Eichhörnchen oder Grenzen überall …

Ich fühle mich momentan wie ein Eichhörnchen. Aber nicht, weil ich so grazil und leichtfüßig durch die Gegend hüpfen und klettern kann, sondern weil ich sammle. Nicht Nüsse, sondern Schlaf.

Die letzten Tage bin ich an viele Grenzen gestoßen. Die Grenzen meiner Belastbarkeit. An die Grenze zwischen meinem großen Sohn und mir. Und an die Grenzen meines Kreislaufs, was das Wetter angeht.

Gestern habe ich gemerkt, daß ich kurz vorm Zusammenbrechen war. Es war zu heiß, ich hatte zu wenig geschlafen und außerdem stand mehr als ein Termin auf meinem Plan. Wenn ich etwas gemerkt habe in den letzten Wochen, dann daß es sehr, sehr stressig ist, mit 3 kleinen Kindern mehr als einen Termin am Tag vor sich zu haben. Vor allem, wenn das jüngste Kind noch sehr schlaf-, ruhe- und stillbedürftig ist. Und man selber eigentlich auch gerne die ganze Zeit schlafen würde. So kam es dann, daß ich mich den ganzen Tag so fühlte, als ob ich jeden Moment losheulen würde, kein besonders schönes Gefühl. Und ich zog dann gleich die Konsequenzen daraus und cancelte den Termin beim Bäderzentrum, der für heute angesetzt war. Denn 3 Stunden Beratung über Sanitäreinrichtung mit Säugling waren mir nach einem Fast-Nervenzusammenbruch-Tag dann doch zuviel. Und sind es auch, wenn vorher kein solcher Tag war.

Die letzte Nacht bestand auch wieder aus lauter Schlafhäppchen, wenn ich aber in anderen Blogs herumlese, scheint das momentan ein Massenphänomen zu sein. Vielleicht die ungewöhnlich hohen Temperaturen, der bevorstehende Wetterwechsel oder einfach nur eine ungünstige Planetenkonstellation. Ich wurde stündlich vom kleinen Sohn geweckt, nicht nur wegen Stillen (das findet nur alle 3-4 Stunden statt, da ich genau darauf achte, ob er wirklich Hunger hat oder nur nuckeln möchte – und das ist für mich bzw. für meine B.rust indiskutabel), sondern auch wegen Pieseln (seit 3 Wochen war nichts mehr in der Windel am Morgen …), Herumrollen üben oder einfach nur Jammern ohne daß ich einen Grund erkennen konnte. Diese Nacht war der Höhepunkt einer Reihe von ähnlichen Nächten und ich hoffe, das ist nicht noch steigerungsfähig. Ich halte das körperlich und psychisch nur schlecht aus, nicht umsonst steht Schlafentzug auf dem ersten Platz in Sachen Folter. Ich kann vieles kompensieren, nur das nicht.

Also ist nun eben Schlafsammeln angesagt. Heute habe ich mich jedes Mal neben den Sohn gelegt, wenn dieser ein Nickerchen machte. Zum Schlafen bin ich nicht wirklich gekommen, da ich einfach schon viel zu überdreht bin, außerdem klingelte das Telefon, die großen Kinder hatten immer wieder Fragen oder Bedürfnisse, u.s.w. … . Aber Ruhen ist ja auch schon etwas. Und heute werde ich um spätestens 21 Uhr ins Bett krabbeln (das ist leider schon in 10 Minuten …).  Fürs Wochenende brauche ich dringend etwas Energie, da findet der 60.Geburtstag meiner Schwiegermutter statt, uns stehen 4 Stunden Fahrt bevor und eine große Feier, die über mehrere Stunden geht. 

Außerdem rassle ich momentan öfter mit dem großen Sohn zusammen. Dieser versucht zur Zeit ständig, seinen Willen mit theatralischen Heulanfällen durchzusetzen. Bei der großen Schwester und dem Papa funktioniert das manchmal auch (bei ersterer eigentlich immer), aber bei mir beißt er auf Granit. Wenn ich etwas nicht leiden kann, dann ist es dieses auf Knopfdruck losheulen, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen. Auch hier scheppert es an den Grenzen und meine eh schon gebeutelten Nerven müssen einiges aushalten. Darum auch die Ruhe im Blog, denn nach Bloggen ist mir nach solchen Tagen und Nächten nicht wirklich zumute, bzw. ich komme überhaupt nicht dazu.

Bleibt zu hoffen, daß die Nächte wenigstens bald ein wenig ruhiger werden, mit stressigen Tagen komme ich sonst ganz gut zurecht. Und der 19.Woche-Schub wird sich auch bald verabschieden, immerhin macht der Sohn übermorgen die 18 Wochen voll und somit stehen höchstens noch 1-2 Wochen Unruhe und Geschrei ins Haus. Auch der große Sohn wird sich wieder einkriegen und schnell einsehen, daß bei mir mit Gekreische nichts zu holen ist. Ich muß nur noch eine Weile aushalten und konsequent bleiben an allen Grenzen …

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3 Antworten to “Eichhörnchen oder Grenzen überall …”

  1. engelswelt Says:

    Ich wünsche dir ganz viel Kraft, gute Nerven und viel Durchhaltevermögen 🙂

  2. mona Says:

    ich wünsch dir schlaf, so viel du kriegen kannst!
    bei uns ist es ähnlich. in fast 8 monaten fünf nächte, die man als durchgeschlafen durchgehen lassen kann.

  3. Kathrin Says:

    Fühl Dich gedrückt!
    Wenn ich lese, wie Du versuchst mit allem zurecht zu kommen, dann klingt das schon sehr gut.
    Ich kann mich an diese „ich könnte jederzeit losheulen Momente“ erinnern – unglaublich anstrengend und daher sehr gut, dass Du die Termine reduzierst.

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