In den letzten Tagen habe ich wieder einmal deutlich gemerkt, daß ich Masken nicht leider kann. In diesem Falle die Masken meiner Mitmenschen.
Es fängt an bei einigen Müttern im Kindergarten und setzt sich fort bis zur Mutter des Nachbarkindes. Mit Männern habe ich viel weniger Probleme, denn die sagen sehr viel öfter was sie denken und verstellen sich kaum.
Wenn mich jemand fragt, wie es mir geht, dann antworte ich wahrheitsgemäß. Wenn ich einen schlechten Tag habe, dann sage ich das auch. Wenn mir alles zuviel wird und ich mich total gestresst fühle, dann teile ich auch das mit. Natürlich auch umgekehrt, wenn es mir besonders gut geht, dann kommt eine durchweg positive Antwort.
Viele Menschen sind allerdings davon irritiert, so zumindest mein Eindruck. Am besten sollte man immer sagen “Alles supi !” oder ein einfaches “Gut !”. Am meisten gehen mir ewig lächelnde Menschen auf den Zeiger. Diese Sorte, bei der ich genau spüre, daß keinerlei echte Freude oder Sympathie dahintersteckt, sondern einfach nur diese “Grinsemaske”.
Oder die “Ich bin die eierlegende Wollmilchsau”-Maske. Auch als “Bob der Baumeister”-Maske bekannt (“Team, können wir das schaffen ?” “Jo, wir schaffen das !”). Menschen, die ständig wiederholen müssen, was sie alles gleichzeitig machen können und wieviel sie diese Woche bereits geleistet haben ohne die geringste Anstrengung, obwohl man deutlich sieht, daß sie sich übernehmen. Neben denen man sich im ersten Moment ganz klein und wertlos vorkommt, bei näherem Hinsehen aber sieht, daß sie auch nur ganz normale Menschen sind, die nach außen hin wie Duracellhasen wirken möchten.
Ich selbst bin auch nicht ganz frei davon. Manchmal versuche ich, mich anzupassen. Ich versuche, eisern zurückzulächeln, selbst wenn mir zum Heulen zumute ist oder tue so, als ob ich alles im Griff habe und total durchorganisiert bin. Denn manchmal muß man einfach mitschwimmen. So oft es geht, bin ich aber ich selbst und verstelle mich nicht. Alles andere ist mir zu anstrengend und fremd, ich fühle mich nicht wohl, wenn Außen und Innen nicht übereinstimmen. Ich mag mich selber und möchte gar nicht anders sein, und ich wünschte, ich würde öfter auf andere “maskenlose” Menschen treffen.
Gegenüber meinen Kindern bin ich immer ich selbst. Wenn ich traurig oder wütend bin, oder aber wenn ich mich sehr über etwas freue, dann verstecke ich das nicht. Ich denke, es ist wesentlich schlimmer für Kinder nur zu fühlen, daß Emotionen da sind, ohne sie wirklich greifbar vor sich zu haben, als ein durchweg stimmiges Bild zu sehen.
Ich rufe hiermit zu mehr “Maskenfreiheit” auf, wo immer es geht und soweit es in unserer Gesellschaft möglich ist !









