Voller Erfolg

Der gestrige Kleidermarkt war ein voller Erfolg und zwar in jeder Hinsicht. Freitag Abend hatte ich mich dazu aufgerafft, einen weiteren Kuchen zu backen, dieses Mal einen „Gute-Laune-Kirschkuchen“, und das war gut so, denn am Samstag blieb von den Kuchen kaum ein Stück übrig. Kleider und andere Dinge wurden ebenfalls in rauhen Mengen verkauft, ich selbst hatte den Vorteil, bereits am Vortag in aller Ruhe einkaufen zu dürfen und schlug dann auch zu.

Das allerbeste Schnäppchen war ein Fahrrad für unsere Tochter. Wir hatten uns schon den Kopf zerbrochen, wo wir günstig ein schönes Fahrrad in der richtigen Größe herbekommen könnten, als es mir dann buchstäblich vor die Füße fiel. Als ich den Fahrzeugraum betrat fiel es mir sofort auf. Rot (die Lieblingsfarbe unserer Tochter), Nabendynamo, 28 Gänge und aus Alu. Dazu noch eine eigentlich recht teure Marke. Kein Kratzer im Lack, nichts kaputt und bezahlt haben wir nur 75 Euro. Es wurde dann gestern bereits ausgiebig getestet und herumgezeigt und unser Kind ist rundum glücklich, genau wie wir Eltern. Ansonsten gab es noch ein paar Hosen, da diese quasi minütlich zerlegt werden, zwei fast neue Kleinkindbücher für unseren Jüngsten und dazu noch einen Sommerschlafsack. Ach ja, vergessen habe ich fast die Sitzstütze für den Fahrradanhänger, die den Kleinsten geradehalten soll, wenn er mal im Anhänger einschläft …

Meine Aufgabe während des Kleidermarktes war es dann, den Notausgang zu bewachen, so ziemlich der langweiligste Job, da ich zwei Stunden herumsaß und lediglich darauf achten musste, daß keiner mit seiner vollen Tasche durch diesen Ausgang schlich, bzw. hätte ich im Falle einer Massenpanik die Tür offenhalten müssen. Wenn ich aber eine andere Aufgabe gehabt hätte, hätte ich womöglich eine interessante Geschichte bzw. zwei neue Bekanntschaften verpasst.

Und das kam so. Ich saß dort herum, als plötzlich eine panische wirkende Frau auf mich zulief und mich bat, sie doch bitte hinauszulassen, da vorne bei den Kassen kein Durchkommen mehr sei und sie dringend ihr Baby stillen müsse, das draußen bei ihrem Mann sei. Ich hatte Mitleid, kontrollierte noch die leere Tasche und ließ sie hinaus. Ein paar Minuten später hörte ich sehr lautes Babygebrüll und sie kam mit Mann und Kind wieder herein, um dann auf der Bank mir gegenüber ihren Säugling zu stillen. Völlig überrascht war ich dann aber, als ich das Gesicht ihres Mannes sah. War es doch der letzte Freund den ich hatte, bevor ich meinen jetzigen Mann kennenlernte ! Es stimmt wirklich, man sieht sich immer zwei Mal im Leben …

Die Beziehung ging damals nicht sehr glücklich auseinander, aber nach mehr als 11 Jahren relativiert sich alles wieder und wir unterhielten uns sehr nett. Die nächste Überraschung folgte dann ein paar Minuten später. Die Frau wollte ihren Sohn wickeln und ich bot ihr an, in unseren Abrechnungsraum nebenan zu gehen. Sie meinte dann, sie würde ihren Sohn abhalten und brauche eine Toilette. Als ich antwortete, daß auch unser Sohn zumindest zeitweise windelfrei aufwächst war auch sie sehr erstaunt und nachdem der Kleine versorgt war, unterhielten wir uns noch eine Weile. Es kam noch eine Freundin dazu, die mir eröffnete, daß auch sie ihr Kind abhält, sie habe sich von ihrer Freundin anstecken lassen. Da treffe ich monatelang niemanden, der sein Kind so aufwachsen lässt und dann begegnen mir gleich zwei Frauen auf einmal !

Wir vereinbarten dann, daß wir uns in den nächsten Wochen irgendwann treffen werden umd tauschten Namen und Telefonnummern aus. Ich werde mich auf jeden Fall bald bei den Beiden melden und sie zu mir einladen, denn erstens waren sie mir ungeheuer sympathisch und zweitens verbindet uns eben auch das Thema Windelfrei, das von vielen falsch verstanden bzw. ungläubig und äußerst kritisch betrachtet wird …

Insgesamt also ein voller Erfolg in jeder Hinsicht, aber sehr anstrengend. Freitag 3,5 Stunden Kleidung vorsortieren, Samstag von 8 bis um 17:30 Uhr Organisieren, Helfen und Rücksortieren (ich kann keine Nummern mehr sehen, insgesamt waren es 173 Körbe mit Kleidung, Spielsachen und Schuhen !) und dazwischen noch Kuchen backen, Brezen aufbacken und mit Butter beschmieren, außerdem hatte ich am Samstag morgen noch Pizzaschnecken gebacken fùr alle Helfer.

Heute lassen wir es ruhig angehen und es steht nicht viel auf dem Programm. Und zum Glück sind es noch 7 Monate bis zum nächsten Kleidermarkt …

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