Archiv für die Kategorie ‘Der Schlaf’

Nacht ? Welche Nacht ?

10. Januar 2012

Die letzte Nacht hatte es wirklich in sich. Schlaf gab es so gut wie keinen und nicht nur das, unser Jüngster drehte völlig durch.

Wir hatten ihn gestern Abend wieder einmal aus unserem Schlafzimmer ausquartiert (nach 2 erfolglosen Versuchen, in deren Verlauf er jedes Mal krank wurde und aus praktischen Gründen wieder zurückwanderte), allerdings glaube ich nicht, daß das anschliessende Inferno etwas damit zu tun hatte. Gegen 22 Uhr lagen wir im Bett, um 24 Uhr wurde ich zum ersten Mal von Schreien aus dem Kinderzimmer geweckt. Da liess sich der Sohn noch sehr schnell beruhigen, ich stillte ihn kurzerhand (normalerweise stillt er gegen 4 oder 5 Uhr morgens), da ich die leise Hoffnung hatte, dadurch eine ruhige Nacht erkaufen zu können. Es sollte allerdings anders kommen.

Gegen 3 Uhr morgens drang erneut Geheule an mein Ohr. Und der Sohn liess sich dieses Mal leider nicht beruhigen. Bis 5:30 Uhr schrie er was das Zeug hielt. Vielleicht hätte es geholfen, ihn erneut zu stillen, aber ich habe keine Lust darauf, ihn überhaupt nachts zu stillen, also verzichtete ich auf diese Option. Es half jedoch weder Kuscheln, noch Schnuller, noch das angebotene Wasser oder Zurücklegen in sein Bett, das Kind schrie und schrie und schrie. Erst als ich ihn so fest hielt wie ich konnte, so daß er kaum mehr Zappeln konnte, kam irgendwann Entspannung in meinen Sohn und er schlief völlig erschöpft ein.

Ich schwankte zwischen Aufstehen (mittlerweile war es 5:30 Uhr, der Wecker unserer Tochter klingelt um 6:15 Uhr) und noch ein paar Minuten Hinlegen (mittlerweile bin ich dankbar für jede Minute Schlaf) und entschied mich für Letzteres. Als ich gerade eingenickt war, mittlerweile war es 5:50 Uhr, rief der große Sohn aus seinem Zimmer …

Die verbleibenden 15 Minuten schafft ich es sogar noch, kurz einzuschlafen, wurde aber jäh von meiner Tochter aus meinem Traum gerissen, die wie immer nicht alleine den Lichtschalter in ihrem Zimmer fand ( heute Abend werde ich ihr einen Leuchtstern auf den Schalter kleben, das ist sicher !!).

Ich war dann gelinde gesagt etwas angefressen und weit entfernt vom Ausgeschlafensein, was die großen Kinder leider gleich zu spüren bekamen und der Tag mit beiderseitigem Ankeifen begann (natürlich habe ich mich anschliessend gleich entschuldigt und ihnen erklärt, warum es mir nicht gut geht, das wurde auch akzeptiert). Nun weiß ich nicht so recht, was ich tun soll. Noch einen Versuch wagen und eventuell wieder so eine Nacht riskieren (was ich nur schlecht überleben würde) oder ihn wieder zurückholen, bis der Entwicklungsschub vorüber ist, in dem er gerade steckt ? Oder davon ausgehen, daß es einfach eine ungünstige Sternenkonstellation war und er heute Nacht durchschlafen wird …

Daß das Kind schubt ist klar ersichtlich. Den ganzen Tag hängt er jammernd an meinem Bein und bekommt sofort die Krise, sobald er auch nur ansatzweise den Sichtkontakt zu mir verliert. Selbst wenn er zum Umfallen müde ist, möchte er nicht schlafen und ist nur unter Gebrülle dazu zu überreden (wenn ich ihn wach lasse, heult er den ganzen Tag herum und ist höchst unzufrieden). Und noch vieles mehr …

Eine Idee habe ich noch, vielleicht hilft es, wenn ich vorübergehend mit in seinem Zimmer schlafe, auf der Matratze neben seinem Bett. So lange, bis er sich an die neue Umgebung gewöhnt hat. Mal sehen …

Eigentlich …

19. Dezember 2011

Eigentlich darf man ja nicht darüber sprechen/schreiben. Ich mache es aber trotzdem, aus jahrelanger Erfahrung weiß ich nämlich, daß es sich höchstwahrscheinlich sowieso um eine Eintagsfliege handelt.

Der kleine Sohn hat nämlich letzte Nacht sage und schreibe 8 (!) Stunden am Stück durchgeschlafen ! Ohne Aufwachen, ohne Jammern, ohne Schreien !

So ausgeruht habe ich mich seit letztem Jahr nicht mehr gefühlt. Es ist schon fast unheimlich, wieviel Energie ein wenig mehr Schlaf plötzlich freisetzen kann.

Ob es nun das sehr turbulente Wochenende war (wir waren in Österreich auf dem Geburtstag meines Opas – wenig Schlaf, viel Verwandtschaft, zuviel Aufregung für ein Baby), ein Gehirn, das endlich Schlafreife erreicht hat oder irgendetwas anderes, ich war sehr dankbar dafür. Und natürlich hoffe ich, daß sich der Trend fortsetzt ;-)

 

 

Einfach nur schlafen

7. Dezember 2011

Ich würde gerne einfach mal wieder schlafen. Am besten 4-6 Stunden am Stück, ohne Störung. Nur macht mir da leider unser jüngster Sohn einen Strich durch die Rechnung. Ich bin ehrlich ratlos mittlerweile.

Ins Bett bringen lässt er sich noch einigermaßen problemlos. Zumindest dann, wenn er tagsüber nicht zuviel geschlafen hat, gestillt wird und seine 7 Gutenachtlieder vorgesungen bekommt. Bis 22/23 Uhr ist dann Ruhe. Und anschließend geht die Hölle los. Das Kind wacht alle 1-2 Stunden auf, brüllt lauthals, wenn ich versuche ihn zu beruhigen kreischt er noch mehr, macht sich brettsteif und biegt sich nach hinten durch, mache ich nichts kreischt er genauso und hoppelt heulend durch unser Bett. Ich hatte ihn letzte Woche ausquartiert in sein Zimmer, nur dann wurde er krank, kam wieder in unser Zimmer, da ich einfach keine Lust habe, nachts stündlich aufzustehen und ins Nebenzimmer zu schwanken und dort befindet er sich nun immer noch, da sich an diesem Schlafmuster eben bisher nichts geändert hat.

Ich habe es mit Schmerzmittel versucht, denn die Zähne oben brechen alle gleichzeitig durch und er brüllt, sobald ich auch nur leicht mit dem Finger gegen das geschwollene Zahnfleisch drücke. Das Resultat ist das Gleiche, vielleicht ist es auch einfach zu wenig Schmerzmittel. Stillen hilft vorübergehend, da sind es danach sogar meist 2 Stunden Schlaf am Stück, darauf habe ich aber auf Dauer auch keine Lust. In den Arm nehmen bringt gar nichts, da wird er nur noch wilder. Wenn ich Licht anmache, schaut er kurz überrascht, um dann gleich weiterzubrüllen. Auch mehr oder weniger Tagschlaf ändert nichts an diesem Verhalten, es ist einerlei ob er eine oder 3 Stunden über den Tag verteilt schläft. Genauso verhält es sich mit Ausflügen an die frische Luft, viel Bewegung tagsüber, und, und, und …

Neuerdings geht die Heulerei sogar am Tag weiter, viele Dinge kann ich nur mit Kind auf dem Rücken erledigen. Was hat er nur ? Was will er ? Wo ist der Schalter auf dem steht, was ich tun muß, um die Sache zu beenden ??

Nicht witzig

9. November 2011

Nicht witzig finde ich momentan die Tatsache, daß unser Mittelkind meint, jeden Morgen gegen 5:30 Uhr aufstehen zu müssen und dann laut nach mir schreiend auf dem Bett zu sitzen …

Eigentlich hätte ich dann nämlich noch 45 Minuten Zeit bis der Wecker des Schulkindes anfängt zu klingeln und die würde ich gerne mit Schlafen verbringen und nicht mit Diskussionen, warum 5:30 Uhr definitiv zu früh zum Aufstehen ist. Ich denke es handelt sich hierbei um diese berühmt-berüchtigte Phase vor der Einschulung, die wir auch schon mit dem ersten Kind durchleben durften. Das Kind ist äußerst schlafunwillig (er geht nämlich abends auch erst gegen 20 Uhr ins Bett, also nicht allzu früh für einen Fünfjährigen), alles ist blöd und alles mache ich falsch, und er schwankt quasi minütlich zwischen himmelhochjauchzend und zutodebetrübt. Beim letzten Kind dauerte diese Phase etwa ein halbes Jahr. Bitte Daumendrücken, daß es dieses Mal nicht so lange dauert …

Auch nicht witzig war gestern, daß der große Sohn es endlich schaffte, beim Stuhlkippeln das Gleichgewicht zu verlieren und fast in Zeitlupe nach hinten kippte um dann mit vollem Karacho gegen die Sockelleiste des Dielenbodens zu knallen. Ich sah schon die zweite Platzwunde kommen (die erste zog er sich vor 10 Tagen beim Treppehochrennen zu – das Kinn gab beim Sturz auf die Kante ein wenig nach), er hat aber Glück im Unglück gehabt und nun ziert lediglich eine balkenähnliche, dicke und sehr schmerzhafte Beule seinen Hinterkopf. Da er sofort wie am Spieß losbrüllte und danach auch keinerlei Auffälligkeiten zeigte, verzichtete ich auch auf einen Arztbesuch. Und ein kleines “Was meinst Du, wieso ich Dir schon 1000 Mal gesagt habe, daß Du nicht mit dem Stuhl kippeln sollst ?!?” konnte ich mir dann doch nicht verkneifen ;-)

Witzig war ein Telefongespräch gestern mit einer Bekannten.

Sie: Heute morgen habe ich den Schock meines Lebens bekommen !
Ich: Oh, was ist denn passiert ?

Sie: L. (ihr Sohn) hatte 39,2 °C Fieber !!!

Ich: Und dann ?

Sie: Wie, und dann ???

Ich: Ach so, das Fieber war der Schock !?!

Sie: Ja klar, das ist doch total hoch !

 

In solchen Momenten merke ich dann immer wieder den Unterschied zwischen Einfach- und Mehrfachmutter. Für mich fängt hohes Fieber erst bei 40 °C an. 39,2 °C ist normale Betriebstemperatur bei einem kranken Kind und ich begrüsse das Fieber sogar, denn dann kann ich mir sicher sein, daß der Körper ordentlich auf den Infekt reagiert und das Kind schnell wieder gesund werden wird. Unsere Tochter ist da ein Spezialist, die fieberte auch mal bis 40,9 °C hoch und da wurde selbst mir ein wenig komisch. Aber bei 39,2 °C Temperatur fiel mir in diesem Moment nicht ein, daß damit die Katastrophe gemeint sein könnte :-)

Ansonsten hier immer noch ein kränkelndes, zahnendes und unausstehliches Baby, das mir den ganzen Tag am Bein hängt und auf den Arm möchte, schlaflose Nächte, viel zu frühe Morgen (siehe oben) und eine völlig planlose und müde Bloggerin …

Der Telefonanschluß lässt nach wie vor auf sich warten, die Telekom macht keinerlei Anstalten, unseren Standort endlich aufzunehmen und freizuschalten und so langsam werde ich richtig sauer. Der Internetstick funktioniert nur noch bis zu diesem Wochenende, danach müssen wir uns etwas Neues einfallen lassen. Alle Nachfragen, alle Anrufe, alle Bitten bringen nichts und ich bin mit meinem Latein am Ende. Falls es hier in nächster Zeit ruhiger werden sollte, dann liegt das nicht nur am Umzugs- und Kinderchaos, sondern schlichtweg daran, daß wir keinen Zugriff aufs Internet haben …

Piep

15. Juli 2011

Hier nur ein paar Schnipsel, für mehr bin ich einfach zu müde …

- wenig Schlaf nachts mit stündlichen Unterbrechungen, tagsüber nur zwei Mal eine halbe Stunde Nickerchen des kleinen Sohnes = nicht wirklich Erholung

- heute Abend 6 kg Chili con carne und ein ganzes Blech Schokokuchen für das Kindergartensommerfest morgen zubereitet. Ich bin müde …

- seit heute stabiler Vierfüßlerstand, yeah ! Vielleicht hat der Schlafmangel bald ein Ende (außer er möchte als nächstes Stehen :-( …)

- nicht nur wenig und unruhiger Schlaf, nicht nur Krabbeln üben, sondern auch eine dicke Erkältung quält den Jüngsten

- morgen dann anlässlich des Sommerfestes 3 Stunden Radtour mit allen Kindern, anschließend 3 Stunden Fest im Garten. Ich bitte um eine extra Portion Schlaf heute Nacht und eine extra Portion Nerven morgen …

- bald wieder mehr Geblogge, zur Zeit ist mein Hirn aber einfach Matsch und meist reicht die Energie gerade noch, um andere Blogs zu lesen

Ich will weg

11. Juli 2011

Manchmal gibt es so Tage und Wochen, da will ich einfach nur weg. Irgendwohin, vielleicht in eine einsame Berghütte, in ein kleines Haus am Meer oder ähnliches.

Zur Zeit ist mir alles etwas zu anstrengend. Das kleinste Kind schubt oder bekommt Zähne oder hat sonst irgendein Problem, jedenfalls ist es ungeniessbar, schläft nachts maximal 2 Stunden am Stück und jammert tagsüber ungefähr 10 Mal soviel wie sonst.

Das mittlere Kind fühlt sich ständig ungerecht behandelt, wir schimpfen IMMER und NUR und überhaupt, es haut, kreischt und heult, daß es eine Freude ist.

Das älteste Kind ist noch am ruhigsten, es sitzt meist in der Ecke und liest, ohne sich stören zu lassen (außer es bekommt vom Bruder Prügel), nur ab und an gibt es Gemaule oder Gezicke, vorwiegend wegen seiner Kleidung (und sie ist noch nicht 13 …).

Die Architektin versteht irgendwie ständig Dinge falsch, zum Glück fallen sie uns meist rechtzeitig auf, aber nicht immer. Und dann ärgere ich mich fürchterlich. Z.B. über die weißen Dachfenster, die wir nun eingebaut bekommen haben. WEISS ! Und das, obwohl wir daneben Holzrahmenfenster haben und eine Holzverkleidung in der Dachschräge …

Der Schreiner, der unsere Küche und die Treppe bauen soll, sagt bei jedem Treffen “Übers Geld reden wir jetzt erstmal nicht” und mir schwant schon fürchterliches. Er möchte mir ständig seine Geräte aufdrängen (er ist Händler für G.aggenau, so ziemlich das Teuerste vom Teuersten und außerdem meist nicht mit Normmaß) und wenn er nicht so gute Ideen hätte, hätten wir schon längst einen anderen gesucht …

Vor lauter Schlafmangel (und wahrscheinlich auch Eisenmangel) bin ich total antriebslos, schaffe weder im noch außerhalb des Hauses etwas, und das nervt. Was würde ich dafür geben, wenigstens mal 4 Stunden am Stück schlafen zu können !

Heute muß ich einfach mal Jammern, die Luft ist raus und der Akku ist leer. Und hoffentlich bekomme ich bald Gelegenheit, meine Energiespeicher wieder aufzufüllen. Nein, es geht mir natürlich nicht immer so, aber dieser Tage will ich einfach nur weg …

Überbewertet

23. Mai 2011

Schlaf wird sowieso gnadenlos überbewertet ….

Trotzdem bin ich froh, daß der kleine Sohn nachts nicht mehr stündlich wach wird, sondern nur noch alle 3 Stunden :-)

Der 19.Woche-Schub scheint sich ausgeschubt zu haben und nun kann ich wieder 2-3 Wochen ein zufriedenes, vergnügtes Kind geniessen, das bestimmt ganz viele neue Dinge gelernt hat. Bis dann der nächste Schub kommt …

Blogmüde

20. Mai 2011

Über eine Woche habe ich nicht gebloggt. Gründe gibt es dafür mehrere. Hauptsächlich war ich etwas blogmüde. Wir waren viel unterwegs (zum 60.Geburtstag meiner Schwiegermutter in der Nähe von Frankfurt), hatten Besuch (die Tante meines Mannes, die nach der Geburtstagsfeier gleich mit nach München fuhr) und am meisten wird das Bloggen momentan von unserem kleinen Sohn gebremst.

Die Nächte waren so schlimm, daß ich morgens kaum wusste, wie ich heiße. Ich stolperte blind und taub durch den Tag, und war einfach nur noch müde. Die viele Fahrerei, der Geburtstag und der Besuch machten das Ganze nicht gerade besser ..

Vorgestern kam dann auch noch eine Mittelohrentzündung dazu, das Söhnchen schrie abends 3 Stunden durch und war durch nichts zu beruhigen, am nächsten Morgen dann bei der Kinderärztin die Diagnose. Ich hoffe, er stellt nicht neue Rekorde auf, hatte doch der große Bruder bis zum vierten Geburtstag jedes Jahr mindestens 6 MOE !

Seit heute ist der Besuch weg (normalerweise mag ich die Tante sehr gerne und Besuch ist auch immer herzlich willkommen, aber in der momentanen Situation war ich dann doch froh über die Abfahrt …), dem kleinen Sohn geht es wesentlich besser (letzte Nacht schlief er nach langer Zeit mal wieder 3-4 Stunden am Stück) und der Mehrschlaf und das reinigende Gewitter gestern Nacht haben auch mich wieder mit Energie aufgeladen :-)

Die Bloggerei hat mir aber nicht wirklich gefehlt, es tat sogar richtig gut, den PC längere Zeit ausgeschaltet zu lassen. Ob ich das nun zum Anlaß nehme, weniger zu bloggen oder ganz damit aufzuhören weiß ich noch nicht, mal sehen. Auf jeden Fall sollte ich öfter darauf verzichten, vor allem, wenn es wenig Ruhepausen gibt und die Zeiten so turbulent sind …

Der Hausbau schreitet übrigens in großen Schritten voran, in 5 Tagen ist es soweit, da wird das Haus angeliefert und aufgebaut ! Ich kann es kaum glauben, daß wir in nicht mal einer Woche Hausbesitzer sein werden, auch wenn außer den Außenwänden und dem Dach noch nicht viel dastehen wird …

Eichhörnchen oder Grenzen überall …

11. Mai 2011

Ich fühle mich momentan wie ein Eichhörnchen. Aber nicht, weil ich so grazil und leichtfüßig durch die Gegend hüpfen und klettern kann, sondern weil ich sammle. Nicht Nüsse, sondern Schlaf.

Die letzten Tage bin ich an viele Grenzen gestoßen. Die Grenzen meiner Belastbarkeit. An die Grenze zwischen meinem großen Sohn und mir. Und an die Grenzen meines Kreislaufs, was das Wetter angeht.

Gestern habe ich gemerkt, daß ich kurz vorm Zusammenbrechen war. Es war zu heiß, ich hatte zu wenig geschlafen und außerdem stand mehr als ein Termin auf meinem Plan. Wenn ich etwas gemerkt habe in den letzten Wochen, dann daß es sehr, sehr stressig ist, mit 3 kleinen Kindern mehr als einen Termin am Tag vor sich zu haben. Vor allem, wenn das jüngste Kind noch sehr schlaf-, ruhe- und stillbedürftig ist. Und man selber eigentlich auch gerne die ganze Zeit schlafen würde. So kam es dann, daß ich mich den ganzen Tag so fühlte, als ob ich jeden Moment losheulen würde, kein besonders schönes Gefühl. Und ich zog dann gleich die Konsequenzen daraus und cancelte den Termin beim Bäderzentrum, der für heute angesetzt war. Denn 3 Stunden Beratung über Sanitäreinrichtung mit Säugling waren mir nach einem Fast-Nervenzusammenbruch-Tag dann doch zuviel. Und sind es auch, wenn vorher kein solcher Tag war.

Die letzte Nacht bestand auch wieder aus lauter Schlafhäppchen, wenn ich aber in anderen Blogs herumlese, scheint das momentan ein Massenphänomen zu sein. Vielleicht die ungewöhnlich hohen Temperaturen, der bevorstehende Wetterwechsel oder einfach nur eine ungünstige Planetenkonstellation. Ich wurde stündlich vom kleinen Sohn geweckt, nicht nur wegen Stillen (das findet nur alle 3-4 Stunden statt, da ich genau darauf achte, ob er wirklich Hunger hat oder nur nuckeln möchte – und das ist für mich bzw. für meine B.rust indiskutabel), sondern auch wegen Pieseln (seit 3 Wochen war nichts mehr in der Windel am Morgen …), Herumrollen üben oder einfach nur Jammern ohne daß ich einen Grund erkennen konnte. Diese Nacht war der Höhepunkt einer Reihe von ähnlichen Nächten und ich hoffe, das ist nicht noch steigerungsfähig. Ich halte das körperlich und psychisch nur schlecht aus, nicht umsonst steht Schlafentzug auf dem ersten Platz in Sachen Folter. Ich kann vieles kompensieren, nur das nicht.

Also ist nun eben Schlafsammeln angesagt. Heute habe ich mich jedes Mal neben den Sohn gelegt, wenn dieser ein Nickerchen machte. Zum Schlafen bin ich nicht wirklich gekommen, da ich einfach schon viel zu überdreht bin, außerdem klingelte das Telefon, die großen Kinder hatten immer wieder Fragen oder Bedürfnisse, u.s.w. … . Aber Ruhen ist ja auch schon etwas. Und heute werde ich um spätestens 21 Uhr ins Bett krabbeln (das ist leider schon in 10 Minuten …).  Fürs Wochenende brauche ich dringend etwas Energie, da findet der 60.Geburtstag meiner Schwiegermutter statt, uns stehen 4 Stunden Fahrt bevor und eine große Feier, die über mehrere Stunden geht. 

Außerdem rassle ich momentan öfter mit dem großen Sohn zusammen. Dieser versucht zur Zeit ständig, seinen Willen mit theatralischen Heulanfällen durchzusetzen. Bei der großen Schwester und dem Papa funktioniert das manchmal auch (bei ersterer eigentlich immer), aber bei mir beißt er auf Granit. Wenn ich etwas nicht leiden kann, dann ist es dieses auf Knopfdruck losheulen, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen. Auch hier scheppert es an den Grenzen und meine eh schon gebeutelten Nerven müssen einiges aushalten. Darum auch die Ruhe im Blog, denn nach Bloggen ist mir nach solchen Tagen und Nächten nicht wirklich zumute, bzw. ich komme überhaupt nicht dazu.

Bleibt zu hoffen, daß die Nächte wenigstens bald ein wenig ruhiger werden, mit stressigen Tagen komme ich sonst ganz gut zurecht. Und der 19.Woche-Schub wird sich auch bald verabschieden, immerhin macht der Sohn übermorgen die 18 Wochen voll und somit stehen höchstens noch 1-2 Wochen Unruhe und Geschrei ins Haus. Auch der große Sohn wird sich wieder einkriegen und schnell einsehen, daß bei mir mit Gekreische nichts zu holen ist. Ich muß nur noch eine Weile aushalten und konsequent bleiben an allen Grenzen …

Die Geister die ich rief …

18. April 2011

Tja, nun habe ich den Salat. Eigentlich wollte ich das mit dem Windelfrei nur so nebenher betreiben, wenn gerade Zeit und Motivation da ist. Allerdings findet unser Sohn die ganze Sache so toll, daß er nun immer windelfrei sein möchte.

Letzte Nacht war der absolute Oberhammer. Alle 3 Stunden wachte der Sohn auf, wurde unruhig, kaum hatte ich ihn ausgezogen und hielt ihn ab, kam ein riesengroßer Schwall Pipi heraus. Die Windel blieb die gesamte Nacht trocken, kein Tröpfchen ging hinein.

Nun bin ich ziemlich zerrissen. Einerseits finde ich es natürlich richtig toll, daß er das so gut annimmt. Ich erkenne mittlerweile seine Zeichen fast immer, mir scheint es manchmal sogar, als ob er warten würde, bis ich ihn abhalte und wenn ich mit voller Aufmerksamkeit dabei bin (wenn ich die gerade nicht habe, kommt er ins Tuch, da pieselt er grundsätzlich nicht) klappt dieses Zusammenspiel perfekt. Andererseits ist es doch recht anstrengend, denn immer kann ich ihn eben nicht beobachten und aufgrund seines Gewichts ist er mir für längere Zeit im Tuch auch zu schwer (hoffentlich ist er bald so stabil, daß ich ihn gut auf dem Rücken tragen kann …). Und nachts ist das nicht gerade ein Brüller, alle 2-3 Stunden von einem Säugling geweckt zu werden, der aufs Klo gehen möchte ;-)

Trotzdem möchte ich weitermachen, denn wie gesagt funktioniert es richtig gut und ich fände es jetzt auch ziemlich gemein, ihn zu zwingen, nun doch in die Windel zu machen. Zudem kann er sich ohne das Ding viel besser bewegen und kugelt und strampelt herum, daß es eine wahre Freude ist. Vielleicht wacht er auch bald weniger häufiger auf, wer weiß. Oder ich schaue mal, ob er eventuell gar nicht hungrig ist, wenn er nachts aufwacht, sondern nur pieseln möchte. Wenn er nicht so viel trinkt, dann kommt in der Folge auch nicht so viel aus dem Kind heraus …

Spannend das Ganze. Anstrengend und spannend. Aber wenn ich meinen Sohn anschaue, dann sehe ich, daß sich der Aufwand lohnt. Und dann schaffe ich es auch besser, die Sprüche und Blicke meiner Umwelt zu ignorieren, manche denken glaube ich, sie haben eine vollkommen Verrückte vor sich ..


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