Füttern – noch zeitgemäß ?

Beim ersten und beim zweiten Kind gab es ab dem 6./7. Monat Brei. Nicht aus dem Gläschen, sondern lecker selbst gekocht, in verschiedenen Geschmacksrichtungen und Varianten. Die Tochter aß am liebsten Kürbis-Kartoffelbrei mit viel Fleisch, der erste Sohn hasste Fleisch und liebte Süßkartoffeln und Zucchini.

Bei Beiden fing ich recht früh an, ihnen auch unser Essen anzubieten, richtig vom Tisch aßen sie dann mit als sie etwa 10 Monate alt waren. Mit 11 bzw. 12 Monaten dann auch alleine mit Gabel und Löffel. Beim ersten Sohn stellte ich einfach das Essen vor ihn hin als er 8 Monate alt war und ließ ihn matschen, ich hatte keine Lust mehr, ihn zu füttern. Und es funktionierte erstaunlich gut !

Nun ist es ja so, daß sich die Zeiten geändert haben. Und das in gerade mal 6 Jahren. War es damals noch normal, Kinder mit Brei zu füttern, also ihnen eine passive Haltung aufzuzwingen, so ist es heute fast schon normal, daß die Kinder selber essen von Anfang an. Und zwar keinen Brei, sondern weichgegarte Gemüse- oder Obststücke.

Ich fand die Sache mit dem Brei schon immer fragwürdig. Aber es ist eben sehr praktisch, wenn man nur den Löffel in den Mund schieben muß, es geht schneller, die Umgebung wird nicht so dreckig und außerdem weiß man genau, wieviel das Kind gegessen hat.

Beim dritten Kind nun fing ich auch mit Gemüsebrei an, als wir im Urlaub waren. Die pürierten Zucchini mit etwas Olivenöl gingen auch ganz gut weg. Dann kam der Pilz im Mund und es herrschte erstmal wieder Beikostpause. Danach probierte ich es mit Babypasta (ich sah sie im Supermarktregal und fand das einfach spannend :-)), am ersten Tag war die Begeisterung groß, am nächsten Tag war das Interesse verflogen …

Nun habe ich mittlerweile herausgefunden, daß es nicht an mangelnder Bereitschaft liegt. Der kleine Sohn ist sehr neugierig, grabscht uns ständig Essen aus der Hand und schiebt es in den Mund, aber er möchte es eben alleine machen. Sobald man ihm das Essen in Breiform auf einem Babylöffel präsentiert, spuckt er es aus bzw. schlägt den Löffel weg. Püriertes Obst verweigert er kategorisch, dafür lutscht er an frischem Obst hingebungsvoll herum, bis es komplett in seinem Magen verschwunden ist (was mitunter eine ganze Weile dauern kann, so ohne Zähne). Am liebsten sind ihm übrigens eher saure Früchte, z.B. Aprikosen oder Pfirsiche. Auch Äpfel findet er gut, allerdings bekommt er die nur, wenn sie schon ein wenig mehlig sind, da ich Angst davor habe, daß Stücke in der Luftröhre steckenbleiben könnten.

Mein Problem ist nun, daß ich nicht weiß, wie ich eine komplette Stillmahlzeit auf diese Weise ersetzen soll. Das möchte ich nämlich gerne, aber nicht in Form von Flaschennahrung. Und meine Lust, zwei Stunden zu warten, bis das Söhnchen endlich genug Stücke in den Mund befördert hat, hält sich auch in Grenzen. Was macht man in einem solchen Fall ? Doch weiter mit Brei versuchen ? Dem Kind mit seinen gerade mal 6 Monaten beibringen, wie es den Brei selber in den Mund löffeln kann ? Weiter Stillen und dem Kind Stückchenkost nebenher anbieten, bis es größere Mengen davon in kürzerer Zeit vertilgen kann ?

Auf jeden Fall freut es mich, daß auch der Kleinste genauso viel Spaß am Essen hat wie seine großen Geschwister (und wir Eltern ;-)) und das ist natürlich die Hauptsache !

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10 Antworten to “Füttern – noch zeitgemäß ?”

  1. aleXXblume Says:

    Hmmm, ich denke, beides wird kaum gehen – also klassisches „Mahlzeiten ersetzen“ mit ausschließlich BLW-Kost.
    Bei unserer Maus habe ich einfach beides kombiniert, sie bekam Breimahlzeiten und Stückiges parallel. So konnte ich bestimmte Mahlzeiten doch zügig ersetzen, brachte sie aber trotzdem nicht um die „Selber essen“-Erfahrung.
    Ich würde es einfach doch immer wieder mal mit Brei probieren. Vielleicht braucht er ja noch ein Weilchen. Oder es war einfach noch nicht so der „Bringer“ mit dabei. Meine Kids liebten allesamt Kürbis sehr, vielleicht wär das ja mal einen Versuch wert?

  2. evizentrum Says:

    Unsere Kleine war auch anfangs kein Breikind. Dann kamen wir drauf, dass sie gern Stücke isst. Also machten wir das erst mal. Wir versuchten einfach ab und zu weiter, ihr den Brei zu geben. Nach ein paar Wochen hat es sich eingespielt, dass wir ihr den gefüllten Löffel hinhielten und sie den griff und sich selbst in den Mund steckte. So klappte das dann eine Weile. Bis sie von selbst „erlaubte“ dass wir sie einfach füttern bzw. jetzt hat sie selbst auch einen Löffel und es geht abwechselnd. Die ganze Zeit über hat sie aber zusätzlich auch viel Stückiges gegessen – bei den Zwischenmahlzeiten und natürlich bei allem, was wir so auf dem Teller haben.

    Und die ganze Zeit habe ich nach Bedarf gestillt. Das war die ersten neun Monate recht viel. Dann wurde es von allein weniger und nach dem ersten Geburtstag noch mal viel weniger.

    Ich habe übrigens nie „Stillmahlzeiten“ ersetzt. Wenn sie nach dem Essen noch stillen will, meldet sie sich schon. Wenn nicht, auch gut. Wenn das Essen ihr manchmal gar nicht schmeckt, dann gleicht sie das heute auch noch durchs Stillen aus. Ist mir auch recht. Hauptsache sattes Kind. Die meiste Zeit ist das Stillen jetzt aber Kuscheln und Einschlafhilfe, und nicht mehr Ernährung.

  3. Isabella Says:

    Vielleicht mal nach „Baby led weaning“ googlen. Vielleicht gibt es da Erfahrungsberichte.

    • Kathrin Says:

      dies fällt mir auch dazu ein. es ist uns aber auch erst bei No3 über den Weg gelaufen…
      und sie tat tatsächlich fast keinen Brei gegessen!
      das ganze lief dann unter Beikost – also ohne R.

      sie hat in ihren 2 Lebensjahren genau 2x den Mund für einen Löffel weit geöffnet: 1x bei einer Kiwi vor 4 Wochen und 1x bei Wackelpudding – vor einer Woche.

      Klassisches Füttern ging gar nicht, daher war ich auch dankbar über Erfahrungen.

  4. engelswelt Says:

    Das Löwenbaby fängt jetzt mit seinen fast 11 Monaten an, beim Mäuschen abends mitzuessen. Das Mäuschen bekommt derzeit ein Kinderteller von Hi.pp, da es doch etwas stressig ist, mit der ganzen Hausrenovierei. Aber nichts desto trotz ist die Flasche noch Hauptnahrungsmittel beim Löwenbaby. Sie bekommt auch tagsüber immer etwas in die Hand, wenn wir auch essen (sei es nun Reiswaffel, frisches Obst, Brot oder ähnliches) aber so wirklich ist sie noch nicht davon überzeugt. Mit Brei mag ich aber nicht anfangen, auch wenn es manche lieber sehen würden.

    Gib dem Jüngsten noch etwas Zeit – meine Meinung 🙂

  5. Rinna Says:

    Beim Thema Brei habe ich doch sehr interesante Erfahrungen gemacht. Lorraines erste Breiversuche fanden so um den 7. Monat statt (alle anderen Müter schauten mich schon skeptisch an, warum ich denn bis zum 7. Monat gewartet habe). Der Brei (Möhren) kam bei Lorraine überhaupt nicht an, auch andere Sorten wurden total abgelehnt. Ich habe dann beschlossen, ihr weiterhin voll die Flasche zu geben (stillen klappte bei mir damals nicht) und dann habe ich mit ca. 9 Monaten dann selbstgekochtes Gemüse angeboten, in Stücken! Und siehe da: Lorraine fand es klasse! Der Witz ist: Lorraine mag bis heute keine Dinge, die eine breiartige Konsistenz haben (Apfelmus, Kartoffelbrei).
    Wenn es für dich ok ist, dann würde ich weiter beim Stillen bleiben und ihm eben die anderen Dinge in Stücken anbieten, auch wenns länger dauert!
    LG und viel Erfolg!
    Corinna

  6. frl. wunderschoenbunt Says:

    ich glaub einfach das beste ist sich nicht so viele gedanken zu machen und dem kind geben was es mag und wann es mag. im übrigen greifen doch auch die breiesser von alleine nach dem essen. mein großer hat die breie gar nicht genommen, höchstens mal obstbrei und mit 10 monaten erst angefangen mal was von uns mitzuessen und hat auch bis zum zweite lebensjahr noch viel milch getrunken. und er mag auch bis jetzt nichts was schleimige konsestenz hat. und der kleine ist jetzt 5 monate alt und ist schon ein halbes gläschen gemüse, mit protest wenn es nicht schnell genung weitergeht. ich hab angefangen weil er uns das essen vonm teller geguckt hat. womit ich mich auch erstmal anfreunden muss und was mich auch etwas iritierrt, das er jetzt schon soviel ißt…aber er ist wohl einfach so weit. kennst du “ mein kind will nicht essen“ von carlos gonzales http://www.amazon.de/Mein-Kind-will-nicht-essen/dp/3932022122/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1310021403&sr=8-1 ich fand es super interessant gibt einem ganz neue einblicke warum kinder wann und wieviel essen und ein großer schwerpunkt ist das stillen….

    lieben gruß

  7. nilaja Says:

    Hmm, vielleicht versuchst Du es damit, dass Du Deinem Zwerg Stückchen anbietest und nebenbei Gläschen o.ä. an ihn verfütterst.
    Vielleicht akzeptiert er ein Breilöffel zwischen den „Bissen“.
    Oder weiterhin stillen.
    Meine Zwillinge wollten auch nicht wirklich Brei essen.
    Sie haben fast von Anfang an Gläschen ab 12. Monat gegessen, die dann einfach stückiger sind.
    Milchbrei wurde total verweigert.
    Es wird irgendwann besser.
    Jetzt essen sie dafür stückige Sachen mittags ganz alleine mit einer Kuchengabel und es klappt super…
    Viel Glück und Spaß bei euren Versuchen.
    Nilaja

  8. Schussel Says:

    Hier wurde ja schon viel gesagt – da schließe ich mich hauptsächlich an. Wir haben nie Brei gegeben, aber auch keine Mahlzeiten ersetzt (wollte ich auch gar nicht, von daher andere Lage). Das hat bedeutet, dass wir die ersten 10 Monate oder so weiter gestillt haben wie zuvor, erst dann wurde es langsam weniger/seltener. Einfach so von alleine. Obwohl er schon mit 8-9 Monaten wirklich große Mengen gegessen hat und wir ca. alle zwei Stunden „festes“ Essen angeboten haben, alles alleine und mit der Hand. Vielleicht hat er beim Stillen dann weniger getrunken? Man kann das ja schlecht messen. Aber wie Du vorgehen könntest, wenn Du so lange nicht warten willst… keine Ahnung, ehrlich gesagt.
    Viel Spaß auf jeden Fall beim Essen!

  9. spengels Says:

    Unser Kleiner wollte von sich aus auch schon früh (mit 4 Monaten) essen. Wir haben dann mittags ganz klassisch mit Kartoffel plus irgendein Gemüse (geliebt wurden Karotten, Kürbis, Brokkoli) als Brei püriert begonnen. Als die Zeit kam in der der kleine Mann dann unbedingt selber essen wollte gab’s meistens was in die Hand (Brotkruste oder so) und nebenbei wurde weitergefüttert. So konnte ich auch wirklich ganze Mahlzeiten ersetzen. Mit der Zeit hab ich immer weniger püriert und bald gab’s einfach was wir gegessen haben, klein geschnitten. Abends gab es nur ganz kurz mal Brei (ich glaube insgesamt haben wir gerade mal 3 Päckchen gekauft und eins davon hab ich noch weiter verschenkt). Wir sind da ziemlich schnell auf Brot mit Streichbelag umgestiegen. Das leg ich unserem kleinen Mann dann immer portionsweise hin und er nimmt sich die Stücke und isst allein. Inzwischen ist Finn fast ein Jahr und isst im Prinzip am Tisch mit. Meistens füttere ich, weil es einfach schneller geht und ich ganz ehrlich nicht auf das Gepampe stehe! Es gibt aber zum Beispiel oft Pellkartoffeln oder Nudeln und die darf er dann allein mit der Hand essen, Besteck haben wir noch nicht ausprobiert. Gestillt wird schon eine ganze Weile nur noch abends und nachts.

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