Dorfleben

Ich sitze im Moment auf dem Sofa und warte auf mein Pflaumenmus. Zeit für einen kleinen Artikel zum Thema Dorfleben.

Heute war ich bei der Nachbarin im Garten, Pflanzen giessen und ernten (die Familie ist noch bis nächste Woche im Urlaub). Das bescherte uns bereits ein halbes Kilo Himbeeren (jeden zweiten Tag schleppe ich eine Schale voll nach Hause), die es nach dem Abendessen in Form einer Creme gab. Während ich dort im Garten stand und pflückte, spazierte eine Gruppe kleiner Hühner aufgeregt gackernd an mir vorbei und kurz darauf hörte ich eine Stimme jenseits des Zaunes die rief „was seid ihr denn so aufgeregt ? Kommt zurück in den Garten !“, also klärte ich die Nachbarin auf, daß die Hühner wohl deshalb etwas aufgescheucht seien, weil sie mich nicht kennen, da ich nur zum Gartenpflegen da bin.

Nach einem kurzen Gespräch lud sie mich zum Pflaumenpflücken ein, die gute Frau ist nämlich alleinstehend, besitzt aber einen riesigen Obstgarten. Dieser beherbergt unzählige Obstpflanzen, Pflaumen-, Zwetschgen-, Mirabellen- und Apfelbäume und sie kommt nicht hinterher mit Pflücken und Verwerten.

Also stiefelte ich am Nachmittag hinunter und pflückte. Insgesamt 7 kg kamen zusammen, einen Teil davon schenkte ich unserer direkten Nachbarin, die wie wir noch keinen eingewachsenen Garten besitzt, einige Pflaumen wanderten direkt in die Münder der anwesenden Kinder, der Rest landete in meinem Bräter, zusammen mit Rohrzucker, Zimt und Nelken, und nun warte ich bereits seit über drei Stunden darauf, daß die Mischung endlich abfüllbereit ist.

Auf dem Rückweg verratschte ich mich dann noch bei anderen Nachbarn, die weitere Nachbarn zu Besuch hatten und draußen auf dem Bänkchen vor ihrem Hof saßen, man kommt hier kaum 100 Meter weit, ohne angesprochen zu werden :-).

Manch einer mag von so etwas genervt sein, ich finde es schön. Es ist ein tolles Miteinander, wir bekommen auch ohne eigene Bäume leckeres frisches Obst umsonst, einer passt auf den anderen auf, die Kinder haben einige Rückzugsmöglichkeiten außerhalb unseres Hauses und ich bin nach wie vor heilfroh, daß wir die Entscheidung fürs Landleben getroffen haben.

Und falls sich jetzt jemand wundert, warum ich nicht auch Negatives aufschreibe oder jammere – klar gibt es das auch. Aber ich nehme es gerne in Kauf, wenn ich die Vorteile betrachte, die wiegen das meiste wieder auf …

Nun aber zurück zum Pflaumenmus, das bald wieder in den hungrigen Mündern meiner Kinder verschwinden wird 🙂

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