Nicht mein Tag

Heute war definitiv nicht mein Tag.

Morgens sowieso schon spät dran auf dem Weg zum Kindergarten, kleines Kind fertig eingepackt, großes Kind startklar, da fällt mir auf, daß es komisch riecht. Also wieder zurück, Windel aufgemacht und diese voller Durchfall – scheinbar hat der Jüngste die Kiwi von gestern nicht vertragen.

Anschließend Brotteig fertiggemacht, 4 Waschmaschinen gefüllt und geleert, Zimtschnecken vorbereitet (der große Sohn bekam heute Besuch und hatte sich diese für den Nachmittag gewünscht) und irgendwie nicht zu den Sachen gekommen, die ich mir eigentlich vorgenommen hatte.

Kurz vor Schulschluß fiel mir ein, daß ich dringend ein neues Rezept für meine Tabletten brauche (Thyroxin wegen einer Schilddrüsenunterfunktion). Also noch im Schweinsgalopp zur örtlichen Arztpraxis gerannt, Rezept geholt, Tochter von der Schule abgeholt, nach Hause gelaufen, in 15 Minuten Mittagessen zusammengewürfelt, wieder los zum Kindergarten, großen Sohn abgeholt, zurück nach Hause, gegessen, Brot in den Ofen geschoben, während des Backens schnell zum Einkaufen gefahren, nach der Ankunft zu Hause Brot aus dem Ofen, Zimtschnecken fertiggemacht und hineingeschoben.

Kurz darauf kam das Besuchskind. Es folgte wildes Toben, dann gab es die Zimtschnecken mit einer großen Tasse Kakao. Und als ich mich kurz umdrehte, um die Küche fertig aufzuräumen, hörte ich nur ein lautes „Platsch“. Dieses „Platsch“ hatte unser Jüngster produziert. Das Besucherkind hatte seine Kakaotasse in Greifweite plaziert und da auch unser Baby teilhaben wollte, griff es kurzerhand danach. Leider war die Tasse zu schwer für die kleinen Hände und rutschte nach unten. Der Kakao hatte sich in einem Umkreis von etwa 2 Metern verteilt. Auf dem Holzboden (den ich am Freitag erst gewischt hatte), auf dem Stuhl (der mit hellem Textilgewebe bezogen ist), auf der Wand (dunkelbraun auf hellem Grund macht sich nicht wirklich gut), auf dem Kind und sogar unter der Plastikmatte, die zum Kleckerschutz unter dem Hochstuhl liegt …

Nach kurzem Durchatmen machte ich mich an die Beseitigung der Bescherung, wobei ich erst gar nicht wusste, wo ich anfangen sollte.

Danach gab es eine kurze Verschnaufpause, nachdem ich die Jungs ins Badezimmer geschickt hatte um mit dem Feuerwehrauto des großen Sohnes zu spielen (er besitzt so ein Auto, mit dem man wirklich „löschen“ kann und bis zu 2 Meter weit Wasser spritzen kann, das geht nur im Badezimmer bzw. im Sommer auch draußen). Während dieser Pause fütterte ich den kleinen Sohn. Mit Milchreisbrei aus dem Glas (sonst bekommt das Kind nie Gläschen), den wollte ich mal testen für unterwegs (ich möchte das Stillen wenigstens tagsüber weitestgehend abschaffen). Der Sohn futterte voller Begeisterung (beim Zutatenlistelesen wurde mir auch klar warum – viel Zucker, Sahne und Vanille ist drin), nach einem halben Glas war dann aber Schluß (kein Wunder bei dem Inhalt).

Soweit, so gut. Ich setzte mir den kleinen Sohn auf die Schultern, um noch nach einer Rechnung zu suchen (Baby im Arbeitszimmer auf dem Boden geht gar nicht, vor allem wenn dieses gerade vom Hochzieh- und Papierzerreissfieber gepackt ist). In diesem Moment macht es „Börp“ und mein Kopf fühlte sich feucht an. Als sich noch ein säuerlicher Geruch dazugesellte, schwante mir übles. Und als ich in den Spiegel im Gästebad schaute, präsentierte sich meine Frisur mit einer Portion vorverdautem Milchreisbrei verziert – bäh, das brauche ich nicht jeden Tag !

Also schnell den Brei notdürftig mit Wasser entfernt, für mehr blieb keine Zeit, da ich zusammen mit den drei Jungs die Tochter vom Turnen abholen gehen musste.

Am Ende gab es nur noch Gekreische, Gerenne und Gehaue und ich war heilfroh, als endlich mein Mann seinen Kopf  zur Tür hereinstreckte. Versöhnt mit dem Tag hat mich der übriggebliebene Bratapfel samt Vanillesauce von gestern und ein kleiner Sohn, der für seine Verhältnisse blitzschnell einschlief. Bleibt nur zu hoffen, daß auch die Nacht ruhiger wird als die letzten Nächte …

 

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4 Antworten to “Nicht mein Tag”

  1. Anne Says:

    Hut ab…Was für ein Tag. Gut, dass man das manchmal aufschreibt, oder? Ansonsten kriegt man das im Alltagsbetrieb gar nicht mit, was man als Mutter so leistet. Und statt „nur“ den üblichen Kram am Laufen zu halten, baut man sich noch immer kleine Extra-Challenges ein (Zimtschnecken…;-)). Man bekommt ja selten mal ein dickes Schulterklopfen für seinen Job, wenn mans aufschreibt, kann man sich wenigstens mal ein bisschen selbst bewundern. Schön, dass es am Abend noch eine Versöhnung mit dem Tag für dich gab!

  2. Anna Says:

    Wow, ich finde das bewundernswert (bin mit 1 Baby schon ausgelastet, und das ohne Zimtschnecken backen etc).

  3. Simone Says:

    Wow, Wahnsinn! Aber ich kenne solche Tage, zumindest so in der Art. Meine Jungs sind 6 und 2,5 Jahre alt, und bei uns ist auch immer was los ;-). Stress hab ich nie zu wenig.
    Könntest du mal das Zimtschnecken-Rezept verraten? Das wäre ganz arg lieb. LG Simone

  4. h1ddenl1dar Says:

    Ja, es gibt so Tage. Oder gar Wochen. 😉
    Für unterwegs kann ich Dir von Alnatura ein Gläschen empfehlen. Es gibt von denen eine Sorte, ich glaube, es ist Heidelbeere-Birne mit Reis. Zuckerfrei, wenn man mal vom Fruchtzucker absieht und trotzdem sättigend. Meiner steigt mir bei reinen Fruchtgläschen meist eine halbe Stunde später schon wieder auf’s Dach, weil er Hunger hat. Aber bei diesem war der Hunger tatsächlich länger gestillt. Und geschmeckt hat es uns beiden. 😉

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