… dann kann er was erleben.
So oder so ähnlich könnte man unseren Urlaub beschreiben.
Ziel war Lignano Riviera, welches im Friaul, ungefähr zwischen Grado und Venedig liegt.
Schon die Fahrt dorthin gestaltete sich anders als gedacht. Wir fuhren um 4 Uhr morgens in München los, eine Stunde später als eigentlich geplant. Ob es nun diese eine Stunde war oder ob es sowieso so gekommen wäre, keine Ahnung. Jedenfalls standen wir von 7 Uhr bis 10 Uhr zusammen mit tausenden anderer Urlauber im Stau vorm Tauerntunnel. Wer selber 3 Kinder hat oder aber ein gutes Vorstellungsvermögen kann sich denken, wie sich diese 3 Stunden in etwa gestalteten. Am wenigsten witzig fand es der Babysohn, der zwar nach jeder Blockabfertigung aus seinem Sitz gepflückt wurde, aber trotzdem ziemlich ungehalten war, weil wir nur dumm im Auto herumsaßen.
Als wir endlich wieder freie Fahrt hatten war der Jubel groß – bis zum nächsten Stau …
Gegen 15:30 Uhr erreichten wir dann unser Zwischenziel, das Weingut von Freunden meiner Eltern. Eigentlich hatte ich ursprünglich geplant, am Vormittag dort zu sein, Hallo zu sagen und eine Kleinigkeit zu essen und anschließend zum Meer zu düsen (von dort aus fährt man noch ca. eine Stunde). Soviel zum Plan.
Schlußendlich trafen wird dann kurz nach 17 Uhr am Urlaubsort ein, 11 Stunden nach der Abfahrt. Die Kinder völlig durch den Wind, das Baby total verzweifelt und erschöpft und wir Eltern auch nicht gerade entspannt. Nach einem weiteren Stopp beim Supermarkt und dem Abholen der Wohnungsschlüssel betraten wir endlich die gebuchte Ferienwohnung. Und dort die nächste Katastrophe. Es sah aus wie Sau, überall Dreck, es lagen sogar noch Nudeln über die Fliesen verstreut. Und das, obwohl die Endreinigung im Mietpreis inbegriffen ist. Also gleich ein Anruf bei der Agentur, 20 Minuten später rückte dann ein Putztrupp an und schickte uns hinaus, um wieder Ordnung herzustellen.
Als wir eine halbe Stunde später die Wohnung erneut betraten, roch es zwar extrem nach Ammoniak, aber alles war sauber und wir konnten endlich unser Gepäck verstauen. Vor dem Herrichten der Betten wollte ich dann noch sämtliches Geschirr durch die Spülmaschine jagen, da es auch nicht besonders sauber aussah, als ich diese jedoch anschaltete, lief unten literweise Wasser heraus ! Auch das reklamierten wir sofort und wurden auf den nächsten Tag vertröstet. Die Nacht verlief glücklicherweise eher ruhig, wir waren alle so fertig, daß einfach keine Energie mehr für Unruhe da war …
Am nächsten Tag trafen meine Schwiegereltern ein, die begeistert erzählten, daß sie eine völlig entspannte und schnelle Reise gehabt hätten, bis auf einen kleinen Stau von einer Stunde Dauer vorm Tunnel …
Da die von ihnen gebuchte Wohnung (die nur wenige Schritte von unserer entfernt lag) als “Zentrale” besser geeignet schien, tauschten wir an diesem Tag noch die Wohnungen, also wieder alle Koffer und Taschen durch die Gegend tragen und erneut einräumen.
Die folgenden 3 Tage verliefen relativ ruhig, bis auf die total überdrehten Kinder, die abends spät ins Bett gingen und nachmittags noch nicht wirklich Siesta hielten.
In der 4. Nacht dann das nächste Erlebnis. Das Bett auf welchem wir Eltern schliefen, gab von Anfang an seltsame Geräusche von sich und schaukelte ziemlich hin und her, sobald sich einer von uns umdrehte, ich dachte mir aber nichts Böses, sondern nahm an, daß das an der sehr harten und überbreiten Matratze läge. Dachte ich
In bewußter Nacht wurden die Geräusche immer lauter und lauter. Es hörte sich irgendwann so an, als ob eine dieser italienischen Plastikwasserflaschen unterm Bett stünde und immer wieder zusammengedrückt würde. Gegen 4 Uhr morgens erkannte ich dann das Geräusch, allerdings zu spät. Als sich mein Mann zum wiederholten Male herumwälzte machte es plötzlich “Krach” und wird lagen eine Etage tiefer am Boden ! Da der Bettrahmen am Kopfende keine eigenen Füße hatte, sondern nur mit der Rückenlehne verschraubt war, war das Bett so instabil, daß es einfach auseinanderbrach. Da lagen wir also, um 4 Uhr morgens, und wussten erst nicht, was wir nun machen sollten. Mein Mann stand dann auf und setzte sich an das mitgebrachte Laptop um zu programmieren, ich holte mir aus dem Kinderzimmer eine Matratze und legte sie neben das Reisebettchen des kleinen Sohnes (die ersten Nächte schliefen die großen Kinder bei den Großeltern in der Wohnung).
Am nächsten Tag erneut ein Anruf bei der Agentur wegen des Bettes, welches dann erst am Abend gegen ein anderes ausgetauscht wurde, zum Glück noch rechtzeitig, bevor wir schlafen gehen wollten.
Gegen Ende der ersten Woche startete ich dann die ersten Beikostversuche beim kleinen Sohn. Die angebotenen Zucchini fand er sehr lecker, so daß ich beschloß, ihm am nächsten Tag wieder welche anzubieten, dann mit etwas “Babypasta” gemischt (in Italien gibt es Minipasta bereits für Babies ab dem 4.Monat). Am nächsten Tag brüllte er aber nur herum, sobald der Löffel in den Mund kam, also brach ich ab. Als er beim Stillen immer noch jammerte, schaute ich irgendwann in den Mund hinein und was sah ich – alles weiß, die ganze Mundhöhle geschwollen. Da er zusätzlich auch noch Fieber bekam, ging ich sicherheitshalber doch zum “Pronto soccorso”. Dort überwies man uns ins nächste Krankenhaus in die Kinderabteilung, da unser Sohn ihnen als Patient einfach zu klein war.
So fuhren wir dann statt am Strand zu liegen mit unserem Kleinsten durch die Gegend, in dem Moment war ich wirklich froh, daß meine Schwiegereltern mit im Urlaub waren, so hatten wir wenigstens Babysitter für die Großen.
Im Krankenhaus war dann 3 Stunden Warten angesagt (irgendwie war das der Urlaub des Wartens
), ein Neugeborenes hatte aufgehört zu atmen und die einzige anwesende Ärztin musste das Kind beobachten, bis der Transport aus der Uniklinik eintraf. Als wir an der Reihe waren, war es bereits wieder fast Abend, entlassen wurden wir mit der Diagnose “Candidosis” und “3-Tage-Fieber”. Also schmierte ich dem Kleinsten die nächsten 4 Tage täglich mehrmals eine Anti-Pilzsalbe in den Mund, ich selber musste das Zeug natürlich auch ständig auf die B.rustwarzen schmieren, um keinen “Ping-Pong-Effekt” zu erzielen. Während dieser 4 Tage verbrachte ich die meiste Zeit in der Wohnung, denn mit fieberndem, quengelnden und schreienden Baby macht ein Strandbesuch einfach keinen Spaß und stresst sowohl Kind als auch Eltern.
Ich habe unseren Kleinsten noch nie so unglücklich gesehen, es verirrte sich kaum ein Lächeln in sein Gesicht, beim Stillen ließ er immer wieder los und weinte, da ihm der Mund wehtat, alles in allem keine Freude. Zum Glück war er einen Tag vor der Abreise wieder ganz der Alte, ich hatte schon Angst, wir müssten stundenlang mit krankem Kind nach Hause fahren.
Auf der Rückfahrt dann wieder 20 km Stau vorm Tauerntunnel, dieses Mal verließen wir jedoch die Autobahn vor dem Stau und fuhren über den Felbertauern gen München.
Alles in allem ein ziemlich chaotischer und teilweise hektischer Urlaub, trotzdem aber irgendwie erholsam und schön. Das Wetter zeigte sich von seiner schönsten Seite, wir hatten fast jeden Tag über 25 °C und Sonnenschein, die Strände waren zwar belebt, aber nicht überfüllt, an sich perfekt. Trotzdem würde ich nie wieder mit einem Baby ans Meer verreisen, nicht nur wegen des Krankseins, sondern weil es einfach zu anstrengend in Sachen UV-Schutz, Stillen und Co. ist. Beim nächsten Mal werden wir ein Kleinkind im Gepäck haben, da freue ich mich schon drauf
Edit: Fotos gibt es übrigens keine (ich habe mich so geärgert, daß ich vergessen habe, das kaputte Bett zu fotografieren !), nur ca. 4-5 Stück von der Abfahrt. Irgendwie war weder Zeit noch Lust vorhanden …







