Hamsterrad

Ich möchte so gerne regelmässig bloggen. Am liebsten jeden Tag. Denn es entspannt mich und und macht mir Spaß. Allerdings bleibt mir leider kaum Zeit. Ich komme mir im Moment vor wie im Hamsterrad und zähle die Wochen bis zum Umzug, dann kommt nochmal eine Runde Stress in den ersten Wochen im neuen Haus und dann wird es denke ich wesentlich ruhiger.

Zum einen liegt der momentane Stress daran, daß der Kleinste eine vorübergehende, aber ziemlich anstrengende Phase durchmacht, nämlich die TRENNUNGSANGST-Phase. Kaum lege ich ihn irgendwo hin, bekommt er riesige Kulleraugen, die sich umgehend mit Krokodilstränen füllen und er weint und schreit, als ob es um sein Leben ginge. Na gut, Kind wieder auf den Arm, Kind strahlt, krallt sich an mir fest wie es nur kann und schaut mich mit diesem speziellen Blick an, der soviel heißt wie „Lass mich bitte nie wieder runter !!“. Manchmal gelingt es mir, ihn abzulegen, aber nur wenn ich in unmittelbarer Nähe bleibe und eine Radius von 2 Metern nicht verlasse. Es ist ziemlich schwierig, irgendetwas zu schaffen, mir tut der Rücken weh und ich hasse diese Phase. Aber es hilft nichts, da müssen wir beide nun durch und weil ich dieses Kind genau wie die anderen beiden von Herzen liebe, versuche ich mein Möglichstes, es ihm möglichst erträglich zu machen. Das heißt, ich trage ihn viel herum (größtenteils im Ergo Carrier auf dem Rücken, anders geht es nicht), ich bleibe so weit es geht in Blickkontakt und nehme ihn immer mit, wenn ich in einem anderen Zimmer etwas erledigen muß. Der Sohn dankt es mir, indem er mittlerweile auch mal 5 Minuten alleine bleibt ohne zu schreien und mich voller Dankbarkeit anlächelt 🙂

Ein anderer Grund ist der, daß unser Umzug unmittelbar bevorsteht. Es müssen noch ca. 100 Kisten gepackt werden, der Keller entrümpelt und sortiert werden, das Kinderzimmer begehbar gemacht und das Spielzeug sortiert werden, Vorräte verbraucht werden oder soll ich die 3 Tonnen Risotto und andere Leckereien doch mit umziehen ?, und, und, und …

Keine Ahnung, wann und wie ich das schaffen soll.

Demnächst werden dann auch noch Horden von Menschen durch dieses Haus wandern, die Vermieter haben nämlich einen Makler beauftragt, Nachmieter zu finden. In dem Zustand in dem sich das Haus momentan befindet, möchte ich eigentlich nicht wildfremde Leute durchlotsen, mir wird aber höchstwahrscheinlich nichts anderes übrigbleiben.

Dann gibt es da noch eine Sache, ich habe mich bereiterklärt, jeweils 2 Tage die Woche auf die siebenjährige Tochter einer guten Freundin aufzupassen. Und zwar von 12 bis 19 Uhr. Sie ist berufstätig und schwimmt ziemlich aufgrund der Schulferien, und da sie sonst niemanden hat und mir das Kind auch leid tut, mache ich eben den Job. Wenn ich allerdings gewusst hätte, wie anstrengend dieses Mädchen stellenweise sein kann, hätte ich eventuell doch abgelehnt. Nun ist es aber so und ich muß mir noch einen guten Plan für nächste Woche zurechtlegen, da sind nämlich unsere Großen bei Opa und Oma, und ich habe niemanden, der zum Spielen zur Verfügung steht (außer der Kleinste und der rastet nach spätestens 10 Minuten Bespaßung aus, da das Kind mangels Geschwistererfahrung einfach nicht weiß, wie man mit Babies umgeht …).

Die Großen brauchen zusätzlich momentan ewig, bis sie eingeschlafen sind, somit ist der ruhige Teil des Tages ziemlich kurz.

Daneben noch Einkaufen, Wäschen von 5 Leuten waschen und wegräumen, täglich frisch Kochen (Fertigessen kommt nicht auf den Tisch, egal wie müde ich bin !), nachts alle 2-3 Stunden vom Jüngsten geweckt werden (aus den verschiedensten Gründen, hauptsächlich Hunger, da er außer Stillen noch nicht wirklich viel isst), Aufräumen, u.s.w. …

Ich visualisiere einfach ständig diesen einen Moment. Mein Mann und ich sitzen im neuen Haus auf dem Sofa, die Kinder schlafen alle und wir kuscheln uns gemütlich aneinander. Alles ist eingeräumt, aufgeräumt, wir geniessen die Ruhe, unser schönes neues Haus und das Miteinander :-). Wenn ich daran denke, lässt sich das Hamsterrad einfach besser ertragen und ich freue mich auf die Zeit nach dem Umzug. Der Kleinste wird dann hoffentlich schon etwas besser schlafen und tagsüber entspannter sein, da älter, wir haben mehr Stauraum (hier ist mittlerweile doch alles ziemlich eng), ich muß nichts mehr einpacken, keine Besichtigungen mehr …

Bis dahin heißt es tief durchatmen und versuchen, das Chaos zu bewältigen. Heute im Kindergarten meinte eine Erzieherin zu mir „Du schaffst das schon, Du bist doch eine richtige Powerfrau !“ meine Antwort, daß auch eine Powerfrau ab und zu mal keine Power mehr hat ignorierte sie einfach 😉

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2 Antworten to “Hamsterrad”

  1. puustekuuchen Says:

    ojee .. ich schick mal eine Ladung Energieboost .. *whuuuuusschhh* 😀

  2. nadine Says:

    Du Arme..! Ich wünsche dir viel Kraft!!
    Aber ich muss dir als Aussenstehende sagen, dass du dir selbst auch zuviel auflädst!! Das Kind, das du auch noch betreust und dass IMMER etwas frisch gekochtes auf dem Tisch stehen muss…. Versteh mich nicht falsch: ich lege aúch SEHR viel Wert auf unsere Ernährung aber manchmal ist es einfach nicht möglich und es muss auch mal eine Fertigsosse mit Nudeln her! Und das ist völlig ok so! Ich habe lange gebraucht, bis ich diesen Schalter umlegen konnte. Man kann nicht ALLES perfekt machen! Du hast mit 3 Kindern und Umzug schon genug zu tun, da müssen andere Dinge einfach mal hinten anstehen. Und deine Kinder werden keinen Schaden nehmen, ab und zu mal ein Fertiggericht zu bekommen wenn DU dadurch mal 5 Minuten durchatmen kannst. Und auch in deiner Situation noch anderen zu helfen ist zuviel. Du bräuchtest eher Hilfe! (Hat dir mal jemand angeboten, Kisten zu packen oder deine Kinder zu übernehmen?)
    Was nutzt das alles, wenn du irgendwann zusammenbrichst? Es ist wichtig, auch auf sich selbst acht zu geben. DU bist auch wichtig!

    Beste Grüße!

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