Familienbande

In letzter Zeit habe ich mir viel Gedanken über Familienbande gemacht. Ich finde es sehr schade, daß in unserer Familie kaum Kontakt untereinander besteht. Meine Schwiegereltern kommen zwar öfter zu Besuch und wir fahren alle 3-4 Wochen zu meinen Eltern, das war es aber auch schon.

Unsere Nichte/Cousine sehen wir wenn es hochkommt ca. 3 Mal im Jahr, die Kinder finden zwar relativ schnell Kontakt miteinander, sind sich im ersten Moment aber doch noch fremd. Mit meiner Schwägerin und meinem Schwager ist die Beziehung auch eher nach dem Motto „Wir sehen uns eben, weil wir zufällig miteinander verwandt sind“.

Meine Geschwister scheint ihre Rolle als Onkel und Tante überhaupt nicht zu interessieren. Zum Geburtstag der Kinder gibt es allerhöchstens (und dann auch nur, weil meine Eltern sie daran erinnern) einen Anruf, Geschenke gab es noch nie. Nicht daß ich darauf bestehe, aber es macht mich eben ein wenig traurig, daß es ihnen so unwichtig ist. Vielleicht liegt es auch daran, daß sie bis jetzt weder Partner noch eigene Kinder haben, andererseits kann man doch auch als Single Interesse an den Neffen und Nichten haben, oder ?

Familienfeste gibt es ebenfalls kaum, mein Vater meint immer, er hasst Feiern und möchte lieber seine Ruhe haben, meine Mutter feiert nicht, weil mein Vater nicht mitzieht.

Manchmal beneide ich andere Familien ein wenig, in denen ein reger Kontakt stattfindet, auch über größere Distanzen und einfach ein richtiger Familienverbund besteht. Ich versuche es von mir aus immer wieder aufs Neue, etwas daran zu ändern, spreche Einladungen in alle Richtungen aus und suche das Gespräch, ein wirkliches Echo kommt jedoch nicht zurück.

Wie sieht das bei Euch aus ? Herrscht auch so eine „Familienflaute“ ? Oder geht die Familie über die eigene hinaus ?

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7 Antworten to “Familienbande”

  1. Beate Says:

    Bei uns ist das nur mit der engeren Familie. Meine Cousine und der Cousin sind 15 Jahre älter als ich und die sehe ich nur bei Beerdigungen. Und die Onkel und Tanten? Kann man auch abhaken.

    Dafür sind Eltern und Freunde da.

  2. ruth p. Says:

    Bei uns ist enger Kontakt. Mit meinen Bruedern, die beide in Deutschland wohnen, wir rufen uns bestimmt einmal in der Woche an, oefter, falls etwas interessantes/neues/wichtiges weitergegeben werden muss. Mit den Cousinen e-maile ich (das hat aber spaeter erst angefangen), meine Kinder sind untereinander eng verbunden (haben sie sich bei der Mutter abgesehen), und ich bin auch fest in deren Leben integriert.
    Meine Eltern kamen alle zwei Jahre zu Besuch, und wir auch retour, so dass wir und einmal im Jahr sahen. Und natuerlich oft anriefen.
    Dabei muss ich sagen, dass ich auch meine Kinder ‚familiennah‘ erzogen habe. Auch mit meinen Schwiegereltern (mein Mann starb vor ueber 30 Jahren) hielt/halte ich engen Kontakt. Meine mittlere Tochter moechte gern noch sooft es geht, zurueck in das winzige Staedtchen, in dem die Oma und der Opa wohnten.

  3. yvanzwie Says:

    Hallo Katrin,
    Ich habe eigentlich einen engen Kontakt zu meiner Familie, nur leider wohnen wir 700km auseinander. Alle 2 Monate fahren wir hin, bin sogar als Überraschungsgast mit meiner Tochter zum 40. Geburtstag meiner Schwester gefahren. Die Strecke ist natürlich der Hammer, inklusive vieler Status auf der A2. Wir telefonieren regelmässig, aber auch nicht so oft. Letztes Jahr war unsere Tochter auch für eine Woche im Sommer alleine dort. Mein Vater und Schwester (meine Mutter lebt leider nicht mehr) haben so geholt, und wir haben sie dann wieder abgeholt. Sie haben grosses Interesse an unserer Tochter, ist ja auch die einzige Enkeltochter.
    Die Eltern meines Mannes wohnen in Surinam. Ein Mal im Jahr kommt seine Mutter zu Besuch. Sie hat 4 Kinder hier in den Niederlanden, bei jedem ist sie dann eine Woche. Das ist auch lang genug :-).
    Ansonsten sind wir ziehmlich auf uns allein gestellt, aber wir kommen gut zurecht!
    Liebe Grüsse,
    Yvonne

  4. Rinna Says:

    Ja, auch bei uns ein wunder Punkt!
    Schwiegereltern kommen NIE aus ihrem Haus raus, wenn dann müssen wir da hinfahren, sie kommen vielleicht 1 Mal im Jahr (wohnen ca. 3km von uns entfernt!!).
    Meine Schwester, ihrerseits Patentante unserer Tochter, interessiert sich nicht die Bohne für Lorraine und auch nicht für mich.

    Du Siehst: ihr seid nicht alleine!
    Ich finfs auch schade, aber ich habe gelernt, damit umzugehen.
    LG

  5. Dorothea Says:

    Bei mir ist es auch mau und ich bedauere es ebenfalls. Meine gesamte Familie wohnt 500-600 km entfernt. Ich habe noch eine Großmutter, geschiedene Eltern, eine leibliche Schwester (im Wachkoma), drei Halbgeschwister (noch minderjährig) sowie eine Schwiegermutter und Schwager/Schwägerin. Unser Familienzusammenhalt war schon immer recht schlecht, was auch einer der Gründe war weshalb ich von München nach Berlin gezogen bin.

    Ich habe es akzeptiert und lege daher Wert auf einen großen Freundeskreis, der auch für die Kinder ein bisschen Familienersatz ist. Ich versuche, dass auch die Paten unserer Kinder Ersatzfamilie sind und wir besuchen sie regelmäßig. Denn leider interessiert sich die eigene Familie nur wenig für unsere Kinder. So brachte meine Schwiegermutter es fertig, den Großen nicht zum 4. Geburtstag anzurufen, sie wollte ja „nicht stören“….

    Ich hoffe aber sehr, dass es mit meinen Kindern einmal anders werden wird und sich hier eine neue, funktionieren Familie bildet.

  6. Barbara Says:

    Bei uns ist der Kontakt manchmal enger als mir lieb ist. Die Schwiegerfamilie mischt einfach meiner Meinung nach zu viel mit in unserem Leben – hat Recht auf Zeit mit den Kindern, setzt sich über unsere Wünsche hinweg usw. usw. – klar dürfen sie Oma und Opa sein, aber das heißt nicht, dass all unsere Wünsche nichtig sind und das Kind bei ihnen seinen eigenen Rhythmus hat und dann eben bei uns erst gegen 10 in den Schlaf findet…. weil er ja soooo müde war hat er bei uns drei Stunden geschlafen – Danke auch
    Naja, ändern kann mans nicht, aber auf die Regel beharren – einmal die Woche reicht vollkommen, denn wir wünschen unsere Kinder selbst zu verziehen.
    Liebe Grüße
    Barbara

  7. Anne Says:

    Bei mir ist das zum Glück ganz anders… Ich habe zwei Schwestern, die innigen Anteil an unserem Leben und dem Aufwachsen unserer Kinder nehmen, trotz 100km Distanz. Die Mädels lieben ihre Tanten. Und meine Eltern sind auch immer für uns da, wenn wir Hilfe brauchen. Nun ist endlich meine Schwester schwanger, auch noch zeitgleich mit mir und ich bin selbst wahnsinnig gespannt, wie es sich eigentlich anfühlt, Tante zu sein. Ich habe nur ein bisschen Sorge, dass ich nicht annähernd das an Unterstützung und Zeit für meine Nichten/Neffen aufbringen kann, was die beiden geleistet haben, weil ich ja selbst dann schon drei Kinder habe…Ich finde es jedenfalls bei uns sehr schön und hoffe, dass meine Kinder sich später auch so viel bedeuten (und sowas hat ja auch viel damit zu tun, wie es in der Herkunftsfamilie war). Ich hoffe für euch, dass es bei euren Kindern auch mal anders wird.

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