„Omaexpress“ mit Folgen

Ein ereignisreicher Sonntag liegt hinter uns. Heute morgen lag ich noch friedlich dösend bei meinen Eltern im Gästezimmer, träumte und kuschelte vor mich hin, als mein Mann plötzlich zur Tür hereinkam und mich weckte. Er teilte mir mit, daß meine Mutter sich eine halbe Stunde zuvor an der Schulter verletzt hätte und ich unbedingt kommen und nach ihr schauen müsste.

Ich war wirklich noch im Halbschlaf und registrierte erst gar nicht so richtig, was er mir sagen wollte …

Kurz darauf war ich aber fertig angezogen und interviewte meine Mutter erstmal, was denn eigentlich passiert sei. Sie erzählte mir, daß sie zusammen mit meinem Vater und den Kinder zum Bäcker gegangen sei, um dort frische Brötchen und Croissants zu holen. Auf dem Rückweg spielte sie dann „Omaexpress“, will heißen, sie stürmte im Galopp mit unserem Sohn im Buggy vor sich einen Hügel hinunter, verhedderte sich dann irgendwie während des Rennens und stürzte ziemlich unglücklich seitlich über den Buggy.

Sie teilte mir noch mit, wie elegant sie sich abgerollt hätte und daß sie nur ein wenig mit der Schulter auf den Asphalt gekracht sei. Unser Sohn war natürlich bei der ganzen Aktion nicht angeschnallt und war aus dem Buggy geflogen, hatte sich zum Glück aber nicht verletzt !

Also folgte der nächste Schritt, nämlich die Untersuchung der Schulter und des Schlüsselbeins. Beim Betasten der rechten Seite fiel mir sofort auf, daß dort wo man eigentlich festen Knochen fühlen sollte einfach nur eine weiche Schwellung vorhanden war. Außerdem schrie meine Mutter so dermaßen laut auf, daß ich im gleichen Moment schon wußte, daß der Knochen das „elegante Abrollen“ nicht so gut überstanden hatte und entweder angebrochen oder völlig durchgebrochen sein musste.

Wir frühstückten noch, dann packte ich meine Mutter ins Auto  und transportierte sie in die dortige Unfallambulanz. Vier Röntgenbilder später stand fest, daß das rechte Schlüsselbein gebrochen ist und die Bruchenden sogar leicht verschoben. Gleichzeitig nahmen auch die Schmerzen zu, das Gesicht meiner Mutter nahm plötzlich eine ungesunde, graue Farbe an und erst nach einer ganzen Flasche Schmerzmittel intravenös konnte sie wieder etwas entspannen und sprechen …

Das Ganze wird sich nun mehrere Wochen hinziehen, heute bekam sie lediglich einen sogenannten „Rucksackverband“, am Donnerstag soll wieder kontrolliert werden und dann wird entschieden, ob sie operiert wird oder weiterhin konservativ behandelt wird.

Unseren Sonntag hatte ich mir etwas anders vorgestellt, andererseits wollte ich im Krankenhaus dabei sein, da ich ja vom Fach bin und außerdem neugierig auf die Röntgenbilder war 🙂

Fazit: Ich hoffe meine Mutter hat aus diesem Vorfall etwas gelernt, nämlich daß man mit Buggy nicht unbedingt rennen sollte und daß vor allem das darin sitzende Kind angeschnallt sein sollte, wenn man schon etwas schneller unterwegs ist …

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