Total verplant

Es gibt eine Sache, die ärgert mich unheimlich an der heutigen Zeit. Oder liegt das einfach daran, daß wir in einer Großstadt wohnen ?!?

Es geht darum, daß kaum mehr Spieltreffen zwischen Kindern möglich sind. Heute hatte sich meine Tochter im Kindergarten mit einem anderen Mädchen verabredet. Beim Abholen wurde dann die Mutter gefragt, ob ein Treffen möglich wäre. Die Antwort war „Aber Mausi, heute hast Du doch Ballett !“. Auf meine Frage, ob ein anderer Tag möglich wäre hieß es „Naja, am Montag, da haben wir Kinderturnen, am Dienstag ist K. bei der Osteophatie, am Mittwoch Ballett, am Donnerstag Musikschule und Freitag, nein da geht erst übernächster Freitag“.

Die Enttäuschung stand den Kindern ins Gesicht geschrieben und ich bin anschließend immer sehr nachdenklich und auch ein wenig traurig. Hier in der Straße gibt es keine Kinder, jedenfalls bekommt man sie nie zu Gesicht oder sie werden von ihren Eltern schnell davongezerrt, im Kindergarten ist der Nachmittag fast aller Kinder so verplant, daß ein Treffen kaum möglich ist (und  wenn, dann nur mit wochenlanger Voranmeldung – und dann wird garantiert eines der Kinder krank oder es kommt ein interessanter Workshop dazwischen …) und meine beste Freundin wohnt einfach zu weit entfernt, um spontan etwas auszumachen.

Muß das denn unbedingt sein ? Ich finde das ziemlich stressig für die Kinder und die Eltern, andererseits sehr traurig, da kein Einzelkontakt mehr stattfindet zwischen den Kindern …

Unsere Kinder haben einen festen Termin in der Woche, die musikalische Früherziehung (die beide sehr gerne besuchen) und einen flexiblen Termin, die „Lesefüchse“, dort bekommen sie eine Stunde vorgelesen und pro Teilnahme gibt es einen Stempel in die Karte (man muß aber nicht regelmässig kommen). Mehr braucht es finde ich nicht und die Kinder sind auch voll ausgelastet und glücklich damit. Kinderturnen gibt es hier im Garten auf dem Trampolin oder der Schaukel, wahlweise auch Ausflüge auf Fahrrad, Laufrad oder Roller.

Ich denke nicht, daß ihnen etwas entgeht oder daß sie zu wenig gefördert werden, im Gegenteil, ihre Spiele sind voller Fantasie und Freude.

Das Einzige was eben fehlt ist der Kontakt mit Gleichaltrigen, außerhalb des Kindergartens und der Gruppen.

Ich hoffe so sehr, daß sich das bessern wird, wenn wir auf dem Dorf wohnen. Wenigstens habe ich während der Durchfahrt durch den Ort jedesmal auffallend viele Kinder auf den Wiesen und am Straßenrand spielen sehen. Wie bereits an anderer Stelle geschrieben, ich glaube, wir sind nicht für die Stadt geschaffen …

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5 Antworten to “Total verplant”

  1. bauchherzklopfen Says:

    ach weiste, wenn das so ist, dann bin ich wohl auch kein stadtkind. aber ich denke, das ist ein bestimmter elterntyp – leider die, die ohne vollen terminkalender von ihren kindern genervt sind. irgendwie tragisch.

  2. Ceebee Says:

    Wir haben ehrlicherweise auch einen vollen Terminkalender:
    unsere Maus trifft sich montags im Wechsel mit ihrer besten Freundin mal bei uns oder mal dort, Dienstags ist (seit 2 Wochen) von 15 -15.30 Uhr Flöten, das hat sich unsere Tochter sooo sehr gewünscht und ihr macht es riesigen Spass, Mittwochs ist Oma-Opa-Tag im 2 wöchentlichen Wechsel mit meinen Eltern und den Schwiegis, da ich den ganzen Tag arbeite, Donnerstags ist vom Kindi Kinderturnen von 14.30 Uhr bis 16 Uhr, Freitags vom Kindi Musikschule von 13.30 – 14.30 Uhr. Dazwischen haben wir viel Zeit für uns, die auch nicht verplant wird, sondern die ich mit ihr alleine verbringe.
    Ich beobachte aber seit geraumer Zeit, dass sie meisten Mütter ihre Kinder nicht um sich haben möchten, da zuviel Stress damit verbunden ist und ja etwas mit den Zwergen unternommen werden muß! O-Ton „Der nervt so“, „“Die hab ich die ganze Zeit an der Backe und komme im Haushalt zu nichts“… (Diese Kinder kriegen aber keinen geraden Satz raus, können keine Schere halten, geschweige denn etwas Erkennbares aufs Blatt Papier malen, kennen aber bestens alle KiKa-Sendungen!) Bei uns herrscht der totale Wettbewerb, wer die meisten Verabredungen (von den Mamas organisiert und von den Kindern nicht unbedingt gewünscht) in der Woche mit seinen Kindi-Kollegen hat und die am besten gleich von 13.30 Uhr bis 18 Uhr.
    Ich bin froh, wenn ich unser Kind um mich habe, wir radeln, malen, basteln, backen, kneten, kuscheln, gärtnern etc. können und ich an ihrer Entwicklung beteiligt bin, ihre Träume und Wünsche kenne und ich als Zugabe noch ein glückliches und zufriedenes Mädel erzogen habe, das sich auch prima stundenlang alleine beschäftigen kann…

  3. Dorothea Says:

    Was ist denn am Wochenende? Dann können die Kinder doch auch Besuch bekommen!

    • tekelek Says:

      Die Wochenenden sind bei den meisten Eltern ebenfalls verplant, da werden Familienausflüge unternommen bzw. die Kinder wollen lieber bei ihren Papas bleiben, die sie sonst nicht sehen.
      Jedenfalls wurde ich jedesmal komisch angeschaut, wenn ich das Wochenende erwähnt habe …

      • Dorothea Says:

        Ich glaube auch, dass viele die Nachmittage mit ihren Kindern so verplanen, damit sie sich möglichst wenig mit den Kindern beschäftigen müssen. Ich finde das traurig und frage mich, warum man dann überhaupt Kinder bekommt. Statussymbol?

        Ich finde es jedenfalls auch gerade am Wochenende schön, Besuch für die Kinder zu haben. Muss ja nicht an beiden Tagen sein, man kann ja immer noch an einem Tag einen Ausflug machen. Und wenn die Eltern nett sind, kann man die ja auch zum Kaffee einladen.

        Nun ja, manche Leute sind halt einfach kompliziert…

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