Stürmische Zeiten

Gerade eben ist meine Hebamme wieder gefahren. Und ich bin froh, daß sie da war. Daß sie sich über eine Stunde Zeit genommen hat, mir zugehört hat, mich getröstet hat.

Diese Woche war einfach zuviel los. Ein Termin nach dem anderen, dann gestern Abend/Nacht bzw. heute am frühen Morgen die entgültige Entscheidung, uns von unserem Architekten zu trennen und quasi fast neu anzufangen, eine Tochter, die abends immer unwilliger wird, wenn es ins Bett gehen soll und wir eigentlich unsere Ruhe haben möchten (die wir dringend bräuchten) und dann noch das massive Wachstum meines Bauches …

Als die Hebamme zur Tür hereinkam, hatte ich gerade mit meinem Mann telefoniert und wir waren nochmals am Diskutieren wegen Architekt, Hauskosten, u.s.w. …

Sie traf mich also nicht gerade sehr entspannt an. Nach ein paar Minuten Gespräch brach dann alles aus mir heraus, ich heulte mich bei ihr aus und fühlte mich anschließend gleich wesentlich besser.

Es ist wirklich zuviel. Ich sehe so viele Baustellen alleine hier im Haus, ständig denke ich darüber nach, wann und wie ich alles sortieren und ausmisten soll, mein Mann ist völlig gestresst, da er übermäßig viel zu tun hat in der Arbeit, der Hausbau schleppt sich total und fängt nun höchstwahrscheinlich erst im März an, zwei Monate nach der Geburt, u.s.w. …

Trotzdem ist noch Energie da und ich spüre, daß ich innerlich nach wie vor eine gewisse Ruhe habe. Selbst mein Blutdruck war ziemlich niedrig, dafür daß ich mich kurz davor aufgeregt hatte, lediglich 100/70 brachte ich zustande 🙂
Das beruhigt mich und ich bin mir sicher, daß wir das schaffen werden. Auch wenn mir alles über den Kopf zu wachsen scheint und ich kaum mehr Land sehe.

Mein Lieblingsbild, daß ich zur Zeit immer visualisiere wenn ich denke, es geht nicht mehr, ist das von meinem Mann und mir, wie wir in 1,5 Jahren abends friedlich aneinandergekuschelt vor unserem Kamin sitzen, die Kinder alle im Bett, wir uns entspannt zurücklehnen, seufzen und murmeln „Wir haben es endlich hinter uns !“. Dieses Bild hält mich am Leben und bringt mich dazu, immer wieder aufzustehen und weiterzumachen.

Ich hoffe trotzdem, daß sich alles ein wenig beruhigt nach dem Architektenwechsel, daß uns die Witterung im Frühjahr wohlgesonnen sein wird und wir uns in allen anderen Dingen gut einigen werden …

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Eine Antwort to “Stürmische Zeiten”

  1. anjemi Says:

    Kopf hoch! Ich kenne das! Ich war auch total fertig, während der SS, kurz nach der Geburt, alles war mir zu viel. Ich war einfach überfordert.
    Das ist normal, schließlich ist es auch wirklich eine Menge, was du und dein Körper leistest und durchmachst.
    Jetzt nach 5 Monaten (nach der Geburt) fühle ich, wie es bergauf geht. Langsam, aber es wird.
    Gut, dass gerade die Hebamme da war und dich aufgefangen hat. Dieses „Ausbrechen“ braucht man ab und zu.
    Ich wünsche dir weiterhin viel Kraft und Energie!

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