Archive for Oktober 2011

Mitesser

23. Oktober 2011

Hier auf dem Dorf ist so manches anders als in der Stadt. Die Klamotten und Schuhe werden schneller dreckig, die Kinder sind fast nur noch draußen an der frischen Luft und es herrscht ein großes Miteinander statt Nebeneinander (ja, auch in der Stadt soll es durchaus möglich sein, gute Nachbarschaftsbeziehungen zu pflegen, dort wo wir wohnten war das aber nahezu unmöglich).

Kinder haben wir sowieso jeden Tag mindestens 2-3 hier im Haus, gestern war ein Bruderpaar aus der Straße hier zu Besuch. Ich fing irgendwann an mit Kochen, Kässpätzle mit Röstzwiebeln sollte es geben. Also stand ich am Herd, brutzelte Zwiebeln und hobelte die Spätzle (ja, hier werden sie gehobelt, in meinen Augen die schnellste und bequemste Variante – außer natürlich fertige Spätzle, aber die kommen mir nicht ins Haus). Plötzlich stand der kleinere Bruder neben mir, schaute in die Pfanne und meinte „Hmmm, das riecht aber lecker. Und sieht auch lecker aus !“. Keine 5 Minuten später hörte ich ihn aus dem Flur, er rief noch „Ich geh schnell fragen, ob wir zum Essen bleiben dürfen“ und verschwand. Kein „Dürfen wir mitessen“ oder ähnliches …

Kurz darauf saßen wir zu siebt am Tisch und futterten Kässpätzle. Und abends stand das Kind dann wieder vor der Tür, dieses Mal mit Köfferchen und Schlafsack, und es folgte die erste Übernachtung eines Nachbarkindes beim großen Sohn.

Ich schwanke immer wieder zwischen „Ist das schön, endlich mal Kinder im Haus“ und „Oh, das sind aber viele Kinder und die kommen aber oft“.

Am schlimmsten/schönsten (je nachdem ;-)) ist es, wenn ich gebacken habe. Heute gab es frischen Hefezopf am Nachmittag, zwei Zöpfe hatte ich gebacken, einen davon beschlagnahmte gleich der große Sohn und rannte damit auf die Wiese vorm Haus, wo ihm auch schon sage und schreibe 6 Kinder entgegenrannten, um ihm anschließend seine Beute abzunehmen.

Heute sagte ich zu meinem Mann, daß ich schon Angst vor dem Sommer habe. Und zwar vor dem Moment, in dem die Nachbarskinder mitbekommen, daß wir im Besitz einer Eismaschine sind. Da lasse ich mir die Zutaten aber dann von den Besuchern mitbringen …

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Küche

21. Oktober 2011

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Darf ich vorstellen, Teile unserer neuen Küche. Das Flaggschiff unseres Hauses und ein wahrer Traum für alle, die gerne kochen (leider mit noch ungeputztem Kochfeld, da diese Prozedur ziemlich aufwendig ist, mache ich das immer erst wenn die Kinder im Bett liegen und nicht mehr gekocht wird …).

Auch dabei ein Bild unseres heutigen Essens, Haselnuss-Reis-Bällchen mit Zitronenwirsing. Wenn ich gewusst hätte, wie lange die Zubereitung dieser Köstlichkeit dauert, dann hätte ich es mir nochmal überlegt und das Rezept erst am Wochenende ausprobiert, mit babysittendem Mann im Haus. So war ich am Ende ziemlich gestresst, die Kinder sehr hungrig und die Küche ein Chaos. Aber es war zumindest sehr lecker und ich werde es irgendwann wieder kochen (dann aber am Wochenende …). Einzig der Wirsing kam nicht so richtig an, außer bei mir, den Rest werde ich nach dem Veröffentlichen dieses Artikels zu einer Suppe verarbeiten, denn Suppe geht immer gut weg.

Die Kochinsel wird übrigens noch von einer L-förmigen Küchenzeile eingerahmt, die sich hinter mir befand als ich das Foto aufnahm. So viel Platz hatte ich noch nie in einer Küche und ich geniesse es Tag für Tag mehr …

Und hier so …

21. Oktober 2011

– Kisten auspacken und den Inhalt möglichst sinnvoll verstauen

– versuchen wach zu bleiben, da zahnende, erkältete Babies nicht gerade wie Murmeltiere schlafen

– viel mit dem Handy herumtelefonieren (unter anderem wegen des noch nicht vorhandenen Festnetzanschlußes und der sich immer wieder aufhängenden Heizung (16 °C morgens im Bad sind nicht gerade Wohlfühltemperatur …)).

– gefühlte tausend Mal am Tag Dreck und Steinchen wegkehren, den die immer noch täglich herumwerkelnden Schreiner verbreiten

– zwischendurch zwei kranke Söhne ein wenig bespaßen, Hausaufgaben des Schulkindes kontrollieren, ein warmes gesundes Essen zubereiten, bergeweise Dreckwäsche waschen (das Dorfleben produziert davon mehr als das Stadtleben ;-)) und ergebnislose Versuche, das zahnende, schubende und erkältete Baby zum Schlafen zu bringen

– Möbelhäuserbesuche, damit endlich keine Kabel mehr an den Wänden zu sehen sind, sondern Lampen (gestern haben wir bestellt, mal sehen, wann sie geliefert werden)

– abends nach wie vor auf dem Sofa sitzen und glücklich murmeln „Wir haben so ein schönes Haus“ 🙂

Bald dann wieder mehr Artikel und auch mehr Bilder, momentan reichen Zeit und Energie aber nur für kleine Schnipsel.

Nachgereicht

18. Oktober 2011

Durch die Endphase des Hausbaus und den Umzug ging ja alles ein wenig unter. So auch die Einschulung unserer Tochter.

Darum hier nachträglich ein Foto vom ersten Schultag, mit etwas unausgeschlafenem, aber sehr stolzen Kind 🙂

Hallo Internet

18. Oktober 2011

Noch haben wir leider weder Telefon- noch Internetanschluß, dank meines Vaters aber zumindest einen Internetstick, den er noch zu Hause hatte …

Unser Anschluß wurde bereits Anfang August beantragt, bis heute können sich aber unser Anbieter, die Telekom und die Lechwerke nicht einigen, wer eigentlich zuständig dafür ist. Mich nervt das gewaltig. Die Bauherrenhotline der Telekom ist stundenlang besetzt, auf meine Nachrichten auf dem AB antwortet niemand, im T-Punkt werde ich nur blöd angemacht. Morgen werde ich bei den Lechwerken anrufen und dort mein Glück versuchen. Und falls ich dort nichts erreiche, muß wieder unser zukünftiger Anbieter dran glauben.

Ansonsten geht es uns sehr gut. Im eigenen Haus lebt es sich doch ganz anders als in gemieteten Objekten, sogar das Putzen macht viel mehr Spaß und wir geniessen unser Glück in vollen Zügen. Jeden Abend sitzen wir auf dem Sofa, schauen herum und murmeln „Wir haben so ein schönes Haus“ 🙂

Die Kinder sind ebenfalls begeistert, nach dem Mittagessen klingelt täglich eine Schar Kinder und lockt zum Spielen nach Draußen, meist sehe ich die Großen bis zum Anbruch der Dämmerung nicht mehr. Der Kleinste krabbelt mittlerweile blitzschnell, erkundet neugierig seine Umgebung und sitzt oft juchzend in der Küche, dort kann er sich nämlich besonders gut an den Schubladengriffen zum Stehen hochziehen.

Ach ja, die Küche. Die Küche ist das Flaggschiff unseres Hauses. Da ich sehr gerne und viel koche, haben wir darauf geachtet, daß sie ausreichend groß ist und viel Stauraum hat. Außerdem habe ich endlich ein großes Kochfeld (90 cm breit, gasbetrieben), einen Kühlschrank, der Platz für alle leckeren Dinge hat, die 5 Personen täglich benötigen und einen Ofen, der erstens einen riesigen Garraum und zweitens viele praktische Funktionen hat. Die Arbeitsplatte aus Granit bewährt sich täglich aufs Neue und ist ein wahrer Blickfang. Überhaupt ist diese Küche nicht nur praktisch, sondern auch optisch wunderschön 🙂

Am meisten liebe ich aber die Böden. Im ganzen Haus haben wir Eichendielen, lediglich im Eingangsbereich befinden sich Fliesen, da diese einfach pflegeleichter und unempfindlicher sind. Die Holzböden sind ein Traum. Nichts fühlt sich so gut unter den Füßen an, riecht so gut (das Holz ist nur geölt) und sieht so schön aus. Mit der Zeit werden sie sich verändern, Patina bekommen, aber genau das mag ich am Holz, daß es lebendig und wandelbar ist.

Momentan herrscht natürlich im gesamten Haus noch Chaos, denn die Umzugskisten sind noch lange nicht alle ausgepackt, wir sind uns noch nicht entgültig sicher, welche Möbel wir in welche Zimmer stellen und manchmal muß ich eine ganze Weile suchen, wenn ich etwas Bestimmtes brauche, aber es stört mich (noch) nicht sehr. Wichtig ist, hier zu sein. Nach 4 langen Wochen in der gemieteten Zwischenwohnung war es eine solche Erleichterung, hier einzuziehen, das kann ich mit Worten kaum beschreiben. Ganz egal, ob da nur eine Matratze auf dem Boden in der Ecke lag, ganz egal, ob die Kleidung immer noch in Umzugskartons herumstand, ganz egal, ob die Küche schon fertig war oder die Treppe ins Obergeschoß eingebaut war, es war und ist unser Zuhause.

Hier noch ein paar Impressionen, im Zufallsprinzip herausgepickt …

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Die Baustelle ist übrigens nicht unsere, sondern die unserer Nachbarn. Und natürlich hocken beide Jungs jeden Morgen am Fenster und beobachten die Bauarbeiter. Schon faszinierend, daß diese Faszination bereits mit 9 Monaten vorhanden ist …