Nochmal von Vorne …

Heute war also der erste Tag alleine mit 3 Kindern. Und es lief zwar nicht wirklich schlecht, aber nicht so, wie ich es mir gedacht und erhofft hatte. Plan war der, alles wie immer zu machen, nur eben mit einem Kind mehr – kein guter Plan 😉

Morgens verschliefen wir alle erstmal, also verlief alles etwas hektisch, wir schafften es aber, innerhalb einer Stunde im Auto zu sitzen und loszufahren. Zuerst fuhr ich meinen Mann zur Arbeit. Anschließend die Kinder zum Kindergarten. Dann ging es weiter zum Biosupermarkt, der heute 10% Rabatt auf alles anbot – das ist jeden Monat für 2 Tage so und ich nutze dieses Angebot sehr gerne. Leider geht es einer Menge anderer Leute auch so. Ich bekam zwar noch einen Parkplatz (oft sind alle Plätze schon belegt), im Supermarkt herrschte dann aber großes Gedränge und ich war insgesamt eine ganze Stunde dort. Was dem kleinen Sohn nicht wirklich gefiel. Ich hatte ihn zwar noch im Auto auf dem Parkplatz gestillt, damit er auch nicht hungrig wird, leider wurde ihm dann aber zu heiß, denn er steckte in einem warmen Fleeceanzug und außerdem noch im Tragetuch. Meine Daunenjacke machte das Ganze natürlich nicht besser …

Also stand ich dann in der Schlange an der Kasse mit lauthals brüllendem Kind, das sich verzweifelt im Tuch wand und endlich ausgezogen werden wollte. Nachdem ich die Einkäufe verstaut hatte, musste ich nochmal hinein, da ich für uns und die großen Kinder noch eine Steige leckerer Äpfel mitnehmen wollte (13 kg essen wir hier in ca. 2 Monaten weg …). Vielleicht hätte ich mir das sparen sollen, vielleicht hätte ich den kompletten Einkauf auf morgen verschieben sollen (da gibt es auch 10%), aber ich bin nun mal sehr stur und wollte mein Programm durchziehen.

Gegen 11 Uhr war ich wieder zu Hause, verräumte sämtliche Lebensmittel unter „Rabäähh !“-Rufen des Söhnchens (er schubt, aber sowas von !), schaute auf die Uhr und merkte, daß ich nur noch eine halbe Stunde Zeit hatte, bevor ich die Kinder wieder holen musste. Also noch ganz schnell gekocht (wieder begleitet von viel „Rabäääääh !“) und zum Auto gestürzt. Kinder eingepackt, wieder nach Hause, nach einigem Gequengel von allen Seiten („Rabääääh !“, „Mama, wann sind die Knödel denn endlich fertig, ich hab soooooooo Hunger !!!!!!!!“) endlich Essen. Eigentlich wollte ich mich danach noch eine Runde mit dem kleinen Sohn ins Bett legen und ein Nickerchen machen. Die Großen hielten aber nicht viel davon (alles doof, Papa nicht da, nach Krankheitswoche erst wieder den zweiten Tag im Kiga) und kamen ständig hereingetrampelt, hämmerten vor der Tür mit ihrem Spielzeug herum, u.s.w. …

Dann wurde es auch schon Zeit für die „Lesefüchse“, wie bereits mehrfach erwähnt besuchen wir diese Veranstaltung regelmässig jeden Dienstag. Und heute war es ein besonders wichtiger Tag, da die Stempelkarte wieder einmal voll wurde und sich die Kinder ein Buch aussuchen durften. Just in dem Moment, in dem ich aus dem Haus gehen wollte, alle fertig eingepackt, fing der Kleinste wieder an mit seinem „Rabäääääh !“ und ein Blick auf die Uhr sagte mir, daß es sehr wahrscheinlich Hunger sei.

Also kleines Kind wieder ausgepackt, gestillt, während die Großen sich draußen im Garten prügelten und herumheulten …

Danach ein neuer Versuch, dieses Mal schafften wir es auch, zur Bücherei zu fahren, lediglich mit 15 Minuten Verspätung. Dort legte das Söhnchen zumindest eine 20-minütige Schlafpause ein, den gesamten Vormittag hatte er die Augen offengehalten !

Anschließend kam noch eine Kindergartenfreundin samt deren Mutter mit zu uns auf einen Tee (ich dachte mir, das wäre ja weiter kein Problem …), die Kinder hauten sich dann aber ständig gegenseitig, waren völlig überdreht, das Baby „rabääähte“ wieder weiter und ich wünschte mich auf eine einsame Insel, nur ich allein, mit einem großen, weichen Bett 😉

Als mein Mann dann noch anrief und vorsichtig fragte, ob es zuviel verlangt sei, wenn ich ihn mit dem Auto von der Arbeit abholen komme, kam nur noch ein tiefer, erschöpfter  Seufzer aus meinem Mund, den er auch gleich richtig deutete. Normalerweise fährt er mit dem Bus nach Hause, er hatte aber zwei Kuchenbleche mit dabei (ich hatte gestern noch 2 Kuchen gebacken, da er die Geburt unseres Sohnes mit den Kollegen feiern wollte) und wusste nicht, wie er diese transportieren sollte. Glücklicherweise konnte ihn dann ein Kollege mitnehmen.

Das Abendessen fiel dann wieder ein wenig hektisch aus, die Kinder waren bereits jenseits von Gut und Böse (eigentlich alle 3 …), während mein Mann die Großen bettfertig machte, hielt ich noch für ca. 20 Minuten ein laut kreischendes Baby im abgedunkelten Zimmer in meinen Armen (die beste Methode, um ein völlig überdrehtes, reizüberflutetes und übermüdetes Baby wieder zur Ruhe zu bringen) und seit kurz vor 20 Uhr herrscht jetzt endlich Ruhe (bis auf das Rauschen der Spülmaschine …).

Dieser Tag war irgendwie für die Tonne. Zwischendurch merkte ich auch, daß es mir einfach zuviel wurde, denn die rechte B.rust fing wieder an zu schmerzen, an der Stelle, wo ich vor 3 Wochen die Brustentzündung hatte. Nach einer Tasse Salbeitee, einigen Phytolacca-Globuli und einer Behandlung mit Mercurialissalbe ist jetzt alles wieder in Ordnung, aber für mich war das ein Warnzeichen.

Ab morgen dann nochmal alles auf Anfang. Ich werde auf jeden Fall versuchen, den Tag zu entschleunigen. Wie genau ich das machen werde, weiß ich zwar noch nicht genau, aber langsamer muß das Tempo auf jeden Fall werden. Einkäufe werde ich nur noch erledigen, wenn es dringend ist, ansonsten mache ich das abends und lasse die Kinder hier beim Mann. Falls der Sohn morgen etwas kooperativer sein sollte, werde ich mich am Vormittag mit ihm zusammen hinlegen (heute den gesamten Vormittag über wie gesagt nur „Rabäääh !“). Und spätestens um 21 Uhr ist der Tag zu Ende und ich gehe ins Bett – das wird jetzt gleich umgesetzt !

Vielleicht haben ja andere Mehrfachmütter noch gut Tipps …

Advertisements

13 Antworten to “Nochmal von Vorne …”

  1. Sanne Says:

    Huhu,

    mmgh soll ich dir was sagen? Unsere Tage laufen immer so hektisch ab!
    Aber seit ich weiß das unser Großer wahrscheinlich ein Wahrnehmungsstörung hat, weiß ich mittlerweile worauf ich achten muss. Denn ein lautes unstrukturiertes Durcheinander macht ihn ganz wuschig.
    Mir selber fällt es garnicht so leicht Struktur in den Alltag hineinzubringen, aber es bringt Ruhe, Ordnung& Sicherheit für die Kinder und auch für uns Erwachsene!
    Am besten einen Wochenplan machen. . . bin gerade auch dabei 😉 gerade eben weil es bei uns so chaotisch abläuft.

  2. ubakel Says:

    Hallo 😉

    Ich habe keinen Tipp und bin auch nur eine Zweifachmutter. Ich habe nur eine Frage: Die beiden Großen willst du nicht im Kindergarten essen lassen? Oder geht das nicht?

  3. Anne Says:

    Also, ich weiß ja nicht, ob das bei euch geht… aber wir machen zurzeit gar keine Großeinkäufe mit Auto. Wenn mein Jüngster (jetzt 3 Monate) abends seine Schreiphase hat, nimmt ihn einer von uns ins Tuch und läuft in den Supermarkt. Wir haben allerdings eben noch nie Wocheneinkäufe gemacht und dafür auch ne gute Infrastruktur hier. Am Wochenende gehe ich mit max. einem Kind gemeinsam auf den nahen Wochenmarkt. So kommen wir mit den Einkäufen gut hin und die Schreiphase ist auch gut verbracht. Auswärts-Termine mit drei Kindern alleine vermeide ich ehrlich gesagt noch. Und wenn zuhause rabäh-Stimmung ist und ich allein mit allen Kindern, packe ich den Sohn auch ins Tuch.

    • tekelek Says:

      Normalerweise packe ich unseren Sohn auch so oft es geht ins Tuch. Gestern hatte ich nur überhaupt keine Energie. Ich war müde, wollte eigentlich schlafen, hatte ihn schon beim Einkaufen herumgetragen und wollte einfach einen Moment ohne Kind an mir sein. Die Infrastruktur ist hier auch sehr gut, wir haben einen Discounter in ca. 600 m Entfernung, daneben noch einen Drogeriemarkt, einen Kilometer weiter befindet sich noch ein größerer Supermarkt. Allerdings kaufe ich bevorzugt im Biosupermarkt ein, vor allem, wenn es Rabatte auf den Einkauf gibt, und den erreiche ich leider nur mit dem Auto …
      Da ich aber die Kinder sowieso mit dem Auto in den Kindergarten bringen muß (3 km sind doch zu weit, um hinzulaufen, im Frühling/Sommer steigen wir dann aufs Fahrrad um), macht das dann auch nicht mehr viel aus, einen Kilometer mehr oder weniger zu fahren (der Supermarkt befindet sich gleich in der Nähe vom Kiga).
      Diese Vorlesestunde ist den Großen sehr wichtig, deshalb werde ich versuchen, das auch weiterhin zu machen. Ich möchte nicht, daß sie das Gefühl bekommen, der kleine Bruder versaut ihnen ihr gewohntes Programm. Vielleicht finde ich aber noch jemand, der die Kinder dorthin mitnehmen könnte, damit ich sie nur noch abholen muß.
      Ich denke/hoffe, daß in den nächsten Wochen mehr Routine reinkommt, zumindest habe ich gestern gemerkt, wo Schwachpunkte sind und was ich einfach noch nicht energietechnisch leisten kann.

  4. mona Says:

    ich bin auch „nur“ zweifachmama, aber habe schon ähnliche tage erlebt. mittlerweile habe ich für mich herausgefunden, wie es stressfreier funktioniert: ich bin im grunde perfektionist, alles sollte nach plan laufen. wenn das nicht so ist, bin ich schnell frustriert. meine pläne habe ich nun auf ein schaffbares maß reduziert und siehe da, von wenigen ausnahmen abgesehen klappt alles wunderbar. von entwicklungsschüben, diversen erkältungen und sonstigem unvorhergesehenen mal abgesehen…;-) lg mona

  5. Dorothea Says:

    Kannst Du nicht Deinen Mann mehr einspannen? Könnte er denn die Kinder in den Kindergarten bringen und abends nach der Arbeit einkaufen?

    Könntest Du mit den öffentlichen Verkehrsmitteln die Kinder abholen, den Kleinen in den Kinderwagen legen, so dass er dort in Ruhe schlafen kann?

    Ansonsten hätte ich auch noch geraten, die Kinder im Kindergarten essen zu lassen (aber ok, wenn das nicht geht, geht es nicht) und evtl. eine andere Mutter/Studentin einspannen, die Kinder zur Bücherei zu bringen.

    Kannst Du evtl. abends schon das Mittagessen vorkochen?

    Überfordere Dich nicht. Ich habe den Eindruck, Du willst alles schaffen und allen beweisen, dass Du alles super im Griff hast. Warum? Es muss nicht alles perfekt sein. Niemand erwartet zwei Blech selbst gebackenen Kuchen. Ist nett, ja, aber macht Dir halt wieder wahnsinnig viel Arbeit. Coppenrath macht auch ganz nette Kuchen 🙂

    Dein jüngster ist erst einen Monat alt und es muss sich alles einspielen, niemand erwartet, dass alles funktioniert wie vorher – ausser Du selbst.

  6. Martina Says:

    Müsst ihr denn morgens wirklich super pünktlich im Kiga sein? Wenn ich mal Hektik mache am Morgen, wenn mein Sohn mal wieder trödelt, sagt mein Mann immer: „Mensch, es ist „nur“ der Kindergarten, mach‘ mal nicht so einen Stress“ und ich finde, eigentlich hat er Recht. Das kommt noch früh genug mit dem pünktlich sein müssen, wenn die Kids in die Schule gehen. Ich denke, im Kiga werden sie doch auch Verständnis dafür haben, oder? Ansonsten würde ich versuchen, die großen Kinder irgendwie bei Freunden nachmittags unterzubringen, wenns irgendwie geht. Dann hättest du am Nachmittag mal ein zwei Stündchen Ruhe.

  7. aleXXblume Says:

    Zu alleraller erst: Durchatmen. Kinder angucken. Alle drei. Freuen. Dann: zum einen den Tag Tag sein lassen, total zurückschrauben! KEIN selbergebackener Kuchen, schon gar nicht zwei! Delegieren. (Kinder zur Bücherei oder ähnliches.) Mir hilft auch: feste Spieltage für die Kinder (z.B. Di bei Freundin A, Do kommt dafür Freundin A zu deiner Tochter. An beiden Tagen ist sie „aufgeräumt“ und freut sich drauf. Feste Menüplanung, nur noch 2x pro Woche Einkäufe erledigen, möglichst ohne Kinder oder am Wochenende der Mann.
    So. Und vor allem: abwarten! 🙂 Bei mir hat es ein halbes Jahr gedauert, bis ich im Leben mit 3 Kindern angekommen bin. Dazwischen war es zum Teil Hölle, ich dachte, das schaffe ich niemals. Jetzt (die Kleine wird jetzt 8 Monate alt) schaffe ich immer noch lange nicht alles, aber ich bin sehr gelassen dabei. Im Keller stapelt sich die Wäsche. Egal. Wird schon. Dann eben später. 😉
    Und heute vormittag hat mir übrigens eine Psychologin genau das bestätigt: größere Lebensveränderungen brauchen immer plusminus ein halbes Jahr, bis sie sich gesetzt haben. Wenn es davor ächzt und kracht, ist man nicht unfähig sondern ein gaaanz normaler Mensch in einer gaaanz normalen Umbruchsituation. 🙂

  8. Patricia Says:

    Weißt du was? Das ist ein normaler Tag mit zwei kleinen Kindern und einem Säugling. Alles andere wäre krank machender Perfektionismus. Mit jedem neuen Menschlein wird das Gleichgewicht in der Familie aus dem Takt gebracht, und es braucht Zeit, bis sich alles einpendelt. Als unsere Nummer Drei geboren wurde, waren die Großen drei und fünf Jahre alt, und am Anfang ging es mir genau so. Meine Maßnahmen zur Stressreduktion waren: Biokiste abonnieren (der Biohof hier ums Eck bringt die Ware kostenlos bis an die Haustür, und zwar nicht nur Gemüse, sondern auch Milch, Käse, Joghurt und Co.), sonstige Einkäufe nur am Samstag, die Kinder 2x pro Woche in der Kita essen lassen (das war kostentechnisch noch vertretbar) und ansonsten auch mal delegieren: kann die Freundin die großen Kinder mit zu den Nachmittags-Aktivitäten nehmen? Können die Kinder nachmittags mal bei Freunden spielen, damit du dich hinlegen kannst? Wenn dein Kleiner größer ist, kannst du dich dann revanchieren, sicher hat dann wieder eine Freundin ein Baby oder ist schwanger o.ä. (es braucht doch ein Dorf, um ein Kind großzuziehen!)

  9. Cornelia Says:

    Guten Morgen,

    einen guten Tip habe ich. Such Dir jemanden, der den Kleinen ab und zu im Kinderwagen durch die Gegend schiebt. Auch wenn das vielleicht nur eine halbe Stunde ist, hilft es viel.
    Wir hatten dort, wo wir früher gewohnt haben, zwei große Mädchen, die nichts lieber gemacht haben und über das kleine Gehalt natürlich auch glücklich waren.Viele Grüße Cornelia

  10. Anika Says:

    Bei uns läuft heute alles noch chaotisch, und energietechnisch fühle ich mich immer noch so, wie du jetzt.
    3 Kinder innerhalb von 4,5 Jahren, schlauchen immer noch sehr.
    Ich muss nun auch langsam lernen, hilfe von anderen anzunehmen. Denn meistens, möchte ich auch immer alles alleine machen.
    Das strukturieren meines Alltags, fällt mir sehr schwer. Die Schuld gebe ich meinem Sternzeichen. ( Ich bin im Sonnen und Mondzeichen Waage).
    Ich hoffe auch immer , das mein nun schon 10 Monate anhaltendes Stimmungstief, irgendwann vorrüber zieht…

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s


%d Bloggern gefällt das: