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Von der Liebe …

19. November 2019

Lange, lange, lange habe ich nichts mehr geschrieben. Schon als ich den letzten Beitrag verfasst habe war ich dabei, meine große Liebe kennenzulernen. Wir hatten uns Mitte Februar im Internet kennengelernt, ziemlich schnell wurden aus kurzen Nachrichten ellenlange Emails, dann Telefonate, schließlich am 25.3.2018 ein erstes Date und eine weitere Woche später eine Beziehung …

Seitdem sind fast 20 Monate vergangen und wir waren nie mehr als ein paar Tage voneinander getrennt. Und ich kann sagen, dass ich bis dahin auch nie diese Art von Liebe kennengelernt hatte. Dass wir Höhen und Tiefen erleben, aber immer diese unerschütterliche Zuversicht da ist, dass wir zusammengehören. Dass der Gedanke unerträglich ist, diesen Menschen irgendwann zu verlieren. Dass das Kribbeln im Bauch immer wieder zurückkommt und manchmal eine Intensität hat, die mir den Atem raubt. Dass auf allen Ebenen, Körper, Geist und Seele, eine Verbindung besteht und dies zu maximaler Zufriedenheit und Glück führt.

Selbst meine Kinder spüren das und haben ihn ins Herz geschlossen. Haben ihn fast ohne Widerstand integriert in unsere Familie und akzeptieren ihn voll und ganz.

Ich bin sehr, sehr glücklich und dankbar. Wo ich vorher manchmal trotz Gesellschaft ein Gefühl der Einsamkeit hatte, ist jetzt echte Zweisamkeit da. Ich kann sein wie ich bin und werde dafür geliebt. Und umgekehrt. Wir lachen gemeinsam, weinen gemeinsam und geben uns Halt.

Ich wünsche mir noch viele gemeinsame Jahre und noch viel mehr von diesen schönen Momenten die wir bis jetzt zusammen hatten …..

Lange Pausen

8. März 2018

Bevor nun wieder ein Jahr vorbei ist, packe ich die Gelegenheit beim Schopf und belebe meinen Blog ein bißchen. Unglaublich, wie die Zeit verfliegt.

Uns geht es ganz gut, abgesehen von dem Dauerstress des Alleinerziehens und manchen Widrigkeiten bei der Arbeit. Mein Job macht mir nach wie vor Spaß, auch wenn ich mehr und mehr spüre, daß die Psychiatrie in Krankenhausform auf Dauer ziemlich anstrengt. Die Bereitschaftsdienste sind zwar glücklicherweise nicht häufig, fordern aber ihren Tribut. Ich war noch nie ein Nachtmensch und somit fällt es mir unheimlich schwer, zu meiner Schlafenszeit noch voll konzentriert zu arbeiten, und das oft nicht wenig. Die Dienste sind eigentlich im Vertrag mit einem Pensum von maximal 40% Arbeitsbelastung angesetzt, de facto sind es aber meist 60-90%, ein Bereich, in dem normalerweise kein Bereitschaftsdienst mehr angeordnet werden darf. Das ärgert mich zunehmend und ich hoffe, daß sich bald etwas daran ändert.

Meine Stimmung wechselt oft zwischen „Ich kann nicht mehr, es ist alles zuviel“ und „läuft gerade wie geschmiert“. Meine zwei pubertierenden Großen sind bis auf gelegentliches Augenrollen und die üblichen Stimmungsschwankungen erträglicher als im Kleinkindalter. Ich finde es spannend zu beobachten, wie aus den Kindern ganz allmählich Jugendliche bzw. junge Erwachsene werden. Der Jüngste besucht mittlerweile die erste Klasse und schimpft täglich über die in seinen Augen völlig überflüssigen Hausaufgaben, seiner Meinung nach ist die Schule sowieso zu nichts gut und gehört abgeschafft :-). Das Lesen hat er trotzdem wie erwartet binnen weniger Wochen gelernt, Rechnen war vorher schon seine große Leidenschaft und er fordert regelmässig Extraaufgaben ein. Die Tochter ist etwas abgesackt von den Noten her, aber völlig im grünen Bereich für eine 13jährige. Beim Zeugnisvergleich zeigte sich, daß meines fast identisch war in der 7.Klasse :-). Und der große Sohn hatte zwar anfangs etwas Probleme, sich im Gymnasium mit den vielen Schülern, Lehrern und Fächern zurechtzufinden, allmählich wächst er aber hinein und ist dabei seinen Platz zu finden.

Mein Beziehungsleben liegt nach wie vor auf Eis. Zwischendurch unternehme ich ab und zu einen Flirtversuch, auch ein Date ist alle paar Monate drin, manchmal frage ich mich aber, wie ich überhaupt noch zusätzliche Zeit aufbringen soll. Wie soll das funktionieren  ? Ein Tag der von 5:30 Uhr bis 22 Uhr fast ohne Pause vorbeizieht, drei Kinder, die jede Menge Bedürfnisse haben und immer wieder meine Hilfe benötigen, Patienten mit Nöten und Problemen, ich selber mit meinen Bedürfnissen und eigentlich kaum Raum für etwas anderes.

Um etwas Abstand zu allem zu bekommen und wenigstens ein bißchen durchschnaufen zu können werden wir im Mai für drei Wochen auf Mutter-Kind-Kur gehen. Ich freue mich sehr darauf, vor allem da alle Kinder mitfahren dürfen. Vielleicht bringt das etwas Ruhe hinein und ich schaffe es anschließend auch, diese Ruhe eine Zeitlang zu erhalten.

Von Zähnen und Bambus

5. Mai 2017

Vor ungefähr 4 Wochen habe ich es zum ersten Mal bemerkt. Das Zahnfleisch am unteren rechten Backenzahn ganz hinten war entzündet. Da ich immer mal wieder kleinere Verletzungen oder Entzündungen im Mundraum habe, dachte ich mir nichts dabei, massierte die Stelle täglich mit etwas Teebaumöl, und nach wenigen Tagen war wieder Ruhe.

Zwei Wochen später schmerzte dieselbe Stelle erneut und ich schaute genauer hin. Was ich dann sah, versetzte mich erst einmal in Panik. Ich pflege meine Zähne sehr gut und hatte seit 35 Jahren keinerlei Probleme, zum Zahnarzt ging ich nur zur Kontrolle und es war immer alles in Ordnung. Scheinbar hatte ich aber zu viel gepflegt, im Sinne von zu festem Bürsten, oder mein Immunsystem funktioniert stressbedingt nur eingeschränkt, jedenfalls entdeckte ich am hintersten Backenzahn eine dunkelbraun gefärbte Stelle außen am Zahnfleischrand.

Natürlich googelt ein moderner Mensch wie ich sofort unter Zahnhalskaries und mir graute es noch mehr. Da war die Rede von Aufbohren, Zahnmark entfernen, Zahnwurzelbehandlung, u.s.w. … .  Ich googelte weiter und stieß dabei auf einige interessante Dinge. Ich entdeckte Blogs und Youtube Videos zum Thema Selbstheilung bei Karies. Einen Zahnarzttermin hatte ich schon vereinbart, da dieser aber erst in der nächsten Woche lag, fing ich an, die Tipps der „Selbstheiler“ auszuprobieren. Ich ziehe seitdem zwei Mal täglich Kokosöl, jeweils 20 Minuten (das geht auch unter der Dusche :-)), spüle meinen Mund drei Mal am Tag mit Xylit, verwende solehaltige Zahnpasta (Salz mögen die Kariesbakterien nicht besonders), und eine weiche Zahnbürste. Jahrelang habe ich mit einer elektrischen Zahnbürste geputzt und oft sehr fest angedrückt, das hat weder meinem Zahnfleisch noch meinen Zähnen gut getan. Die Zähne sind seit diesem Pflegeprogramm viel glatter und heller geworden, das Zahnfleisch fester und nicht mehr entzündet. Zusätzlich habe ich den Konsum von raffiniertem Zucker komplett gestrichen, das wollte ich schon länger machen, nun hatte ich aber einen handfesten Grund, dies endlich umzusetzen.

Bei der ganzen Recherche entdeckte ich aber noch etwas anderes und heute kam meine Lieferung. Zahnbürsten ganz ohne Plastik. Sie sind komplett aus schnell nachwachsendem Bambus gefertigt, sogar die Borsten (sie bestehen aus Bambusviskose) und können nach einer Gebrauchsdauer von 2-3 Monaten ganz einfach im Kompost oder im Holzofen entsorgt werden. Mich hat der ganze Plastikmüll in letzter Zeit immer mehr gestört und ich bin so glücklich, endlich auch in diesem Bereich eine gute Alternative gefunden zu haben. Auch sämtliches Verpackungsmaterial kommt ohne Plastik aus.

Der Zahnarztbesuch 6 Tage nach Beginn meines neuen Pflegeprogramms verlief sehr erfreulich. Die Zahnfleischentzündung war bereits fast ganz verschwunden, die verfärbte Stelle zwar noch vorhanden, diese wird auch bleiben, ich bekam aber grünes Licht für eine weitere Beobachtung. Da die Stelle nicht aufgeweicht ist und das Entzündungsbild rückläufig, bin ich nochmal mit einem blauen Auge davongekommen.

Da mir meine Entdeckungen sehr geholfen haben und es immer noch tun, möchte ich diese einfach mit allen teilen, die ihren Zähnen Gutes tun wollen und vielleicht auch ihren Plastikmüll reduzieren wollen. Ich bekomme nichts für diesen Artikel und wurde auch nicht darum gebeten, diesen zu schreiben. Ich bin einfach begeistert. Den ersten Test hat die Bürste gut überstanden, sie kommt auch in die hintersten Ecken, ist weder zu weich noch zu hart, und die Zähne fühlen sich nach dem Putzen gut an. Weitere Tests folgen und wenn es hier jemanden interessiert wie diese ausfallen, werde ich auch öffentlich davon berichten.

Wer mehr erfahren möchte und auch interessiert ist, kann hier nachschauen.

 

 

 

 

 

Freitagsfüller am 05.05.17

5. Mai 2017

Hier wieder der Freitagsfüller. Wer auch mitmachen möchte, kann sich hier bedienen.

Ich wünsche allen ein schönes Wochenende !

 

1. Ich persönlich glaube, daß Entschleunigung in unserer Zeit Priorität haben sollte .

2.  Daß man mittels Strafen Kinder gut erziehen kann ist totaler Quatsch.

3. Meine Nachbarn schneiden ihren Rasen mit der Schere und dulden nicht einmal einen Löwenzahn im Garten.

4.  Meine letzte Matratze war ein Fehlkauf.

5.  Wenn ich frische Blumen kaufe, sind das jetzt am liebsten Tulpen, was sonst.

6.  Aufgewärmtes Curry von mittags hatte ich gestern zum Abendessen.

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf DVD schauen mit meinen großen Kindern , morgen habe ich geplant, mit meinen Kindern auf den Kunsthandwerker- und Streetfoodmarkt in der Stadt zu gehen und Sonntag möchte ich mein Arbeitszimmer aufräumen und ausruhen !

Freitagsfüller

28. April 2017

Wie schön, daß heute Freitag ist. Da kann ich auch gleich noch den Freitagsfüller mitnehmen, von dem ich nach wie vor begeistert bin :-). Wen der Freitagsfüller auch interessiert, der kann hier nachschauen und mitmachen.

 

1. Keine Spur von Ärger über den Schnee. Ist zwar ungewohnt Ende April, aber doch irgendwie schön. Nur die armen Büsche und Bäume tun mir leid .

2.  Ich könnte eine Runde Urlaub vertragen.

3.  Wenn ich aus dem Fenster schaue sehe ich hoffentlich demnächst wieder zartes Grün statt Weiß.

4.  Das Konzert des Schulorchesters war in dieser Woche bisher ein Highlight.

5.  Im Gartencenter bin ich die letzten zwei Jahre leider kaum gewesen mangels anständigen Gartens und Zeit.

6. Zahncreme muss ich unbedingt bald mal selber machen.

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf mein Bett und den wohlverdienten Schlaf , morgen habe ich geplant Ausruhen geplant und muß eventuell abends im Nachtdienst einspringen und Sonntag möchte ich mein Blinddate treffen und die Sonne geniessen !

Außer Atem

28. April 2017

Nach langer, langer Zeit schreibe ich mal wieder hier. Mir war gar nicht bewußt, daß schon über ein Jahr vergangen ist …

Oft fühle ich mich wie in der Überschrift, völlig außer Atem. Ich laufe und laufe, komme aber nie an. Es greift alles ineinander, ich habe mich an sämtliche Abläufe als arbeitende, alleinerziehende Mutter gewöhnt, und doch widerstrebt mir das Tempo, in dem mein Leben dahinrast.

Für alle, die hier noch mitlesen, möchte ich ein wenig von den letzten Monaten berichten. Die kaputte Schulter habe ich schlußendlich letztes Jahr im Mai operieren lassen. Das verschaffte mir vier Wochen Pause, die zwar eingeschränkte Beweglichkeit und Schmerzen beinhaltete, aber auch die dringend benötigte Ruhe für die Seele. Ich habe die Zeit damals sehr genossen. Wieder mehr für die Kinder da sein können, wieder frisches Mittagessen kochen und gemeinsam am Tisch sitzen und essen, innehalten und auch mal gar nichts tun.

Mitte Juni erfolgte dann der Wechsel in eine neue Abteilung, seitdem arbeite ich in der psychiatrischen Tagesklinik. Seit August 2016 habe ich auch meine Stundenzahl reduziert, von 32 auf 28. Das tut mir sehr gut und ich habe seitdem zumindest das Gefühl, nicht mehr ständig über dem Limit, sondern nur noch genau am Limit zu sein. Noch besser wäre es, nach oben etwas Luft zu haben für anstrengende Zeiten, im Klinikalltag ist eine noch geringere Stundenzahl aber nur schwer umsetzbar und ich muss zugeben, daß ich auch die finanzielle Einbuße ungern in Kauf nehmen würde.

Mit der Arbeit bin ich nach wie vor sehr zufrieden. Vorausgesetzt, ich blende die Rahmenbedingungen aus :-). Mir bereitet es große Freude, meinen Patienten Hoffnung und neue Perspektiven schenken zu können und ich kann auch viel für mich selber mitnehmen. Ich achte mehr auf mich, grenze mich besser ab und weiß mittlerweile gut, wie ich zur Ruhe komme. Allerdings habe ich selten Gelegenheit dazu, dies auch umzusetzen. Neu für mich entdeckt habe ich das Laufen. Sowohl in Form von Joggen, als auch zur Arbeit zu laufen. In etwa 40 Minuten bin ich zu Fuß dort und sowohl auf dem Hinweg als auch auf dem Rückweg kann ich meine Gedanken sortieren und abschalten. Aktuell leider durch das letzte Kindergartenkind noch nicht täglich umsetzbar, ab September werde ich aber versuchen, so oft es geht zu laufen.

Auf meine Kinder bin ich nach wie vor sehr stolz. Der Jüngste kommt im September in die Schule und wurde beim Entwicklungsgespräch im Kindergarten durchweg gelobt, es gab keinerlei Defizite. Der Mittlere wird auf das Gymnasium gehen, in dem seine Schwester bereits auf die 7.Klasse zusteuert. Darauf freue ich mich sehr, da hier in der Grundschule ein sehr rauer Umgang herrscht und mein Kind die letzten zwei Jahre sehr gelitten hat. Als ob die Diabetesdiagnose nicht schon genug gewesen wäre ….

Ich bin nach wie vor glücklich, Mutter von drei Kindern zu sein. Es ist oft anstrengend, manchmal wird mir die Mischung aus Arbeit, Kindern und Haus etwas zu viel, wenn ich aber abends jedes einzelne Kind im Arm halte, wir über den Tag reden und kuscheln, läuft mir täglich das Herz über. Gleichzeitig bin ich oft erschüttert, welch grausame Geschichten meine Patienten als Kinder erlebt haben und es wundert dann nicht, daß das Erlebte Depressionen oder Persönlichkeitsstörungen auslöst, teils mit starken Suizidgedanken. So oft sitze ich da und wünsche mir, daß Eltern genauer hinsehen, die Persönlichkeit ihres Kindes wirklich wahrnehmen und bei sich aufräumen, statt ihren Ballast auf dem Rücken von ihren Schutzbefohlenen auszutragen. Es müssen keine Schläge oder sexueller Mißbrauch sein. Oft reicht schon wiederholte verbale Demütigung und mangelnde Akzeptanz der Persönlichkeit des Kindes. Oder auch überbehütendes und übergriffiges Verhalten.

Es hilft aber zum Glück oft, wenn ein Therapeut eine zuverlässige und vertrauenswürdige Bezugsperson wird und über Wertschätzung und Annahme Stabilität und Würde wieder zurückgibt. Daß das funktioniert erfahre ich bei der Arbeit immer wieder und habe dann das Gefühl, wenigstens im Kleinen etwas verändern zu können.

Freitagsfüller

26. Februar 2016

Da heute ausnahmsweise der Freitag mal entspannter ist, kann ich endlich mal wieder beim Freitagsfüller mitmachen, was mich sehr freut :-).

1. Unser Lied für Stockholm kenne ich leider nicht.

2. Meine Oma hatte ein Herz aus Gold.

3. Langsam könnte mein Leben mal etwas weniger turbulent verlaufen.

4. Mit soviel Schnee am Ende vom offiziellen Winter habe ich nicht gerechnet.

5. Der Druck von seiten der Klinikleitung ist manchmal fast zuviel.

6. Die Zeugnisse meiner Kinder waren absolut super.

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf Füße hochlegen, morgen habe ich Skypen mit dem neuen Aupair geplant und Sonntag möchte ich einfach einen gemütlichen Tag mit meinen Kindern verbringen.

Neuer Header, kaputte Schulter

23. Februar 2016

Der Wunsch zu bloggen ist immer wieder da. Entweder scheitert es aber an der Zeit oder an meiner Energie. Was ich nun endlich geschafft habe ist, ein neues Headerbild zu installieren. Meine Kinder haben sich schon länger darüber beschwert, daß es nicht mehr passt und viel zu alt ist. Als wir nun vorletzte Woche am See waren und ich ein paar schöne Fotos schiessen konnte, war es endlich so weit und ich habe ein hübsches herausgesucht.
Fünf Jahre älter sind die Kinder immerhin, ein ganzes Stück größer und die Älteste schon beinahe kein Mädchen mehr, sondern eine hübsche energische junge Frau :-).
Was mich betrifft, so fühle ich mich zur Zeit steinalt. Anfang November schon bin ich gestürzt, mit meinem ganzen Gewicht auf den rechten Ellenbogen. Lange habe ich die Schmerzen ignoriert, bis ich kurz vor Weihnachten dann doch zum Orthopäden gegangen bin. Der meinte, es handle sich um eine Bizepssehnenquetschung und schickte mich weiter zur Physiotherapeutin. Da war ich nun bereits sieben Mal und es wurde leider schlimmer statt besser. Mittlerweile ist es sogar so weit, daß ich den Arm nicht mehr richtig anheben und z.B. nichts vom Regal angeln kann. Außerdem schiessen bei jeder blöden Bewegung übelste Schmerzen ein, die mich nach Luft schnappen lassen.
Heute also nochmal Orthopäde. Er hat mich ganze zwei Minuten untersucht, meinte nur, daß sich der Befund ja drastisch verschlechtert hätte und ich ein MRT machen lassen soll …
Den Termin habe ich nun erst in fünf Wochen, keine Ahnung wie ich das überleben soll. Vielleicht rufe ich morgen nochmal an und schildere meine Beschwerden etwas dramatischer.
Die Arbeit macht mir immer noch sehr viel Spaß, ich habe nun auch die Aussicht darauf, bald ein wenig die Stundenzahl zu reduzieren, von 32 auf 28 Stunden, und ich bin mir sicher, daß dieser Schritt einige Dinge positiv verändern wird. Bis auf mein Gehalt natürlich.
Die Frage ist jedoch, was wichtiger ist. Mehr Lebensqualität und Gesundheit für mich, damit auch glücklichere Kinder. Oder 10% mehr Gehalt, die mich aber den letzten Nerv und jegliche Energie kosten.
Vielleicht kommt aber auch alles anders und die neue Station auf die ich im Juni rotieren werde hat so eine entspannte Atmosphäre, daß mir die Stundenzahl nicht mehr soviel ausmacht. Wir werden sehen …
Ansonsten gibt es nicht viel Neues, die großen Kinder haben hervorragende Zeugnisse nach Hause gebracht, ausschließlich Einser und Zweier, was für mich nicht im Mittelpunkt steht, aber mich natürlich stolz macht und beruhigt. Denn trotz aller Unruhe in den letzten zwei Jahren sind die Kinder entspannt und größtenteils glücklich, was das Lernen erheblich erleichtert, da sie den Kopf frei haben.

Turbulenzen

13. Dezember 2015

Fast schon wieder ein Jahr vorbei, die Zeit fliegt …
Dieses Jahr hatte es wirklich in sich. Der Jobwechsel, plötzlich ein chronisches krankes Kind, im Sommer kam dann noch ein Umzug dazu.
Ein Umzug ? Ja, wir sind im August meiner Arbeit hinterhergezogen. Nach wochenlangem Pendeln, immerhin 80 km pro Tag, hatte ich entschieden, daß das eindeutig zuviel Stress sei. Vor allem war ich gerade zu Beginn der Diabeteseinstellung immer sehr besorgt und für meinen Geschmack einfach zu weit weg vom Kind.
Also machte ich mich nach Ostern auf die Suche nach einer passenden Bleibe vor Ort. Nach einigem Hin und Her entschied ich mich für ein älteres Reihenmittelhaus, von der Lage nicht besonders schön, aber überaus praktisch. Der regionale Supermarkt ist nur 500 m entfernt, die Kinder können selbstständig mit dem Bus in die Stadt fahren und zur Arbeit sind es nur noch 4 km.
Ich hatte einige Einbrüche dieses Jahr, oft dachte ich, ich schaffe es nicht mehr, aber es geht doch irgendwie immer weiter. Vorläufiger Höhepunkt war der Umzug, wir mussten uns von 180 auf 150 qm verkleinern und das war und ist eine echte Herausforderung.
Die Kinder haben sich mittlerweile gut eingelebt, mein Jüngster meinte kürzlich, es fühle sich nun an wie zu Hause.
Mir fällt es oft noch schwer, ich vermisse das Landleben, obwohl die Stadt auch viele Vorteile bietet.
Der Job passt, nach manchen Stolperern am Anfang werde ich nun immer routinierter und bekomme auch viel positives Feedback von meinen Patienten.
Das Leben als Alleinerziehende ist oft anstrengend, aber machbar. Der Tag geht von sechs Uhr morgens bis 21 Uhr abends ohne Pause, danach bleibt noch ein wenig Zeit für mich, aber lange nicht genug. Da die Kinder aber immer größer werden, werden über kurz oder lang auch wieder ruhigere Zeiten anbrechen. Die vier kinderfreien Tage im Monate nutze ich sehr intensiv in Sachen Entspannung. Meist lasse ich mich durch den Tag treiben und grenze alles aus, was nach Anstrengung riecht oder mich belastet. Eine Überlebensstrategie, die bis jetzt ganz gut aufgeht :-).
Mit dem Diabetes kommen wir mittlerweile alle viel besser klar. Schon lange wird hier nicht mehr abgewogen und gerechnet, sondern nur geschätzt. Die Werte sind sehr gut, also kann es nicht so falsch sein. Die anfängliche Verzweiflung meines Sohnes ist einem „niemand kennt sich so gut mit dem Körper aus wie ich !“ gewichen, wobei es auch Tage gibt, an denen er seine Krankheit verflucht oder sie versucht zu ignorieren. Er macht es aber im Großen und Ganzen sehr gut und ich bin froh, daß in diesem Bereich wieder ein Stück Normalität da ist.
Die Tochter ist nun auf dem Gymnasium. Das Tempo dort hat gerade am Anfang immer wieder Spuren hinterlassen, mein armes Kind klagte oft über Übelkeit, Kopfschmerzen oder große Müdigkeit. Mittlerweile ist auch das besser geworden, ich spüre aber, daß sie viel Kraft für die Schule braucht und sehr oft das Bedürfnis hat, sich zurückzuziehen und ihre Ruhe haben möchte. Unglaublich, was heutzutage alles abverlangt wird in dem Alter …
Der Jüngste ist entgegen meiner Befürchtungen von Anfang an gerne in den neuen Kindergarten gegangen, er hat dort jetzt schon 3 gute Freunde und wirkt zufrieden. Nach wie vor ist er ein sehr eigenes Kind, mit unserem neuen Aupair rasselt er regelmässig zusammen, aber ich bin mir sicher, daß er im Leben gut zurechtkommen wird, gerade wegen seiner geradlinigen und selbstbewußten Art. Er weiß genau was er will und was er nicht will, und äußert dies auch lautstark :-).
Partner gibt es keinen neuen in meinem Leben, ich halte aber die Augen offen. Wobei ich nicht wüsste, wie ich auch noch einen Mann unterbringen sollte in dem ganzen Chaos. Wie machen das andere Alleinerziehende ?
Ich hoffe, ich komme in nächster Zeit wieder öfter zum Bloggen. Ich war ganz überrascht, daß es doch tatsächlich noch Menschen gibt, die hier vorbeischauen :-).
An diese und an alle anderen sende ich schon einmal liebe Weihnachtsgrüsse …

Viel passiert

18. Februar 2015

Sehr lange war dieser Blog verwaist. Heute raffe ich mich auf und werde wieder ein paar Zeilen schreiben.
Die letzten Monate ist einiges passiert. Ich kam kaum zum Luftholen, das Leben drehte sich wie ein Karussell und hat auch noch nicht damit aufgehört.
Alles fing Ende November an. Ich hatte mich richtig gut eingearbeitet, war zwar immer noch auf Suche nach Jobalternativen wegen zu schlechter Arbeitsbedingungen, aber das wollte ich auf kommenden Sommer verschieben, um ein wenig Ruhe in unser Leben zu bringen. An bewußtem Tag rief mich dann mein Chef zu sich. Er eröffnete mir, daß er nur noch Mitarbeiter behalten wolle, die mindestens zwei Jahre Berufserfahrung hätten und daß ich mir einen anderen Job suchen solle. Vier Wochen vor Weihnachten und einen Monat vor Ablauf der Probezeit ist das nicht gerade das, was man gerne hören möchte …
Ich hatte also vier Wochen Zeit, mir eine neue Arbeitsstelle zu suchen und alles zu organisieren, die Adventszeit war somit von vornherein auf Unruhe programmiert.
Glücklicherweise schaffte ich es, in der ersten Dezemberwoche ein Vorstellungsgespräch zu ergattern und bekam zwei Wochen später den Vertrag. Nach einigem Hickhack mit meinem Chef durfte ich dann auch die letzten 10 Dezembertage überstundenfrei nehmen und es gab zumindest eine kleine Pause in dem ganzen Chaos.
Auch Silvester verlief noch ruhig. Am 2.1. trat ich meine neue Stelle an, nicht nur ein Klinikwechsel, sondern auch ein Fachwechsel, von der inneren Medizin in die Psychiatrie.
Der Januar war zwar anstrengend, aber ich fühlte mich dort gleich wohl und spürte, daß mir dieser Bereich gut liegt. Die Patienten waren interessant, ich durfte von Anfang an Gesprächstherapien führen und mit den Kollegen kam ich gut aus.
Dann kam der 7. Februar, der Tag, seit dem alles Achterbahn fährt. Die ganze Woche hatte ich schon ein komisches Gefühl gehabt. Mein großer Sohn ging nachts immer öfter auf die Toilette, hatte ständig Durst und fing ein paar Tage vorher an, extrem nach Aceton zu riechen. Ich beriet mich mit meinen Kollegen und sie meinten, sie wollten mir keine Angst machen, aber ob ich schon mal an einen Diabetes gedacht hätte. In diesem Moment setzte sich alles wie ein Puzzle zusammen. Am besagten Samstag ging ich zur Apotheke, kaufte einen Urintest zur Zuckerbestimmung und testete dann meinen Sohn. Der Test fiel so deutlich positiv aus, daß kein Zweifel mehr bestand.
Noch am gleichen Tag fuhr ich mit ihm zur Bereitschaftspraxis vor Ort, dort sind auch Kinderärzte anwesend am Wochenende. Nach der Blutzuckerbestimmung bekam ich sofort eine Krankenhauseinweisung in die Hand gedrückt, der Wert lag bei fast 500, was bereits im lebensbedrohlichen Bereich liegt …
Anschließend verbrachte ich mit meinem Kind eine Woche in der Fachklinik, es wurde rund um die Uhr Blutzucker gemessen, Insulin gespritzt und geschult. Am Sonntag löste mich dann sein Papa ab und ich wollte eigentlich wieder arbeiten gehen. Nachdem ich aber bereits beim Computer hochfahren anfing zu Weinen und nicht mehr aufhören konnte, wurde ich wieder nach Hause geschickt und bin nun für zwei Wochen krankgeschrieben. Im Krankenhaus hatte ich gut funktioniert, es handelt sich ja schließlich um mein Fachgebiet, zu Hause brach dann die ganze Sorge und Verzweiflung heraus, mir wurde dort erst das Ausmaß der Veränderungen richtig bewußt.
Die nächsten Tage wird mein Sohn hoffentlich entlassen, ich habe dann noch über eine Woche Gelegenheit, den Alltag zu organisieren, das Messen, Spritzen und BEs ausrechnen mit meinem Aupair zu üben und zu beobachten, wie sich die Zuckerwerte zu Hause verändern, denn der Tagesablauf ist ein komplett anderer als im Krankenhaus.
Er wird nun bis an sein Lebensende darauf achten müssen, wie die Blutzuckerwerte sind, vor jeder Mahlzeit ausrechnen müssen, wieviel Insulin er spritzen muß und vor allem auf die Zusammensetzung der Ernährung viel mehr achten müssen. Das muß man erstmal verdauen, sowohl er als auch die direkte Umgebung.
Vielleicht werde ich noch einen Zweitblog zum Thema eröffnen, noch fehlt mir aber Zeit und Lust. Eventuell gibt es unter meinen Lesern auch Betroffene, ich würde mich über jede Art von Austausch freuen …