Gedanken

Heute schwirrten mir mal wieder viele Gedanken um die jetzige Schwangerschaft und um die nahende Geburt im Kopf herum (ja, ich denke die nächsten 18 Wochen werden schnell herumgehen).

Immer wieder bin ich fasziniert, wie nah und doch gleichzeitig fern man dem neuen kleinen Menschen ist. Einerseits ist da diese Rundumversorgung, das Fühlen des Strampelns, der wachsende Bauch und das Wissen darum, daß in einigen Wochen ein fertiger Mensch „ausschlüpft“. Andererseits mischt sich ein anderes Gefühl mit hinein. Nämlich daß man diesen neuen Menschen überhaupt nicht kennt. Weder sein Aussehen, noch seinen Charakter oder irgendwelche Vorlieben.

Manchmal finde ich das mehr als merkwürdig, irgendwie richtig abgefahren. So als ob man einen wildfremden Menschen auf der Straße aufsammelt und bei sich wohnen lässt, ohne seinen Hintergrund zu kennen. Sicher, das Kind trägt unsere Gene, es gehört jetzt schon zur Familie. Und doch lerne ich es erst nächstes Jahr wirklich kennen und lieben. Ja, die wirkliche Mutterliebe fängt meines Erachtens auch erst im Moment der Geburt an. Vorher freut man sich zwar und eine Schwangerschaft fasziniert sehr, aber diese unbändige, alles durchdringende Liebe, die kommt erst danach …

Ähnlich ist es mit der Geburt. Ich hatte bei beiden Geburten einige Momente in denen ich mir dachte „Och ne, kann nicht jemand anders dieses Kind bekommen ?“ oder „Das war definitiv die letzte Schwangerschaft und auch das letzte Kind !“. Und doch waren es für mich die eindrücklichsten, gewaltigsten Erlebnisse, die ich je hatte. Erlebnisse, die süchtig nach einer Wiederholung machen. Obwohl die Schmerzen und die Ohnmacht ebenfalls noch im Gedächtnis sitzen …

Aber dieser Moment, wenn der Kopf geboren wird. Wenn man zum ersten Mal sein neugeborenes Kind sieht. Wenn es die ersten Töne von sich gibt und die Augen öffnet. Und dann auf der Brust liegt, beobachtet und die ersten Züge an der Brust macht – dieser Moment gehört zu den schönsten, die eine Frau erleben kann …

Ich freue mich darauf. Ich freue mich, bald den unbekannten Jungen in mir kennenzulernen. Ich freue mich auf die Urgewalt der Geburt, die ich hoffentlich erneut zu Hause erleben darf. Und ich zähle die Tage, die es bis dahin noch dauert …

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