Nicht einfach

Zur Zeit plage ich mich mit einer der schwersten Entscheidungen der Kindergartenzeit herum. Nämlich ob unser Sohn dieses oder nächstes Jahr eingeschult werden soll.

Er wird Anfang September 6 Jahre alt, ist also eigentlich schulpflichtig. Bei meiner Tochter damals hätte ich keine Sekunde gezögert, wenn sie gerade 6 geworden wäre zur Einschulung. Bei ihm ist das anders.

Nicht daß er noch zu verspielt und zu wenig ernsthaft wäre. Er möchte unbedingt in die Schule, versucht mir ständig zu beweisen, daß er reif dafür ist, übt Buchstaben schreiben, auf einem Bein hüpfen u.s.w., aber ich habe kein gutes Gefühl. Er wäre wieder der Jüngste von allen, wie damals im Kindergarten, und das bekam ihm überhaupt nicht. Er ist ein sehr sensibler, ernsthafter und eher ruhiger Junge, der Zeit braucht um aufzutauen und sich an neue Situationen zu gewöhnen und ich denke, daß er sich leichter tun würde, wenn er ein Jahr älter wäre bei der Einschulung.

Ein weiterer Vorteil wäre, daß nächstes Jahr zwei Nachbarjungen von unserer Straße in die  Schule kommen, außerdem die Tochter unserer zukünftigen direkten Nachbarn.

Zudem kommt er jetzt erst langsam richtig im neuen Kindergarten an und findet gerade die ersten Freunde, diese Freundschaften könnte er dann bis nächstes Jahr noch vertiefen und hätte von Anfang an bessere Aussichten, gut in die Klassengemeinschaft integriert zu werden.

Das Einzige was für eine Einschulung dieses Jahr spricht ist die Tatsache, daß sich unser Sohn heulend am Boden wälzt, sobald ich vom Zurückstellen spreche und er eventuell noch riesige Sprünge machen könnte bis September.

Trotzdem tendiere ich immer mehr dazu, noch ein Jahr zu warten. Bis März müssen wir uns entgültig entscheiden und ich hoffe, daß ich bis dahin immer noch so überzeugt sein werde wie jetzt. Auf jeden Fall kann er mehr verlieren, wenn er zu früh zur Schule geht, als wenn er gerade 7 ist …

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7 Antworten to “Nicht einfach”

  1. Martina Says:

    Genau das hatte bei mir Bauchschmerzen ausgelöst, denn wir sollten ja eigentlich nach Bayern ziehen dieses Jahr und dort wäre Matteo schulpflichtig (Geb. 22. August)…, aber das Thema hat sich fürs Erste erledigt. Wir ziehen (noch) nicht um, evtl. dann nächstes Jahr, aber da würde er dann ja mit gerade 7 eingeschult. Hier in SH ist er kein Muss-Kind und braucht m.E. das eine Jahr auch noch, um „emotional zu reifen“, wie die Erzieherinnen immer so schön sagen. Ich halte nichts davon, ein Kind so früh einzuschulen, auch im Hinblick auf später (Pubertät). Er wäre immer der Jüngste, Kleinste (und in unserem Fall auch noch mit Brille ;-)) und ich denke, dadurch auch eher potenzielles „Mobbing-Ziel“.

    • nilaja Says:

      Also ich bin eher dafür, dass man die Kinder später einschult.
      Lieber ein Kindergartenjahr, wo er sich möglicherweise langweilt als eine Überforderung schon in der 1. Klasse.

      Aber ich kann mir vorstellen, dass diese Entscheidung nicht einfach ist…

  2. Astrid Says:

    Keine einfach Entscheidung… Bei uns in BW hat man sogar bis Juli Zeit, wobei die Kinder auch mal wissen wollen, woran sie sind.
    Gibt es eine Kooperationslehrerin im Kindergarten, was sagen die Erzieherinnen?
    Ich denke auch, lieber zurückstellen und notfalls überspringen als früher und notfalls wiederholen (bei uns gibts ganz viele Wiederholer!!!)
    Wir haben unsere Tochter auch zurückstellen lassen und es war die richtige Entscheidung. Unser Kiga stellt gerne zurück, so daß es auch immer mehrere Ü6 Kinder im Kiga sind.
    Die Freunde – und Schulweg-Konstellation ist auch nicht zu vernachlässigen (haben wir beim Sohn gemerkt, der nach der 1. Klasse aufgrund von Klassenteilungen in eine neue Klasse kam und 3 furchtbare Jahre in der Grundschule hatte, ohne Freund in der Klasse und Schulweg-Mitgeher. Jetzt in der 5. Klasse passts wieder!

  3. Anne Says:

    Bei uns ähnlich: meine Tochter wird im September auch sechs. Allerdings müssten wir sie nicht zurückstellen lassen, sondern sie kann ganz regulär nächstes Jahr eingeschult werden – wie auch alle ihre jüngeren Kindergartenkollegen. Insofern fällt uns die Entscheidung etwas leichter, weil sie eben sonst extra in die Vorschulgruppe wechseln müsste. Aber auch unsere Tochter – orientiert an der Großen – schreibt schon ihren Namen, zählt und versucht zu rechnen. Oft fürchte ich, dass der KiGa ihren Anforderungen/Interessen/Entdeckerdrang nicht mehr gerecht wird (die Kita ist ziemlich vom alten Schlag, jedes Jahr werden die selben Sachen gebastelt und die gleichen Lieder aus dem DDR-Kindergartenbuch gesungen). Andererseits habe ich bei der Großen gesehen, dass zur Schulreife eben mehr gehört, als sich für Kulturtechniken zu interessieren und dass sie mit 6,5 Jahren noch tierisch zu rudern hatte, mit diesem vollen Tag klarzukommen, mit der Verantwortung, dem großen Gebäude, den anderen großen Kindern usw. Insofern sind wir gerade ziemlich sicher, dass wir ihr das Jahr Kita noch gönnen und zur „Kompensation“ ihres Wissensdurstest vielleicht lieber Musikschule oder ähnliches ins Auge fassen. Alle wissenschaftlichen Erkenntnisse – das nur nebenbei – sprechen auch eher fürs Zurückstellen. (http://www.spiegel.de/schulspiegel/wissen/0,1518,795169,00.html). Ich wünsche euch, dass ihr eine gute Entscheidung für euch treffen könnt!

  4. Sigrid Says:

    Eigentlich weißt Du doch was Du möchtest. das Problem ist Dein Sohn, der unbedingt in die Schule will. Kannst du ihn nicht mit seinen Freunden „locken“, die ja dann mit ihm in die Schule kommen würden?
    Das kleine Waldkind wäre hier in Sachsen dieses Jahr ein „Kann-Kind“ (Geburtstag 07.07.). Da er aber dann mit Sicherheit der Jüngste wäre und von der Reife her auch noch nicht soweit ist, „darf“ er noch ein jahr in den Kindergarten gehen.

  5. geologenkinder Says:

    Bei uns ist im Juni Stichtag, wer bis zum 30.6 noch keine 6 Jahre alt ist kommt erst das nächste Jahr in die Schule. Die Juli / Augustkinder sind dann „Kann“kinder, wenn sie schon so weit sind dürfen sie, wenn nicht werden sie zurückgestellt. Also Septemberkinder würden hier in der Regel mit 7 eingeschult. Was ich bisher von anderen gehört habe, war das auch immer richtig. Und es gehört mehr als Lesen, schreiben und rechnen können zur Schulreife – das emotionale muß stimmen.

  6. Dorothea Says:

    Da habt ihr es aber gut. Hier in Berlin müssen alle Kinder, die bis zum 31.12. sechs Jahre alt werden, in die Schule. Rückstellung nur in begründeten Fällen, z.B. sprachliche oder motorische Gründe. Noch dazu sind sie hier zusammen mit den Zweitklässlern (jahrgangsübergreifendes Lernen), so dass die Kinder einer Klasse zwischen 5 und 7 Jahre alt sind. allein das Thema Schule würde mich wieder nach Bayern zurückziehen lassen.

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