Harte Schule

Mit Kindern geht man wirklich durch eine harte Schule. Nach der dritten schlaflosen Nacht in Folge bin ich etwas zermürbt. Das kleinste Kind schlief immerhin bis vier Uhr morgens. Allerdings durfte ich erst gegen 23 Uhr ins Bett kriechen aufgrund einer sehr langatmigen Elternbeiratssitzung (leider konnte ich mich nicht vorher abseilen, da ich für einen Punkt auf der Liste zuständig war, der ziemlich am Schluß zur Sprache kam) und wurde um 2 Uhr vom mittleren Sohn geweckt, der akuten Rede- und Kuschelbedarf hatte …

Ab 4 Uhr dann eben der Kleinste, der anschliessend nicht mehr wirklich schlafwillig war. Glücklicherweise übernahm eine halbe Stunde später aber mein Mann und lullte das Kind wieder in den Schlaf.

Tagsüber dann Aufräumen mit Baby im Entwicklungsschub, was auch den geduldigsten Menschen an seine Grenzen bringt. Immerhin habe ich während eines Kinderwagennickerchens des Jüngsten die Garage grundgereinigt und Ordnung hineingebracht, nun sieht es endlich nicht mehr aus wie nach einer Explosion. Auch die Wertstoffsammlung konnte ich entsorgen, leider unter ohrenbetäubend Geschrei, da ich es wagte, mich kurzzeitig mehr als einen Meter vom Auto zu entfernen.

Am Nachmittag dann Spielbesuch für den großen Sohn, es folgte die gefühlte Sprengung des Kinderzimmers (es hörte sich wie immer schlimmer an als es wirklich war, zum Glück bin ich da mittlerweile ziemlich abgehärtet). Anschliessend enterte die Tochter samt Sandkastenfreund das Haus und es folgten Schilderungen eines Kampfes mit zwei Nachbarskindern in epischer Breite, während ich versuchte, den sehr hungrigen Kleinsten zu füttern.

Der Kleinste, der ja teilzeitwindelfrei aufwächst, möchte momentan am liebsten gar nicht mehr gewickelt werden, meldet sich aber aufgrund des aktuellen Schubes nicht wirklich zuverlässig wenn er muß, was immer wieder zu Konflikten führt (meist eher mit Protesten seinerseits, wenn ich ihm dann irgendwann doch die Windel ummache, da wir entweder nach Draussen gehen oder ich entspannt einer Sache nachgehen möchte, ohne ständig danach schauen zu müssen, ob sich irgendwo im Raum eine Lache befindet …). Insgesamt finde ich aber nach wie vor, daß das Windelfrei eine tolle Sache ist, auch wenn es in unseren Breiten nicht komplett umsetzbar ist (jedenfalls nicht mit 3 Kindern und ohne ein unnötiges Stresspensum, zumindest in meinen Augen), und ich werde auf jeden Fall dranbleiben.

Manchmal empfinde ich das Leben als Dreifachmutter als sehr anstrengend, vor allem mit einem Noch-Baby. Die Kinder haben mir aber so viel beigebracht, es ist trotz allem so schön, sie zu beobachten, sie aufwachsen zu sehen, daß sich alles wieder relativiert. Bald wird auch das jüngste Kind nachts besser schlafen. Der große Sohn wird den Umzug und die Kindergartenumstellung immer besser verarbeiten. Und die Tochter sich noch routinierter im Schulalltag bewegen. Die momentane Durststrecke sehe ich eher als Training fürs Leben. Es gilt, noch ein wenig mehr Geduld aufzubauen. Noch mehr Gelassenheit in Stresssituationen. Und noch mehr Optimismus, wenn es so aussieht, als ob nichts mehr funktioniert. Es ist toll, so gute Lehrer fürs Leben zu haben 🙂

 

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s


%d Bloggern gefällt das: