Kinder sind das größte Übel ?

Diesen Eindruck bekomme ich teilweise, wenn ich draußen unterwegs bin, manche Blogs lese (meist die mit Kindern, die dem Babyalter bereits entwachsen sind) oder mit Freunden und Bekannten spreche.

Nur als Beispiel. Gestern war ich ja mit beiden Kindern in der Stadt unterwegs. Wir standen im Spielzeuggeschäft an der Kasse und Beide fingen an „Mama, kaufst Du mir das ? Mama, kann ich das haben ?“ und ich antwortete schlichtweg „Nein“ und das mehrere Male. Für mich nichts Schlimmes, denn ich kann das verstehen, schließlich stehen überall bunte, verlockende Sachen herum, die sie am liebsten mit nach Hause nehmen würden 🙂

Die Verkäuferin fing dann gleich an mit den Augen zu rollen und meinte „Gell, das ist anstrengend, da braucht man gute Nerven !“. Komischerweise nervt mich das nicht. Selbst wenn ich es alle 2 Minuten höre. Außer natürlich, ich habe einen ganz schlechten Tag, kaum geschlafen und bin von der Grundstimmung gereizt. Da würden mir aber nicht nur die Kinder auf den Keks gehen, sondern jeder Mensch in meinem Umfeld …

Es gibt auch Tage, da sind die Kinder einfach anstrengend. Da kann ich nichts recht machen, alles ist doof, ich werde angekeift und angeheult, es wird gezickt, gezankt, geschrien. An diesen Tagen versuche ich, tief durchzuatmen, halte mir die schönen Tage vor Augen und suche einen Ausweg aus dieser Situation. Meist hilft es schon, wenn ich mit den Beiden raus an die frische Luft gehe. Und wenn es gar nicht besser wird, brülle ich auch mal herum, weil es mir zuviel wird. Aber meine Kinder deswegen als Belastung zu sehen ? Das ist mir noch nie eingefallen.

Vom Moment ihrer Geburt an habe ich sie innigst geliebt. Aus tiefstem Herzen. Und das ist geblieben und das versuche ich, ihnen auch so oft es geht zu zeigen.

Ich kann manches Mal nicht verstehen, wie haßerfüllt Eltern gegenüber ihren Kindern sein können. Sie für alles verantwortlich machen, obwohl sie selber eigentlich die Hauptverantwortung tragen. Wie gemein viele Mütter sind. Ich erinnere mich an eine Begebenheit vor ca. 2 Jahren. Ich war mit beiden Kindern beim Einkaufen unterwegs, als vor uns plötzlich eine Mutter anfing, ihr Kind anzuschreien. Mitten auf der Straße und in einem Ton, der mir das Blut in den Adern gefrieren ließ. Das Kind saß dann schon weinend auf dem Boden und bat die Mutter, bitte aufzuhören, diese brüllte erst recht herum, ohne auf die Reaktion ihres Kindes zu achten.

Das Ganze wurde dann immer schlimmer und schlimmer, meine eigenen Kindern wurden schon unruhig und ich zog sie dann in das nächstliegende Geschäft, da ich beinahe anfing, loszuheulen. Dort drückte ich sie ganz fest und sagte ihnen, daß man nie so mit seinem Kind umgehen sollte, egal was es gemacht hat. Daß man ein unglückliches Kind in den Arm nehmen sollte, wenn es das möchte, ganz gleich, was vorgefallen ist.

Ich hatte überlegt, ob ich hingehen soll und mit der Mutter sprechen soll, aber was bringt das ? Am Ende hätte sie mich nur angekeift, daß ich mich nicht einmischen soll und die Grundeinstellung gegenüber dem Kind bleibt ja bestehen, egal was von außen kommt …

Manches Mal fühle ich dann eine große Ohnmacht. Möchte gerne etwas ändern, kann es aber nicht. Was mich tröstet ist die Tatsache, daß ich es bei meinen eigenen Kindern anders machen kann. Und das fällt mir leicht. Zumindest in 90% der Fälle. Den Rest können sie gut verkraften und der gehört auch dazu. Nur immer Sonnenschein gibt es nirgendwo. Aber ich denke, daß die Grundeinstellung viel ausmacht. Wenn ich meinen Nachwuchs als Segen erlebe und nicht als Bedrohung oder Belastung, dann ergibt sich ein liebevoller Umgang von ganz alleine. Und es kommt auch viel zurück. Wie oft kommen die Kinder her und sagen mir, daß ich eine ganz liebe Mama bin und sie froh sind, mich zu haben. Selbst wenn mal etwas schwierig ist oder ich ausgelaugt bin, dann baut so etwas im Nu wieder auf. Und motiviert mich, so weiterzumachen wie bisher und verstärkt vor allem das positive Gefühl in Bezug auf die Kinder. Was sich natürlich wieder auf meinen Umgang mit ihnen auswirkt.

Da ist vielleicht auch das Hauptproblem anderer Mütter/Eltern, die es nicht so erleben. Irgendwann lief mal etwas falsch, die Kinder gingen in Gegenposition, die Mutter/Eltern wurde(n) immer frustrierter und irgendwann ist diese Spirale nicht mehr aufzuhalten. Es beginnt teilweise ein regelrechter Krieg, das habe ich selber als Kind so erlebt. Ändern können das aber nur die Eltern und nicht die Kinder …

Hoffentlich nicht zu wirre Gedanken so früh am Morgen, ich musste das nur loswerden, da ich vor lauter Grübelei seit 5 Uhr nicht mehr schlafen konnte …

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2 Antworten to “Kinder sind das größte Übel ?”

  1. nilaja Says:

    Kinder sind doch etwas tolles, auch wenn sie manchmal sehr anstrengend sind.l
    Ja, manchmal will auch ich meine Ruhe haben, aber dann nicht nur von den Kindern, sondern allgemein.
    Auch ich bin öfters genervt und manchmal motze ich Julia wegen einer Kleinigkeit total an.
    Man sollte sich aber klar machen, dass Kinder doch etwas tolles und meistens erwünschtes sind.
    Ich kann nicht verstehen, wie man auf Kinder die schon „am Boden“ liegen noch (verbal) „draufhauen“ kann.
    Schade, dass manche aus dieser Spirale nicht raus kommen. 😦

    Ich kenne so eine Spirale von meiner Schwägerin total gut.
    Ihr großer Sohn war damal 3,5 Jahre alt, als ihre Zwilinge auf die Welt kamen. Natürlich war er damals im Trotzalter und irgendwie blieb diese trotzige Beziehung zwischen ihm und seiner Mutter bis heute.
    Sie motzen und brüllen sich nur gegenseitig an. 😦
    Übrigens, er ist inzwischen 19 Jahre alt.
    Diese Beziehung finde ich sehr traurig.

    VLG
    Nilaja

    • tekelek Says:

      Ähnlich war das jahrelang zwischen meiner Mutter und mir. Mittlerweile lasse ich mich kaum mehr auf Streits ein, finde es aber nach wie vor traurig, daß wir keine sehr innige Beziehung haben …

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