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Gedanken

27. Mai 2010

Seit heute bin ich in der 8.SSW. Unser drittes Kind ist jetzt ungefähr so groß wie ein Daumennagel, hat Ansätze von Händen und Füßen und wie ich ja seit gestern weiß auch ein funktionierendes kleines Herz.

Ich musste noch lange über den Frauenarzttermin gestern nachdenken. In unserer heutigen Welt gibt es soviel Mißtrauen und Angst, so wenig Urvertrauen und Zuversicht. Vielleicht mag ich dem einen oder anderen naiv und blauäugig erscheinen, aber ich versuche immer, etwas Gutes und Schönes an jeder Situation zu finden. Mein Vertrauen in die Welt ist fast nicht zu erschüttern, selbst in negativen Ereignissen gibt es etwas, das man ins Leben integrieren kann und daran wachsen kann.

Dieses Kind in mir ist für mich schon sehr real. Beim Einkaufen gehe ich immer mit 3 Kindern einkaufen, nicht mit 2. Wenn ich etwas esse oder trinke spüre ich, wie ich teilweise ziemlich fremdgesteuert werde. Oder esse bewußt etwas, wovon ich meine, daß es mir und dem Kind gut tut. Ich lege jeden Abend und teilweise auch Morgen die Hände auf meinen Bauch, denke intensiv an dieses Kind, versuche ihm mitzuteilen, wie erwünscht und willkommen es ist und stelle mir vor, wie es wohl aussehen wird, was für Charaktereigenschaften es haben wird und wie es sich in die jetzige Familie integrieren wird.

Daß ich es genauso lieben werde wie die beiden Geschwister ist jetzt schon klar. Ich liebe es ja schon, obwohl es noch so ein Zwerg ist 🙂
Und die Geschwister sind auch schon ganz vernarrt in diese 10 mm Kind. Machen Pläne, wie sie mir nach der Geburt helfen können, sorgen sich um sein Wohlergehen (mein Sohn bringt mir ständig etwas zu essen, damit das Baby nicht verhungert :-)) und versuchen jetzt schon, Kontakt aufzunehmen …

Wieso sollte man sich nicht freuen und ständig an ein Fehlgeburtsrisiko denken ? Ich finde das so schlimm, daß sich heutzutage viele Frauen in den ersten Wochen regelrecht abspalten von ihrem frisch gezeugten Kind, Angst haben sich zu freuen und keinem etwas von der Schwangerschaft erzählen. Das spürt meiner Meinung nach auch das Kind, auch wenn da die Meinungen auseinandergehen. Allerdings reagieren das Immunsystem und der Stoffwechsel immer auch auf die Psyche, es werden Stresshormone ausgeschüttet und die gelangen auch zum Kind …

Ich freue mich jedenfalls sehr und denke täglich voller Liebe an den Bauchzwerg. Risiken hin oder her, Alter hin oder her, völlig egal.

Und wenn die Schwangerschaft doch frühzeitig enden würde, hätte das bestimmt auch einen Grund. Ein gesunder Körper stößt kein gesundes Kind ab. Deshalb wäre ich dann sicher sehr traurig, andererseits vertraue ich auch in so einem Fall darauf, daß alles seinen Sinn hat und dieses Kind eben nicht dafür bestimmt war, geboren zu werden.

Alles in allem fühle ich mich bis dato aber pudelwohl, sehr positiv aufgeladen und sehe optimistisch in die Zukunft. Und die Frauenärztin wird gewechselt …