Archive for the ‘Grübelei’ Category

Albtraum

11. Dezember 2013

Nein, es handelt sich nicht um meinen persönlichen Albtraum, aber mich beschäftigt diese Sache sehr …
Der Mann meiner Bekannten ist seit Samstag verschwunden. Er fuhr zu einem Freund, verabschiedete sich dort mit den Worten, er müsse schnell nach Hause, da seine Kinder aus erster Ehe gerade auf Besuch seien, kam aber dort nie an.
Da das Handy immer wieder an und aus war, er diverse Geldbeträge abgehoben hat, er in eine Verkehrskontrolle kam und das Auto getankt hat, scheint ihm nichts passiert zu sein. Aber nach wie vor weiß keiner, wo er sich gerade befindet. Und an seinem Arbeitsplatz ist er seitdem auch nicht mehr erschienen …
Meine Bekannte ist völlig verzweifelt, sie hat zwei kleine Kinder, 6 Wochen und 4 Jahre alt, mit denen sie nun fast ohne Geld und ohne Auto dasitzt. Sie musste am Wochenende nicht nur ihre eigenen, sondern auch die beiden größeren Stiefkinder alleine betreuen. Keine Nachricht, nichts …
Die Polizei hat ihr mitgeteilt, daß sie nichts machen könne, da er weder ein Verbrechen begangen hat noch ernsthaft gefährdet scheint. Sie hat lediglich alles zu Protokoll genommen und beobachtet das Ganze.
Meine Gedanken drehen sich ständig um diese Frau. Ich habe ihr bereits Hilfe angeboten, daß sie hier schlafen oder ich mit ihr einkaufen fahren könne, daß sie sich jederzeit an uns wenden kann.
So kurz vor Heiligabend, ich finde das furchtbar …
Vor allem diese Ungewissheit. Warum macht ihr Mann das ? Und wann kommt er zurück ? Wenn überhaupt.
Die Vierjährige bekommt auch schon soviel aktiv mit und ist völlig verstört. Wie kann man sowas jemals wieder gutmachen ?
Ich habe keine Idee, was man in einer solchen Situation machen kann außer abzuwarten. Und selbst wenn er zurück kommt, wie geht man mit einer solchen Situation um ? Wie kann jemals wieder Vertrauen entstehen in einer solchen Beziehung.
Ich hoffe, daß alles doch noch ein einigermassen glimpfliches Ende findet und werde zumindest da sein, wenn Not am Mann ist, mehr kann ich nicht machen …

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Springen oder nicht springen …

11. April 2013

Ab Montag geht unsere Tochter Schnuppern in der dritten Klasse. Schon länger ist immer wieder im Gespräch, sie eine Klasse überspringen zu lassen, nun hat mir die Klassenlehrerin empfohlen, sie einfach ein paar Tage „Urlaub“ in der nächsthöheren Klasse machen zu lassen.
Ich bin nach wie vor hin- und hergerissen.
Unser ältestes Kind war schon immer ein Überflieger. Mit 20 Monaten konnte sie in der Ich-Form und in ganzen Sätzen sprechen, mit zwei Jahren fragte sie nach jedem Buchstaben und jeder Zahl die ihr vor die Nase kam, mit vier konnte sie das Alphabet aufsagen (sie hatte es mit der Babysitterin geübt …), mit fünf Jahren dann Bücher flüssig lesen.
Aufgrund der Geburt ihres kleinen Bruders und unseres Hausbaus samt Umzugs verzichteten wir aber auf eine vorzeitige Einschulung und sie kam regulär, mit fast sieben Jahren in die Schule.
Seitdem langweilt sie sich immer wieder, mal mehr, mal weniger, sie möchte aber die zusätzlichen Arbeitsblätter die ihr die Lehrerin anbietet nicht nehmen, sie will nicht auffallen und das machen, was alle anderen machen.
Der Gedanke der Lehrerin ist nun, daß sie, wenn sie in der höheren Klasse wäre, nicht mehr auffallen würde, denn vom Wissensstand wäre sie auf einem ähnlichen Niveau und auch körperlich und sozial ist sie den Älteren gewachsen.
Die Begeisterung der Tochter hält sich in Grenzen, sie gibt ungern Gewohntes auf, und ich bin gespannt, was sie nächste Woche erzählen wird. Die entgültige Entscheidung liegt sowieso bei ihr allein, ich werde mich nicht einmischen und möchte einfach, daß unser Kind glücklich ist.
Falls sie springen würde, wäre sie Ende nächsten Jahres schon auf dem Gymnasium und müsste allein mit dem Bus in die nächste Stadt fahren, mit neun Jahren. Für mich ein eher gewöhnungsbedürftiger Gedanke.
Andererseits wäre sie endlich richtig gefordert und würde sich nicht mehr als Sonderling fühlen, wie es jetzt ab und zu der Fall ist …
Hat jemand hier Erfahrungen mit diesem Thema ? Ich wäre froh über jeden hilfreichen Kommentar …
Hier noch ein aktuelles Foto vom Töchterlein, kurz nach einer Hauruckaktion in Sachen Haare abschneiden – um sechs Uhr morgens stand sie vor mir und bat mich, ihr umgehend eine Kurzhaarfrisur zu zaubern. In solchen Dingen ist sie mehr als spontan …

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Der tägliche Kampf

18. April 2012

Hier tobt sein einiger Zeit täglich ein Kampf. Mutter gegen Kleinkind. Das Kind ist unheimlich müde. Es steht um 5 Uhr auf zur Zeit und bleibt dann bis etwa 13 Uhr problemlos wach. Dann treten deutliche Zeichen auf, daß es Zeit fürs Bett wird.

Sobald ich dann mit dem Sohn das Kinderzimmer betrete, versucht er bereits zu flüchten. Ins Bett bekomme ich ihn nur unter größtem Widerstand, anschließend versucht er ständig, dieses wieder zu verlassen. Es folgt eine halbe Stunde mindestens, in der er um sich schlägt, schreit, nach mir schlägt, kratzt und beisst, das Kind mutiert quasi zur Wildkatze. Danach reibt er sich eine Runde die Augen, schnieft 5 Minuten vor sich hin, um sich dann auf meinen Brustkorb zu werfen und dort augenblicklich einzuschlafen …

Ich kenne das noch von meiner Tochter, sie verhielt sich ähnlich und auch damals hatte ich kein besseres Rezept.

Ich habe versucht, ihn wach zu lassen, dann wird er aber von Stunde zu Stunde nervöser und müder, ist nur noch am Heulen und baut Unfälle. In der Bauchtrage schläft er schneller ein, da gibt es nur kurz Gezappel und Gejammer. Ist aber keine Alternative, mein Rücken streikt aufgrund des stattlichen Gewichts recht schnell und ich habe schlichtweg keine Lust, mein 15 Monate altes Kind täglich in den Schlaf zu tragen. Ruhig beschäftigen und damit herunterfahren klappt bei ihm genauso wenig wie damals bei der Schwester – das Mittelkind hingegen schlief einfach ein, wenn es müde war …

Nun grüble ich, ob es überhapt noch eine andere Methode gibt. Oder ob ich diese absolute Schlafverweigerung noch in Kauf nehmen muß, bis unser zweiter Sohn alt genug ist, um den Tag ohne Mittagsschlaf zu überleben. Momentan braucht er ihn definitiv noch. Seit eineinhalb Stunden schlummert er nun schon und wenn ich ihn anschließend aus dem Bett hole ist er die personifizierte gute Laune und voller Energie.

Vielleicht sind es auch nur die Meilensteine Sprechen und Laufen, die ihn so dermaßen aus der Bahn werfen. Heute Vormittag in der Krabbelgruppe ist er zum ersten Mal mehrere Schritte hintereinander frei gelaufen, nachdem bisher nur das freie Stehen funktionierte und den ganzen Tag über kaut er mir das Ohr ab und möchte Gespräche führen (hat jemand eine Ahnung was „Gogog“ heißen könnte außer „Huhn“ (das meint er sicher nicht damit, da wir ihm das nie vorgesagt haben) ?).

Jedenfalls hoffe ich sehr, daß es nur vorübergehend ist, ich denke, diese Situation zermürbt uns irgendwie beide  …..

Sorgenkind

18. Februar 2012

Und wieder ist unser Jüngster krank …

Letzte Nacht wachte er schreiend auf, fühlte sich warm an, das Thermometer zeigte 38.1 Grad an. Solche Temperaturen beunruhigen mich nicht weiter, das Kind wanderte einfach mit zu uns ins Bett und wälzte sich ab diesem Zeitpunkt unruhig hin und her, wachte immer wieder weinend auf und an Schlaf war nicht mehr zu denken …

Heute morgen dann Normaltemperatur. Ich schob das Ganze aufs Zahnen und die dicke Rotznase. Im Laufe des Tages dann aber wieder zunehmendes Fieber, vorhin vor dem Schlafengehen waren es genau 40 Grad. Das schreckt mich auch noch nicht, aber nun mache ich mir doch mehr Sorgen als letzte Nacht. Die einzigen Symptome sind bisher das hohe Fieber, ein blöder Reizhusten und eine Rotznase. Ich hoffe, daß er sich nicht die echte Grippe eingefangen hat, sondern nur einen banalen Infekt hat.

Was mich am meisten beschäftigt ist die Infekthäufigkeit. Dieses Kind ist maximal 2-3 Wochen gesund, dann fängt es sich den nächsten Virus ein. Soweit ich mich erinnern kann, war das bei den Großen nicht so. Jedenfalls nicht so früh. Nun grüble ich, ob er deshalb so oft krank ist, weil seine Geschwister ständig Keime von Kindergarten und Schule anschleppen, oder ob er einfach anfälliger ist.

Die kommende Nacht wird bestimmt wieder sehr unruhig, während ich diesen Artikel schreibe ist er bereits 2 Mal aufgewacht. Eventuell werde ich heute Nacht dann ausnahmsweise doch auf Fiebersaft zurückgreifen, denn ganz ohne Schlaf überleben wir das nicht und wir liegen am Ende alle krank im Bett. Normalerweise senke ich Fieber nicht, da es eine gesunde Körperreaktion ist, und solange es dem Kind noch einigermaßen gut geht, sehe ich dafür auch keine Veranlassung.

Nun brauche ich einige gedrückte Daumen, daß dieser Infekt nicht länger als 2-3 Tage anhält bzw. das Fieber nicht allzu lange so hoch oben bleibt …

Grautöne

9. Februar 2012

Ich liebe Grautöne. Aber nur im übertragenen Sinne.

Heute ging mir das so durch den Kopf. Mich stört gewaltig dieses überwiegend vorherrschende Schwarz-Weiß-Denken. Nehmen wir beispielsweise die Kindererziehung. Es gibt fast nichts, was mehr polarisiert und wo es deutlichere Lagerspaltungen gibt.

Es fängt schon vor der Geburt des Kindes an. Wo soll es zur Welt kommen und vor allem wie ? Im Krankenhaus, im Geburtshaus oder gleich zu Hause ? Per Kaiserschnitt, spontan und falls ja, mit Pda oder ohne ? Die einen wettern gegen das Krankenhaus und meinen, man könne dort keinesfalls entspannt und gefahrlos ein Kind zur Welt bringen. Und lassen dabei außer Acht, daß viele Frauen vielleicht gerade dort entspannt sind, weil sie sich sicher fühlen. Andere meinen wiederum, daß einzig und allein das Krankenhaus zum Gebären geeignet sei, alle die nicht dort entbinden, seien lebensmüde bzw. wollten ihrem Kind scheinbar absichtlich Schaden zufügen.

Weiter geht es dann danach. Stillen oder nicht ? Heutzutage überwiegt gefühlt die Zahl der Stillbefürworter, es werden stundenlang Vorträge gehalten, wie wichtig es ist zu Stillen und oft wird so auch Müttern Angst gemacht, die eigentlich wollen, aber aus welchen Gründen auch immer nicht können. Oder Mütter angegriffen, die einfach nicht wollen. Zum Glück fließt aber Mutterliebe nicht einzig und allein über die Muttermilch zum Kind, sondern äußert sich auf vielen verschiedenen Ebenen. Wichtig ist nur, daß sie auch beim Kind ankommt.

Anschließend geht es meist um Nähe. Die einen postulieren, man müsse sein Kind Tag und Nacht bei sich haben, am besten ausschließlich Tragen und immer auf jegliche Bedürfnisse eingehen. Die anderen sagen, das Kind müsse schon früh lernen, auf Dinge zu verzichten bzw. dürfe nicht verwöhnt werden. Dabei gibt es doch ein Dazwischen. Wenn die Mutter völlig ausgebrannt und erschöpft ist, ist es auch legitim, das Kind vorübergehend einer wohlmeinenden Drittperson in die Arme zu drücken. Wenn der Rücken zu sehr schmerzt, muß das Kind eben auch mal in der Nähe der Mutter liegen und schreien. Und wenn das Kind stündlich gestillt werden möchte, aber die B.rustwarzen blutig sind, dann nimmt es auch keinen Schaden, wenn es noch eine Stunde hingehalten wird.

Dasselbe gilt für das Kleinkindalter. Niemand ist immer konsequent. Und muß es auch nicht durchgehend sein bis zum Erbrechen. Es tut dem Kind genausowenig gut, immer das zu bekommen, was es möchte. Eine ausgewogene und gesunde Ernährung besteht weder aus der ausschließlichen Aufnahme von zuckerfreien Lebensmitteln, noch muß ein Kind täglich Süßes essen. Absolutes Fernsehverbot ist eben so unnötig wie stundenlanger Fernsehkonsum.

Mir fehlt einfach immer öfter das „Grau“. Das Akzeptieren, daß andere einen gänzlich anderen „Fahrplan“ haben können, und trotzdem glücklich damit sind bzw. glückliche Kinder haben. Daß Erziehung nicht bedeutet, verschiedene Punkte auf einer Liste abzuhaken, bzw. unumstößliche Regeln und Gebote zu befolgen, sondern daß jedes Kind etwas anderes braucht. Daß es wichtig ist, trotz aller Liebe zum Kind auf sich selbst zu achten. Daß es auf der anderen Seite wichtig ist, kurzzeitig die eigenen Grenzen zu überschreiten, wenn man wirklich dringend gebraucht wird.

Es gibt fast nie ein „entweder, oder“. Es gibt kein „Schwarz oder Weiß“. Es gibt keine perfekten Lösungen, die für jeden funktionieren. Ob das nun die Erziehung betrifft, das Leben in unserer Gesellschaft im allgemeinen oder andere Dinge. Was für uns gut funktioniert, ist für andere nicht machbar oder undenkbar. Wichtig ist finde ich lediglich das Endergebnis. Nämlich ob die Menschen dahinter zufrieden und glücklich sind mit ihrem Leben, egal ob 3 oder 30 Jahre alt.

Alles etwas durcheinander, innerhalb von 5 Stunden zusammengeschrieben (bei drei Kindern gelingt es selten, zusammenhängend zu schreiben, außer sie schlafen), aber mir schwirrte das heute durch den Kopf und ich wollte es einfach mal loswerden …

Gelöscht

29. Januar 2012

Endlich gelöscht habe ich vorgestern meinen Facebookaccount. Das war gar nicht so einfach, erst eine per Suchmaschine gefundene Internetseite konnte mir endlich den entscheidenden Link verraten. Auch bei Formspring hatte ich mich mal aus Neugier angemeldet, dann aber schnell das Interesse verloren. Diesen Account kann man allerdings nicht löschen, sondern lediglich deaktivieren, was mich zum Glück nicht weiter stört, da ich diese Seite so gut wie gar nicht genutzt habe.

Bei Facebook hatte ich mich angemeldet, weil mehrere Bekannte und Freunde dort Accounts hatten, und ich in Kontakt bleiben wollte. Mit der Zeit ging mir diese Seite aber mehr und mehr auf die Nerven. Diese ganzen Spielchen, Erwachsene, die virtuelle Kürbisse züchten oder ähnliches, ständig Anfragen, ob ich diesen oder jenen kenne. Was mich dann entgültig bewogen hat, meine Mitgliedschaft zu kündigen war eine Aktion, die ich sehr zweifelhaft fand. Ich wurde aufgefordert, mich mit meinem GMX-Passwort anzumelden, was mich nicht weiter irritierte, da GMX und Facebook immer zusammenhingen. Anschließend erschien eine Liste mit potentiellen Freunden, bis auf einen Namen löschte ich alle, das dachte ich zumindest …

Kurz darauf erhielt ich eine Freundschaftsbestätigung nach der anderen, anscheinend wurden an alle Personen, mit denen ich jemals Emailkontakt hatte, Freundschaftsanfragen verschickt. Für mich war das in dem Moment nicht wirklich klar ersichtlich, es wurden zwar ein paar Namen angezeigt, aber wie gesagt dachte ich, ich hätte diese gelöscht. Ob es nun an meiner ständigen Müdigkeit durch Schlafmangel liegt oder es wirklich irreführend war weiß ich nicht, aber ich habe meine Konsequenzen daraus gezogen. Es ist nicht meine Welt und wird es nie werden …

Wie leichtfertig viele damit umgehen erschreckt mich sowieso immer wieder. Ich blogge und gebe natürlich damit auch viel Informationen preis. Ich achte aber immer darauf, daß nicht zuviel Persönliches an die Öffentlichkeit gelangt und vor allem nichts, was gegen mich verwendet werden könnte oder mir anderweitig Schwierigkeiten machen könnte. Ich war jedenfalls sehr erleichtert, als ich die Bestätigungsmail erhielt, daß in zwei Wochen meine Daten entgültig gelöscht werden …

Weiter bloggen werde ich erstmal. Und überlegen, wann es Zeit ist, auch damit aufzuhören.

Nicht einfach

25. Januar 2012

Zur Zeit plage ich mich mit einer der schwersten Entscheidungen der Kindergartenzeit herum. Nämlich ob unser Sohn dieses oder nächstes Jahr eingeschult werden soll.

Er wird Anfang September 6 Jahre alt, ist also eigentlich schulpflichtig. Bei meiner Tochter damals hätte ich keine Sekunde gezögert, wenn sie gerade 6 geworden wäre zur Einschulung. Bei ihm ist das anders.

Nicht daß er noch zu verspielt und zu wenig ernsthaft wäre. Er möchte unbedingt in die Schule, versucht mir ständig zu beweisen, daß er reif dafür ist, übt Buchstaben schreiben, auf einem Bein hüpfen u.s.w., aber ich habe kein gutes Gefühl. Er wäre wieder der Jüngste von allen, wie damals im Kindergarten, und das bekam ihm überhaupt nicht. Er ist ein sehr sensibler, ernsthafter und eher ruhiger Junge, der Zeit braucht um aufzutauen und sich an neue Situationen zu gewöhnen und ich denke, daß er sich leichter tun würde, wenn er ein Jahr älter wäre bei der Einschulung.

Ein weiterer Vorteil wäre, daß nächstes Jahr zwei Nachbarjungen von unserer Straße in die  Schule kommen, außerdem die Tochter unserer zukünftigen direkten Nachbarn.

Zudem kommt er jetzt erst langsam richtig im neuen Kindergarten an und findet gerade die ersten Freunde, diese Freundschaften könnte er dann bis nächstes Jahr noch vertiefen und hätte von Anfang an bessere Aussichten, gut in die Klassengemeinschaft integriert zu werden.

Das Einzige was für eine Einschulung dieses Jahr spricht ist die Tatsache, daß sich unser Sohn heulend am Boden wälzt, sobald ich vom Zurückstellen spreche und er eventuell noch riesige Sprünge machen könnte bis September.

Trotzdem tendiere ich immer mehr dazu, noch ein Jahr zu warten. Bis März müssen wir uns entgültig entscheiden und ich hoffe, daß ich bis dahin immer noch so überzeugt sein werde wie jetzt. Auf jeden Fall kann er mehr verlieren, wenn er zu früh zur Schule geht, als wenn er gerade 7 ist …

Herdentrieb

26. November 2011

Bisher hatten wir ein ruhiges Leben. In München gab es in der Nachbarschaft kaum Kinder zum Spielen (bis auf eines, das Einzelkind und total zickig war), Verabredungen trafen die Mütter und nicht die Kinder und Herdentrieb oder ähnliches gab es kaum.

Nun ist vieles anders. Die Kinder verschwinden nach Draußen sobald das Mittagessen beendet und die Hausaufgaben gemacht sind und treffen sich mit unzähligen Kindern. Und damit beginnt nun auch etwas, was ich bisher von meinen Kindern nicht kannte, jedenfalls nicht in diesem Ausmaß.

Zwei Beispiele möchte ich hier nennen. Zum einen gibt es einen Fahrbäcker. Dieser kommt zwei Mal die Woche, hält hier in der Straße und verkauft nicht nur Brot und anderes Gebäck, sondern auch kleine Süssigkeitentüten, das Stück für 50 Cent. Einige Kinder kaufen jedes Mal eine dieser Tüten oder Brezen. Ab und zu habe ich meinen Kindern auch mal Geld gegeben, das Ganze nahm aber überhand und ich möchte das nicht mehr unterstützen. Trotzdem klingelt vor allem der große Sohn immer Sturm wenn der Bäcker kommt und brüllt mich beim Türe öffnen an, ich solle ihm sofort einen Euro geben, er wolle Süssigkeitentüten kaufen. Ich weigere mich seit ca. 3 Wochen und habe nun immer ein heulendes, kreischendes und um sich schlagendes Kind vor mir, das einfach nicht einsehen möchte, daß es nicht drin ist, jede Woche dort einzukaufen …

Das zweite Beispiel sind diese blöden Starwars-Karten. Aus für mich unerfindlichen Gründen ist Starwars ja gerade wieder in aller Munde bzw. es werden Millionen von Merchandisingartikeln auf den Markt geworfen. Ein paar Jungs in der Nachbarschaft haben sich nun von ihrem Taschengeld eine Metallbox voller Karten gekauft. Für 15 Euro ! Auch hier wieder der große Sohn, er forderte ich solle sofort mit ihm zum Spielzeugladen fahren und genau diese Karten kaufen. Ich erklärte ihm, daß dann sein Konto leer  und nächste Woche vielleicht etwas anderes cool sei. Er bestand auf diesen Karten. Kurze Zeit später kam der Nachbarsjunge und präsentierte stolz seine Box. Und ich konnte es nicht fassen, wie billig diese gemacht ist und wie wenig Karten sich darin befinden. Also setzte ich mich nochmals mit meinem Sohn zusammen und erklärte ihm, warum ich auf keinen Fall mit ihm diese Karten einkaufen gehen werde. Ich erntete wildes Gebrüll, Tränen und Wutschreie, ein Kind, das sich am Boden herumwälzte und um sich schlug, wirklich anstrengend.

Einerseits kann ich ihn gut verstehen. Er möchte dazugehören, möchte auch cool sein und mitreden können. Aber mir stößt es sauer auf, daß das nur über solche Spielzeugartikel möglich sein soll, die völlig überteuert und gleich wieder uninteressant sind. Ich habe versucht ihm zu erklären, daß das nicht cool ist. Daß seine Freunde keine wirklichen Freunde sind, wenn sie ihn nur mitspielen lassen, wenn er sein ganzes Taschengeld für Müll ausgibt (natürlich ist es kein Müll in den Augen 5-8jähriger Jungs, das verstehe ich schon, aber er hat eben nicht viel Taschengeld und noch einige andere Wünsche).

Es gibt Herzenswünsche, die werden oft auch erfüllt und es gibt Wünsche, die eben nur aus dem Herdentrieb heraus entstehen. Und die kann ich nicht unterstützen. Mein Gefühl sagt mir, daß es falsch ist. Jetzt sind es diese Karten, später im Leben dann bestimmte Kleidung, eine bestimmte Automarke oder andere Dinge. Hauptsache man gehört dazu, egal zu welchem Preis und ohne Rücksicht auf die eigene Individualität. Aber es ist wirklich schwer, sein vom Kummer gebeuteltes Kind im Arm zu halten, das Rotz und Wasser heult und völlig verzweifelt ist. Das Problem ist nur, daß ebendieses Kind bei jeder Gelegenheit Rotz und Wasser heult, da die Artikel die als „cool“ gelten beinahe wöchentlich wechseln.

Wie macht das denn meine Leserschaft ? Gibt es da einen Mittelweg ?

Klar gibt es auch hier mal Ausnahmen. Die Tochter bekommt einen „Filly“-Adventskalender, sie findet diese Viecher seit Monaten toll, ich finde sie gräßlich, aber ich muß sie auch nicht mögen. Der Sohn bekommt die heißersehnte Legofeuerwehr (endlich das kleine Lego, nicht mehr das „Baby“-Lego), da weiß ich auch, daß er sich diese schon sehr lange wünscht und auch viel damit spielen wird. Und vielleicht auch neidische Blicke von den Freunden ernten wird und in diesem Fall der Coole sein wird. Was mich stört ist dieses beinahe wöchentliche Herumgejaule, dieser Konsum- und Herdentrieb …

Um Haaresbreite …

6. November 2011

Manchmal habe ich wirklich das Gefühl, mich bzw. meine Familie begleitet ein Schutzengel. Eigentlich bin ich nicht abergläubisch, aber gerade heute gab es wieder eine Situation, die mich schon nachdenklich gemacht hat.

Wir hatten uns am Vormittag mit meinen Eltern, meinem Opa und meinen Geschwistern in Lindau verabredet, um die Grabstelle meiner vor 10 Tagen verstorbenen Oma zu besuchen. Wie immer verzögerte sich die Abfahrt ein wenig, ich musste noch nasse Kinderbettwäsche in die Waschmaschine befördern, Verpflegung herrichten (spätestens nach 5 Minuten Autofahrt kräht es immer von hinten „Wir haben sooooo Hunger !“), Babyausrüstung zusammenpacken, u.s.w.. Dann waren die großen Kinder natürlich wieder nach Draußen verschwunden und mussten noch gesucht werden und wir kamen einfach nicht los.

Mit etwa 20 Minuten Verspätung brachen wir dann auf. Ich ärgerte mich da schon ein wenig, denn normalerweise bin ich immer um Pünktlichkeit bemüht. Nach ungefähr einer halben Stunde Fahrt dann ein Stau und ich dachte mir nur „Oh nein, Sch….“. Wir sahen ungefähr 80 m vor uns dunkle Rauchwolken aufsteigen, außerdem konnte man Flammen erkennen und da wurde mir klar, daß sich dort ein wirklich schlimmer Unfall ereignet haben musste. Kurz darauf hörten wir Sirenen und hinter uns bahnten sich nacheinander 2 Feuerwehrlöschzüge, 2 Krankenwagen, Notarzt und Polizei einen Weg durch die Automassen. Von der anderen Seite kam ein weiterer Löschzug, nochmals 2 Krankenwagen und der Straßendienst um die Autobahn abzusperren.

Wie lange wir dort standen weiß ich nicht mehr, ich habe nicht auf die Uhr geschaut. Es muß etwa 45 Minuten gedauert haben, anschließend setzte sich die Blechlawine langsam wieder in Bewegung. Wir passierten die Unfallstelle im Schritttempo und sahen das ganze Ausmaß des Unglücks. Auf der gegenüberliegenden Fahrbahn konnte man ein völlig ausgebranntes, demoliertes Autowrack sehen. Auf unserer Seite war die Autobahn übersät mit Scherben, Reifenteilen, Plastikstückchen, u.s.w., und mein Mann hatte Angst, daß unsere Reifen Schaden nehmen. Es sah aus, als wäre eine Splitterbombe explodiert.

Mit einer Stunde Verspätung kamen wir dann in Lindau an, leider zu spät, um noch zum Friedhof zu fahren, es ging dann sofort zum Mittagessen in ein sehr gemütliches und gutes Restaurant. Die Grabstätte besuchten wir nach dem Essen noch, dann ging es wieder zurück nach Hause.

Hier machten wir uns gleich wieder an die Arbeit im Haus, mein Mann stapelte Holz (am Freitag wurde es geliefert und reicht bestimmt für die nächsten 2-3 Winter …) und hängte Lampen auf (endlich haben wir überall Licht :-)), ich machte mich ans Fensterputzen, noch immer sind nicht alle Scheiben vom Bauschmutz befreit …

Während ich am Putzen war, rief meine Mutter auf dem Handy an. Ich wiegelte ab, denn mit nassen Gummihandschuhen an den Händen mitten während des Scheibenreinigens lässt es sich schlecht telefonieren. Mein Mann sagte mir aber, es sei dringend. Also rief ich kurz darauf zurück und hatte eine sehr aufgeregte Mutter am Telefon. Sie erzählte mir, daß mein Bruder mehr über den Unfall herausgefunden hätte. Es war ein Geisterfahrer auf unserer Fahrbahn unterwegs gewesen und frontal in ein vollbesetztes entgegenkommendes Auto gerast. Das Auto des Geisterfahrers war durch den Aufprall auf die Gegenfahrbahn geschleudert worden und ausgebrannt, das entgegenkommende Auto in sämtliche Einzelteile zerlegt worden. Bilanz des Unglücks, 3 Tote, 3 Verletzte.

Wären wir auch nur 15 Minuten früher losgefahren, hätte es uns treffen können. Wir haben ein großes Auto und ich fahre meistens recht flott (zwischen 150 und 160 km/h), sehr viel auf der Überholspur. Also genau da, wo sich der Unfall ereignete. Da wir während der Fahrt so gut wie nie Radio hören, hätte ich auch gar nichts davon mitbekommen, daß ein Geisterfahrer unterwegs ist.

Schon ein komisches Gefühl wenn man weiß, daß um Haaresbreite die ganze Familie hätte ausgelöscht werden können. Und auf der anderen Seite das Gefühl von Glück und Dankbarkeit, daß wir dank der Verspätung knapp diesem Schicksal entronnen sind …

Werbefrei

31. August 2011

Aus aktuellem Anlaß hier mal ein eigener Artikel zu einem Thema, das mittlerweile viele andere Blogs und auch meinen betrifft.

Gestern hatte ich zum wiederholten Mal eine Mail in meinem „Briefkasten“, in der angefragt wurde, ob ich meinen Blog verlinken lassen möchte bzw. gegen Bezahlung Werbung schalten lassen möchte. Dieses Mal habe ich geantwortet, sonst lösche ich diese Mails größtenteils.

Für mich ist mein Blog eine Art interaktives Tagebuch. Ich schreibe auf, was mir gerade durch den Kopf geht, lese meist den Text nicht einmal durch nach dem Schreiben. Das Schreiben entspannt mich, ich werde manchmal düstere Gedanken oder Grübeleien los und mir ist dieser Blog mittlerweile richtig ans Herz gewachsen.

Ich brauche keine Verlinkungen und auch keine Werbung – wozu ?

Daß hier gerne gelesen wird, zeigen mir die Besucherzahlen. Und selbst wenn keiner lesen würde, wäre ich zwar etwas enttäuscht, da das Tagebuch dann kein interaktives mehr wäre (Feedback ist doch sehr schön, da ich dann nicht ganz so ins Leere schreibe wie bei einem echten Tagebuch, und genau das macht in meinen Augen die Faszination des Ganzen aus), aber es wäre kein Drama. Eventuell würde ich dann einfach wieder auf Papier weiterschreiben, wie ich es schon vorher getan habe (mit 7 Jahren fing ich das erste Tagebuch an, gestern habe ich es erst entsorgt, da nun hier im Hause die nächste Generation mit Tagebuchschreiben dran ist ;-)).

Dieser Blog wird weiterhin werbefrei bleiben, außerdem verlinke ich nur Blogs, die ich regelmässig und gerne lese, und auch hier wird immer wieder aussortiert und aktualisiert.

So, nun geht es weiter ans Kellersortieren und Einpacken 🙂