Tagebuchbloggen Teil 5

3:18 Uhr: der Morgen fängt für meinen Geschmack viel zu früh an, aber da der kleine Sohn im Nebenzimmer schreit wie abgestochen, springe ich auf und laufe hinüber um nachzusehen. Er ist ganz erleichtert mich zu sehen und möchte mich gar nicht mehr loslassen. Nach einer halben Stunde wird es mir zu dumm und ich nehme ihn mit in unser Bett.

6:20-8 Uhr: die Tochter steht in der Türe und weckt mich nach guten zwei Stunden unruhigen Schlafs (jeder der Kinder hat weiß wie es ist, wenn das Kind nachts mit im Bett liegt). Beide Söhne wachen auch auf (der große Sohn hat sich wie fast jede Nacht auf der Extramatratze im Schlafzimmer einquartiert), der kleine fängt an zu schreien. Ich ziehe den kleinen Sohn unter Gebrülle halb an und hüpfe unter seinem Geschrei unter die Dusche. Wieder angezogen geht es nach unten mit nach wie vor abwechselnd brüllendem und motzigen Sohn, es gibt Griessbrei mit Apfelmus für die Kinder, nebenbei puste ich nochmals drei Eier für den Kindergarten aus, da der große Sohn meint, zwei seien zu wenig. Eines platzt dabei, also nur vier statt fünf Eier.
Nach Brotzeit herrichten versuche ich, einigermaßen in Ruhe selber zu frühstücken, allerdings ist auch der Große heute irgendwie auf Krawall gebürstet, haut mit seinem Schwert herum, ärgert den kleinen Bruder, der dies mit noch mehr Geheul quittiert, und ich komme mit dem „Ommmm“en kaum hinterher …
Ich blogge noch schnell, jetzt ist nämlich gleich Abfahrt zum Kindergarten, dort findet heute offenes Singen statt (eine halbe Stunde gemeinsames Singen von Eltern mit Kindern), danach helfe ich beim gemeinsamen Frühstück mit, das ein Mal pro Monat stattfindet. Mit der Laune, die die Söhne haben, kann das ja lustig werden …

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8-12 Uhr: bei Ankunft im Kindergarten sind die Brüder plötzlich wieder ganz friedlich, beim gemeinsamen Singen sitzen sie Arm in Arm da und machen begeistert mit. Auch das anschließende gemeinsame Frühstück verläuft halbwegs friedlich, halbwegs deshalb, weil es nur bedingt ruhig ist, wenn 17 Kinder versuchen, Quark-Öl-Teig herzustellen und daraus Osterhasen herzustellen. Es geht alles gut, die Hasen schmecken sehr gut, zwischendurch hole ich noch schnell die Tochter von der Schule nebenan ab, da schon wieder Werken ausfällt und der Unterricht deshalb zwei Stunden früher endet – zum Glück hat mich der Anruf der Schule heute morgen noch vor meinem Aufbruch erreicht. Als alle genug Hasen gefuttert haben brechen wir nach Hause auf und ich koche. Heute Gnocchetti mit Tomatensauce, schnelle Küche und gut aufzuwärmen, falls doch zu viele Hasen in den Kindermägen gelandet sind …

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12-15 Uhr: Wir essen in aller Ruhe, es verschwindet doch wesentlich mehr in den kleinen (?) Mägen der Kinder als ich dachte. Anschließend räume ich Tisch und Küche auf und möchte es mir mit einer aufgeschnittenen Mango und meinem Ipad auf dem Sofa gemütlich machen. Da macht mir aber die Tochter, deren Freundin gerade eingetroffen ist einen Strich durch die Rechnung, ich werde dazu verdonnert, eine „Modenschau“ anzusehen, begleitet von fetziger Musik. Ich greife also zu meiner fast vollendeten Häkelarbeit (Übergangsmütze für meinen Mann) und ergebe mich in mein Schicksal (auch der kleine Sohn versucht sich währenddessen im Häkeln :-)). Danach schaue ich noch ein bißchen bei den Blogtagebüchern herum, um mich anschließend dem Brötchenteig für heute Abend zu widmen, ich habe leider wieder vergessen, gestern den Sauerteig für unser Brot anzusetzen, das wird auf morgen verschoben, dann kann ich am Sonntag in Ruhe backen. Während ich den Teig zubereite hüpft der Jüngste wie ein Verrückter auf dem Sofa herum, überlebt das aber ohne größere Blessuren, die Großen spielen mit der Tochterfreundin irgendein Spiel mit Tieren (?). Da es vorhin aufgehört hat zu schneien und sogar kurz die Sonne herausguckte, werde ich gleich mal mich und den kleinen Sohn (und wahrscheinlich auch die großen Kinder) lüften gehen.

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15-20:30 Uhr: erst diskutiere ich noch mit den großen Kindern, ob sie mitkommen oder im Haus bleiben, sie wollen aber lieber weiter im Kinderzimmer spielen. Also fange ich den Jüngsten ein und ziehe ihn fertig an (er springt immer unten ohne herum, damit er schneller aufs Klo gehen kann), bis wir beide fertig sind vergehen ca. 10 Minuten. Draußen werden wir trotz Sonne erstmal schockgefrostet, -2 Grad fühlen sich bei Wind wirklich ungemütlich an. Außerdem laufe ich ja in Kleinkindgeschwindigkeit und friere ziemlich schnell. Wir halten aber bis 16 Uhr durch, schauen noch bei zwei Nachbarinnen vorbei bzw. der Sohn zieht mich dorthin (wahrscheinlich in der Hoffnung, Kuchen oder Kekse abzustauben, bei der zweiten Adresse ist er auch erfolgreich und bekommt einen Keks) und beobachten die Umgebung.
Nach der Ankunft zu Hause rühre ich einen Haselnuss-Schokokuchen mit dem Inhalt der ausgeblasenen Eier an und schleife danach Brötchen fürs Abendessen, währenddessen blättert der kleine Sohn angeregt in meinem Backbuch auf der Suche nach neuen Leckereien. Die Tochterfreundin schaut mir interessiert zu und fragt, was ich denn da mache. Auf meine Antwort, daß ich Brötchen backe, macht sie große Augen und meint „kann man die auch selber machen ??“, der Vater ist übrigens Bäcker. Die Großen nehmen gefühlt das Kinderzimmer auseinander. Als mein Mann eintrifft instruiere ich ihn, den Kuchen demnächst aus dem Ofen zu nehmen und die Brötchen hineinzuschieben, denn ich flitze nochmals los, mein Olivenölvorrat hat sich irgendwie in Luft aufgelöst (lustigerweise gehen in dieser Woche alle Dinge nacheinander aus, die ich nur alle paar Monate einkaufe).
Wieder zuhause essen wir gemeinsam, auch die Tochterfreundin bleibt noch da. Erst beäugt sie die Brötchen mißtrauisch und meint, solche würden ihr nicht schmecken, am liebsten hätte sie die von ihrem Papa, als sie doch hineinbeisst schaut sie ganz überrascht und kommentiert mit vollem Mund, daß sie ja total lecker seien. Ich muß doch etwas schmunzeln :-).
Anschließend wird die Freundin nach Hause geschickt, mein Mann macht die Kinder bettfertig, ich räume auf. Da der kleine Sohn früh aufgestanden ist und tagsüber nicht geschlafen hat, kippt er förmlich aus den Latschen, nach 5 Minuten kuscheln und singen schläft er.
Als ich wieder an mein Ipad gehe, um diesen Artikel zu veröffentlichen merke ich, daß er verschwunden ist. Also verbringe ich die restliche Zeit damit, alles nochmal neu aufzuschreiben …
Nun werde ich nur noch einen Tee kochen, ein wenig mit meinem Mann auf dem Sofa sitzen und dann ins Bett kriechen.

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3 Antworten to “Tagebuchbloggen Teil 5”

  1. gitarrenpapa Says:

    Tja, irgendwas hatte der Kleine heute, um 0:30 war ich bei ihm und musste kuscheln. Trotzdem einen schönen Tag

  2. Julika Says:

    Uff, wenn wir so ein Chaos-Frühstück haben, bin ich danach immer ganz „gebügelt “ – morgens so ein Gezäcker kann ich überhaupt nicht abhaben. Gut, dass die Mäuse sich wieder vertragen haben. Ich bin gespannt, ob und wie es weitergeht.
    Liebe Grüße
    Julika

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