Vegetarier über Nacht

Naja, zumindest bin ich auf dem besten Weg zur Vegetarierin. Das war so nicht geplant. Früher gab es bei uns zu Hause fast täglich Fleisch, unterbrochen von wenigen Malen Gemüsesuppe oder Mehlspeisen. Damals aß ich auch gerne Fleisch, ich stritt mich sogar teilweise mit meinem Bruder um das letzte Steak in der Pfanne.

Eigentlich lief das so, bis unser erster Sohn auf die Welt kam. In der Schwangerschaft ließ der Appetit auf Fleisch bereits etwas nach. Als unser Sohn dann anfing, Fleisch kategorisch abzulehnen und nur Gemüsebrei futtern wollte, fing ich an, mich mehr mit der vegetarischen Küche auseinanderzusetzen. Konnte ich mir bis dahin ein vollständiges, sättigendes Essen nur mit Fleisch in der Hauptrolle vorstellen, mit Gemüse als netter Begleitung, so entwickelte ich mich in den darauf folgenden Monaten zur immer versierteren Vollwertköchin, mehr und mehr ohne Fleisch.

Unser großer Sohn kam dann zwar mit 3 Jahren doch noch auf den Geschmack und isst seitdem in Maßen Fleisch, nach wie vor ist ihm aber fleischloses Essen lieber.

Dann kam die dritte Schwangerschaft und mit dieser der fast komplette Verzicht auf Fleisch. Ich wurde immer wieder darauf angesprochen, ob das nicht gefährlich sei, unserem zweiten Sohn hat es aber nicht im geringsten geschadet, er kam putzmunter und als kleiner Riese auf die Welt. Ich denke, der Körper würde sich schon deutlich melden, wenn während einer Schwangerschaft etwas Wichtiges fehlt. Damals meldete er sich aber überhaupt nicht, im Gegenteil, mir wurde schlecht, sobald ich auch nur ein Stück Fleisch sah oder roch …

Heute ist es so, daß es 2-3 Mal im Monat Fleischgerichte gibt, meist auf Wunsch der Kinder. Ansonsten koche ich überwiegend Essen mit Gemüse, vom Auflauf über Suppe bis hin zu Curries und Gemüsepfannen. Ich verwende oft auch geschrotetes Getreide, z.B. Grünkern und bastle daraus Bratlinge, ab und zu gibt es Süßspeisen wie Topfenknödel, Pfannkuchen oder Quarkauflauf.

Unser Brot backe ich seit Jahren selbst, mit frisch gemahlenem Roggenmehl und Sauerteig, ich schätze, daß deshalb auch der Eisenspiegel immer im Normbereich liegt, da Roggen davon am meisten enthält, vor allem wenn er wie hier im Ganzen gemahlen wird.

Wenn mir vor 20 Jahren jemand gesagt hätte, daß ich irgendwann Vegetarierin sein werde, hätte ich ihn wahrscheinlich ausgelacht. Nun ist es aber so (bis auf sehr wenige Ausnahmen) und ich fühle mich sehr gut damit. Warum es so gekommen ist, weiß ich bis heute nicht. Mein Körper wollte einfach kein Fleisch mehr zu sich nehmen ….

 

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Eine Antwort to “Vegetarier über Nacht”

  1. Kathrin Says:

    Ich kann das sehr gut nachvollziehen.
    Bei mir ist es ähnlich. In der Woche koche ich nur für den Sohn und mich und mein Mann nimmt für den nächsten Tag das Essen mit.
    Und da koche ich so gut wie immer fleischlos – allerdings mit der Einschränkung, dass ich gerne mit Speck „würze“.
    Auf richtiges Fleisch kann ich gut verzichten, auf meine Speckwürfel noch nicht so – aber auch das wird weniger.

    Bei mir ist es aber nicht so, dass ich auf meinen Körper höre, sondern eher ein Ekelgefühl, dass mich schon seit Jahren immer mal wieder überkommt, dazu Berichte über Massentierhaltung, die Preise von Biofleisch und einfach die leckere und abwechslungsreiche Kost, die ich fleischlos zubereite;)

    Hier in Niedersachsen gibt es ja recht viel Geflügelbetriebe – schüttel und daher auch häufiger Berichte in den Zeitungen!

    LG
    Kathirn

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