Archive for September 2010

Bauchfoto 25.SSW

30. September 2010

Örks, so langsam wird es wirklich eng im Bauch – und es liegen noch 15 Wochen vor  mir !

Die letzten 10 Tage zog und zerrte es ständig im Bauch, er wurde andauernd hart und ich fühlte mich elend. Und es hat sich tatsächlich etwas getan, hier  noch das Vorher-Nachher-Bild, zwischen den Bildern liegen genau 2 Wochen !

Jetzt darf das Kind aber gerne mal eine Wachstumspause einlegen, in dem Tempo soll es bitte nicht weitergehen …

Schwangerenyoga, die zweite

29. September 2010

Heute Vormittag also wieder Schwangerenyoga. Das zweite Mal, nachdem ich letzte Woche „geschwänzt“ hatte, da es mir körperlich nicht besonders gut ging und der Stress mit dem Kindergeburtstag am Nachmittag anstand.

Als in die Runde gefragt wurde, wie wir uns momentan fühlen, teilte ich das der Leiterin auch gleich mit. Daß ich seit ca. 10 Tagen ständig einen harten Bauch bekomme und mich nicht gerade springlebendig fühle.

Daraufhin bekam ich eine Extrawurst, ohne das zu wollen. Bei fast jeder Übung kam ein „Also Du K., Du machst das jetzt so und die anderen machen das dann bitte so !“, zwei Übungen durfte ich gar nicht erst mitmachen. So war das eigentlich nicht gedacht, aber sie schien ernsthaft Angst zu haben, mein Kind würde vorzeitig in ihrem Yogaraum auf die Welt kommen.

Am peinlichsten war mir die Fußsache. Als wir zum Entspannen unter unseren Decken lagen, schlich sie zu mir her und fing an, meine Füße zu streicheln und zu massieren. Aber nur bei mir ! So dramatisch hatte ich das gar nicht geschildert, ich wollte ja nur sagen, daß ich nicht völlig beschwerdefrei bin. Einerseits ja nett, daß ich eine extra Fußmassage bekomme, hätte es aber nicht im geringsten gebraucht und mir war es etwas unangenehm vor den anderen Teilnehmerinnen.

Abschließend wieder das Gesinge, wobei ich den Text nie verstehe und mir auch nicht sicher bin, ob ich überhaupt das Richtige singe, aber das Singen soll ja „verbinden und die Kraft der Übungen vertiefen“. Nun denn, wenns sein muß …

Beim nächsten Mal (falls es noch eines geben sollte …) würde ich wahrscheinlich eher Schwangerengymnastik vorziehen.

Bau ein Haus …

29. September 2010

… und Du kannst etwas erleben !

Nachdem wir in den letzten Wochen sehr unzufrieden mit unserem Architekten waren, da er einfach nicht zu Potte kam, bei Treffen immer ewig ein einziges Thema herumwälzte, Termine verbummelte, u.s.w. …, haben wir uns nach einem anderen umgeschaut.

Heute Nachmittag trafen wir uns mit einer Architektin, die in der Nähe unseres Grundstücks wohnt und sich am Telefon bereits wesentlich kompetenter und seriöser anhörte, als der jetzige.

Wir waren zwar nur 1,5 Stunden dort, aber in dieser Zeit ging einiges mehr voran als mit dem anderen innerhalb von Wochen !

Leider kostet sie auch mehr (unser Architekt hatte noch nach einer alten, nicht mehr gültigen Tabelle gerechnet, anscheinend weiß er nicht mal, daß es eine neue gibt) und sie warnte uns gleich vor, daß das mit dem Kellerbau höchstwahrscheinlich erst im März etwas wird 😦
Einzugstermin wäre dann im Herbst 2011, also gerade zur Einschulung unserer Tochter.

Ich ärgere mich so, daß wir nicht schon früher gewechselt haben, das Bauchgefühl sagte zwar schon länger, daß das so nichts werden kann, aber man schmeißt ja nicht einfach so alles hin und sucht sich einfach einen anderen Architekten. Wir hatten viel Geduld, haben abgewartet, ihm vieles verziehen, schlußendlich haben wir aber einfach zu lange gewartet. Wenn wenigstens der Keller noch vor dem Winter fertig geworden wäre, aber da stehen die Chancen wohl sehr schlecht, wenn noch eine vernünftige Werksplanung gemacht werden soll.

Andererseits ist jetzt noch ein guter Zeitpunkt für einen Wechsel, die Ausschreibungen sind gerade erst am Anlaufen, noch ist nicht mal ansatzweise etwas gebaut worden, und lieber dauert es noch eine Weile, als daß wir irgendwann dastehen und ein völlig mies geplantes Haus mit lauter Macken dastehen haben, oder alles noch länger dauert, weil dieser Architekt einfach nicht in die Puschen kommt.

Mir wäre es trotz allem lieber gewesen, vor dem Krabbelalter unseres dritten Kindes umzuziehen, das hatte ich nämlich schon mal, damals bei unserer Tochter, und es war nicht lustig. Ständig räumte sie die Kartons ein und aus, kam an Sachen heran, die nicht für Kinderhände bestimmt waren und ich schaffte höchstens ein Drittel von dem, was ich ohne mobiles Kind geschafft hätte.

Blöd, blöd, blöd. Aber spätestens übernächstes Jahr werden wir vor unserem Kamin sitzen, uns aneinanderkuscheln und sagen „Zum Glück haben wir es hinter uns !“ …

Sentimental

28. September 2010

Vorhin saß ich im Auto und wurde für einen Augenblick lang richtig sentimental. Der Kleinste strampelte ordentlich in meinem Bauch und in diesem Moment wurde mir erst so richtig bewußt, daß wir demnächst zu fünft im Auto sitzen werden. Zu FÜNFT !

Klar, der Gedanke ist schon beim positiven Schwangerschaftstest da. Aber so richtig bewußt wird es jetzt erst, so greifbar.

Eine kleine Träne rollte mir dann übers Gesicht und ich war einfach nur dankbar. Dankbar dafür, daß ich das erleben darf. 3 gesunde, hübsche Kinder (gut, zumindest laut Ultraschall ist bisher auch das dritte Kind gesund und sieht süß aus :-)), während viele Paare jahrelang auf die Erfüllung ihres Kinderwunsches warten oder gar ungewollt kinderlos bleiben. Für mich ist das nicht selbstverständlich und ich empfinde es als wahren Segen.

Vor genau 8 Jahren wurde ich innerhalb eines Jahres am Eierstock operiert und bekam anschließend eine Schilddrüsenunterfunktion diagnostiziert, Folge einer Autoimmunerkrankung der Schilddrüse. Damals sah es nicht so aus, als ob wir überhaupt jemals Kinder haben würden. Ich war zutiefst verzweifelt, hatte ich mir doch mein ganzes Leben lang vorgestellt, später eigene Kinder zu haben. Und plötzlich geriet alles ins Wanken …

Vielleicht staune ich deswegen auch über jede meiner Schwangerschaften und glaube erst richtig, daß da ein Kind im Bauch sitzt, wenn ich es im Arm halte …

Armes Mausi

27. September 2010

Unsere Tochter ist zur Zeit völlig durch den Wind. Das schlecht Einschlafen können ist ja bereits seit Wochen aktuell, nun kommen auch noch akute Weltschmerzanfälle und Grübeleien hinzu. Ich denke, es handelt sich um eine Mischung aus bald-Schulkind-Hormoncocktail, bald-Umzug-Angst/Vorfreude und bald-wieder-große-Schwester-Angst/Vorfreude.

Heute Abend schluchzte sie vor sich hin, ich hörte meinen Mann mit ihr diskutieren, also ging ich nachfragen, was denn das Problem sei. Es stellte sich heraus, daß sich das Tochterkind nicht entscheiden konnte, ob es unten in seinem Bett schlafen sollte oder oben bei uns auf der Gästematratze. Ich löste meinen Mann ab und versuchte herauszufinden, was unser Kind so quälte.

Bei näherem Nachfragen kam heraus, daß sie zwar furchtbar gerne in unserer Nähe schlafen würde, ihr Bett allerdings viel bequemer fände. Ein herzzerreißendes „Mama, ich würde gerne in meinem Bett neben Euch schlafen !“ kam dann aus ihrem Mund.

Nach kurzem Überlegen bot ich ihr dann an, daß sie ja abwechselnd bei uns oben und hier in ihrem gemütlichen, bequemen Bett schlafen könne. Und siehe da, es kam ein erleichterter Seufzer aus dem Dunkel, das Kind verkündete glücklich „Mama, Du hast die beste Lösung gefunden !“, kuschelte sich eng an mich und war 10 Minuten später eingeschlafen 🙂
Wenn das nur immer so einfach wäre.

Murmel

27. September 2010

Ich trage nicht nur eine Murmel vor mir her, sie fühlt sich momentan auch ständig so an …

Als ob mir dieses Kind sagen möchte „Mach nicht so viel !“ oder „Ich bin auch noch da !“. Der Bauch wird pro Stunde ca. 6-8 Mal hart wie eine Glasmurmel, alles zieht und ich frage mich, was dieses Kind da drin veranstaltet. Irgendwie kann ich mich nicht daran erinnern, das bei den anderen beiden so früh gehabt zu haben. Ich meine, ich bin gerade mal mitten in der 25. Schwangerschaftswoche !

Nachts macht unser zweiter Sohn dann ordentlich Party, vor allem wenn seine Geschwister ab und zu mal unser Bett entern, so daß ich gar nicht zur Ruhe komme. Er ist zwar noch im Bauch, aber schon voll präsent und nicht zu ignorieren.

Wo die Geschwister mehr gestrampelt und geboxt haben, streckt sich dieses Kind, rollt in alle Richtungen und löst dadurch teilweise richtig unangenehme Kontraktionen aus 😦

Vielleicht freut er sich aber auch einfach schon auf hier draußen. Klamöttchen, Stubenwagen, Babyschale und Kinderwagen stehen bereit, einzig das Beistellbettchen haben wir noch nicht aufgebaut, da unser Schlafzimmer in den nächsten Wochen noch zwei Stockwerke weiter nach unten ziehen wird. Momentan schlafen wir im Dachgiebel, für die geplante Hausgeburt (und wegen meiner zusehends abnehmenden Kondition und fehlendem Gleichgewichtssinn) werden wir aber ins Erdgeschoss umziehen, in unser jetziges Gästezimmer. Das liegt direkt neben der Terrassentür, so daß in einem eventuellen Notfall ein guter Zugang vorhanden wäre, außerdem muß ich nach der Geburt nicht noch Treppen steigen …

Den Kinderwagen habe ich letzte Woche gebraucht gekauft und freue mich wie Bolle darüber. Ich kann es kaum erwarten, unser drittes Kind darin durch die Gegend zu schieben – die Geschwister auch nicht 🙂

Es handelt sich um einen sehr gut erhaltenen Emmaljunga-Wagen mit diversem Zubehör (unter anderem auch ein mollig warmes Daunenmumiensäckchen), den ich wirklich günstig bekommen habe. Wir hatten letztes Jahr unseren Wagen verkauft, da ich dachte, ich könne mich so vom erneuten Kinderwunsch distanzieren – absoluter Blödsinn !

Trotzdem darf sich unser Sohn noch etwas Zeit lassen, wenn auch vielleicht nicht so lange wie seine Geschwister – die hielten bis ganz zum Schluß aus und kamen im Riesenformat zur Welt, darauf würde ich dieses Mal gerne verzichten …

Auf der Suche …

26. September 2010

… nach der richtigen Heizung befinden wir uns derzeit.

Da wir ein sehr gut gedämmtes Haus bauen werden (Energiesparhaus mit Tendenz zum Passivhaus), brauchen wir eigentlich nicht viel Heizenergie. Die Heizung darf also nicht überdimensioniert sein, da wir sonst unnötig viel Geld ausgeben und zudem eventuell zuviel Wärme im Haus haben.

Momentan tendieren wir stark zu einer Stückholzheizung als Hauptheizung, unterstützt von einer kleinen Gastherme, da wir im Sommer ja auch warmes Wasser brauchen, aber nicht den Ofen anfeuern möchten und außerdem im Krankheitsfall oder bei längerer Abwesenheit eine Notheizung vorhanden sein muß, zusätzlich noch eine automatische Be- und Entlüftungsanlage, um soviel wie möglich Energie rückzugewinnen und damit zu sparen ..

Ich finde die Idee einfach schön. Ein freistehender Ofen im Wohnzimmer, mit Sichtfenster, der aber den Hauptteil der produzierten Energie an den Pufferspeicher im Keller abgibt und darüber die Fußbodenheizung betreibt. Daß die Kinder sehen, daß man selber Hand anlegt, um warmes Wasser und damit ein warmes Haus zu bekommen. Außerdem die Unabhängigkeit von Außen, keine komplette Abhängigkeit von Gas, Strom oder Öl.

Andererseits natürlich die Frage, ob wir das durchhalten. Jeden Tag, zumindest jeden zweiten Tag den Ofen anfeuern, die Asche wegbringen, das Brennholz einlagern und bei Bedarf ins Wohnzimmer tragen, u.s.w. …

Alternativen wären die Wärmepumpe (bei uns geht nur eine Erdwärmepumpe und ich habe eigentlich keine Lust, 200 qm Körbe und Rohre im Garten liegen zu haben …), ein Grundofen oder eine Solaranlage.

Vielleicht liest hier jemand mit, der schon Erfahrungen gemacht hat mit den beschriebenen Systemen und davon berichten kann ? Gewöhnt man sich daran, täglich mit Holz zu heizen ? Ist das im Alltag praktikabel ?

Ich muß dazu sagen, daß ich ein echter Feuerteufel bin und gerne mit Holz heize. Nur fehlt mir leider die Langzeiterfahrung …

Mitternachtsbrötchen

26. September 2010

Naja, es war nicht ganz Mitternacht, kurz danach, aber der Name passt finde ich ganz gut 🙂

Letzte Nacht war einfach für die Tonne. Das Tochterkind wollte ewig nicht einschlafen und gesellte sich schließlich gegen 22 Uhr zu uns. Das Einschlafen funktionierte noch ganz gut. Dann wurde ich aber gegen 2 Uhr durch die röchelnden Atemzüge unserer Tochter geweckt (wenn sie träumt, atmet sie immer durch den offenen Mund …) und lauschte diesen bis ca. 3 Uhr morgens.

Da ich zu diesem Zeitpunkt immer noch hellwach war und der jüngste Sproß in meinem Bauch anfing, Party zu feiern, stand ich kurzerhand auf.

Normale Menschen lesen in solchen Momenten vielleicht ein Buch, setzen sich vor den Fernseher oder surfen durchs Internet. Ich dachte mir, ich bereite schon mal Brötchen fürs Frühstück zu 🙂
Also schleppte ich die Getreidemühle in die Speisekammer, um nicht den Rest der Familie aufzuwecken (das Ding macht ein riesen Getöse …), warf eine Schale Dinkel hinein und machte mich an die Arbeit. Ca. 15 Minuten später stand ein leckerer Dinkel-Joghurt-Hefeteig in der Küche und ich fühlte mich müde genug, um noch einen Einschlafanlauf zu wagen.

Mittlerweile war es bereits 3:30 Uhr …

Es gelang mir auch, ein wenig einzudösen, als gegen 4 Uhr laute Schreie aus dem Kinderzimmer kamen, Sohnemann war aufgewacht und wollte nach einem Toilettenbesuch ebenfalls bei uns einziehen …

Das Einschlafen gelang mir ca. um 5 Uhr, bis mich mein Sohn dann kurz nach 6 Uhr mit einem gezielten Schlag in die Rippen weckte, um mir mitzuteilen, daß er eben einen furchtbaren Alptraum gehabt hätte.

Also weckte ich gleich beide Kinder auf, zog mich an und machte mich anschließend auf die Suche nach meinem Mann. Ich fand ihn schließlich im Bett unseres Sohnes – er hatte sich nach dem Umzug beider Kinder in deren Zimmer geflüchtet 🙂

Vorteil dieser Nacht war, daß wir frische, leckere Vollkornbrötchen zum Frühstück hatten und jetzt auch zum Abendbrot noch einige übrig sind (um 3 Uhr nachts habe ich es noch nicht so mit Mehl- und Flüssigkeitsmengen …), Nachteil, daß ich den ganzen Tag über mehr oder weniger als Zombie unterwegs war.

Wer gerne auch mal diese Brötchen backen möchte (muß ja nicht unbedingt um 3 Uhr morgens sein ;-)), hier das ungefähre Rezept:

Mitternachtsbrötchen

10 g Hefe

1 TL Salz

ca. 200 g Joghurt

Wasser nach Bedarf

Dinkelvollkornmehl (gekauft oder frisch gemahlen) nach Bedarf

Ich backe Brot generell ohne Rezept, deshalb nur ungefähre Angaben. Die Hefe in etwas Wasser (ca. 100 ml ?) auflösen. Den Joghurt und das Salz unterrühren. Dann soviel Mehl dazugeben und verrühren, bis ein weicher Teig entstanden ist (das Vollkornmehl quillt noch auf, der Teig sollte also schon noch einigermaßen feucht sein !).

Diesen etwa 2-3 Stunden zugedeckt gehen lassen. Dann mit bemehlten Händen kleine Brötchen formen, nochmals ca. 30 Minuten gehen lassen. In der Zwischenzeit den Ofen auf 250 °C O/U-Hitze vorheizen.  Gut schwaden (mit einem Blumensprüher Wasser in den Ofen sprühen), die Brötchen hineinschieben und auf 220 °C zurückdrehen. Nach ca. 20-25 Minuten sind die Brötchen fertig.

Gazelle

24. September 2010

Ahhh, hat das gut getan 🙂
Vorhin bin ich von einem Termin bei meiner Lieblingsosteopathin zurückgekommen und ich muß sagen, diese Frau beherrscht ihr Handwerk wirklich sehr gut.

Auf dem Hinweg fühlte ich mich noch schwerfällig wie eine alte Elefantenkuh, jetzt entspricht mein Körpergefühl eher dem einer jungen Gazelle 🙂
Sie konnte zwar mangels Bauchlage nicht so behandeln, wie sie wollte, sie meinte aber, sie hätte den Übeltäter ausfindig gemacht und so gut es ging wieder zurechtgerückt.

Ich kann den Kopf wieder frei drehen, der Ischiasschmerz ist vollkommen verschwunden und der Bauch scheint um einige Kilos leichter geworden zu sein.

Außerdem ist es auch einfach entspannend, eine Stunde auf einer Liege zu liegen und sich bearbeiten zu lassen …

Ich hoffe, daß die Wirkung bis mindestens zum Ende der Schwangerschaft anhält, spätestens nach der Geburt werde ich sie wieder besuchen, um meine Mitte wiederzufinden (nach der Geburt meines zweiten Kindes hat es Monate gedauert, bis ich das Gefühl hatte, wieder „im Lot“ zu sein …).

Mütterschmerz

24. September 2010

Heute fing es wieder an. Das Drama mit dem Kindergarten.

Mein Sohn ist noch nie wirklich gerne in den Kiga gegangen. Die ersten Wochen letztes Jahr schon, da zog noch die große Schwester und das Neue, dann kam der erste Absturz und 3-4 Monate war er todunglücklich, hing verzweifelt weinend an mir und es war für uns beide nicht gerade leicht. Danach war alles wieder gut und bis zu den Ferien ging er recht gerne hin.

Vor zwei Wochen fing der Kindergarten wieder an, auch da war noch alles gut. Heute morgen war dann aber plötzlich alles vorbei. Mit Tränen in den Augen bat mich mein Sohn, ihn wieder mit nach Hause zu nehmen, er flehte mich förmlich an. Ich erklärte ihm, daß ich noch einiges zu erledigen hätte (unter anderem zum Bauamt unseres zukünftigen Wohnortes zu fahren) und es für ihn todlangweilig wäre mitzukommen. Außerdem wolle ich ihn schlichtweg nicht dabeihaben. Er ließ sich nicht abbringen, krallte sich an meinem Bein fest, wimmerte und schluchzte.

Schlußendlich kam die Erzieherin dazu und meinte „Du kannst es Dir aussuchen. Entweder kommst Du gleich mit rein oder Du winkst der Mama noch !“. Er schüttelte lediglich den Kopf und klammerte sich noch fester an mein Bein. Als die Erzieherin dann versuchte, ihn von mir wegzuzerren, war es entgültig vorbei. Seine Augen voller Angst und Verzweiflung, die Stimme überschlug sich und er schrie und weinte immer lauter. Ich finde dieses Verhalten ziemlich blöd, denn was soll das bringen ? Daß das Kind unter Gewaltanwendung in den Kindergarten geschleift wird und anschließend noch mehr Abneigung dagegen entwickelt oder noch schlimmer, einfach resigniert, weil es keiner hört ? Ich habe mir dann 10 Minuten mit meinem Sohn alleine erbeten, ihn auf den Schoß genommen und ihn erstmal wieder beruhigt (das arme Kind hing wie ein Häuflein Elend schniefend an mir und  brauchte eine ganze Weile, bis es aufhörte zu zittern …).

Als er ruhiger wurde, fragte ich nochmals nach. Was denn so schlimm sei am Kindergarten und warum er nicht hingehen wolle. Er sagte mir, es sei ihm einfach zu laut, die Kinder seien zu wild und außerdem würden sie nach wie vor sagen, er sei „klein“. Er (und auch ich …) hatte so gehofft, daß mit dem neuen Kindergartenjahr und kleineren Kindern er der Große sein würde. Allem Anschein nach hat sich diese Hoffnung nicht erfüllt. Ich habe ihn dann trotz genervten Blicken der Erzieherin mitgenommen, denn es fühlt sich für mich nach wie vor nicht richtig an, mein Kind zu etwas zu zwingen, was solche Gefühle in ihm auslöst. Allerdings nahm ich ihm das Versprechen ab, daß dies eine Ausnahme sei und er versicherte mir, daß er nächste Woche ohne Murren gehen wird …

In 7 Wochen zieht der Kindergarten dann entgültig in die neuen Räume um. Diese sind angeblich wesentlich größer und die Kinder können sich besser ausbreiten. Das ist momentan mein Lichtblick, denn ich habe wirklich das Gefühl, der Lärm und die Enge machen meinem Kind am meisten zu schaffen. Er war schon immer überaus sensibel und ruhig, dort hat er keine Rückzugsmöglichkeit und Ausruhmöglichkeit (heute früh meinte er sogar, zwischendurch wolle er sich einfach nur hinlegen und ein bißchen ausruhen – ist dort nicht möglich …). Außerdem stolpern aufgrund des begrenzten Platzangebots (ca. 30 qm für 22 Kinder) ständig andere Kinder über gerade aufgebaute Türme oder Städte und so macht das Spielen natürlich nicht wirklich Spaß.

Vielleicht ist es aber auch nur der Vollmond oder der Wetterwechsel, wer weiß …