Lange Pausen

Bevor nun wieder ein Jahr vorbei ist, packe ich die Gelegenheit beim Schopf und belebe meinen Blog ein bißchen. Unglaublich, wie die Zeit verfliegt.

Uns geht es ganz gut, abgesehen von dem Dauerstress des Alleinerziehens und manchen Widrigkeiten bei der Arbeit. Mein Job macht mir nach wie vor Spaß, auch wenn ich mehr und mehr spüre, daß die Psychiatrie in Krankenhausform auf Dauer ziemlich anstrengt. Die Bereitschaftsdienste sind zwar glücklicherweise nicht häufig, fordern aber ihren Tribut. Ich war noch nie ein Nachtmensch und somit fällt es mir unheimlich schwer, zu meiner Schlafenszeit noch voll konzentriert zu arbeiten, und das oft nicht wenig. Die Dienste sind eigentlich im Vertrag mit einem Pensum von maximal 40% Arbeitsbelastung angesetzt, de facto sind es aber meist 60-90%, ein Bereich, in dem normalerweise kein Bereitschaftsdienst mehr angeordnet werden darf. Das ärgert mich zunehmend und ich hoffe, daß sich bald etwas daran ändert.

Meine Stimmung wechselt oft zwischen „Ich kann nicht mehr, es ist alles zuviel“ und „läuft gerade wie geschmiert“. Meine zwei pubertierenden Großen sind bis auf gelegentliches Augenrollen und die üblichen Stimmungsschwankungen erträglicher als im Kleinkindalter. Ich finde es spannend zu beobachten, wie aus den Kindern ganz allmählich Jugendliche bzw. junge Erwachsene werden. Der Jüngste besucht mittlerweile die erste Klasse und schimpft täglich über die in seinen Augen völlig überflüssigen Hausaufgaben, seiner Meinung nach ist die Schule sowieso zu nichts gut und gehört abgeschafft :-). Das Lesen hat er trotzdem wie erwartet binnen weniger Wochen gelernt, Rechnen war vorher schon seine große Leidenschaft und er fordert regelmässig Extraaufgaben ein. Die Tochter ist etwas abgesackt von den Noten her, aber völlig im grünen Bereich für eine 13jährige. Beim Zeugnisvergleich zeigte sich, daß meines fast identisch war in der 7.Klasse :-). Und der große Sohn hatte zwar anfangs etwas Probleme, sich im Gymnasium mit den vielen Schülern, Lehrern und Fächern zurechtzufinden, allmählich wächst er aber hinein und ist dabei seinen Platz zu finden.

Mein Beziehungsleben liegt nach wie vor auf Eis. Zwischendurch unternehme ich ab und zu einen Flirtversuch, auch ein Date ist alle paar Monate drin, manchmal frage ich mich aber, wie ich überhaupt noch zusätzliche Zeit aufbringen soll. Wie soll das funktionieren  ? Ein Tag der von 5:30 Uhr bis 22 Uhr fast ohne Pause vorbeizieht, drei Kinder, die jede Menge Bedürfnisse haben und immer wieder meine Hilfe benötigen, Patienten mit Nöten und Problemen, ich selber mit meinen Bedürfnissen und eigentlich kaum Raum für etwas anderes.

Um etwas Abstand zu allem zu bekommen und wenigstens ein bißchen durchschnaufen zu können werden wir im Mai für drei Wochen auf Mutter-Kind-Kur gehen. Ich freue mich sehr darauf, vor allem da alle Kinder mitfahren dürfen. Vielleicht bringt das etwas Ruhe hinein und ich schaffe es anschließend auch, diese Ruhe eine Zeitlang zu erhalten.

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5 Antworten to “Lange Pausen”

  1. Nadine Says:

    WIE schön, von dir zu lesen! Ich kann mich noch gut erinnern, als deine Kinder ganz klein waren und du das 3. Kind bekommen hast. Als ich grade gelesen habe, dass er bereits und er 3. Klasse ist, musste ich kurz schlucken. Wo geht die Zeit hin!! All die schönen Kinderjahre … LG Nadine

    • Nadine Says:

      In der 1.Klasse meinte ich natürlich!

      • tekelek Says:

        Ja, die Zeit rast …
        Ich bin andererseits froh, daß die Kinder alle nicht mehr so klein sind. Der Alltag wäre dann kaum zu bewältigen, trotz Aupair. Wie geht es euch ?

  2. Christa Says:

    Einfach zu schön zu hören wie es Euch geht. Früher oft hier gelesen, gelacht, mitgefiebert usw. Alles Gute weiterhin. Halte die Ohren steif und bleibt alle gesund.

  3. Anika Witte Says:

    Hallo Katrin,
    schön von dir zu lesen. Lange ist es her und mittlerweile sind ja unsere Kinder wirklich schon „groß“.
    Ich hoffe es geht dir sonst gut.
    Liebe Grüße Anika

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