Archive for Februar 2012

Ausgelaugt

25. Februar 2012

Die vergangenen drei Wochen haben mich ziemlich ausgelaugt. Ständig diese Sorge um den Finger unseres Jüngsten, diverse Arztbesuche, dann das hohe Fieber ab dem letzten Wochenende und die große Angst vor einer weiteren Verschlechterung seines Zustandes.

Unter der Antibiotikagabe ging es ihm die letzten Tage zusehends besser, er ist aber nach wie vor sehr empfindlich, schläft schlecht und weint, sobald ich mich ein paar Meter von ihm entferne. Heute suchten wir erneut die Bereitsschaftspraxis auf, wie die letzten Wochenenden auch, da ich zwar nur bis heute das Antibiotikum geben sollte, der Finger aber nach wie vor gerötet ist(allerdings lange nicht mehr so schlimm wie Anfang der Woche) und unser Sohn auch noch sehr rasselt beim Atmen. Der Arzt hörte ihn ab und meinte, daß es sich bei dem Rasseln um die Reste einer Lungenentzündung handle und bestätigte auch meinen Eindruck, daß der Finger zwar nicht wirklich schlecht, aber auch noch nicht richtig gesund aussähe.

Nun also noch eine weitere Woche Antibiotikum. Eigentlich nicht schlimm wenn sich dieses Kind nicht so vehement wehren würde. Selbst wenn einer von uns die Hände festhält und der andere den Unterkiefer nach oben zieht, damit er das Zeug nicht ausspucken kann, versucht er dennoch, es so lange wie möglich im Mund zu behalten und irgendwie wieder nach Draußen zu befördern. Mit vereinten Kräften und unter massivstem  Geschrei wandert dann zwar alles in den Magen, aber mir blutet jedes Mal das Herz. Unsere großen Kinder haben sich nie so massiv gewehrt, wenn sie Medikamente eingeflösst bekamen, allerdings waren sie auch schon ein paar Monate älter und akzeptierten die Situation eben irgendwann …

Die Gesamtsituation schafft mich als Mutter aber auch sehr. Die Nächte sind zerstückelt (im Schnitt wacht unser Kind alle 2 Stunden brüllend auf, oft weiß ich gar nicht, was er hat bzw. was er möchte), ich muß mein Kind zu Dingen zwingen die zwar gut für es sind, die es aber verabscheut (siehe oben, Medizin verabreichen, außerdem Inhalieren, geht fast nur unter Dauergebrüll und um sich schlagen) und ich komme kaum zu anderen Sachen, die mir auch wichtig wären.

Insgesamt bin ich aber nach wie vor sehr froh, daß unser Sohn wieder lachen kann, an seinem Laufwagen herumflitzt und einfach wieder er selbst ist. Nach einer kurzen Durststrecke wird es auch mehr Schlaf geben und alles verblasst zu einer weiteren spannenden Geschichte aus dem Leben unseres dritten Kindes. Bis dahin muß ich einfach noch durchhalten. Und ich hoffe, daß die erhöhte Temperatur und der fiese Husten des Mittelkindes sich nicht auswachsen zu einem handfesten Infekt, ich brauche wirklich eine kleine Pause ….

 

Advertisements

Alptraum vorbei

22. Februar 2012

Endlich hat dieser Alptraum ein Ende. Dachte ich am Wochenende noch, unser Kind hätte einfach wieder einen weiteren banalen Infekt, so war ich am späten Sonntagnachmittag doch so weit, zum Bereitschaftsdienst zu gehen.

Ab Montag bekam unser Sohn dann ein Antibiotikum, da er nach wie vor hoch fieberte und immer mehr abbaute. Er wollte nichts essen, trank aber zum Glück viel Wasser, er hing den ganzen Tag nur flach atmend und jammernd an mir und bot ein Bild des Jammers.

In der Nacht auf Dienstag erneut sehr hohes Fieber, bis 40 Grad, und da machte ich mir dann richtig große Sorgen bzw. ich bekam langsam aber sicher Angst um unser Kind, was mir in sieben Jahren Muttersein fast noch nie in dem Ausmaß passiert ist. Ich saß mitten in der Nacht noch am Computer und googelte, konnte kaum mehr einschlafen und beobachtete fast pausenlos dieses Bündel in unserem Bett, das immer wieder wimmernd oder weinend aufwachte und sich anfühlte wie ein kleiner Ofen …

Gegen Mittag stand ich dann in der Praxis des Arztes, der unseren Jüngsten am Sonntag gesehen hatte und ich berichtete ihm, daß das Antibiotikum bis dato keinerlei Besserung bewirkt hatte, sondern ich im Gegenteil den Eindruck hätte, der Zustand unseres Kindes sei noch ernster. Er hörte die Lunge ab, untersuchte ihn gründlich, nahm aber wie am Sonntag kein Blut ab (das verstehe ich nach wie vor nicht, unsere Kinderärztin in München hat immer wenigstens ein kleines Blutbild abgenommen, wenn die Kinder einen schweren Infekt hatten), sondern meinte nur, daß er das Knistern in der Lunge am Sonntag nicht gehört hätte und er mir nun doch ein anderes Antibiotikum aufschreiben würde.

Dieses besorgte ich in der nächsten Apotheke, zusammen mit Medikamenten zum Inhalieren. Zu Hause beschloß ich aber nach einigem Hin und Her, vorerst doch bei dem ersten Antibiotikum zu bleiben, denn dem entzündeten Finger tat es eindeutig gut und da dieser bestimmt keinen unerheblichen Anteil an der ganzen Misere hatte, war mir dieser Heilungsfortschritt wichtiger.

Heute dann ein fieberfreies Kind mit nurmehr dunkelrosa gefärbtem und fast komplett abgeschwollenem Fingerendglied, zwar noch mit sehr verschleimten Bronchien, die aber dank eifrigen Inhalierens auch schon auf dem Weg der Besserung sind.

Im Rückblick hat der Finger doch eine größere Rolle gespielt als alle dachten („ist doch nur der eine Finger“), meine Freundin, die ebenfalls Ärztin ist, meinte sogar, daß es sich eventuell um eine beginnende Sepsis gehandelt hat (Blutvergiftung). Deshalb vielleicht auch das verzögerte Einsetzen der Antibiotikawirkung, der rasche Verfall unseres Sohnes (den ich kaum mehr wiedererkannte, kaum Reaktionen auf seine Umwelt, gestern morgen sogar zu schwach zum Stillen das ihm sonst sehr wichtig ist, nur am Weinen und Schreien) und ein Finger der aussah, als ob er gleich aufplatzt …

Ich war heute so froh und dankbar, daß es ihm wieder deutlich besser geht. Er lacht wieder, er spielt, er isst fast normal und ist einfach wieder das Kind, das vor dem letzten Wochenende hier herumtobte. So sehr ich auch die unüberlegte Gabe von Antibiotika verurteile, in unserem Fall war es eindeutig nötig und ich möchte nicht wissen, wie es ohne  ausgegangen wäre, so geschwächt wie der kleine Körper war …

Nicht gut

20. Februar 2012

Trotz Antibiotikagabe seit gestern keine Besserung in Sicht, im Gegenteil, jetzt gerade fiebert der Jüngste bei 39,8 Grad und sieht alles andere als gesund aus 😦

Ich kann vor lauter Sorge kaum schlafen und werde am Vormittag gleich nochmal mit ihm beim Kinderarzt aufschlagen …

Das Nichtanschlagen des Antibiotikums bestätigt, daß es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um einen Virus handelt und scheinbar um einen besonders fiesen. Ich hoffe nun einfach, daß das Immunsystem unseres Sohnes fit genug ist, um diesen zu bekämpfen …

Krankes Hühnchen

19. Februar 2012

Der kleine Mann fiebert nach wie vor, allerdings zeichnet sich schon leichte Besserung ab, denn statt 40 Grad wie gestern Abend hatte er heute vor dem Schlafengehen nur noch 39,2 Grad Fieber. Tagsüber litt er vor sich hin, nickerte abwechselnd auf meiner oder Papas Brust und hustete sich die Seele aus dem Leib …

Am Nachmittag fuhr ich dann doch noch zur kinderärztlichen Bereitschaftspraxis, einfach um auf Nummer Sicher zu gehen, die Lungen abhören zu lassen und eine Fachmeinung einzuholen. Der Kinderarzt bestätigte meinen Eindruck, falls unser Sohn morgen immer noch hohes Fieber haben sollte und keine deutlichen Besserungszeichen zeigt, wird er ein Antibiotikum bekommen. Das Rezept habe ich bereits, nun hoffe ich also, daß sich der momentane Trend fortsetzt und morgen das Schlimmste überstanden ist.

Er schläft wieder sehr unruhig und ich werde auch bald ins Bett kriechen, um für die Nacht gewappnet zu sein. Hoffentlich gestaltet sich diese anders als die letzte, in der unser Sohn erst stündlich aufwachte, um nach dem dritten Mal Aufwachen in meinem Arm weiterzuschlafen, was immerhin einen Zwei-Stunden-Rhythmus bewirkte, aber einen abgestorbenen Arm und verdrehten Rücken meinerseits zur Folge hatte …

Irgendwann dann auch mal wieder andere Themen und entspannteres Bloggen, jetzt erstmal Kind pflegen bis es wieder ganz gesund ist und hoffen, daß der Rest der Familie weiterhin verschont bleibt …

Sorgenkind

18. Februar 2012

Und wieder ist unser Jüngster krank …

Letzte Nacht wachte er schreiend auf, fühlte sich warm an, das Thermometer zeigte 38.1 Grad an. Solche Temperaturen beunruhigen mich nicht weiter, das Kind wanderte einfach mit zu uns ins Bett und wälzte sich ab diesem Zeitpunkt unruhig hin und her, wachte immer wieder weinend auf und an Schlaf war nicht mehr zu denken …

Heute morgen dann Normaltemperatur. Ich schob das Ganze aufs Zahnen und die dicke Rotznase. Im Laufe des Tages dann aber wieder zunehmendes Fieber, vorhin vor dem Schlafengehen waren es genau 40 Grad. Das schreckt mich auch noch nicht, aber nun mache ich mir doch mehr Sorgen als letzte Nacht. Die einzigen Symptome sind bisher das hohe Fieber, ein blöder Reizhusten und eine Rotznase. Ich hoffe, daß er sich nicht die echte Grippe eingefangen hat, sondern nur einen banalen Infekt hat.

Was mich am meisten beschäftigt ist die Infekthäufigkeit. Dieses Kind ist maximal 2-3 Wochen gesund, dann fängt es sich den nächsten Virus ein. Soweit ich mich erinnern kann, war das bei den Großen nicht so. Jedenfalls nicht so früh. Nun grüble ich, ob er deshalb so oft krank ist, weil seine Geschwister ständig Keime von Kindergarten und Schule anschleppen, oder ob er einfach anfälliger ist.

Die kommende Nacht wird bestimmt wieder sehr unruhig, während ich diesen Artikel schreibe ist er bereits 2 Mal aufgewacht. Eventuell werde ich heute Nacht dann ausnahmsweise doch auf Fiebersaft zurückgreifen, denn ganz ohne Schlaf überleben wir das nicht und wir liegen am Ende alle krank im Bett. Normalerweise senke ich Fieber nicht, da es eine gesunde Körperreaktion ist, und solange es dem Kind noch einigermaßen gut geht, sehe ich dafür auch keine Veranlassung.

Nun brauche ich einige gedrückte Daumen, daß dieser Infekt nicht länger als 2-3 Tage anhält bzw. das Fieber nicht allzu lange so hoch oben bleibt …

Meilensteine zuhauf

16. Februar 2012

Ich komme momentan zu nichts. Essen wird gekocht, Wäsche gewaschen, das Minimum läuft, aber ansonsten Pustekuchen. Nicht mal kleine Pausen sind drin …

Woran das liegt ? Der Kleinste hat sich vorgenommen, gleich mehrere Meilensteine abzuhaken. Er übt nicht nur wie ein Besessener das Sprechen, er hat sich gleichzeitig vorgenommen, Laufen zu lernen …

Die Tage sehen also so aus, daß ein kleines Kind vor mir sitzt, wild gestikuliert und erzählt, und einen Wutanfall bekommt, wenn ich nicht augenblicklich errate, was gemeint ist.  Wenn ich nicht reagiere, werde ich verfolgt oder unser Sohn kreischt so lange, bis ich ihm zuhöre. Außerdem hat er den Laufwagen entdeckt, an dem bereits Bruder und Schwester die ersten Schritte machten. Das Problem ist nun, daß er zwar wunderbar damit herumrennen und ihn vor sich herschieben kann, das Wenden funktioniert aber noch nicht. Also saust er den Flur entlang bis er an eine Tür oder Wand knallt, um dann nach mir zu rufen und mich laut schimpfend aufzufordern, den Wagen zu wenden.

Manchmal bin ich hin- und hergerissen. Einerseits finde ich es toll, wie ehrgeizig er momentan trainiert und übt, andererseits geht es mir von Zeit zu Zeit ziemlich auf die Nerven. Ignorieren funktioniert nicht, denn erstens hat unser Kind einen langen Atem, wenn es etwas unbedingt haben möchte und zweitens finde ich es ja auch gut und wert zu fördern.

Was auch unter dem ganzen Wahnsinn leidet ist der Schlaf. Tagsüber schlafen geht ja mal garnicht, außer ich bestehe darauf, lege das zappelnde und brüllende Kind immer wieder zurück ins Bett und warte, bis es endlich die Augen schließt – um meist erst nach ca. 1,5 Stunden wieder aufzuwachen, denn Laufenlernen macht ja komischerweise doch sehr müde. Die Nacht endet fast immer zwischen 4 und 5 Uhr, ab da ist der Jüngste unruhig, wuselt herum und jammert vor sich hin – zu früh, um aufzustehen, zu spät um ihn nochmal zum Schlafen zu bringen und selber zu schlafen.

So kommt es, daß ich zur Zeit unendlich müde bin (der krasse Wetterwechsel trägt sicher auch dazu bei) und oftmals ziemlich gereizt, da ich zwar die Unruhe des jüngsten Kindes voll und ganz nachvollziehen und verstehen kann, aber meine Nerven trotzdem endlich sind.

Es wird Zeit, daß er entweder endlich den Wagen loslässt und frei läuft, oder wenigstens lernt, das Ding selber zu wenden. Oder bald ein sprachlicher Durchbruch erfolgt und ich mehr verstehe als „Halla ! Ana, ana ! Ane, ane ! Pfffff !“ …

Vegetarier über Nacht

14. Februar 2012

Naja, zumindest bin ich auf dem besten Weg zur Vegetarierin. Das war so nicht geplant. Früher gab es bei uns zu Hause fast täglich Fleisch, unterbrochen von wenigen Malen Gemüsesuppe oder Mehlspeisen. Damals aß ich auch gerne Fleisch, ich stritt mich sogar teilweise mit meinem Bruder um das letzte Steak in der Pfanne.

Eigentlich lief das so, bis unser erster Sohn auf die Welt kam. In der Schwangerschaft ließ der Appetit auf Fleisch bereits etwas nach. Als unser Sohn dann anfing, Fleisch kategorisch abzulehnen und nur Gemüsebrei futtern wollte, fing ich an, mich mehr mit der vegetarischen Küche auseinanderzusetzen. Konnte ich mir bis dahin ein vollständiges, sättigendes Essen nur mit Fleisch in der Hauptrolle vorstellen, mit Gemüse als netter Begleitung, so entwickelte ich mich in den darauf folgenden Monaten zur immer versierteren Vollwertköchin, mehr und mehr ohne Fleisch.

Unser großer Sohn kam dann zwar mit 3 Jahren doch noch auf den Geschmack und isst seitdem in Maßen Fleisch, nach wie vor ist ihm aber fleischloses Essen lieber.

Dann kam die dritte Schwangerschaft und mit dieser der fast komplette Verzicht auf Fleisch. Ich wurde immer wieder darauf angesprochen, ob das nicht gefährlich sei, unserem zweiten Sohn hat es aber nicht im geringsten geschadet, er kam putzmunter und als kleiner Riese auf die Welt. Ich denke, der Körper würde sich schon deutlich melden, wenn während einer Schwangerschaft etwas Wichtiges fehlt. Damals meldete er sich aber überhaupt nicht, im Gegenteil, mir wurde schlecht, sobald ich auch nur ein Stück Fleisch sah oder roch …

Heute ist es so, daß es 2-3 Mal im Monat Fleischgerichte gibt, meist auf Wunsch der Kinder. Ansonsten koche ich überwiegend Essen mit Gemüse, vom Auflauf über Suppe bis hin zu Curries und Gemüsepfannen. Ich verwende oft auch geschrotetes Getreide, z.B. Grünkern und bastle daraus Bratlinge, ab und zu gibt es Süßspeisen wie Topfenknödel, Pfannkuchen oder Quarkauflauf.

Unser Brot backe ich seit Jahren selbst, mit frisch gemahlenem Roggenmehl und Sauerteig, ich schätze, daß deshalb auch der Eisenspiegel immer im Normbereich liegt, da Roggen davon am meisten enthält, vor allem wenn er wie hier im Ganzen gemahlen wird.

Wenn mir vor 20 Jahren jemand gesagt hätte, daß ich irgendwann Vegetarierin sein werde, hätte ich ihn wahrscheinlich ausgelacht. Nun ist es aber so (bis auf sehr wenige Ausnahmen) und ich fühle mich sehr gut damit. Warum es so gekommen ist, weiß ich bis heute nicht. Mein Körper wollte einfach kein Fleisch mehr zu sich nehmen ….

 

Kleiner Houdini

13. Februar 2012

Die letzten Tage waren ziemlich ermüdend. Da der Finger unseres Jüngsten bis zum Wochenende entzündet blieb und er zudem am Samstag noch Fieber bekam, besuchte ich mit ihm den kinderärztlichen Bereitschaftsdienst. Dort bekam er erneut einen Verband, dieses Mal mit Zugsalbe. Am nächsten Morgen hatte sich unser kleiner Houdini auch dieses Verbandes entledigt, wie die Tage vorher schon.

Da der Finger noch schlimmer aussah als am Vortag, ging es nach dem Frühstück erneut zur Bereitschaftspraxis (ich hatte am Vorabend dummerweise gegoogelt und allerhand gruselige Aussagen zu diesem Krankheitsbild gelesen, bis hin zur Amputation …). Dort traf ich unseren Kinderarzt an, der den Finger 5 Tage vorher bereits gesehen hatte und da auch er mit seinem Latein am Ende war, schickte er mich in die Kinderklinik nach München.

Da wir sowieso vorgehabt hatten dort am Wochenende gute Freunde zu besuchen, konnten wir den Krankenhausbesuch praktischerweise damit verknüpfen, so saß ich also geschlagene 2 Stunden in der Ambulanz der Kinderklinik des Dritten Ordens, während mein Mann mit den großen Kindern bereits bei unseren Freunden weilte.

Während eines ausgiebigen Fingerbades in Desinfektionslösung (etwa 45 Minuten lang – so lang brauchte die Oberärztin, um noch schnell einen Blinddarm zu operieren) verabschiedete sich der gequetschte Nagel entgültig, zusammen mit dem darunterliegenden Eiterbett. Bevor die Ärztin eintraf, schwamm der Nagel plötzlich an der Oberfläche des Bechers. Diese gab Entwarnung in Sachen Antibiotikum (welches der Kinderarzt bereits in Saftform rezeptiert hatte) und ordnete an, weiter mit Desinfektionslösung getränkte Verbände anzulegen, bis der Nagel nachgewachsen sei.

Ich wies darauf hin, daß unser Sohn alle bis dahin angelegten Verbände spätestens nach einem halben Tag demontiert hatte und bekam zur Antwort „Wir sind hier die Profis, den bekommt er nicht ab !“. Es dauerte keine 6 Stunden, da lag auch dieser Verband zusammengewurstelt im Bett unseres Jüngsten und es folgte erneut eine sehr unruhige Nacht …

Heute morgen machte ich mich dann selber ans Verbandbasteln, zum Glück hatte ich in der Ambulanz für den unwahrscheinlichen Fall daß sich unser Sohn aus dem Profiverband befreien sollte weiteres Verbandmaterial überreicht bekommen. Über den Verband kam noch eine Babysocke, die ich bis zum Ellbogen hochzog und obwohl er einige Versuche startete, auch diesen Verband loszuwerden, blieb er bis zum Abend stabil bzw. ich konnte rechtzeitig Sabotageversuche vereiteln 🙂

Morgen dann erneut ein Besuch beim Kinderarzt zur Wundkontrolle und ich hoffe, dieses Mal erwartet uns keine böse Überraschung. Dadurch daß der Nagel nun nicht mehr vorhanden ist, können sich die Keime nicht mehr darunter sammeln und die Entzündung müsste bald abklingen. Einziger Wermutstropfen für unseren Sohn ist, daß das ungeschützte Nagelbett natürlich hochempfindlich ist und er bei jedem Anrempeln beim Krabbeln oder Raufereien mit dem großen Bruder vor Schmerzen losschreit, egal wie dick der Finger gepolstert ist.

Irgendwann wird dann aber hoffentlich ein schöner Nagel nachgewachsen sein und die letzten Tage werden eine weitere Anekdote aus seinem Leben darstellen …

Tschüss Wüstenluft

10. Februar 2012

Ich hoffe zumindest, daß der obige Titel bald Programm wird …

Anfang der Woche zeigte unser Luftfeuchtemesser im Bad nämlich den bisherigen Rekord der trockenen Luft hier im Haus an. Der Wert lag bei ganzen 16 % Luftfeuchtigkeit ! Bietet jemand weniger ?

Nach dem Duschen betrug die Luftfeuchte kurzzeitig 26%, um innerhalb einer halben Stunde wieder auf den ersten Wert abzusinken.

Im ganzen Haus knackt, knallt und rumpelt es immer wieder, das viele verbaute Holz ist nun komplett ausgetrocknet und wird förmlich „gesprengt“. Immer mehr Risse machen sich breit und mein Mann traute sich in den letzten Tagen nicht einmal mehr, Gitarre zu spielen, vor lauter Angst, daß diese Schaden nehmen könnte (es handelt sich um eine Vollholzgitarre).

Das gehört hoffentlich bald der Vergangenheit an. Nach einigen Recherchen haben wir uns via Internet zwei Luftbefeuchter zugelegt, die es in der letzten Stunde geschafft haben, die Raumfeuchte zumindest um 5% anzuheben. Obwohl noch nicht einmal 30% erreicht sind, habe ich schon ein viel besseres Gefühl beim Atmen und auch die Haut spannt nicht mehr so. Das Problem ist die Lüftungsanlage. Diese sorgt zwar dafür, daß wir viel Heizkosten sparen und immer ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden in unserer dichten Hülle, der Nachteil ist, daß eben die Luft extrem ausgetrocknet wird.

Wenn das mit dem Befeuchten funktioniert mache ich drei Kreuze. Die Kinder und auch wir sind ständig verschnupft, da die Schleimhäute völlig ausgetrocknet sind. Außerdem produziert die Trockenheit einen ungeheuren Durst, der selbst nachts nicht nachlässt. Dazu kommt die Sorge um den Holzboden, die Gitarre andere Einrichtungsgegenstände.

Falls jemand einen Geheimtipp haben sollte, wie man die Luft noch feuchter machen könnte, immer her damit. Wasserschalen auf dem Ofen und diverse Pflanzen brachten bisher leider wenig Erfolg bzw. es waren einfach die falschen Pflanzen …

Grautöne

9. Februar 2012

Ich liebe Grautöne. Aber nur im übertragenen Sinne.

Heute ging mir das so durch den Kopf. Mich stört gewaltig dieses überwiegend vorherrschende Schwarz-Weiß-Denken. Nehmen wir beispielsweise die Kindererziehung. Es gibt fast nichts, was mehr polarisiert und wo es deutlichere Lagerspaltungen gibt.

Es fängt schon vor der Geburt des Kindes an. Wo soll es zur Welt kommen und vor allem wie ? Im Krankenhaus, im Geburtshaus oder gleich zu Hause ? Per Kaiserschnitt, spontan und falls ja, mit Pda oder ohne ? Die einen wettern gegen das Krankenhaus und meinen, man könne dort keinesfalls entspannt und gefahrlos ein Kind zur Welt bringen. Und lassen dabei außer Acht, daß viele Frauen vielleicht gerade dort entspannt sind, weil sie sich sicher fühlen. Andere meinen wiederum, daß einzig und allein das Krankenhaus zum Gebären geeignet sei, alle die nicht dort entbinden, seien lebensmüde bzw. wollten ihrem Kind scheinbar absichtlich Schaden zufügen.

Weiter geht es dann danach. Stillen oder nicht ? Heutzutage überwiegt gefühlt die Zahl der Stillbefürworter, es werden stundenlang Vorträge gehalten, wie wichtig es ist zu Stillen und oft wird so auch Müttern Angst gemacht, die eigentlich wollen, aber aus welchen Gründen auch immer nicht können. Oder Mütter angegriffen, die einfach nicht wollen. Zum Glück fließt aber Mutterliebe nicht einzig und allein über die Muttermilch zum Kind, sondern äußert sich auf vielen verschiedenen Ebenen. Wichtig ist nur, daß sie auch beim Kind ankommt.

Anschließend geht es meist um Nähe. Die einen postulieren, man müsse sein Kind Tag und Nacht bei sich haben, am besten ausschließlich Tragen und immer auf jegliche Bedürfnisse eingehen. Die anderen sagen, das Kind müsse schon früh lernen, auf Dinge zu verzichten bzw. dürfe nicht verwöhnt werden. Dabei gibt es doch ein Dazwischen. Wenn die Mutter völlig ausgebrannt und erschöpft ist, ist es auch legitim, das Kind vorübergehend einer wohlmeinenden Drittperson in die Arme zu drücken. Wenn der Rücken zu sehr schmerzt, muß das Kind eben auch mal in der Nähe der Mutter liegen und schreien. Und wenn das Kind stündlich gestillt werden möchte, aber die B.rustwarzen blutig sind, dann nimmt es auch keinen Schaden, wenn es noch eine Stunde hingehalten wird.

Dasselbe gilt für das Kleinkindalter. Niemand ist immer konsequent. Und muß es auch nicht durchgehend sein bis zum Erbrechen. Es tut dem Kind genausowenig gut, immer das zu bekommen, was es möchte. Eine ausgewogene und gesunde Ernährung besteht weder aus der ausschließlichen Aufnahme von zuckerfreien Lebensmitteln, noch muß ein Kind täglich Süßes essen. Absolutes Fernsehverbot ist eben so unnötig wie stundenlanger Fernsehkonsum.

Mir fehlt einfach immer öfter das „Grau“. Das Akzeptieren, daß andere einen gänzlich anderen „Fahrplan“ haben können, und trotzdem glücklich damit sind bzw. glückliche Kinder haben. Daß Erziehung nicht bedeutet, verschiedene Punkte auf einer Liste abzuhaken, bzw. unumstößliche Regeln und Gebote zu befolgen, sondern daß jedes Kind etwas anderes braucht. Daß es wichtig ist, trotz aller Liebe zum Kind auf sich selbst zu achten. Daß es auf der anderen Seite wichtig ist, kurzzeitig die eigenen Grenzen zu überschreiten, wenn man wirklich dringend gebraucht wird.

Es gibt fast nie ein „entweder, oder“. Es gibt kein „Schwarz oder Weiß“. Es gibt keine perfekten Lösungen, die für jeden funktionieren. Ob das nun die Erziehung betrifft, das Leben in unserer Gesellschaft im allgemeinen oder andere Dinge. Was für uns gut funktioniert, ist für andere nicht machbar oder undenkbar. Wichtig ist finde ich lediglich das Endergebnis. Nämlich ob die Menschen dahinter zufrieden und glücklich sind mit ihrem Leben, egal ob 3 oder 30 Jahre alt.

Alles etwas durcheinander, innerhalb von 5 Stunden zusammengeschrieben (bei drei Kindern gelingt es selten, zusammenhängend zu schreiben, außer sie schlafen), aber mir schwirrte das heute durch den Kopf und ich wollte es einfach mal loswerden …