Nicht witzig

Nicht witzig finde ich momentan die Tatsache, daß unser Mittelkind meint, jeden Morgen gegen 5:30 Uhr aufstehen zu müssen und dann laut nach mir schreiend auf dem Bett zu sitzen …

Eigentlich hätte ich dann nämlich noch 45 Minuten Zeit bis der Wecker des Schulkindes anfängt zu klingeln und die würde ich gerne mit Schlafen verbringen und nicht mit Diskussionen, warum 5:30 Uhr definitiv zu früh zum Aufstehen ist. Ich denke es handelt sich hierbei um diese berühmt-berüchtigte Phase vor der Einschulung, die wir auch schon mit dem ersten Kind durchleben durften. Das Kind ist äußerst schlafunwillig (er geht nämlich abends auch erst gegen 20 Uhr ins Bett, also nicht allzu früh für einen Fünfjährigen), alles ist blöd und alles mache ich falsch, und er schwankt quasi minütlich zwischen himmelhochjauchzend und zutodebetrübt. Beim letzten Kind dauerte diese Phase etwa ein halbes Jahr. Bitte Daumendrücken, daß es dieses Mal nicht so lange dauert …

Auch nicht witzig war gestern, daß der große Sohn es endlich schaffte, beim Stuhlkippeln das Gleichgewicht zu verlieren und fast in Zeitlupe nach hinten kippte um dann mit vollem Karacho gegen die Sockelleiste des Dielenbodens zu knallen. Ich sah schon die zweite Platzwunde kommen (die erste zog er sich vor 10 Tagen beim Treppehochrennen zu – das Kinn gab beim Sturz auf die Kante ein wenig nach), er hat aber Glück im Unglück gehabt und nun ziert lediglich eine balkenähnliche, dicke und sehr schmerzhafte Beule seinen Hinterkopf. Da er sofort wie am Spieß losbrüllte und danach auch keinerlei Auffälligkeiten zeigte, verzichtete ich auch auf einen Arztbesuch. Und ein kleines „Was meinst Du, wieso ich Dir schon 1000 Mal gesagt habe, daß Du nicht mit dem Stuhl kippeln sollst ?!?“ konnte ich mir dann doch nicht verkneifen 😉

Witzig war ein Telefongespräch gestern mit einer Bekannten.

Sie: Heute morgen habe ich den Schock meines Lebens bekommen !
Ich: Oh, was ist denn passiert ?

Sie: L. (ihr Sohn) hatte 39,2 °C Fieber !!!

Ich: Und dann ?

Sie: Wie, und dann ???

Ich: Ach so, das Fieber war der Schock !?!

Sie: Ja klar, das ist doch total hoch !

 

In solchen Momenten merke ich dann immer wieder den Unterschied zwischen Einfach- und Mehrfachmutter. Für mich fängt hohes Fieber erst bei 40 °C an. 39,2 °C ist normale Betriebstemperatur bei einem kranken Kind und ich begrüsse das Fieber sogar, denn dann kann ich mir sicher sein, daß der Körper ordentlich auf den Infekt reagiert und das Kind schnell wieder gesund werden wird. Unsere Tochter ist da ein Spezialist, die fieberte auch mal bis 40,9 °C hoch und da wurde selbst mir ein wenig komisch. Aber bei 39,2 °C Temperatur fiel mir in diesem Moment nicht ein, daß damit die Katastrophe gemeint sein könnte 🙂

Ansonsten hier immer noch ein kränkelndes, zahnendes und unausstehliches Baby, das mir den ganzen Tag am Bein hängt und auf den Arm möchte, schlaflose Nächte, viel zu frühe Morgen (siehe oben) und eine völlig planlose und müde Bloggerin …

Der Telefonanschluß lässt nach wie vor auf sich warten, die Telekom macht keinerlei Anstalten, unseren Standort endlich aufzunehmen und freizuschalten und so langsam werde ich richtig sauer. Der Internetstick funktioniert nur noch bis zu diesem Wochenende, danach müssen wir uns etwas Neues einfallen lassen. Alle Nachfragen, alle Anrufe, alle Bitten bringen nichts und ich bin mit meinem Latein am Ende. Falls es hier in nächster Zeit ruhiger werden sollte, dann liegt das nicht nur am Umzugs- und Kinderchaos, sondern schlichtweg daran, daß wir keinen Zugriff aufs Internet haben …

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3 Antworten to “Nicht witzig”

  1. Cornelia Says:

    Jetzt muss ich hier mal was schreiben!

    Auch als Einfachmutter muß man 39 Grad noch nicht gleich katastrophal finden. Ich denke es gibt bei Einfach- und Mehrfachmüttern welche die zur „Überbemutterung“ neigen und alles hochkochen und welche, die sehr rational mit den Dingen umgehen.

    Einfach- oder Mehrfachmutter spielt da keine große Rolle.

    Sicher, mit jedem Kind wächst die Erfahrung – aber auch als „Einfachmutter“ (sollte dieses Wort in die Schimpfwortliste aufgenommen werden?) wächst man mit den Erfahrungen und nichts anderes tun Mehrfachmütter.

    Ich habe so das Gefühl, dass man bei Dir als „Einfachmutter“ (aus welchem Grund man das auch immer ist) sowieso schon mal ins Hintertreffen gerät und nicht ernst zu nehmen ist.

    Ich hatte hier auch schon mal gelesen, dass Einzelkinder (aus welchem Grund sie Einzelkinder sind scheint nicht interessant) eigentlich doch ausnahmslos zu bedauern sind.

    Ansonsten sehr schöner Blog.

    • tekelek Says:

      Leider kam ich erst jetzt dazu, die beiden Kommentare zu lesen, da wir die letzten Tage keinerlei Internetverbindung hatten. Kommentare von Lesern die zum ersten Mal kommentieren müssen von mir genehmigt werden und das konnte ich aufgrund der fehlenden Verbindung nicht. Den zweiten Kommentar habe ich gelöscht, da er ja im Grunde den gleichen Inhalt hatte wie der erste.
      Es tut mir leid, daß der Eindruck entstanden ist, daß ich Einfachmütter nicht ernst nehme oder sie belächle. So ist es nicht. Ich war selber eine sehr verunsicherte Mutter beim ersten Kind, unsere Tochter war ein Schreibaby, ich war alleine mit ihr (mein Mann kam aus beruflichen Gründen nur am Wochenende nach Hause) und heillos überfordert. Erfahrungen habe ich durch diese Zeit viele sammeln dürfen und war beim zweiten Kind natürlich schon auf alles mögliche vorbereitet. Aber nicht darauf, daß unser Sohn vier Jahre lang nachaktiv sein würde ..
      Jedes Kind ist anders und man ist nie perfekt auf die jeweilige Persönlichkeit und die Eigenarten vorbereitet. Was sich aber ändert ist das Umgehen damit. Die Geduld und Gelassenheit wird immer größer und außerdem die Sicherheit, daß die Liebe zum Kind das Einzige ist was zählt und daß dadurch fast alle Fehler die man als Mutter macht vergeben werden …
      Ich bin mit sehr vielen Einfachmütter befreundet. Und ich habe mich noch nie lustig über sie gemacht. Im Gegenteil, ich versuche eher, ihnen die Angst zu nehmen und sie wenden sich häufig mit Fragen an mich, wenn sie gerade ein Problem mit ihrem Kind haben.
      Einzelkinder sind nicht ausnahmslos zu bedauern, aber ich kenne kaum Einzelkinder, die über ihren Status glücklich sind (erst gestern sagte mir die 6-jährige Nachbarstochter als sie unseren Jüngsten auf dem Arm hielt, daß sie ganz traurig sei, daß sie keine Geschwister hat und wahrscheinlich auch keine mehr bekommen wird …). Außerdem konnte ich immer wieder beobachten, nicht nur in meiner eigenen Familie, wie sehr Kinder durch Geschwister geformt und geschliffen werden, und sich zum Positiven hin verändern (nachdem die größte Eifersucht abgeklungen ist ;-)). Die wenigsten Eltern schaffen es, den Fokus vom Einzelkind zu nehmen, bei mehr Kindern bleibt einem nichts anderes übrig und das ist gut so.
      Also nochmal. Weder Einfachmütter noch Mehrfachmütter sind „besser“, nur eben verschieden. Und das lässt mich manchmal schmunzeln (ohne das böse zu meinen). Egal ob es um Fieber, Ernährung, motorische Entwicklung oder ähnliches geht …
      Ich fand übrigens auch beim ersten Kind hohes Fieber nicht wirklich bedenklich. Dafür war ich bei anderen Dingen wesentlich unentspannter als jetzt und habe mir einen riesen Kopf gemacht. Mittlerweile kann mich fast gar nichts mehr schocken. Und trotzdem stehe auch ich immer mal wieder vor Situationen, die ich noch nicht kenne und mit denen ich im ersten Moment nicht gleich umgehen kann. Lediglich der Glaube an die eigenen Fähigkeiten und die der Kinder ist größer geworden …

  2. Cornelia Says:

    Noch mal will ich mich kurz dazu melden.
    Erstmal vielen Dank für Deine Antwort.

    Es kam tatsächlich bei mir so an.

    Natürlich ist es so, dass ich heute bei einem weiteren Kind (so ich eines hätte) vieles anders machen würde, bei vielen Dingen entspannter wäre.

    Aber ich hab nun mal nur das eine und ich glaube, dass mir das ganz gut gelungen ist.

    Mein Sohn ist mittlerweile 17 Jahre alt, sehr selbstbewußt, sehr selbständig, hat einen netten Freundeskreis usw.

    Da ich selbst als Einzelkind aufwuchs und mir wirklich immer Geschwister gewünscht habe (ich bin ein sehr kommunikativer Mensch) dachte ich, meinem Sohn müsse es leider mal ähnlich gehen.

    Aber – er ist wirklich ein Einzelkind was nicht unter diesem Status leidet. Ich habe mich auch mit ihm darüber unterhalten – er sagt, dass er Geschwister nicht vermisst hat. Er ist eben anders als ich und somit das ideale Einzelkind.

    Er hat sich auch sehr früh schon sehr ausdauernd allein beschäftigen können – was auch nicht bei allen Einzelkindern der Fall ist.

    Was mich wiederum freute – da es eben mit Geschwistern aus verschiedenen Gründen (u.a. gesundheitlich) nichts wurde.

    Da beide Eltern immer gearbeitet haben, ging er schon früh in den Kindergarten, später in den Hort und hatte vor Ort zu Hause jede Menge Freunde. Ihm ist das gut bekommen – er war ein begeistertes Kndergartenkind, aber auch froh sich zurückziehen zu können.

    Lange Rede, kurzer Sinn – es gibt auch Einzelkinder die mit ihrem Status zufrieden sind und gute Zeitgenossen werden und es gibt Einzelkinkindeltern, die auch nicht nur ihr ganzes Tun, Lassen und Handeln auf das Kind legen.

    So oder so – Hauptsache die Kinder blicken auf eine glückliche Kindheit zurück – und das tut mein Sohn z.B.

    Danke übrigens nochmals für Deine nette Antwort.

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