Meine Nerven …

Puh ! Schon mal eine halbe Stunde Fahrradgefahren, mit einem knapp Vierjährigen im Schlepptau, der durchgehend brüllt und schreit, bis vor die Haustür ?

Ich habe keine Ahnung, was es war. Wir waren im Kinderkino der Stadtbücherei, Sohn hatte extra noch vorher eine Stunde Mittagsschlaf gemacht, alles schien wunderbar zu laufen. Auf der Hinfahrt war er voller Elan, strampelte wie ein Weltmeister und freute sich über die Sonne und die frische Luft.

Beim Verlassen der Bücherei bat er mich, sich ausziehen zu dürfen bis aufs Unterhemd (ärmellos wohlgemerkt). Ich bot ihm an, das Unterhemd auszuziehen und den (ziemlich dünnen !) Pullover anzulassen, da es zwar warm, aber nicht unbedingt heiß war. Da fing das Gebrülle an. Ein Gebrülle, das wahrscheinlich alle Mütter schon mal erlebt haben. Schrill, mit sich überschlagender Stimme, das sich anhört, als ob man dem Kind etwas sehr, sehr schlimmes antut.

So kam es auch, daß alle paar Meter Passanten stehenblieben und mein Kind ansprachen, was es denn hätte. Woraufhin das Kind noch lauter und noch schriller schrie …

Zum Glück habe ich mittlerweile Nerven wie Drahtseile, ich biss die Zähne zusammen und hörte mir das Geschreie bis in unsere Einfahrt an. Wartete immer wieder auf mein brüllendes Kind. Versuchte zwischendurch, zu beruhigen. Nichts half.

Nun spielt er wieder draußen ganz friedlich, pustet Seifenblasen in die Luft und tut so, als ob nichts passiert wäre …

Und ich weiß immer noch nicht, warum das Ganze nun stattgefunden hat. Reizüberflutung durch den Film. Müdigkeit. Wahrscheinlich doch nur wegen des Unterhemds …

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5 Antworten to “Meine Nerven …”

  1. Dorothea Says:

    Ich fühle mit Dir, das kenne ich… Und am nervigsten finde ich die Fragen der Passanten: Was hast Du denn? Bist müde, gell? Grrr.
    Wünsche Dir weiterhin gute Nerven!

    • tekelek Says:

      Das schien auch meinen Sohn zu nerven. Der schrie die Leute nämlich erst recht an und fuchtelte durch die Luft, so daß sie schnell das Weite suchten 🙂

  2. NJOma Says:

    Als ich im Januar in Deutschland war, ging ich mit meinem Bruder und Enkelsohn (3) auf einen Flohmarkt. Der Enkelsohn sollte in den Sportwagen, hatte aber entdeckt, dass der Hund meines Bruders an der Leine gefuehrt werden kann. Ich verwehrte ihm das auf dem Flohmarkt, da viele Leute, LKW’s, und Autos hin und verfuhren/liefen. Der kleine schrie wie am Spiess. Ich liess ihn mal schreien, und suchte eine Ablenkung. Da wurde ich mal von einer deutschen Oma angefahren, ob ich denn nicht das Kind troesten koenne, es schrie ja so erbaermlich, was sei ich fuer eine Rabenfrau… Da ich nicht mehr dort wohne, fand ich es amuesant, dass sich jemand so ungefragt in die Situation mischte. Ich muss sagen, so auf die Art kenne ich das von hier nicht.
    Und dann noch eine zweite Oma, die aber netter war, und ’schau mal, der Kleine bruellt ja so, nehmen Sie den doch mal ans Haendchen’…
    Da peilte ich schon den naechsten Suesswarenstand an, kaufte ihm ein paar Kekse, mit denen er hochzufrieden war. Und den Hund durfte er zum Schluss ausfuehren, weg von dem Getummele.
    Nicht irre machen lassen – die ‚Paenz‘ koennen einen ganz schoen tanzen lassen!

  3. Anika Says:

    So ein Erlebnis dieser Art, hatte ich vorhin auch. Angelina schrie und ärgerte sich so dermaßen, dass sie sagte: Mama, ich will nicht mehr bei euch wohnen!!!
    Das hat mich schon hart getroffen. Aber jetzt schlummert sie doch seelig in ihrem Bett.

  4. bauchherzklopfen Says:

    Hui, muss diese Trotzphase hart sein. Mir graut´s ja wirklich schon davor. Und jetzt sag mal noch, wo man diese Drahtseilnerven herbekommt!

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