Archive for Februar 2011

Umdenken

22. Februar 2011

So langsam merke ich, an welchen Punkten ich umdenken muß als Dreifachmutter. „Mal schnell“ Einkaufen gehen ist zum Beispiel nicht mehr drin. Also genaue Listen machen, was wir brauchen und dann möglichst ganz ohne Kinder am Abend losfahren. Alles nach der Reihe erledigen ? Nein, eher nicht, sondern dann, wenn ich gerade einen Moment Zeit habe, möglichst viele Dinge gleichzeitig (habe ich vorher auch schon gemacht, jetzt eben verstärkt …). Abends noch gemütlich dasitzen, bloggen oder mit dem Mann unterhalten – wenn, dann nur kurz, ansonsten gleich ab ins Bett, Freizeitwunsch hin oder her. Mir würden noch ein paar Punkte mehr einfallen, aber das reicht fürs erste.

Hier nun ein kleiner Überblick, wie unser Tag momentan so abläuft:

Ca. 5:30 Uhr: letzte Nachtmahlzeit des Söhnchens und Mann geht aus dem Haus

6 Uhr: Aufstehen für mich

bis 6:30 Uhr: mich selbst fertigmachen, Frühstück aufdecken, Brotzeit für die Kinder einpacken

6:30 Uhr: große Kinder aufwecken, ihnen beim Fertigmachen helfen, anschließend Frühstück hinstellen

7 Uhr: wenn ich Glück habe, schläft der Kleinste noch und ich kann schnell selber Frühstücken, ansonsten gehe ich Stillen

7:30 Uhr: auch der Kleinste hat gegessen und ist angezogen, kurzes Frühstück für mich (falls nicht vorher schon passiert) und Tisch aufräumen

7:45 Uhr: alle werden abfahrtbereit gemacht

8-8:10 Uhr: Abfahrt zum Kindergarten

bis ca. 9 Uhr: evtl. Einkäufe oder sonstige Dinge erledigen

ab 9 Uhr: Stillen, Aufräumen, Telefonate, Wäsche waschen, u.s.w. …

ab 11:30 Uhr: Mittagessen kochen

12 Uhr: Stillen, dann Abfahrt zum Kindergarten

13 Uhr: Mittagessen

bis 14 Uhr: Küche aufräumen, Kleinsten zum Schlafen bringen

ab 14 Uhr: unterschiedlich, entweder Nachmittagsprogramm (z.B. Bücherei, Spielplatz), nochmals Haushaltsarbeit oder nölendes Baby beschäftigen

18 Uhr: Ankunft des Mannes, Übergabe der Kinder (meist aller drei, der Kleine kommt dann ins Tragetuch)

18:30 Uhr: Abendessen

19 Uhr: alle Kinder bettfertig machen, die Großen bekommen vom Mann vorgelesen, der Kleine wird gestillt

ca. 19:30 Uhr: alle Kinder schlafen

ab 19:30 Uhr: nur noch ein wenig aufräumen, etwas Freizeit (Gespräche mit dem Mann, Internet, Lesen, für DVDs bin ich dann schon zu müde)

ca. 20:30 Uhr bis 21 Uhr: bettfertig machen und schlafen

zwischen 23 und 1 Uhr: Stillen

zwischen 3 und 4 Uhr: Stillen

zwischen 5 und 6 Uhr: Stillen

Insgesamt bin ich damit sehr zufrieden, so oder so ähnlich laufen die Tage nun ab, und ich komme gut damit klar. Gerne würde ich noch ein Nickerchen tagsüber einbauen, da aber der kleine Sohn noch keinen richtig festen Rhythmus hat (bis auf die Nacht), warte ich ab, bis er diesen gefunden hat. Momentan schläft er tagsüber oft wenn wir noch unterwegs sind, oder im Tragetuch (wenn er sehr quengelig ist). So langsam entdeckt er aber auch den Stubenwagen und scheint sich nun doch darin wohlzufühlen 🙂

Heute habe ich gemerkt, daß ich mich schon sehr viel sicherer im Tagesablauf gefühlt habe, ich komme nicht mehr so leicht aus der Ruhe wie noch bis vor einer Woche (was aber denke ich auch daran liegt, daß der Sohn seinen ersten Entwicklungsschub endlich hinter sich gelassen hat) und bekomme langsam ein Gefühl dafür, was ich wann und wie am besten erledigen kann. Ein schönes Gefühl ist das und stimmt mich positiv in Hinblick auf die kommenden Wochen. Die großen Kinder sind heute auch wieder sehr viel ruhiger, beschäftigen sich alleine und wirken zufrieden, schön 🙂

Advertisements

Fehlersuche

22. Februar 2011

Ein Baby zu haben ist manchmal wie Rätselraten. Heute war das Söhnchen ganz offensichtlich sehr müde. Er gähnte, jammerte und nölte, und ich war mir sicher, er würde innerhalb von Minuten einschlafen und für mich spränge ein kleines Vormittagsnickerchen heraus. Also noch frisch gewickelt, Schnuller in den Mund, ins Bettchen gelegt. Er jammerte und nölte weiter und spuckte ständig den Schnuller wieder aus. Hmmm, gestillt hatte ich ihn 30 Minuten vorher. Vielleicht zu kalt ?

Also Kind nochmal aus dem Bett geholt und Schlafsack angezogen (in dem fühlt er sich immer wohl und der ist richtig schön kuschlig und warm). Genöle und Gejammere. Vielleicht mangelnder Körperkontakt ? Also Kind in meine Arme genommen – weiter Gejammer.

Ich rätselte und rätselte, bis ich plötzlich dieses Schnorchelgeräusch neben mir hörte und mir einige Lichter aufgingen – die Schnupfennase ! Ein paar Tropfen Kochsalzlösung in beide Nasenlöcher und ein wenig Engelwurzbalsam auf die Nasenflügel und sofort entschlummerte ein breit grinsender Sohnemann 🙂

Es könnte so einfach sein, wenn man immer gleich die passende Lösung parat hätte …

Platzmangel

21. Februar 2011

Hier im Haus haben wir sowieso schon immer Platzprobleme gehabt, jetzt natürlich erst recht.

Aber auch im Bett wird es ziemlich eng.

Heute hatte ich meinen Mann zur Einschulungs-Infoveranstaltung in unseren zukünftigen Wohnort geschickt, um schon mal erste Informationen zu sammeln und sich einfach mal dort vorzustellen (wahrscheinlich wird unser Haus erst im September/Oktober entgültig fertig, also werden wir um den Schulbeginn herum hinziehen, ohne vorher Kontakte knüpfen zu können). Und musste dann alle 3 Kinder alleine ins Bett bringen.

Im ersten Anlauf legte ich den Kleinsten einfach in sein Bettchen und verließ das Zimmer, in der Hoffnung, er schliefe ganz alleine ein. Das funktionierte genau eine Geschichte lang. Also holte ich ihn ins Kinderzimmer und versuchte, uns alle vier in das Bett vom großen Sohn zu quetschen. Das geht nun wirklich fast gar nicht mehr. Das Bett ist 90 cm breit, aber wenn zwei doch schon recht große Kinder, ein Baby und die Mutter drinliegen, dann ist es sehr knapp. Am liebsten würde ich ja ein Foto präsentieren, aber der Mann war (und ist immer noch) ja leider unterwegs.

So lagen wir also da, wie die Sardinen in der Dose, und ich las den Dreien vor. Der kleine Bruder hörte auch brav zu, erst gegen Schluß fing er an zu quengeln und wollte schlafen gehen. Die Großen lobten ihn anschließend noch fürs Stillhalten, ich drückte sie noch und brachte anschließend den Kleinen ins Bett.

Im neuen Haus müssen wir dann anbauen, da brauchen wir mindestens 1,40 m Breite zum Vorlesen. Ich befürchte nämlich, es wird so werden wie damals bei uns zu Hause. Mein Bruder und ich ließen uns bis ins Teenageralter hinein vorlesen, obwohl wir natürlich längst selber Bücher lasen. Aber dieses kuschlige Vorlesen am Abend, das genossen wir doch noch lange, ich schlief sogar oft währenddessen ein und das passiert mir selbst heute noch, wenn mein Mann und ich uns gegenseitig etwas vorlesen (haben wir allerdings seit wir Kinder haben nicht mehr getan …) 🙂

Ich muß sagen, ich fand es trotz der Enge sehr schön, so zusammengekuschelt mit 3 Kindern und werde das in Zukunft immer versuchen so zu machen, wenn ich mal alleine sein sollte …

Geschwisterkonstellationen

21. Februar 2011

Langsam tut sich etwas hier in unserer Familie. Es quietscht und kracht im Getriebe, alles organisiert sich neu und es läuft nicht mehr ganz so rund wie am Anfang. Der kleine Bruder ist nun langsam nicht mehr so neu und spannend, sondern Teil der Familie. Die Kinder merken, daß er nun dableiben wird und deutlich seinen Platz beansprucht. Und sie tun sich momentan nicht wirklich leicht damit.

Am ärgsten scheint es unser Sandwichkind zu beschäftigen. Unser großer Sohn ist momentan auf dem „Böse-Jungs“-Trip. Er ist laut, schlägt ständig mit irgendetwas durch die Gegend (Schaumstoffschwerter, Besenstiele, Kochlöffel, u.s.w. …), verprügelt seine Schwester, teilweise grundlos, und scheint täglich heimlich mindestens einen Liter Kaffee zu trinken, so aufgedreht ist er. Sobald er seinen Bruder irgendwo liegen sieht, stürmt er hin, zippelt an ihm herum, redet sehr laut auf ihn ein und wird machmal auch grob. Sehr bezeichnend heute ein Satz, den er aussprach, als ich ihn bat, etwas leiser zu sein, da ich seinen kleinen Bruder zum Schlafen bringen wollte. Er meinte darauf hin „Mama, ich kann nicht leise sein, ich muß laut sein !“. Hat er solche Angst, nicht mehr wahrgenommen zu werden und unterzugehen ? Mich beschäftigt das sehr …

Aber auch die Erstgeborene ist verunsichert. Sie kann plötzlich nichts mehr ohne Hilfe. Ich soll ihr beim Anziehen helfen, sie will ständig mit mir kuscheln und schmusen (natürlich auch vorwiegend, wenn ich mit dem Brüderchen beschäftigt bin), selbst zur Toilette soll ich sie begleiten. Und sie hat sich die „Opferrolle“ herausgesucht. Ihr Bruder braucht sie nur ein wenig anzuschubsen, dann verfällt sie umgehend in theatralisches Geheule, benimmt sich wie der sterbende Schwan und es tönt ein jammerndes „Maaaaaama !“ durchs Haus. Dabei teilt sie manchmal genauso aus, tritt und schubst ihren Bruder, und schlägt auch mal ordentlich zurück, wenn er herumboxt.

Ich habe für mich beschlossen, das Gestreite und Gehaue zwar zur Kenntnis zu nehmen, mich aber nicht einzumischen. Wenn die Beiden vor mir stehen und sich gegenseitig irgendeiner Sache beschuldigen, dann teile ich ihnen lediglich mit, daß ich dafür nicht zuständig bin und mir egal ist, wer angefangen hat. Ich möchte und kann nicht Schiedsrichter sein, meist bin ich ja nicht einmal dabei. Außerdem will ich nicht, daß sie dadurch Aufmerksamkeit erreichen und alle 5 Minuten vor mir stehen wegen nichts und wieder nichts.

In Bezug auf die Aggression beim Mittleren bemühe ich mich, ruhig zu bleiben. Klar schimpfe ich auch mal, denn ich bin auch nur ein Mensch und er provoziert wirklich sehr viel zur Zeit. Aber es bringt nichts und macht das Ganze nur noch schlimmer. Im Gegenteil, ich habe heute versucht, ihn in solchen Momenten in den Arm zu nehmen und zu drücken, in der Hoffnung, daß er irgendwann anfangen wird, mehr positive statt negative Aufmerksamkeit zu suchen.

Die Tochter tröste ich zwar schon, wenn sie wieder heult, aber nur kurz, denn sonst würde das wahrscheinlich den ganzen Tag so gehen.

Manchmal ist es so, daß alle drei laut heulen und kreischen. Die Große, weil sie gerade getreten/geprügelt wurde. Der Mittlere, weil ich ihn geschimpft habe, da er gerade eine Grenze zuviel überschritten hat. Und der Kleine, weil beide Geschwister um ihn herum heulen und sich natürlich dabei genau neben ihn setzen, und kleine Babies dann eben mitheulen, weil sie verunsichert sind …

Wahrscheinlich der ganz normale Wahnsinn in den ersten Wochen mit 3 oder mehr Kindern (bei zwei Kindern kann man sich dem ersten wenigstens in ruhigen Momenten voll und ganz widmen, ohne Störungen …), aber sehr anstrengend.

Während der Schwangerschaft dachte ich, der Schlafmangel und die Organisation des Alltags würden mich am meisten schlauchen. Das finde ich nun in der Realität gar nicht so schlimm. Der Kleinste schläft nachts wunderbar für sein Alter und ich fühle mich morgens fast ausgeschlafen, der Alltag läuft zwar noch ein wenig unrund, aber es wird. Lediglich diese Neuordnung der Geschwisterpositionen schafft mich. Lässt mich grübeln (teilweise kann ich trotz Stillhormonen nachts nicht mehr gleich einschlafen, da mir soviel durch den Kopf rast) und entzieht mir mehr Energie als ich dachte.

Wie immer freue ich mich sehr über Erfahrungsberichte und wenn es wahrscheinlich auch keine anderen Tipps gibt außer „das braucht Zeit und Geduld“, so wäre ich doch froh zu hören, wie lange diese Neuorganisation ungefähr dauert.

Ich merke schon, daß sie hin- und herschwanken, die großen Kinder. Sie mögen ihren Bruder schon sehr gerne, kümmern sich teilweise auch ganz lieb um ihn, andererseits ist er dann doch wieder ein Störfaktor. Und ich sitze davor und hoffe einfach, daß meine Nerven das noch einige Wochen aushalten …

Rückblick

20. Februar 2011

Mittwoch Abend fing es eigentlich schon an. Ich fühlte mich ziemlich müde und matschig, tagsüber war lieber Besuch aus Vorarlberg dagewesen um unseren Nachwuchs anzuschauen, meine Tante war mit eingetrudelt, wir waren draußen noch eine Weile herumgelaufen und es war zwar sehr schön, aber eben anstrengend. Ich wunderte mich während des Spaziergangs schon, warum ich so furchtbar fror trotz dicker Daunenjacke, dachte mir aber nichts dabei, da alle anderen auch meinten, es wäre sehr kalt.

Nachts schlief ich dann sehr schlecht, hatte komische Gliederschmerzen, seltsame Träume und insgesamt fühlte ich mich nicht gut. Morgens dann ein Blick aufs Fieberthermometer, das zeigte um die 38 °C an. Ich überlegte noch, ob ich die Kinder zum Kindergarten bringen solle, hatte mich dann schon fast dazu durchgerungen, entschied mich schlußendlich aber doch dagegen, da ich mir ja vorgenommen hatte, alles ruhiger anzugehen. Also alarmierte ich eine andere Kindergartenmutter und bat sie, unsere Kinder mitzunehmen. Gleich anschließend rief ich meinen Mann an, schilderte ihm die Lage und er nahm sich vor, mittags nach Hause zu kommen. Zum Glück konnte ich ihm kurz darauf mitteilen, daß mein Bruder kommen und sich um die Kinder kümmern würde, ich war ebenfalls heilfroh darüber, da ja diese Woche die erste Arbeitswoche seit Weihnachten war.

Gegen Mittag hatte ich dann bereits über 39 °C Fieber, am Abend sogar über 40 °C – ich erlebte alles nur noch in Trance, kümmerte mich nur noch um Stillen und Wickeln des Kleinsten und hatte fürchterliche Schmerzen im ganzen Körper 😦

Die Nacht war schrecklich, Alpträume, heftigste Schweißausbrüche, verstopfte Nase und Halsschmerzen.

Am Freitag war das Fieber dann etwas gesunken, mir ging es zumindest so gut, daß ich mich an den Tisch setzen konnte zum Mittagessen, ansonsten lag ich wieder mehr oder weniger den ganzen Tag mit Baby im Bett herum …

Gestern dann endlich fieberfrei, ich ging sogar am Nachmittag noch mit meiner Tante einkaufen (natürlich ohne Baby !), spürte aber anschließend, daß mir der Infekt doch noch ziemlich in den Knochen saß.

Heute fühlte ich mich fast wieder ganz gesund, noch ein wenig müde, aber das war ich vorher ja auch schon. Das Ganze ging nun doch viel schneller vorbei, als ich erwartet hätte, vor allem hat mein Immunsystem super reagiert. Hohes Fieber werte ich im Gegensatz zu vielen anderen nämlich als eine gute Körperreaktion und es ist eine sehr wirksame Waffe gegen Eindringlinge. Ich habe nicht oft Fieber und schon gar nicht so hoch, aber wenn es ein besonders fieses Virus ist, so wie das hier, dann greift mein Körper zum Äußersten und „brät“ alles nieder innerhalb kürzester Zeit. Mich stört es eher, wenn ich nur erhöhte Temperatur habe und sich so eine Sache über einen längeren Zeitraum hinzieht …

Nun also auf in die neue Woche, ich habe sehr viele gute Vorsätze und hoffe, diese umsetzen zu können. Der Alltag soll entschleunigt werden, ich habe mir Studentenfutter besorgt, vor mir steht ein abwehrstärkender Tee (hier ein dickes Danke an meine persönliche „Kräuterhexe“, meine Mutter :-)) und seit 3 Tagen schlucke ich brav meinen Kräuterblutsaft. Es kann also nur aufwärts gehen 🙂

Out of order

17. Februar 2011

Jetzt hat es mich auch noch erwischt …

Nachdem die Kinder diese komische Seuche endlich überstanden haben, die sie immerhin über eine Woche mit sich herumtrugen, und die irgendwie momentan halb Deutschland befallen hat, liege nun ich im Bett, mit Gliederschmerzen, 39,4 °C Temperatur, Übelkeit (die zum Glück mittlerweile fast weg ist, weil ich extra deswegen nichts gegessen und nur Ingwertee getrunken habe), dickem Kopf, u.s.w. …

Dank Laptop im Bett kann ich trotzdem kurz bloggen, werde dieses aber gleich ausschalten und mich zu meinem Söhnchen kuscheln, das schnorchelnd neben mir liegt (er hat bisher glücklicherweise nur einen Schnupfen – obwohl dieser für einen Säugling ja auch viel lästiger ist als für ein größeres Kind oder einen Erwachsenen, Stillen klappt nur mit vorheriger Nasentropfengabe). Ich hoffe, er bekommt über die Muttermilch genügend Antikörper ab und ist einigermaßen geschützt …

Zum Glück macht sich jetzt in diesem Moment mein Bruder auf den Weg, er wird dann die Kinder vom Kindergarten abholen (hingebracht hat sie eine andere Kindergartenmutter) und morgen ebenfalls hinbringen und abholen. Meine Tante ist zwar auch momentan auf Besuch, sie ist aber nicht im Besitz eines Führerscheins und kennt sich auch nicht aus in der Umgebung. Und da mein Mann jetzt mit Weihnachtsurlaub und Erziehungszeit insgesamt 7 Wochen nicht bei der Arbeit war, ist es auch nicht so günstig, wenn er sich frei nimmt.

Blöd das, aber nicht zu ändern. Und ich hoffe einfach, daß sich dieses komische Virusding mit viel Bettruhe und Tee schnell vertreiben lässt …

Nochmal von Vorne …

15. Februar 2011

Heute war also der erste Tag alleine mit 3 Kindern. Und es lief zwar nicht wirklich schlecht, aber nicht so, wie ich es mir gedacht und erhofft hatte. Plan war der, alles wie immer zu machen, nur eben mit einem Kind mehr – kein guter Plan 😉

Morgens verschliefen wir alle erstmal, also verlief alles etwas hektisch, wir schafften es aber, innerhalb einer Stunde im Auto zu sitzen und loszufahren. Zuerst fuhr ich meinen Mann zur Arbeit. Anschließend die Kinder zum Kindergarten. Dann ging es weiter zum Biosupermarkt, der heute 10% Rabatt auf alles anbot – das ist jeden Monat für 2 Tage so und ich nutze dieses Angebot sehr gerne. Leider geht es einer Menge anderer Leute auch so. Ich bekam zwar noch einen Parkplatz (oft sind alle Plätze schon belegt), im Supermarkt herrschte dann aber großes Gedränge und ich war insgesamt eine ganze Stunde dort. Was dem kleinen Sohn nicht wirklich gefiel. Ich hatte ihn zwar noch im Auto auf dem Parkplatz gestillt, damit er auch nicht hungrig wird, leider wurde ihm dann aber zu heiß, denn er steckte in einem warmen Fleeceanzug und außerdem noch im Tragetuch. Meine Daunenjacke machte das Ganze natürlich nicht besser …

Also stand ich dann in der Schlange an der Kasse mit lauthals brüllendem Kind, das sich verzweifelt im Tuch wand und endlich ausgezogen werden wollte. Nachdem ich die Einkäufe verstaut hatte, musste ich nochmal hinein, da ich für uns und die großen Kinder noch eine Steige leckerer Äpfel mitnehmen wollte (13 kg essen wir hier in ca. 2 Monaten weg …). Vielleicht hätte ich mir das sparen sollen, vielleicht hätte ich den kompletten Einkauf auf morgen verschieben sollen (da gibt es auch 10%), aber ich bin nun mal sehr stur und wollte mein Programm durchziehen.

Gegen 11 Uhr war ich wieder zu Hause, verräumte sämtliche Lebensmittel unter „Rabäähh !“-Rufen des Söhnchens (er schubt, aber sowas von !), schaute auf die Uhr und merkte, daß ich nur noch eine halbe Stunde Zeit hatte, bevor ich die Kinder wieder holen musste. Also noch ganz schnell gekocht (wieder begleitet von viel „Rabäääääh !“) und zum Auto gestürzt. Kinder eingepackt, wieder nach Hause, nach einigem Gequengel von allen Seiten („Rabääääh !“, „Mama, wann sind die Knödel denn endlich fertig, ich hab soooooooo Hunger !!!!!!!!“) endlich Essen. Eigentlich wollte ich mich danach noch eine Runde mit dem kleinen Sohn ins Bett legen und ein Nickerchen machen. Die Großen hielten aber nicht viel davon (alles doof, Papa nicht da, nach Krankheitswoche erst wieder den zweiten Tag im Kiga) und kamen ständig hereingetrampelt, hämmerten vor der Tür mit ihrem Spielzeug herum, u.s.w. …

Dann wurde es auch schon Zeit für die „Lesefüchse“, wie bereits mehrfach erwähnt besuchen wir diese Veranstaltung regelmässig jeden Dienstag. Und heute war es ein besonders wichtiger Tag, da die Stempelkarte wieder einmal voll wurde und sich die Kinder ein Buch aussuchen durften. Just in dem Moment, in dem ich aus dem Haus gehen wollte, alle fertig eingepackt, fing der Kleinste wieder an mit seinem „Rabäääääh !“ und ein Blick auf die Uhr sagte mir, daß es sehr wahrscheinlich Hunger sei.

Also kleines Kind wieder ausgepackt, gestillt, während die Großen sich draußen im Garten prügelten und herumheulten …

Danach ein neuer Versuch, dieses Mal schafften wir es auch, zur Bücherei zu fahren, lediglich mit 15 Minuten Verspätung. Dort legte das Söhnchen zumindest eine 20-minütige Schlafpause ein, den gesamten Vormittag hatte er die Augen offengehalten !

Anschließend kam noch eine Kindergartenfreundin samt deren Mutter mit zu uns auf einen Tee (ich dachte mir, das wäre ja weiter kein Problem …), die Kinder hauten sich dann aber ständig gegenseitig, waren völlig überdreht, das Baby „rabääähte“ wieder weiter und ich wünschte mich auf eine einsame Insel, nur ich allein, mit einem großen, weichen Bett 😉

Als mein Mann dann noch anrief und vorsichtig fragte, ob es zuviel verlangt sei, wenn ich ihn mit dem Auto von der Arbeit abholen komme, kam nur noch ein tiefer, erschöpfter  Seufzer aus meinem Mund, den er auch gleich richtig deutete. Normalerweise fährt er mit dem Bus nach Hause, er hatte aber zwei Kuchenbleche mit dabei (ich hatte gestern noch 2 Kuchen gebacken, da er die Geburt unseres Sohnes mit den Kollegen feiern wollte) und wusste nicht, wie er diese transportieren sollte. Glücklicherweise konnte ihn dann ein Kollege mitnehmen.

Das Abendessen fiel dann wieder ein wenig hektisch aus, die Kinder waren bereits jenseits von Gut und Böse (eigentlich alle 3 …), während mein Mann die Großen bettfertig machte, hielt ich noch für ca. 20 Minuten ein laut kreischendes Baby im abgedunkelten Zimmer in meinen Armen (die beste Methode, um ein völlig überdrehtes, reizüberflutetes und übermüdetes Baby wieder zur Ruhe zu bringen) und seit kurz vor 20 Uhr herrscht jetzt endlich Ruhe (bis auf das Rauschen der Spülmaschine …).

Dieser Tag war irgendwie für die Tonne. Zwischendurch merkte ich auch, daß es mir einfach zuviel wurde, denn die rechte B.rust fing wieder an zu schmerzen, an der Stelle, wo ich vor 3 Wochen die Brustentzündung hatte. Nach einer Tasse Salbeitee, einigen Phytolacca-Globuli und einer Behandlung mit Mercurialissalbe ist jetzt alles wieder in Ordnung, aber für mich war das ein Warnzeichen.

Ab morgen dann nochmal alles auf Anfang. Ich werde auf jeden Fall versuchen, den Tag zu entschleunigen. Wie genau ich das machen werde, weiß ich zwar noch nicht genau, aber langsamer muß das Tempo auf jeden Fall werden. Einkäufe werde ich nur noch erledigen, wenn es dringend ist, ansonsten mache ich das abends und lasse die Kinder hier beim Mann. Falls der Sohn morgen etwas kooperativer sein sollte, werde ich mich am Vormittag mit ihm zusammen hinlegen (heute den gesamten Vormittag über wie gesagt nur „Rabäääh !“). Und spätestens um 21 Uhr ist der Tag zu Ende und ich gehe ins Bett – das wird jetzt gleich umgesetzt !

Vielleicht haben ja andere Mehrfachmütter noch gut Tipps …

Energiekick gesucht

14. Februar 2011

Zur Zeit krieche ich fast auf dem Zahnfleisch, energietechnisch gesehen. Wenn ich nicht täglich meine 30-60 Minuten Mittagsschlaf bekomme oder öfter als 2-3 Mal nachts Stillen muß, ist der Akku sofort leer. Das viele Stillen generell schlaucht mich körperlich sehr, auch wenn ich es geniesse und mich die ziemlich hohe Frequenz kaum stört.

Der Gedanke an die nächsten Tage und Wochen, wenn ich dann zum ersten Mal alleine bin mit unseren 3 Rabauken, macht mir ein wenig Angst. Nicht sehr, aber doch ein bißchen. Woher soll ich die Energie nehmen ?

Heute morgen z.B. stand ich um 6 Uhr auf, machte die Brotzeit für den Kindergarten fertig, deckte den Frühstückstisch, machte mich selber fertig, weckte gegen 6:30 Uhr die Kinder, half diesen beim Anziehen (die waren einfach zu verpennt, um das alleine zu erledigen, da sie während der Krankheitswoche immer eine Stunde länger schliefen …), stellte ihnen ihr Frühstück hin, ging hoch zum Babysohn, machte diesen fertig, stillte ihn, u.s.w., dann wieder runter, alle ausgehfertig machen und dann los zum Auto. Dort zwei Kinder (die Tochter kann es zum Glück schon alleine) und mich selber angeschnallt und losgedüst. Immerhin waren wir um 8:10 Uhr bereits am Kindergarten, das finde ich nicht schlecht für die Generalprobe (ich wollte am letzten Elternzeittag meines Mannes schon mal den Ernstfall proben). Anschließend noch kurz Einkaufen gegangen mit mittlerweile schlafendem Söhnchen und wieder nach Hause. Dann war ich erstmal platt …

Morgen dann wirklich ganz alleine, außerdem am Nachmittag Programm, nämlich die „Lesefüchse“, denen die Kinder jeden Dienstag in der Bücherei eine Stunde lang lauschen. Leider fällt diese Stunde genau in die momentane Schlafenszeit unseres Babies, ich hoffe, ich bringe ihn dadurch nicht völlig durcheinander (wäre wirklich schade, denn da schläft er am längsten, zwischen 2 und 4 Stunden). Am Mittwoch dann Besuch von einer lieben Freundin aus Österreich, außerdem trifft meine Tante ein (ebenfalls aus Österreich), die ein paar Tage bei uns bleiben wird. Donnerstag ein Termin am Nachmittag mit einem Schreiner, der eventuell unsere Küche bauen wird. Freitag kommt dann die Architektin vorbei, nochmal Dinge wegen der Hausplanung zu besprechen. Also wird die Mittagspause nicht gerade üppig ausfallen befürchte ich, und der Energielevel noch weiter sinken.

Hat einer meiner Leser vielleicht DEN Tipp, wie ich meinem Körper einen Energiekick verpassen könnte, außer mit Schlafen ? Irgendjemand hatte mal etwas von V.itasprint erzählt, taugt das was ? Kaffee vertrage ich leider nicht, genauso wenig Schwarztee.

Sobald das Wetter richtig frühlingshaft ist, werde ich wieder mit Fahrradfahren anfangen (Minisohn kommt dann in die Hängematte im Anhänger), das dürfte auch wieder etwas mehr Kondition und Energie bringen. Bis dahin dauert es aber noch ein paar Wochen, die ich überbrücken muß.

Jetzt werde ich mich erstmal auf den Weg ins Bett machen, die längste Schlafphase des Kleinsten nutzen und hoffentlich um 6 Uhr wieder einigermaßen fit sein.

Nicht ohne mein Tuch

13. Februar 2011

Diesen Beitrag schreibe ich gerade mit Kind an mir. Eingekuschelt im Tragetuch. Es schnorchelt und seufzt vor sich hin, ist glücklich und zufrieden, während ich die Hände frei habe und der Bloggerei nachgehen kann 🙂

Es ist immer noch dasselbe Tuch, das wir vor 7 Jahren gekauft haben, als ich schwanger war mit unserer Tochter. Ein Tragetuch von D.idymos, in einem wunderschönen Korallenrot und Jaquardmuster. Ein Tuch, an dem viele Erinnerungen hängen und das immer noch aussieht wie neu, auch nach 2 Kindern und unzähligen Tragestunden.

Ich wüsste nicht, wie ich im Alltag ohne Tuch überleben könnte. Oder wie ich diesen zumindest ohne Stress bewältigen könnte. Kind schubt und ist quengelig ? Ab ins Tuch. Großes Kind möchte beim Ins-Bett-Gehen mit Mama kuscheln, kleines Kind ist unruhig ? Ab ins Tuch. Kleines Kind will kuscheln, ich möchte Mittagessen kochen ? Ab ins Tuch. Und so weiter …

Unser erstes Kind war ein übles Schreibaby. Da ging gar nichts ohne. Wenn ich sie ablegte oder auch nur im Arm hielt, schrie sie. Und schrie und schrie und schrie, beinahe ohne Pause. Nur im Tuch war Ruhe. Ich konnte dann endlich durchschnaufen, eine Kleinigkeit essen oder in Ruhe aufs Klo gehen (ja, auch das geht).

Beim zweiten Kind schwor ich mir, es vor dem 4.Monat nicht aus dem Tuch herauszuholen 😉

Natürlich war es nicht pausenlos drin, aber in unruhigen Zeiten sehr oft.

Und jetzt beim dritten Kind weiß ich die Vorteile wieder zu schätzen. Vor allem unterwegs. Im Bus zum Beispiel, mit einem Baby und zwei Kindern, mit Kinderwagen würde ich verzweifeln. Auf dem Spielplatz – ich muß nie nach einem Wagen schauen und kann mich gut mit den Geschwistern beschäftigen. Beim Einkaufen kann ich einen Wagen nehmen, für den Transport habe ich mir vor Jahren einen „Hackenporsche“ gekauft, so einen kleinen Omawagen. Den kann man bis zu 40 kg beladen und einfach hinter sich herziehen.

Die Babies waren/sind immer alle sehr glücklich, ich hatte fast nie ein schreiendes Kind im Tuch, außer es hatte sehr großen Hunger. Es hilft gegen Blähungen (Wärme, angehockte Haltung), steigert (angeblich) den IQ, da es die Synapsenverbindung im Gehirn fördert (unsere Kinder sind zumindest sehr intelligent, ob es nun vom Tuch kommt oder nicht) und für die Hüfte ist es auch noch gut.

Das Binden lernt man schnell, wenn man sich wirklich damit beschäftigt (mein Mann konnte es sogar schneller als ich, mittlerweile haben wir es in ca. 20 Sekunden fertiggebunden) und nach ein paar Mal Tragen hat man es auch heraus, wie straff es sein muß (meist viel straffer als man anfangs meint).

Wenn alles richtig sitzt, merke ich auch die über 5 kg unseres Sohnes kaum und wenn er nach einiger Zeit doch schwer wird, verteilt sich das Gewicht zumindest gut 🙂

Auch dies ist nur wieder meine persönliche Meinung zum Tragetuch, ich finde es sehr praktisch und liebe es, so ein schnaufendes, glückliches Kind an meiner Brust hängen zu haben, wem es zu umständlich ist oder wer sein Kind lieber schiebt, nimmt eben dann den Kinderwagen (der bei uns fast verstaubt …).

Vorhin kraulte ich beiden Söhnen gleichzeitig den Rücken (der eine lag im Bett, der andere hing im Tuch), sang beiden gleichzeitig Gute-Nacht-Lieder vor und konnte mich trotzdem ganz entspannt ins Bett setzen, perfekt 🙂

Murmeltier

13. Februar 2011

Sei 13 Uhr schläft unser kleiner Sohn nun schon. Mittlerweile ist es bereits 16:30 Uhr und ich war gerade oben, um nachzuschauen, ob er noch atmet. Ein wenig unheimlich ist das ja schon, wenn ein kleines Baby so lange am Stück schläft. Auf der anderen Seite auch schön, da einfach mal Ruhe herrscht, keiner von uns eine lebende 5-kg-Hantel herumschleppen muß und wir uns in Ruhe den großen Geschwistern widmen können. Außerdem springt dann immer ein kleines Mittagsschläfchen für uns bzw. demnächst nur noch für mich heraus 🙂

Er macht das nämlich nicht nur heute, sondern hatte auch die letzten Tage jeweils eine sehr lange Schlafphase am Nachmittag. Am Vormittag gibt es eher 10-Minuten-Häppchen oder ein Nickerchen im Tragetuch. Nachts herrscht meist von ca. 19:30 Uhr bis 6:30 Uhr Ruhe, unterbrochen von 2-3 Stillunterbrechungen. Damit kann ich sehr gut leben, wachte doch der große Sohn in dem Alter 1-2stündlich nachts auf, das war nicht wirklich erholsam damals …

Ich hoffe, es bleibt bei diesem Rhythmus, so habe ich vormittags Zeit, mich dem Kleinen zu widmen, nachmittags sind die Großen dran. Wäre sehr schön, auch wenn sich das erst zeigen wird in den nächsten Wochen.