Kurswechsel

So, ich habe es getan. Eben habe ich meine Bestellung für Stoffwindeln und Wollüberhosen abgeschickt, ab jetzt gibt es hier keine „Plastikwindeln“ mehr. Lange habe ich hin und her überlegt. Habe Erfahrungsberichte gelesen, mehrere Onlineshops durchstöbert, ausgerechnet, wieviel wir für P.ampers im Jahr ausgeben und wieviel Müll dadurch entsteht (immerhin braucht man bis zu 3000 Windeln pro Jahr !), mir überlegt, ob ich bereit bin, die Sache mit dem Windelfrei weiter so durchzuziehen wie bisher. Und ich bin zu dem Schluß gekommen, daß ich die „normalen“ Windeln sowieso schon immer doof fand und nun bereit bin für das Wagnis „Naturwindeln“.

Bestellt habe ich „Schlüpfis“ von „Storchenkinder“ und Wollüberhosen. Außerdem Hemdchen, da ich Bodies einfach blöd finde (vor allem beim Thema Windelfrei). Insgesamt kostet der Spaß 150 Euro, wenn man aber bedenkt, daß ein Jahresvorrat an „Plastikwindeln“ ca. 3-4 Mal soviel kostet, ist das noch erschwinglich.

Gründe habe ich mehrere. Erstens weniger Müll. Zweitens angenehmer für die Haut. Drittens praktischer beim „Windelfrei“, da sich die Schlüpfis schnell an- und ausziehen lassen.

Heute bin ich sogar zum ersten Mal auf einen Parkplatz gefahren, weil unser Sohn ganz unruhig wurde, quengelte und offensichtlich pieseln musste. Im ersten Moment kommt man sich da schon ein wenig blöd vor, für einen 3 Monate alten Säugling rechts ranzufahren 😉

Als ich ihn aber ausgepackt und aus der Autotür gehalten hatte, kam ein großes Pipi herausgesprudelt und anschließend schlief das Kind selig ein. Soviel zu „Babies spüren das doch gar nicht …“. Am Nachmittag waren wir dann unterwegs mit den Großen, auf einem Spielenachmittag, insgesamt 2 Stunden lang. Als ich nach Hause kam, war die Windel immer noch trocken, als ich den Sohn abhielt, kam ein Bach heraus, mit dem er dem großen Bruder Konkurrenz machen könnte. Nachts ist die Windel sowieso fast immer trocken, sie wird nur leicht feucht wenn ich nicht sofort reagiere, weil ich manchmal etwas länger brauche bis ich aus dem Tiefschlaf aufgewacht bin.

Ich bin nach wie vor sehr fasziniert und beeindruckt, hätte ich doch nie gedacht, daß es wirklich funktioniert (ich weiß, ich wiederhole mich …). Da muß man erst 3 Kinder bekommen, um sich dranzuwagen, schade, daß ich vorher nicht die Motivation dazu hatte …

Nun freue ich mich auf den Sommer. Endlich nicht mehr dieses Herumgepule, ein nackig strampelndes Kind auch draußen im Garten und Abhalten können an der frischen Luft (allerdings weiß ich noch nicht, ob ich mich das in Sichtkontakt mit anderen Menschen traue, die Blicke sind doch recht seltsam, wenn das Kind nicht älter als 2 Jahre ist, dann wohl eher heimlich hinter Büschen) …

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8 Antworten to “Kurswechsel”

  1. Anika Says:

    Nein Nein Nein, ich habe noch sooooo viele davon zu hause !!!

    • tekelek Says:

      Die Schlüpfis ? Das wusste ich gar nicht. Brauchst Du sie nicht noch für Carlo ? Oder wird der nur noch mit Pampers gewickelt ?
      Ich habe nur 5 Stück bestellt, wahrscheinlich sind das eh zu wenig (Du hast da bestimmt mehr Erfahrung). Ich wollte es einfach mal ausprobieren, da mich die Plastikwindeln langsam nerven …
      Habt Ihr eigentlich noch die gleiche Telefonnummer ? Ich habe heute versucht Dich anzurufen, es geht aber niemand ran …

  2. Kathrin Says:

    Ich freue mich immer darüber zu lesen und sage einfach immer wieder wie toll ich es finde!
    Und ja, ich möchte immer mehr Erfahrungen von Dir/Euch lesen – einfach, weil ich es mir nicht getraut habe und nur darüber gelesen hab.

  3. geologenkinder Says:

    Bedenke die Wäscheberge und die auszuwaschende Schei….. 🙂 Studien haben gezeigt das keine von beiden Varianten des Wickelns günstiger oder Umweltschonender ist. Bei den Stoffwindel spart man zwar Müll hat aber einen emensen Verbrauch an Strom und Wasser.
    Ich habe bei allen 3 Kindern mit Stoffwindeln hantiert und werde das auch bei Kind Nr.4 machen. Richtig Klasse aber fand ich die Kita die dieses Stoffwindeltheater mit machte.
    Solche Schlüppis hatte ich allerdings nicht, sondern richtige Stoffwindeln zum selber legen. Und ja an den Mehraufwand an Hausarbeit gewöhnt man sich.

    • tekelek Says:

      Es geht ja keine Schei… rein, ich halte ihn ja ab 🙂
      Die Stoffwindeln brauche ich eigentlich nur für den Fall, daß ich mal nicht schnell genug bin oder wir draußen unterwegs sind und ich ihn nicht abhalten kann. Nachts das Gleiche, eigentlich meldet er sich, wenn er muß, wenn ich das aber mal verschlafe, braucht er einen Schutz. Die Wäscheberge werden sich also in Grenzen halten 🙂

  4. geologenkinder Says:

    Ich bin beeindruckt das das klappt.

  5. Schussel Says:

    Wieviele Stoffwindeln hast Du denn dann angeschafft? Einen kompletten Vorrat?

    Wir überlegen auch noch hin und her für Kind 2; aber wenn das mit dem Windelfrei so gut klappen sollte wie bei euch, dann ist das Geld/Umwelt-Argument ja dahin, dann braucht man auch von den Wegwerfwindeln wesentlich weniger, oder? Und unser zweites Problem ist das Trocknen. Wir haben keinen Wäschetrockner und kommen schon mit der normalen Kleidung kaum hinterher, jedenfalls im Winter (im Sommer im Garten kein Problem). Ich weiß nicht so recht… aber 150 EUR klingt wieder sehr günstig. Hm.

    • tekelek Says:

      Nein, ich habe nur 5 Stück bestellt ! Eine kostet 12,75 Euro. Es handelt sich um Höschenwindeln aus Baumwolle, sogenannte „Schlüpfis“ von der Firma „Storchenkinder“ und ich finde sie sehr praktisch, da man sie mit Druckknöpfen schließt (kein Gewickel) und sie mitwachsen (von 7 bis 16 kg). Von derselben Firma gibt es auch Windeln für die Kleinen, die sind glaube ich etwas günstiger.
      Ich mache mittlerweile einen Mischmasch. Tagsüber lasse ich unseren Sohn hier im Haus sowieso nackig, auf einem mit Handtuch präparierten Lammfell am Boden (ich bin nicht immer schnell genug bzw. nicht ständig neben ihm), wenn wir rausgehen nehme ich entweder die „Schlüpfis“ (für kurze Wege im Tragetuch – im Tuch hat er noch nie gepieselt !) oder normale Pampers (für lange Wege und Shoppingtouren – ist mir sonst zu stressig, abhalten kann ich ihn ja trotzdem bei Gelegenheit).
      Nachts hat er dann wieder die „Schlüpfis“ an, allerdings halten die maximal ein großes Pipi (bisher habe ich das nur ein Mal erlebt, als ich nicht schnell genug reagiert habe auf sein Gejammer).
      Nachteil bei den Pampers ist (in Bezug auf Windelfrei), daß sie sich nach ein paar Stunden anfangen aufzulösen bzw. sich nicht mehr richtig schließen lassen. Außerdem riechen sie ganz fürchterlich nach Chemie und sind nicht besonders atmungsaktiv, mir sind die Stoffwindeln mittlerweile wesentlich symphatischer (und das, obwohl ich die anderen beiden Kindern nur mit „Plastikwindeln“ gewickelt hatte).
      Das Problem mit dem Trocknen ist natürlich schon eines, denn wir besitzen zwar einen Trockner, trotzdem brauchen die Dinger hinterher noch ein paar Stunden, bis sie wirklich völlig trocken sind !
      Wenn man es allerdings so betreibt wie wir, funktioniert es ganz gut. Ohne Trockner würde ich glaube ich die doppelte Anzahl Windeln anschaffen, das wären dann 127,50 Euro. Eventuell braucht man noch Wollüberhosen (hatte ich auch mitbestellt), allerdings schicke ich die wieder zurück, da unser Sohn a) nicht hineinpasst (er ist einfach zu rund ;-)) und b) die Dinger ziemlich auftragen.
      Es gibt aber noch tausend andere Naturwindelsysteme, ich habe lange gegoogelt und wusste gar nicht, wie groß der Markt mittlerweile ist und wie praktisch die Dinger geworden sind !

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