sehr glücklich und ich freue mich nur noch mehr über unsere frischgebackene Großfamilie 🙂

Wer hat Angst vorm eigenen Kind ?

29. März 2011

Wenn ich so herumschaue, dann sehe ich sehr viele Mütter, die Angst vorm eigenen Kind/den eigenen Kindern haben. Warum ist das eigentlich so ?

Tagtäglich begegnen mir Situationen, die ich manchmal einfach nicht verstehe.

Zum Beispiel die neue Freundin unserer Kinder, die zwei Straßen weiter wohnt. Sie ist Einzelkind und allein deswegen schon eine arme Sau in meinen Augen. Niemand zum Spielen da, ständig den Fokus der Eltern auf sich und ziemlich überbehütet. Dieses Mädchen wird, sobald es seine Mutter um etwas bittet, sofort niedergebügelt à la „Keine Diskussion A., Du brauchst gar nicht weiterzureden, Schluß aus, ich diskutiere da  nicht“ – während das Kind die ganze Zeit mit riesengroßen Augen still danebensteht und keinen Pieps von sich gibt. Ich stehe dann nur da und denke mir „Häh ? Warum dieses ganze aggressive Geblubber, wenn kein Grund dazu besteht ? Warum überhaupt so aggressiv und heftig, wenn das Kind nicht mal den Mund aufmacht ?“. Meine Theorie ist, daß die Mutter Angst vor möglicher Quengelei oder Zornausbrüchen ihrer Tochter hat, wenn sie die Bitte ablehnt und deshalb gleich mit großem Geschütz auffährt. Dieses Mädchen ist aber lammfromm, für meinen Geschmack schon fast zu still und glotzt dann nur irritiert, weil sie scheinbar auch nicht ganz versteht, weshalb die Mutter gleich so ausrastet …

Ein weiteres Beispiel ist die Tochter einer Freundin. Sobald sie nur etwas wilder wird im Spiel oder einen Streit mit meiner Tochter anfängt (was ich eigentlich normal finde in dem Alter), wird die Mutter gleich hysterisch. Sie redet ziemlich energisch auf ihre Tochter ein, droht ihr damit, sofort nach Hause zu gehen, schimpft mit ihr, sagt ihr, sie solle sofort wieder lieb sein, u.s.w… . Auch hier eine völlige Überreaktion und in meinen Augen der Situation nicht angemessen. Und auch hier spüre ich die unterschwellige Angst der Mutter, daß aus ihrer Tochter ein unsozialer, unhöflicher Mensch werden könnte und sie das sofort unterbinden muß. Dieses Mädchen ist ebenfalls ein herzensgutes Kind, vielleicht manchmal ein wenig wild und überdreht, aber wenn es darauf ankommt kann man wirklich gut mit ihr reden, ohne laut oder unfreundlich zu werden. Am schlimmsten fand ich eine Szene, in der dieses Mädchen meiner Tochter die Freundschaft kündigen wollte, nur weil diese sich nicht von ihr schminken lassen wollte. Als ich einschritt, weil meiner Tochter die Tränen hinunterliefen ob dieser Drohung (sie nimmt so etwas ernst und würde das nie einfach als Drohung aussprechen) und das Mädchen mit den Worten „Deine Mutter würde doch auch nicht sagen, daß sie nicht mehr Deine Mutter sein möchte, wenn Du ihr eine Bitte abschlägst“ ansprach, antwortete dieses leise „Doch, das macht sie“ – dazu fiel mir dann nichts mehr ein …

Mich lässt das oft fassungslos zurück. Einerseits habe ich Mitleid mit den Kindern (unsere Kinder übrigens auch). Andererseits tun mir auch die Mütter leid, die einfach nicht wissen, wie sie es anders machen könnten und oft schlichtweg ihre eigene Kindheit wiederholen.

Ich möchte nicht behaupten, daß meine Erziehung absolut perfekt ist, wer kann das schon objektiv sagen. Wenn ich aber unsere Kinder beobachte, sehe, daß sie Respekt vor anderen haben ohne gleichzeitig Angst zu empfinden, unsere und ihre Grenzen kennen und mir fast täglich sagen wie froh sie sind, mich als Mama zu haben, dann reicht mir das vollkommen. Da scheint es auch nicht weiter ins Gewicht zu fallen, wenn ich Fehler mache oder auch mal einen schlechten Tag habe und herumbrülle.

Mir macht es nach wie vor sehr viel Freude, unseren Kindern beim Größerwerden zuzusehen, nach wie vor betrachte ich sie mit großer Liebe und nach wie vor bleibe ich ruhig bei einem „Nein“, selbst wenn die ganze Nachbarschaft zusammengeschrien wird. Ich habe keinerlei Angst vor dem, was noch kommen wird und ich denke, das ist die Grundbasis für eine gute Erziehung. Eine unsichere, ängstliche Mutter erzeugt meist auch unsichere, ängstliche Kinder und daraus entwickelt sich oft Aggression oder Lebensangst.

Ich wünschte, Mütter würden mehr auf ihr Herz und ihre Instinkte hören, sämtliche Erziehungsratgeber verbrennen (oder höchstens als nette Lektüre oder Bestätigung der eigenen Gedanken nutzen) und die eigene Vergangenheit bewältigen, bevor sie sie auf ihre Kinder übertragen. Vor allem fehlt mir der klare Blick aufs Kind, welches nicht liebevoll betrachtet und als eigenständige Person mit freiem Willen angesehen wird, sondern oft nur als Problem, das gelöst werden muß …

Frühling ist toll :-)

28. März 2011

Hach ja. Draußen scheint die Sonne, die Vögel zwitschern, es ist einigermaßen warm, und das Beste ist, die Kinder toben draußen herum und kommen nur vorbei um die Toilette zu besuchen oder sich Wassernachschub für ihre Becher zu holen 🙂

Da fällt auch der Besuch der besten Freundin unserer Tochter überhaupt nicht ins Gewicht, denn ob da nun 2 oder 10 Kinder draußen rumrennen ist mir ehrlich gesagt vollkommen egal, solange sie friedlich spielen …

Auch dem geplanten Kellerbau in 1-2 Wochen steht nun nichts mehr im Wege, soweit ich weiß steht kein plötzlicher Wintereinbruch ins Haus.

Sobald das kleine Söhnchen aus seinem „Ich-bin-krank-und-ständig-müde“-Tiefschlaf erwacht, werde ich ihn in den Kinderwagen packen und eine Runde durch die laue, duftende Luft spazierengehen 🙂

Von Uhren und Träumen

28. März 2011

Letzte Nacht war extrem schlafarm. Das hatte mehrere Gründe. Einer davon ist die Zeitumstellung. Ich werde mich einfach nie daran gewöhnen können. Ein anderer war unser Kleinster, der sich leider eine böse Erkältung zugezogen hat, inklusive dicker Rotznase und Husten – arme Socke.

Erkältete Babies sind anstrengend. Beim Stillen bekommen sie keine Luft, beim Schlafen auch nicht und beim Schreien erst recht nicht. So hatte ich also ein mühsam schnorchelndes Baby neben mir liegen, das mich immer wieder durch ein lautes Grunzgeräusch weckte.

Wenn das Baby dann zwischendurch etwas tiefer schlief, lag ich trotzdem wach und dachte nach. Genauer gesagt dachte ich über Dachfenster nach, nämlich die von unserem zukünftigen Haus. Ich stellte mir die Schlafzimmer im ersten Stock vor und grübelte darüber nach, wie breit diese sein müssen, damit genug Licht hineinkommt. Des weiteren dachte ich über die Küche nach. Welcher Boden hineinkommen soll, welcher Esstisch zu Boden und Küche passen könnte, u.s.w. …

Irgendwie ist das ziemlich anstrengend und kräfteraubend, gleichzeitig frischgebackene Mutter und Bauherrin zu sein. Ich hoffe, diese Träume bzw. Grübelanfälle über Fliesen, Parkett, Sanitäreinrichtungen, u.s.w. werden bald etwas weniger, so kann man sich ja gar nicht entspannen.

Und die Zeitumstellung braucht wirklich kein Mensch, die sollte endlich mal abgeschafft werden …

Keine Zeit, keine Zeit

27. März 2011

Ich würde so gerne täglich bloggen. In meinem Kopf schwirren auch alle möglichen blogbaren Gedanken herum, die ich bereits fertig formuliert habe. Leider geschieht das meist nachts während der Stillpausen oder danach, wenn ich mal nicht einschlafen kann. Und am nächsten Morgen, peng, ist alles wieder weg 😦

Ein weiterer Punkt ist die Zeit. Davon bleibt momentan sehr wenig übrig, um noch Freizeitvergnügungen nachzugehen. Der Kleinste steckt mitten im 12.Woche-Schub (woran ich das merke ? Er will nur zu mir, kann höchstens 5 Minuten ohne Körperkontakt bleiben, schreit viel mehr als die letzten Tage und Wochen, und schreckt viel öfter zusammen), der Mittlere scheint auch neue Fertigkeiten auszubrüten (bei ihm äußert sich das in spontanen, scheinbar grundlosen Zornausbrüchen und Heulanfällen), lediglich die Große ist die Ruhe in Person – sie liest fast den ganzen Tag und lässt sich durch nichts und niemanden stören (erinnert mich stark an mich selbst, allerdings konnte ich glaube ich in dem Alter noch nicht so perfekt lesen, das kam erst mit der Schule …).

Außerdem bin ich dabei, das Haus endlich mal wieder auf Vordermann zu bringen. Ich sehe das nicht als Muß an, denn ich habe mit den Kindern und dem üblichen Haushalt bereits genug zu tun, aber es stört mich einfach, daß so vieles liegenbleibt. Also habe ich heute den ganzen Tag aufgeräumt, geputzt und sortiert. Abends hatte ich dann einen Riesenhunger, wie ich ihn fast seit der Geburt unseres Jüngsten nicht mehr verspürt habe, die körperliche Arbeit macht sich deutlich bemerkbar. Ich habe auch schon einiges erreicht, aber richtig zufrieden bin ich noch nicht …

Eigentlich ist es ja Sisyphosarbeit, denn wenn dann endlich mal alles aufgeräumt und sauber ist, fängt es an der anderen Ecke wieder an, zuzumüllen. Ich hege allerdings nach wie vor die vielleicht naive Hoffnung, daß ich es wenigstens schaffen werde, das Erdgeschoss vorzeig- und begehbar zu halten, und die Kinder dazu bringe, ihr Krimskrams im Kinderzimmer zu lassen und nicht wie ein Tornado im Wohnzimmer und unter dem Sofa zu verwirbeln. Fast ein Ding der Unmöglichkeit, aber wie gesagt, die Hoffnung stirbt zuletzt !

Es gibt aber natürlich auch Auszeiten. Am Donnerstag fuhr ich mit den Kindern in die Münchner Innenstadt um Gummibärchennachschub bei „Bears&Friends“ zu besorgen (das machen wir ca. 1-2 Mal im Jahr und die Kinder freut es unheimlich :-)), allerdings fragte ich mich während der S-Bahnfahrt schon, was mich nur geritten hat, mit 3 Kindern alleine mitten in die Stadt zu fahren ! Vor allem hatte ich unseren überdimensionalen Kinderwagen mitgenommen, weil ich zu müde und angestrengt war um den Kleinen im Tuch zu tragen, und der erwies sich nicht gerade als ideales Transportmittel. Die größte Hürde stellte die U-Bahn dar, denn auf einem voll besetzten Bahnsteig 2 noch recht kleine Kinder und einen Kinderwagen samt Mutter innerhalb von 20 Sekunden in die ebenfalls volle U-Bahn zu befördern, ist nicht gerade einfach und stressfrei.

Wir schafften es aber insgesamt recht gut, allerdings mied ich auf dem Rückweg die U-Bahn, siehe oben. Stattdessen liefen wir zu Fuß vom Sendlinger Tor zum Hauptbahnhof, mit einem Zwischenstopp auf einem großen Spielplatz in der Nähe der Innenstadtkliniken. Leider wählte ich eine im Nachhinein nicht besonders ideale Route, wir liefen nämlich die Schillerstraße entlang, die, wie den mitlesenden Münchner sicher bekannt ist, mit Rotlichtbars gepflastert ist. Eigentlich kein Problem, wenn es nicht schon 17 Uhr gewesen wäre und ich keinen neugierigen Vierjährigen bei mir gehabt hätte. Dieses Kind blieb an jeder um diese Uhrzeit bereits geöffneten Bar stehen, versuchte, durch den roten Samtvorhang zu lugen und fragte mich in einer Tour „Du Mama, was machen die da drin ?“. Ich antwortete stur „Da sind Frauen drin, die tanzen“, was ja auch der Wahrheit entspricht. Lustig fand ich es dann aber doch, als er sagte „Mama, ich glaube da gibt es auch Essen, ich habe da einen Ofen gesehen !“ – wahrscheinlich meinte er das rote Licht 🙂

Ziemlich blöd wäre ich dagestanden, wenn er hineingelaufen wäre. Ich wäre bestimmt der Lacher des Tages gewesen, mit dem Kinderwagen und meiner Tochter in der Bar, auf der Suche nach meinem Sohn. Nächstes Mal nehme ich die Goethestraße …