Archive for the ‘Der Schlaf’ Category

Letzter Tag

31. Dezember 2012

Der letzte Tag des Jahres ist angebrochen und ich kann seit 3:30 Uhr nicht mehr schlafen. Schuld daran war unser Jüngster, der meinte, um diese Uhrzeit ganz dringend eine Portion Mamakuscheln und Decke zurechtwurschteln zu brauchen. Anschließend lag ich da, hellwach. Zusätzlich nervte mich meine verstopfte Nase, die mir mein Mann vererbt hat (er lag über Weihnachten mit einer Art Grippe flach), so daß ich gegen 5:30 Uhr aufstand, um etwas Sinnvolleres anzustellen, als mich hin- und herzuwälzen.
So kommt es, daß nun um 6 Uhr morgens bereits fertig zubereiteter Hefeteig für frische Zimtschnecken vor sich hingeht, die Küche blitzt und die Spülmaschine im Hintergrund vor sich hinrauscht …
Die vergangenen Feiertage waren schön, aber anstrengend. Heiligabend verbrachten wir zu fünft, das heißt eigentlich mehr oder weniger zu viert, da der Mann wie gesagt arbeitnehmerfreundlich am ersten Urlaubstag krank geworden war. Am 1.Feiertag waren meine Eltern, mein Opa und meine Geschwister hier, wir genossen ein leckeres 4-Gänge-Menü (fruchtiger Rotkohlsalat, Maronen-Weißweinsuppe, Rehragout mit Wirsing und Spätzle und als Dessert eine Ziegenfrischkäsemousse mit Rotweinkirschen), saßen gemütlich zusammen und verteilten Geschenke. Am zweiten Weihnachtsfeiertag kamen meine Schwiegereltern vorbei, dieses Mal nur ganze 12 Stunden (und das bei 3,5 Stunden Anfahrt), da die Heizung am Morgen Mucken gemacht hatte und sie Angst vor einer Kellerüberflutung oder Schlimmerem hatten.
Die letzten Tage standen im Zeichen des Ausruhens, Ausschlafens und Energietankens. Dank des trockenen, warmen Wetters konnten wir viel Spazierengehen, die Kinder packten die Inliner aus und die Sonne zauberte Stress und schlechte Laune davon.
Der Tag heute hat schon eine gewisse Bedeutung für mich, es ist eben der letzte Tag des alten Jahres und ich lasse an diesem Tag immer die vergangenen Monate Revue passieren, allerdings steht nicht mehr das Feiern und lange Aufbleiben im Vordergrund. Lange hatte ich überlegt, ob wir dieses Jahr Freunde einladen und so feiern, wie wir es vor den Kindern gemacht haben, aber mir fehlte schlichtweg die Lust und die Energie. Seit 8 Jahren haben wir Silvester nicht mehr richtig gefeiert. Es fing damit an, daß damals die Geburt unseres ersten Kindes bevorstand (ET 5 Tage nach Silvester) und ich ausgeruht sein wollte im Falle des Einsetzens von Wehen. Also gingen wir gegen 22 Uhr schlafen und verpassten das Feuerwerk.
Die Jahre darauf verlief der Jahreswechsel ähnlich, entweder waren wir durch Schlafmangel total gerädert oder eines unserer Kinder war krank (bevorzugt Mittelohrentzündungen).
Vielleicht schaffen wir es nächstes Jahr eine Feier zu organisieren. Ich fand Silvester als Kind immer toll, es war ein besonderer Tag und das wünsche ich mir auch für unsere Kinder. Heute werden wir es noch einmal wie die vergangenen Jahre halten, ein besonderes Abendessen kochen (kein Fondue, kein Raclette, mir schweben seit heute morgen Schnitzel mit Kartoffelsalat vor :-)), ein wenig Böllern mit den Kindern sobald es dunkel wird (eventuell lassen wir zumindest die Großen etwas länger wach) und dann schlafen gehen, wenn wir müde sind, ganz gleich, ob es bereits Mitternacht oder erst 22 Uhr ist …
Am nächsten Morgen werden wir ausgeruht aufstehen und die Stille und Menschenleere geniessen.
Fürs neue Jahr habe ich mir fest vorgenommen, endlich die 6 kg abzunehmen, die zuviel an mir hängen. Für diesen Vorsatz werden in den nächsten Tagen Joggingschuhe gekauft, denn da ich beim Essen ungern Abstriche machen möchte, muß mehr Bewegung her. Dieses eine Ziel halte ich für realistisch und umsetzbar, alles andere wird aufs Folgejahr verschoben.
Ich wünsche jedenfalls allen Lesern die noch übrig sind ein wundervolles Jahr 2013 mit viele positiven Überraschungen !

3 Uhr morgens …

21. November 2012

Es ist 3 Uhr morgens. Und wir Eltern sitzen mit einem sturen Kleinkind am Esstisch und schauen zu, wie es sich mit beiden Händen Brot in den Mund stopft. Wir sind müde, sehr müde.
Der Wahnsinn, den wir schon bei den ersten beiden Kindern erleben durften, hat schon vor 2-3 Wochen begonnen. Umbau des Gehirns von Kleinkind auf Kindergartenkind, Stück für Stück. Und damit verbundenes Chaos.
Nein, unser Jüngster möchte nicht jede Nacht sein Frühstück bereits um diese Zeit einnehmen. Es lag vielmehr daran, daß er gestern wie fast immer auf seinen Mittagsschlaf verzichten wollte, dafür dann um 18 Uhr stehend ko war und vor lauter Müdigkeit nicht mehr essen konnte, sondern einfach ins Bett wollte und einschlief. Um uns dann ab 1:30 Uhr wachzuhalten, denn da hatte er ausgeschlafen, und nun eben „Frühstück“ …
Ich hoffe, es bleibt bei dieser Nacht. Ich hoffe, er findet bald seine Mitte und seinen Rhythmus wieder. Ich hoffe, wir kommen bald wieder zu mehr Schlaf ….

6 Arme bräuchte man …

19. September 2012

Ich hätte gerne mal eine Portion Langeweile. Dazu eine Prise Nachtschlaf.

Man sollte nie, aber auch wirklich NIE erzählen, daß die Kinder gerade toll schlafen. Es könnte nämlich sein, daß schon in der folgenden Nacht Schluß mit ungestörtem Nachtschlaf ist.

Erst war es nur der große Sohn, der uns jede Nacht weckte, weil er zwar den Weg aus seinem Zimmer heraus, nicht aber zum Klo und wieder zurück ins Bett fand. Er erzählte von Alpträumen, Angst, u.s.w., und wir waren ziemlich ratlos und müde irgendwann. Nachdem ich ihm aber erklärt hatte, daß jeder Mensch manchmal Angst hat und es mir selber immer noch ab und zu unheimlich im Dunkeln ist wenn ich alleine bin, nahmen die nächtlichen Besuche allmählich ab.

Bis dann vor 3 Tagen der Jüngste anfing. In der ersten Nacht meinte er noch, von 1:30 Uhr bis 5:30 Uhr Sprechübungen machen zu müssen – natürlich nur mit Publikum, sobald ich es wagte das Zimmer zu verlassen brüllte er so laut, daß ich sofort kehrtmachte, um den Rest der Familie nicht aufzuwecken. In der folgenden Nacht schliefen zwar die Söhne, dieses Mal rief jedoch die Tochter nach mir, die sonst fast immer durchschläft und anschliessend konnte ich bis zum Morgengrauen nicht mehr einschlafen.

Letzte Nacht nun wieder der kleine Sohn, der plötzlich einen fiesen Pseudokrupp samt erhöhter Temperatur bekam und die gesamte Nacht an bzw. auf mir verbrachte.

Der große Sohn hustet und schnieft ebenfalls und ist stellenweise sehr unleidlich.

Nebenbei müsste ich eigentlich den ganzen Tag Kleidung, Spielzeug und Co. aussortieren und in Kisten packen für den Kleidermarkt in drei Wochen. Den normalen Haushalt erledigen und Dinge, die seit Wochen oder Monaten schon herumliegen und darauf warten, angepackt zu werden. Die Kinderzimmer warten auf eine Entmüllung und Säuberung, der Keller beherbergt leider noch viel zu viele Kisten für meinen Geschmack.

Außerdem würde ich gerne mal Bekannte treffen, zum Frühstück einladen oder ähnliches, damit aus Bekanntschaften endlich Freundschaften werden können.

Ich versuche täglich, soviel wie möglich zu schaffen und doch habe ich das Gefühl, nie fertig zu werden. Wo bleiben bloß meine sechs Hände ? Eigentlich würde mich zur Zeit aber schon eine Mütze Schlaf glücklich machen. Und dann klappt das vielleicht auch mit den sechs Händen. Die reichen dann auch für mehr Blogeinträge, die zwar alle immer in meinem Kopf sind, aber nicht auf den Pc kommen …

Verschiebung

4. September 2012

Schon lustig. Fast 8 Jahre nach der Geburt meines ersten Kindes werde ich erstmalig nicht durch die Kinder vom Schlafen abgehalten, sondern vom Pflaumenmus. Dieses will auch nach mittlerweile 5 Stunden nicht fertig werden, ich habe mich wohl etwas verschätzt bei der Zeit die 6 kg Pflaumen brauchen, um einen Großteil ihres Wassers zu verdampfen (hier wird Pflaumenmus ohne Gelierzucker hergestellt, mittels stundenlangen Einkochens im Backofen – heute deutlich zu lang …).

Hilft nichts, auf morgen verschieben bringt nichts, also heißt es die Nacht durchmachen für ein paar Gläser Mus 😉

Ich bin doch kein Baby mehr !

28. April 2012

Und wer braucht überhaupt einen Mittagsschlaf ?

So spricht jedenfalls das jüngste Familienmitglied. Natürlich noch nicht wirklich verbal, aber er zeigt es umso deutlicher mit Gesten und Mimik.

Seit heute morgen um 6 Uhr war das Kerlchen auf den Beinen. Und abgesehen von einem etwa 20-minütigen Nickerchen im Auto während des Einkaufens am Vormittag (wenn es überhaupt so lange dauerte) hielt er ohne Pause durch bis 19 Uhr ! Natürlich gab es zwischendurch mal einen kleinen Hänger und ab und zu ein Jammern, es hielt sich aber im Rahmen. Der große Sohn war noch mit 4 Jahren mehr durch den Wind ohne Mittagspause, als der kleine Bruder jetzt.

Gegen 18:30 Uhr zeigte unser Sohn dann aber doch deutliche Ermüdungserscheinungen, schaffte es gerade noch, sein Abendessen zu verputzen, um anschließend innerhalb weniger Minuten einzuschlafen …

Nun muß ich mich wohl oder übel daran gewöhnen, daß unser Nesthäkchen bereits mit 15 Monaten den Tagschlaf abschaffen möchte. Vielleicht macht er es auch wie die große Schwester, deren heimlicher Zwilling er ja ist, und fängt erst mit 2 Jahren so richtig damit an, um ihn dann mit 2,5 Jahren entgültig abzuschaffen. Wir werden sehen. Die nächsten Tage werde ich ihn auf jeden Fall wie heute wachlassen und beobachten. Vielleicht gibt es ja auch das Phänomen des Schlafnachholens bei ihm, also daß er einfach alle 2-3 Tage eine Runde Schlafnachschlag braucht und ansonsten ohne auskommt ….

Nerven gesucht

18. April 2012

Als ob das Gebrüll heute Mittag nicht genug gewesen wäre, gab es heute Abend noch eine Fortsetzung.

Seit vorgestern stille ich unseren Sohn abends nicht mehr und wir haben natürlich so schnell noch kein neues Abendritual gefunden. Bisher wurde er nach dem Zähneputzen noch gestillt (laut Zahnarzt war das ok, da er sowieso erst 7 Zähne hat), dann Lieder gesungen und meist schlief er bereits nach den ersten 3 Liedern.

Gestern und heute habe ich mich einfach mit unserem Jüngsten zusammen ins Bett gelegt (seit dem Umbau geht das wunderbar ohne Verrenkungen) und noch ein wenig mit ihm gesprochen. Wir haben uns über den heutigen Tag unterhalten („gogog !“, „gagagag !“, „Papa !“), er machte noch ein paar Stehversuche auf der etwas wackeligen Matratze und zuppelte an mir herum. Irgendwann wollte ich ihn zur Ruhe bringen, legte ihn neben mich, er wollte sich aber partout auf mich legen. Das kann ich aber nicht leiden und nach mehreren Versuchen ihn wieder hinzulegen fuhr ich ihn dann an, daß ich das nicht mag.

Ich bin wirklich normalerweise sehr geduldig, aber meine Nerven reichten nicht mehr aus. So ging das eine Weile hin und her, mein Sohn wurde immer wütender und verzweifelter, trat mich und schlug um sich, irgendwann verließ ich dann für ein paar Minuten das Zimmer, um Luft zu holen.

Anschließend legte ich mich nicht zu ihm, sondern setzte mich daneben, er krabbelte auf meinen Schoß, kuschelte sich an mich, ich nahm ihn in die Arme und nach etwas Schniefen und Seufzen schlief er ganz entspannt ein und ließ sich ablegen.

Er tat mir wahnsinnig leid, ich war aber auch ziemlich gestresst und bin gespannt, wie die nächsten Abende ablaufen werden. Natürlich haben wir auch versucht zu tauschen, bei meinem Mann war das Gebrüll jedoch noch viel lauter und er forderte lautstark die „Mama !“ ein ..

Morgen werde ich es mal mit Bilderbuch anschauen versuchen und ihn vielleicht gleich auf meinem Schoß kuscheln lassen, damit beide Seiten zufrieden sind. Und ansonsten warte ich einfach darauf, daß sich wie immer im Leben mit Kindern alles von selber ergibt und uns die Lösung quasi vor die Füße fällt 🙂

Der tägliche Kampf

18. April 2012

Hier tobt sein einiger Zeit täglich ein Kampf. Mutter gegen Kleinkind. Das Kind ist unheimlich müde. Es steht um 5 Uhr auf zur Zeit und bleibt dann bis etwa 13 Uhr problemlos wach. Dann treten deutliche Zeichen auf, daß es Zeit fürs Bett wird.

Sobald ich dann mit dem Sohn das Kinderzimmer betrete, versucht er bereits zu flüchten. Ins Bett bekomme ich ihn nur unter größtem Widerstand, anschließend versucht er ständig, dieses wieder zu verlassen. Es folgt eine halbe Stunde mindestens, in der er um sich schlägt, schreit, nach mir schlägt, kratzt und beisst, das Kind mutiert quasi zur Wildkatze. Danach reibt er sich eine Runde die Augen, schnieft 5 Minuten vor sich hin, um sich dann auf meinen Brustkorb zu werfen und dort augenblicklich einzuschlafen …

Ich kenne das noch von meiner Tochter, sie verhielt sich ähnlich und auch damals hatte ich kein besseres Rezept.

Ich habe versucht, ihn wach zu lassen, dann wird er aber von Stunde zu Stunde nervöser und müder, ist nur noch am Heulen und baut Unfälle. In der Bauchtrage schläft er schneller ein, da gibt es nur kurz Gezappel und Gejammer. Ist aber keine Alternative, mein Rücken streikt aufgrund des stattlichen Gewichts recht schnell und ich habe schlichtweg keine Lust, mein 15 Monate altes Kind täglich in den Schlaf zu tragen. Ruhig beschäftigen und damit herunterfahren klappt bei ihm genauso wenig wie damals bei der Schwester – das Mittelkind hingegen schlief einfach ein, wenn es müde war …

Nun grüble ich, ob es überhapt noch eine andere Methode gibt. Oder ob ich diese absolute Schlafverweigerung noch in Kauf nehmen muß, bis unser zweiter Sohn alt genug ist, um den Tag ohne Mittagsschlaf zu überleben. Momentan braucht er ihn definitiv noch. Seit eineinhalb Stunden schlummert er nun schon und wenn ich ihn anschließend aus dem Bett hole ist er die personifizierte gute Laune und voller Energie.

Vielleicht sind es auch nur die Meilensteine Sprechen und Laufen, die ihn so dermaßen aus der Bahn werfen. Heute Vormittag in der Krabbelgruppe ist er zum ersten Mal mehrere Schritte hintereinander frei gelaufen, nachdem bisher nur das freie Stehen funktionierte und den ganzen Tag über kaut er mir das Ohr ab und möchte Gespräche führen (hat jemand eine Ahnung was „Gogog“ heißen könnte außer „Huhn“ (das meint er sicher nicht damit, da wir ihm das nie vorgesagt haben) ?).

Jedenfalls hoffe ich sehr, daß es nur vorübergehend ist, ich denke, diese Situation zermürbt uns irgendwie beide  …..

Schlaflose Nacht

17. April 2012

In manchen Nächten frage ich mich, ob das wohl ein ausgeklügeltes Experiment ist in dem ich mich befinde und sich die Beobachter gerade totlachen …

Chronik der letzten Nacht:

1:30 Uhr: Sohn 1 ruft und möchte auf die Toilette begleitet werden

3:30 Uhr: mein Mann schnauft so laut neben mir, daß ich dieses Schnaufen im Schlaf als Kinderrufen interpretiere und aufwache

4:20 Uhr: Sohn 2 wacht brüllend auf, lässt aber durch eine Runde Kuscheln trösten

5 Uhr: Sohn 1 steht in der Tür und teilt mir mit, daß er einen Alptraum hatte, er darf in unser Bett, da mein Mann bereits auf dem Weg zur Arbeit ist

5:40 Uhr: Sohn 1 erwacht erneut und ich gebe den Versuch auf, nochmals einzuschlafen, da um 6:15 Uhr sowieso der Wecker der Tochter klingeln wird …

Von einem kurzen Nickerchen zwischen 1:30 Uhr und 3:30 Uhr abgesehen bin ich nun also seit dem ersten Mal Gewecktwerden  wach und fühle mich auch so. Große geistige Leistungen sind heute von mir nicht zu erwarten und ich hoffe, der Ausgleich erfolgt gleich in der kommenden Nacht. Vielleicht sollte ich sicherheitshalber gleich um 20 Uhr ins Bett gehen ….

Und wenn man denkt es geht nicht mehr …

27. Januar 2012

…. dann schafft es der Kleinste endlich mal wieder, eine Nacht komplett durchzuschlafen (vorher gab es das nur ein einziges Mal).

Die letzten Wochen habe ich nicht sehr viel über das Schlafverhalten des Jüngsten geschrieben, denn es war gleichbleibend schlecht und ich hätte mich nur ständig wiederholt. Jede Nacht war das Kind mindestens ein Mal wach, an sich nicht sooo schlimm, allerdings dauerte es bis zu 2 Stunden, bis er wieder einschlief. Er tobte, heulte und schrie, oder zappelte wie wild herum ohne zur Ruhe zu kommen.

Zwischendurch war ich mit ihm sogar beim Kinderarzt, weil ich eine krankheitsbedingte Ursache ausschließen wollte. Ich versuchte es mit Kind bei uns im Bett, mit Globuli, Kuscheln, dünnerem Schlafanzug, mehr Essen, weniger Essen, anderem Essen, es half alles nichts. Auch das Kürzen des Tagschlafes brachte keine Besserung, mehr Schlaf bewirkte nur, daß unser Sohn abends noch eine Stunde länger zum Einschlafen brauchte.

Nun neigt sich der 55.Woche Schub dem Ende zu und siehe da, alles wird besser. Das Kind ist nun zwar wesentlich frecher und fordernder als vorher, schläft aber deutlich besser und besitzt einige neue Fähigkeiten. So hält er nun beim Vorlesen sehr viel länger durch als vorher und beteiligt sich aktiv in Form von Zeigen auf die Figuren im Buch und begleitendes Geplapper. Er schiebt Autos durch die Gegend und macht dazu Brummgeräusche. Er klettert die Treppe nicht nur sicher hinauf, sondern auch wieder hinunter. Er versucht, sich anzuziehen, Lieblingskleidungsstück sind zur Zeit Mützen und zwar nicht nur die eigene, sondern alle die zu finden sind. Wutanfälle mit lautem Geschrei sind nun auch an der Tagesordnung …

Eigentlich ist das doch immer so. Man sitzt als Mutter (oder auch als Vater) da und denkt sich „ich habe keine Kraft mehr. Ich kann nicht mehr. So geht es nicht weiter.“ und plötzlich wendet sich das Blatt und es kehrt wieder für einen gewissen Zeitraum Ruhe ein – gut, relative Ruhe, denn bei mehr als zwei Kindern ist es irgendwie nie wirklich ruhig …

Harte Schule

12. Januar 2012

Mit Kindern geht man wirklich durch eine harte Schule. Nach der dritten schlaflosen Nacht in Folge bin ich etwas zermürbt. Das kleinste Kind schlief immerhin bis vier Uhr morgens. Allerdings durfte ich erst gegen 23 Uhr ins Bett kriechen aufgrund einer sehr langatmigen Elternbeiratssitzung (leider konnte ich mich nicht vorher abseilen, da ich für einen Punkt auf der Liste zuständig war, der ziemlich am Schluß zur Sprache kam) und wurde um 2 Uhr vom mittleren Sohn geweckt, der akuten Rede- und Kuschelbedarf hatte …

Ab 4 Uhr dann eben der Kleinste, der anschliessend nicht mehr wirklich schlafwillig war. Glücklicherweise übernahm eine halbe Stunde später aber mein Mann und lullte das Kind wieder in den Schlaf.

Tagsüber dann Aufräumen mit Baby im Entwicklungsschub, was auch den geduldigsten Menschen an seine Grenzen bringt. Immerhin habe ich während eines Kinderwagennickerchens des Jüngsten die Garage grundgereinigt und Ordnung hineingebracht, nun sieht es endlich nicht mehr aus wie nach einer Explosion. Auch die Wertstoffsammlung konnte ich entsorgen, leider unter ohrenbetäubend Geschrei, da ich es wagte, mich kurzzeitig mehr als einen Meter vom Auto zu entfernen.

Am Nachmittag dann Spielbesuch für den großen Sohn, es folgte die gefühlte Sprengung des Kinderzimmers (es hörte sich wie immer schlimmer an als es wirklich war, zum Glück bin ich da mittlerweile ziemlich abgehärtet). Anschliessend enterte die Tochter samt Sandkastenfreund das Haus und es folgten Schilderungen eines Kampfes mit zwei Nachbarskindern in epischer Breite, während ich versuchte, den sehr hungrigen Kleinsten zu füttern.

Der Kleinste, der ja teilzeitwindelfrei aufwächst, möchte momentan am liebsten gar nicht mehr gewickelt werden, meldet sich aber aufgrund des aktuellen Schubes nicht wirklich zuverlässig wenn er muß, was immer wieder zu Konflikten führt (meist eher mit Protesten seinerseits, wenn ich ihm dann irgendwann doch die Windel ummache, da wir entweder nach Draussen gehen oder ich entspannt einer Sache nachgehen möchte, ohne ständig danach schauen zu müssen, ob sich irgendwo im Raum eine Lache befindet …). Insgesamt finde ich aber nach wie vor, daß das Windelfrei eine tolle Sache ist, auch wenn es in unseren Breiten nicht komplett umsetzbar ist (jedenfalls nicht mit 3 Kindern und ohne ein unnötiges Stresspensum, zumindest in meinen Augen), und ich werde auf jeden Fall dranbleiben.

Manchmal empfinde ich das Leben als Dreifachmutter als sehr anstrengend, vor allem mit einem Noch-Baby. Die Kinder haben mir aber so viel beigebracht, es ist trotz allem so schön, sie zu beobachten, sie aufwachsen zu sehen, daß sich alles wieder relativiert. Bald wird auch das jüngste Kind nachts besser schlafen. Der große Sohn wird den Umzug und die Kindergartenumstellung immer besser verarbeiten. Und die Tochter sich noch routinierter im Schulalltag bewegen. Die momentane Durststrecke sehe ich eher als Training fürs Leben. Es gilt, noch ein wenig mehr Geduld aufzubauen. Noch mehr Gelassenheit in Stresssituationen. Und noch mehr Optimismus, wenn es so aussieht, als ob nichts mehr funktioniert. Es ist toll, so gute Lehrer fürs Leben zu haben 🙂