Mütter

Beim Durchlesen einiger Blogs in den letzten Monaten (aber auch im richtigen Leben) sind mir ein paar Dinge aufgefallen. Es gibt zwei Lager von Müttern. Die einen die meinen, man muß am besten rund um die Uhr bei seinem Kind sein, sonst kann aus diesem nichts werden. Und die anderen die der Meinung sind, die Frauen die zu Hause sind, sind unterbelichtet und das Arbeiten gehen tut sowohl der Mutter als auch dem Kind gut. Dazwischen gibt es natürlich auch viele Variationen, z.B. Frauen die arbeiten gehen müssen, aber lieber mehr Zeit mit ihren Kindern verbringen würden, Mütter, die gerne arbeiten gehen würden, aber keinen Job finden, u.s.w. ….

Aber gibt es wirklich die perfekte Lösung ? Sind Mütter wirklich unterbelichtet und haben einen eingeschränkten Horizont, nur weil sie nicht arbeiten gehen ? Sind Mütter, die arbeiten gehen schlechtere Mütter ?

Ich denke, daß man das einfach nicht pauschalisieren kann. Es gibt Mütter, die arbeiten müssen, weil zu wenig Geld in der Kasse ist. Es gibt Mütter, die arbeiten wollen, weil sie ohne ihre Arbeit unglücklich wären (und somit ihren Unmut eventuell auch an den Kindern auslassen würden). Es gibt Mütter, die Karriere machen wollen und deshalb einfach nicht lange zu Hause bleiben dürfen, ohne den Anschluß zu verpassen. Es gibt Mütter, die gerne zu Hause sind und damit zufrieden und glücklich sind.

Keine davon ist eine schlechte Mutter, jedenfalls so lange die Arbeit nicht über dem Kind steht. Was ich persönlich schlimm finde sind Mütter, die ihre Kinder rund um die Uhr fremdbetreuen lassen und nur noch zum Aufwecken und Gutenachtsagen anwesend sind. Und das nicht weil sie müssen, sondern weil sie es so richtig finden. Da verkommt das Kind dann doch eher zum Statussymbol, denn weder kann es seine eigenen Eltern kennenlernen, noch erleben diese ihr Kind.

Wenn das Kind in einer solchen Situation dann wenigstens eine Ersatzmutter hat, die konstant bleibt (Tagesmutter, Kindermädchen, u.s.w. …), dann ist das noch vertretbar, aber bei ständig wechselnden Betreuern, wie soll sich da Stabilität und Vertrauen entwickeln ?

Ich selber bin sehr gerne Mutter und hatte die letzten Jahre auch weder das Gefühl, etwas zu verpassen, noch das Bedürfnis, etwas anderes zu tun, als meine Kinder zu begleiten. Einfach weil mich das erfüllt hat und ich es als richtig empfand. Langsam merke ich, daß sich ein anderes Gefühl einschleicht. Die Kinder werden immer unabhängiger, gehen auch gerne in den Kindergarten, haben genug Urvertrauen, um mich auch längere Zeit loszulassen und ich selber habe Lust, wieder Arbeiten zu gehen und mich auf das Leben nach den Kindern vorzubereiten.

Meine eigene Mutter wäre gerne wieder arbeiten gegangen, als mein Bruder und ich ins Schulalter kamen, hat es damals aber nicht getan, da mein Vater Einwände dagegen hatte und sie sich dann mehr oder weniger nicht traute. Den Frust, der sich daraus entwickelte, bekamen mein Bruder und ich deutlich zu spüren und ich denke, es wäre damals für uns wichtiger gewesen, eine entspannte, zufriedene Mutter zu haben, als eine, die pünktlich das Mittagessen auf den Tisch stellt und die Wäsche fertig gewaschen und gebügelt hat, aber äußerst unzufrieden mit ihrem Leben ist. Obwohl ich es andererseits doch genossen habe, nachmittags immer einen Ansprechpartner zu haben und nicht alleine zu Hause oder in einer Betreuungseinrichtung sein zu müssen.

Die Frage ist denke ich nicht, ob man arbeitet oder nicht arbeitet, sondern mit welchem Lebensentwurf man glücklich ist und daß man Kinder in diesen Lebensentwurf eingebaut hat und nicht als eine Art Schmuck angehängt hat. Die Kinder müssen spüren, daß sie vorbehaltlos geliebt werden und erwünscht sind, und das lässt sich meines Erachtens nicht in einer halben Stunde pro Tag bewerkstelligen. Es müssen aber auch keine 12 Stunden am Tag sein …

Mir würde nie einfallen, eine Mutter anzufeinden oder als schlechte Mutter darzustellen, nur weil sie gerne arbeiten geht und das bis 3 oder 4 Uhr  nachmittags. Genausowenig finde ich Mütter doof, die zu Hause bleiben. Dann müsste ich ja mich selber doof finden . Wichtig ist nur, was dabei unterm Strich herauskommt. Ein Kind kann durch eine Vollzeitmutter völlig verkorkst werden, ebenso durch eine berufstätige.

Also ist diese ewige Diskussion völlig überflüssig und sollte sich eher darauf konzentrieren, wie mit dem Kind umgegangen wird, als auf das wie lange.

Fazit dieses ellenlangen und wirren Artikels: Mütter hört auf Euch zu zerfleischen und schaut darauf, daß Eure Kinder glücklich und voller Vertrauen in Euch aufwachsen, egal wieviel Zeit Ihr mit ihnen verbringt !

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3 Antworten to “Mütter”

  1. Rinna Says:

    Du sprichst mir aus der Seele!!!!

  2. Danny Says:

    Feines Fazit 🙂

    Genau meine Meinung 🙂

  3. Junimond Says:

    Ja, das würde ich so unterschreiben!

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